Der Tellington TTouch® Newsticker – TTouch Blog

16. April 2026

Vertrauen – Eine stille Brücke zwischen Mensch und Pferd

Blogbeitrag von Ingrid Wild (D)

Tellington Instruktorin für Pferde

Immer wieder stoße ich im Zusammenhang mit Pferden auf das Wort Vertrauen und auch ich liebe das Gefühl, wenn die Pferde mir ihr Vertrauen schenken und Pferde zum Vertrauen einzuladen.
 Vielleicht war das auch der ausschlaggebende Punkt, der mich zum Tellington TTouch® Training geführt hat. Unvergesslich sind die Momente, wenn ich erleben durfte, wie ein Pferd, das gerade noch außer sich war, voll Stress und Unsicherheit, Linda voll Dankbarkeit sein Vertrauen schenkte, nachdem sie es berührt hatte.

Was bedeutet Vertrauen überhaupt?
Vertrauen ist der Glaube oder die Überzeugung, dass eine Person zuverlässig, ehrlich und fähig ist. Es ist ein unsichtbares Band, das Beziehungen trägt, Sicherheit vermittelt und echtes Miteinander überhaupt erst möglich macht. Doch Vertrauen ist keine Selbstverständlichkeit – es entsteht, wächst und kann ebenso zerbrechen. Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Bedeutung von Vertrauen in der Beziehung zwischen Mensch und Tier, insbesondere bei Pferden.

Pferde sind Fluchttiere. Ihr natürlicher Instinkt ist es, Gefahren schnell zu erkennen und sich in Sicherheit zu bringen. In der freien Wildbahn sichert dieses Verhalten ihr Überleben. Umso bemerkenswerter ist es, wenn ein Pferd einem Menschen vertraut – einem Wesen, das aus seiner Sicht zunächst unberechenbar und fremd erscheint.

Wenn ein Pferd beginnt, einem Menschen zu vertrauen, geschieht etwas Faszinierendes: Es legt einen Teil seiner natürlichen Vorsicht ab. Es folgt, hört zu, reagiert auf feinste Signale und lässt Nähe zu. Dieses Vertrauen basiert nicht auf Worten, sondern auf Erfahrung. Das Pferd beobachtet genau: Ist der Mensch ruhig? Ist er klar in seinen Signalen? Ist er fair und berechenbar?

Hier zeigt sich die wahre Bedeutung der Definition von Vertrauen. Ein Mensch, der mit Pferden arbeitet, muss zuverlässig sein – in seinem Verhalten, in seinen Reaktionen, in seiner Konsequenz. Ehrlichkeit bedeutet in diesem Zusammenhang Authentizität: Pferde spüren sofort, wenn Körpersprache und innere Haltung nicht übereinstimmen. Und Fähigkeit zeigt sich im sicheren, respektvollen Umgang, der dem Tier Orientierung gibt.

Tellington TTouch schafft Vertrauen

Vertrauen zwischen Mensch und Pferd kann nicht erzwungen werden. Es entsteht durch Geduld  und durch das respektvolle Eingehen auf die Bedürfnisse des Tieres. Jeder kleine Fortschritt – ein entspanntes Ohrenspiel, ein ruhiger Atem, ein freiwilliger Schritt auf den Menschen zu – ist ein Zeichen dafür, dass Vertrauen wächst.

Gleichzeitig ist dieses Vertrauen zerbrechlich. Ein unachtsamer Moment, ein grober Umgang oder inkonsequentes Verhalten können das aufgebaute Vertrauen erschüttern. Deshalb verlangt die Beziehung zu einem Pferd nicht nur Können, sondern auch Achtsamkeit und Selbstreflexion.

Am Ende ist Vertrauen mit einem Pferd ein Geschenk. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein so kraftvolles und sensibles Tier sich auf den Menschen einlässt. Doch wenn es geschieht, entsteht eine besondere Verbindung – leise, tief und ehrlich. Eine Verbindung, die uns daran erinnert, dass wahres Vertrauen nicht durch Kontrolle entsteht, sondern durch Respekt, Klarheit und gegenseitiges Verstehen.

 

 

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12. April 2026

Die Vielfalt der Möglichkeiten

Blogbeitrag von Daniela Zurr (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere und Menschen

Nächste Woche darf ich wieder ein Trainingsseminar für Tierpfleger einem Wildpark unterrichten. Vorab habe ich Wünsche für das Seminar abgefragt und ein häufiger Wunsch lautet: „Wie kann ich mit Tieren arbeiten, die (noch) kein Futter nehmen“. Beispiele sind scheue Alpakas, Tiere während einer arttypischen Fastenperiode oder krankheitsbedingt geringem Appetit.

Ich liebe es, dass die Tellington TTouch Methode mir vielfältige Lösungsansätze bietet:

-Präzises und neutrales Beobachten der Körpersprache des Tieres: So finden wir Schlüssel, wie wir Sicherheit vermitteln und eine Verbindung aufbauen können.

-Angenehme Berührungen als alternative Verstärker

-Berührungen mit der Außenseite der Hand: Der Lama-TTouch wurde speziell für scheue Kameliden entwickelt, ermöglicht aber auch vielen anderen Tieren, sich zum ersten Mal auf eine Berührung mit der Hand einzulassen.

-Mit verlängerten Armen wie Pinseln erste angenehme Berührungen vermitteln

-Wenn auch ein verlängerter Arm noch zu viel Nähe bedeutet, können wir unsere Aufmerksamkeit vom Tier weg auf uns selber lenken und durch bewusstes Atmen und Herz-TTouches, unsere Herzkohärenz verbessern. Dieser Zustand wird von unserem Gegenüber wahrgenommen und erleichtert es dem Tier, sich einen ersten Schritt anzunähern.

Futter ist eine wunderbare Möglichkeit unseren Tieren gezielt zu vermitteln, welches Verhalten wir toll finden und das sich dieses Verhalten lohnt. Heute möchte ich Sie einladen, über den Tag zu beobachten, in welchen Situationen sind andere Dinge als Futter wichtig: Sicherheit, Vertrauen, das Gefühl Einfluss auf die Situation zu haben, Verbindung erleben, angenehme Berührungen, im Flow sein, in Balance kommen …

Ich wünsche Ihnen und Ihren Tieren viel Freude beim Entdecken. nächsten Spaziergängen bewusst wahrzunehmen, welche Begegnungen und Momente es gibt, für die Sie dankbar sein können.

 

 

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09. April 2026

Tellington-Brieftaubenführung

Resilienz – was wir, Pferde und Hunde lernen können

Blogbeitrag von Bibi Degn (E)

Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde

Resilienz – vom lateinischen resilire, „zurückspringen“ oder „abprallen“ – bezeichnet ursprünglich eine Eigenschaft von Materialien: ihre Fähigkeit, nach einer Belastung wieder in ihre ursprüngliche Form zurückzufinden. Heute wird der Begriff in Medizin, Psychologie und Soziologie verwendet, um die innere Widerstandskraft von Menschen zu beschreiben. Gemeint ist die Fähigkeit, mit Herausforderungen, Stress oder Veränderungen umzugehen und daran zu wachsen.

Auch im Zusammenleben mit Pferden und Hunden spielt Resilienz eine wichtige Rolle. Tiere begegnen täglich neuen Reizen: ungewohnte Umgebungen, Erwartungen des Menschen, körperliche und emotionale Anforderungen. Wie sie damit umgehen können, hängt stark davon ab, ob sie sich sicher fühlen und Zugang zu ihrem eigenen Körper und ihren Fähigkeiten haben.

Hier setzt die Tellington TTouch® Methode an. Durch achtsame Berührungen, bewusste Bodenarbeit und klar strukturierte Übungen unterstützen wir Pferde und Hunde dabei, ihr Körperbewusstsein zu verbessern. Viele Tiere werden ruhiger, koordinierter und können neue Situationen gelassener verarbeiten. Das Nervensystem bekommt gewissermaßen die Information: Du bist sicher – du kannst lernen.

Resilienz entsteht jedoch nicht nur im Tier. Auch der Mensch entwickelt sie im Prozess. Wer mit TTouch arbeitet, lernt genauer wahrzunehmen, innezuhalten und auf kleine Veränderungen zu achten. Statt Druck auszuüben, entsteht eine Zusammenarbeit, in der Vertrauen und Selbstwirksamkeit wachsen.

So gesehen ist Resilienz im Training mit Pferden und Hunden kein abstrakter Begriff. Sie zeigt sich ganz konkret: in einem Hund, der nach einer Unsicherheit wieder neugierig wird, oder in einem Pferd, das eine neue Aufgabe ruhig und aufmerksam ausprobiert. In solchen Momenten wird sichtbar, wie Lernen, Beziehung und innere Stärke zusammenwirken.

 

 

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05. April 2026

Robyn Hood

Blogbeitrag von Sylvia Haveman (NL)

Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde

Ja, auch der englische Volksheld, der die Reichen im Sherwood Forest in Nottinghamshire bestahl und die Beute unter den Armen verteilte, trug den Namen Robyn Hood. Doch in unserem Kontext geht es heute um Robyn Hood, der jüngsten Schwester von Linda Tellington-Jones. Robyn Hood, eine Frau, deren Lebensweg eng mit der Tellington-Methode verbunden ist.

Robyn konnte reiten, bevor sie laufen konnte, und schon in jungen Jahren ritt sie auf Pferden in Alberta, Kanada. Später besuchte sie die Pacific Coast School of Horsemanship in Kalifornien, die von ihrer ältesten Schwester Linda geleitet wurde. Sie wurde versiert im Jagen, Springen, Vielseitigkeitsreiten, Ausdauer, Western- und später in Gangpferden.

Ab 1982 engagierte sie sich hauptamtlich in der Tellington-Methode, deren Grundlagen von Linda gelegt wurden. Robyn war mehr als drei Jahrzehnte Herausgeberin des monatlichen Newsletters. Seit 1986 unterrichtet sie die Tellington-Methode in Vollzeit auf der ganzen Welt und reiste große Teile des Jahres. Sie vermittelt ihre Leidenschaft für diese Methode klar und mit einem Hauch von Humor an interessierte Menschen aller Couleur.

Heute war ich bei einem Pferdetraining anwesend und habe erneut erlebt, welch reicher Erfahrungsschatz Robyn vermittelt. Sie ist ein Pferdemensch durch und durch, eine erfahrene Lehrerin, die die sich stetig weiterentwickelnde Methode schätzt und weiß, wie man sie praktisch erfahrbar macht.

Aus dem Training heute: einige ihrer weisen Aussagen

  • Wir erwarten, dass ein Pferd jeden Tag dasselbe ist, während wir es nicht sind. Wir haben hohe Erwartungen an unsere Tiere – aber betrachten wir sie wirklich aus ihrer Sicht?
  • Wir kleben Etiketten auf – und es ist schwierig, diese wieder zu entfernen. Denk an Lindas Kernbotschaft: „Ändere deine Meinung, ändere dein Tier!“
  • Wenn du etwas tun musst und es sich im Bauch und Herzen nicht richtig anfühlt, spürt dass das Pferd. Das wird nicht funktionieren, also tritt einen Schritt zurück.
  • Wir suchen nach der einen Antwort, doch es gibt mehr als eine richtige Herangehensweise.

Wie glücklich bin ich, dass ich noch zwei Tage mit Robyn vor mir habe! Ihr reicher Erfahrungsschatz und ihre praktische Weise, die Tellington-Methode zu lehren, berühren mich tief.

Wenn du mehr über Robyn Hood und ihre Arbeit mit der Tellington-Methode erfahren möchtest, bleib dran – denn ihre Geschichten inspirieren Pferdeliebhaber weltweit dazu, aufmerksam, achtsam und mit Humor zu lernen.

 

 

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03. April 2026

In der Bindung frei bleiben

Gastbeitrag von Petra Venker (D)

Tellington TTouch® Practitioner 2 für Hunde und Kleintiere

Dieser Satz aus einem Instagram-Post ließ mich lange nicht los. Bei meiner Überlegung, warum diese Aussage mich so fesselte, kam mir die Beziehung zu meiner Hündin Linnea in den Sinn.

Linnea kam im Alter von 10,5 Jahren aus einer Canile zu mir. Menschen waren ihr nicht vertraut, menschliche Berührungen gänzlich unbekannt und das Leben hier, war sehr überwältigend für sie. Sie war ängstlich und unsicher. Ich schien ihr glücklicherweise sympathisch zu sein und so war meine Kontaktaufnahme für sie ok. Bereits zu Beginn startete ich mit Elementen aus unserer Tellington-Toolbox.

So kam sie mit den achtsamen Berührungen, den TTouches, in Kontakt. In kleinen Dosierungen habe ich zu Beginn hauptsächlich streichende TTouches angewendet. Besonders der Noahs Marsch gefiel ihr. Dabei benötigte sie eine überdurchschnittlich hohe Druckstärke, um sich ihres Körpers bewusst zu werden. Ein festerer Druck, sorgte bei ihr für mehr Klarheit und Sicherheit. Mit der Zeit wurde ich mit den TTouches leichter und sie konnte diese sehr gut für sich annehmen.

Unsere Bindung wurde sehr schnell sehr eng. Ich achtete darauf, dass ich ihr jedoch auch immer viel Freiraum anbot, um sich zurückziehen zu können. Linnea ist ein Hund, der in neuen oder stressigen Situationen gerne selbstständig Abstand aufbaut, um alles in Ruhe zu beobachten. Ist sie dann von einer Sache überzeugt, geht sie offen und neugierig auf neue Situationen zu. Aber sie benötigt diesen „Freiraum“, um in ihrem eigenen Tempo lernen zu können.

Die Möglichkeit, sich den Raum nehmen zu können, schaffte Bindung und Vertrauen. Ich habe noch nie eine Hündin gehabt, die dieses Lernverhalten gezeigt hat und ich bin fasziniert davon, was dadurch möglich ist. Sie kann in diesem Freiraum durchatmen, ganz ohne Druck. Kann die Pause nutzen und in ihrem eigenen Tempo entscheiden, wann sie was und wie probieren möchte. Und gleichzeitig sind wir trotz des Abstandes immer in Verbindung.

Unser gegenseitiges Vertrauen, zeigte sich auch schnell auf unseren gemeinsamen Spaziergängen. Nach 6 gemeinsamen Wochen hatte ich das Gefühl der starken Bindung zwischen uns. Seither gehen wir ohne Leine durch die Natur, immer in Verbindung, im engen Kontakt und dem Wissen, dass der Andere da ist.

 

 

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30. März 2026

Waschbär mit Hand

Wenn der Körper stolpert – und die Verbindung trägt

Blogbeitrag von Karin Petra Freiling (D)

Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere

Ein falscher Schritt, ein kurzer Moment der Unachtsamkeit – und plötzlich ist alles anders. So geschah es mir, als ich auf einer Leiter stand, etwas aus dem oberen Regal holen wollte und eine Stufe verfehlte. Der Sturz kam abrupt, der Fuß knickte um, ein deutliches Knacken war zu hören. Schmerz – intensiv, unmittelbar, alles einnehmend.

Doch was dann geschah, war ebenso entscheidend wie der Unfall selbst.

Noch auf dem Weg zum Sofa begann ich innerlich zu meinen Zellen am Fuß zu sprechen. Dies habe ich von Linda Tellington-Jones gelernt, als sie sich verletzt hatte. Ich sagte  : „Alles ist gut. Wir kriegen das wieder hin.“ Diese bewusste Ansprache an meine Zellen war der erste Schritt zurück in die Balance. Kein Kampf gegen den Schmerz, sondern ein liebevolles Hinwenden.

Kaum hatte ich den Schuh ausgezogen, begann ich mit dem Tellington TTouch®. Mit in Eiswasser gekühlten Fingern arbeitete ich achtsam rund um die schmerzenden Bereiche. Der Waschbär-TTouch® brachte erste Entlastung, der Muschel-TTouch® umhüllte sanft den Knöchel, den Spann und den unteren Fuß. Ergänzt wurde dies durch den Schildkröten-TTouch® mit der Endung „Schneckenschwanz“ – eine Kombination, die sich besonders bewährt, wenn es darum geht, Schmerzen zu lösen und dem Gewebe Sicherheit zu vermitteln.

Und dann geschah etwas Bemerkenswertes: Innerhalb einer Minute sank die Schmerzintensität von einer gefühlten 10 auf etwa 5. Der Schmerz war noch da, aber er war nicht mehr überwältigend. Er war gehalten, begleitet, reguliert.

Trotz des Sturzes konnte ich noch am selben Tag einen Kurs halten. Mit kleinen Pausen, hochgelegtem Fuß und wiederholten TTouches mit Eiswasser blieb der Zustand stabil. Das Ergebnis: kaum Schwellung, kaum Verfärbung – und bereits am dritten Tag war ein vorsichtiges Auftreten wieder möglich. Am fünften Tag fühlte sich der Fuß nahezu regeneriert an.

Diese Erfahrung zeigt eindrucksvoll, wie kraftvoll die Kombination aus bewusster innerer Ansprache und achtsamer Berührung sein kann. Der Körper ist kein Gegner, den es zu „reparieren“ gilt, sondern ein lebendiges System, das auf Zuwendung, Vertrauen und feine Impulse reagiert.

Das Gespräch mit den eigenen Zellen und die liebevolle Berührung des verletzten Bereichs sind keine Nebensache – sie sind ein zentraler Schlüssel zur Heilung. Eine Einladung, Verantwortung zu übernehmen, in Kontakt zu gehen und dem eigenen Körper genau das zu geben, was er in solchen Momenten am meisten braucht: Aufmerksamkeit, Respekt und Mitgefühl.

Absolut nachahmenswert.

 

 

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29. März 2026

Lisa Leicht als Tierethiklehrerin

In der Haut des Anderen

Blogbeitrag von Lisa Leicht (CH)

Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere

Vor einiger Zeit stand ich mit einem Tier in einer Übungssituation. Eigentlich nichts Besonderes – und doch spürte ich einen Moment der Unsicherheit. Das Tier zögerte, sein Körper wurde etwas fest, der Blick suchte Orientierung.

Mein erster Impuls war, ihm zu zeigen, was ich von ihm wollte.

Doch dann hielt ich kurz inne.

Ich stellte mir eine einfache Frage: Wie würde sich das gerade anfühlen, wenn ich in seiner Haut stecken würde?

Vielleicht wäre ich unsicher. Vielleicht wäre mir alles etwas zu schnell. Vielleicht würde ich mir wünschen, dass jemand kurz innehält und mir Zeit gibt, die Situation zu verstehen.

Also verlangsamte ich meine Bewegungen, nahm den Druck aus dem Moment und begann mit ruhigen, sanften TTouches.

Fast sofort veränderte sich etwas.
Der Körper wurde weicher.
Der Atem tiefer.
Das Tier begann wieder neugierig zu werden.

Während meiner Tätigkeit als Tierethiklehrerin an öffentlichen Schulen in der Schweiz begegnete mir ein Satz immer wieder als Leitgedanke:
„Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.“ Diese sogenannte goldene Regel half Kindern sehr schnell zu verstehen, was Empathie bedeutet. Wenn wir sie ernst nehmen, fordert sie uns auf, innezuhalten und uns in andere hineinzuversetzen – in Menschen genauso wie in Tiere.

Solche Momente erinnern mich immer wieder daran, wie kraftvoll ein Perspektivenwechsel sein kann.

Der bekannte Satz „Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest“ bekommt plötzlich eine tiefere Bedeutung:
Behandle den anderen so, wie du selbst behandelt werden möchtest, wenn du an seiner Stelle wärst.

Genau dazu lädt die Tellington TTouch Methode ein. Sie zeigt uns, dass Lernen nicht über Druck entsteht, sondern über Sicherheit, Körperbewusstsein und achtsame Berührung.

Oft sind es dabei die kleinen Veränderungen – langsamer werden, wirklich hin spüren, eine Pause zulassen – die den größten Unterschied machen.

Für mich ist die TTouch Methode deshalb mehr als eine Methode.
Sie ist eine Haltung.

Eine Erinnerung daran, dass echte Verbindung dort entsteht, wo wir bereit sind, für einen Moment die Welt durch die Augen eines anderen zu sehen.

 

 

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22. März 2026

Yara schaut in die Ferne

Gibt es mein Seelentier?

Blogbeitrag von Katja Krauß (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere

Ich höre immer wieder, er ist mein Seelenhund, meine Seelenkatze oder mein Seelenpferd.

Ich persönlich habe so viele Tiere und irgendwie sind alles meine Seelentiere. Doch eigentlich ist es für mich noch wichtiger, ein Seelenmensch für meine Tiere zu sein.

Wir holen sie in unser Leben. Die Tiere stehen nicht mit ihren gepackten Köfferchen bei uns vor der Tür und haben sich entschieden, mit uns leben zu wollen. Sie werden sozusagen ins kalte Wasser geworfen, komplett ohne Vorwarnung. Und trotzdem passen sie sich erstaunlicherweise meistens sehr gut  an. Nicht nur das, sie sind häufig sogar noch glücklich mit diesem neuen Leben.

Nur was ist, wenn es das Tier mal nicht vollständig schafft, sich an das neue Leben zu gewöhnen? Kunden sagen mir dann manchmal: „Jetzt ist er doch schon … Tage/Wochen/Monate bei uns und…“.

Ich frage mich dann jedes Mal, ob ich mich nach dieser Zeit, nachdem ich ohne Vorwarnung auf diesen neuen Planeten gebeamt wurde, an all die neuen Gegebenheiten gewöhnt hätte?

Meine Hündin Yara lebte knapp 2 Jahre fast wild. Sie mag Menschen, da sie dort wo sie lebte Futter erhielt und sicherlich auch, wenn Zeit war, Zuneigung. Doch die meiste Zeit lebte sie alleine und machte, was ein Hund eben so macht.

Inzwischen habe ich mich schon häufig gefragt, kann ich Yaras Seelenmensch sein? Kann ich ihr ihre Träume erfüllen, obwohl sie es so liebt, frei zu sein? Schaff ich es den Spagat zu gehen, ihr verständlich zu machen, dass ich sie nur beschützen kann, wenn sie in meiner Nähe bleibt und zu mir kommt, wenn ich sie rufe und ihr trotzdem genügend Freiraum lasse, dass sie ihrer Leidenschaft des „Welterkundens“ nachgehen kann?

Ich bin gerne bereit, für dieses wunderbare Geschöpf meine Wünsche hinten anzustellen. Doch reicht mein Wissen und meine Bereitschaft, um ihr ihre Wünsche zu erfüllen?

Durch die Tellington Methode habe ich gelernt, solche Herausforderungen nicht nur anzunehmen, sondern zu begrüßen, da sie unser Leben bunter und uns selbst intelligenter machen.

In der Frage, „Bin ich Seelenmensch für mein Tier?“ finde ich ein Stück weit die Aufgabe, loslassen zu können von Vorstellungen und von Erwartungen. Ich erlebe genau darin die Befreiung, dass nichts muss, aber alles sein kann. Dass die Wege manches Mal andere sind als die geplanten – sehr individuell, sehr eigen und häufig auch recht überraschend.

Inzwischen bin ich mir ganz sicher, dass ich Yaras Seelenmensch sein kann. Wir wandeln manchmal gemeinsam durch den Regen, doch wir wandeln gemeinsam. Sich gegenseitig kennen zu lernen und zu fühlen, wie das gegenseitige Vertrauen wächst, ist unglaublich erfüllend.

Wenn ich ein Seelenmensch bin, dann sind alle Tiere Seelentiere.

 

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19. März 2026

 

Schmerzen beim Hund

Blogbeitrag von Doris Prinstinger (A)

Tellington Instruktorin  für Kleintiere

Neulich ist es passiert. Mein Hund spielt mit seiner liebsten Freundin und plötzlich ein lauter Aufschrei. Ich sehe, wie Fin auf drei Beinen in meine Richtung humpelt.

Seine Ohren sind angelegt, er wimmert und ist ein Häufchen Elend.

Ich hocke mich zu ihm, er lehnt sich sofort an mich und ich darf mir seine Pfote anschauen.

Noch bevor ich sie durchbewege beginne ich zu ttouchen. Zuerst in der Schultergegend wo eine gute Muskulatur ist und ich stelle fest – hier scheint kein größeres Problem zu sein.

Ich arbeite mich immer weiter nach unten. Der Oberarm geht auch noch gut und dann, am Ellenbogen, ein kurzer Schmerzlaut. Ich bin ganz vorsichtig, bleibe ein wenig an der Stelle, gehe weiter den Unterarm entlang bis in die Pfote. Nachdem ich überall gettoucht habe, wage ich mich nun daran, die Gelenke vorsichtig durchzubewegen. Ja, der Ellenbogen macht uns Sorgen. Ich ttouche weiter und merke, wie Fin aufhört zu zittern, tief durchatmet und probieren möchte, die Pfote wieder zu belasten. Die ersten Schritte sind noch etwas holprig, aber dann geht es. Er schwänzelt wieder herum, läuft ein kleines Stück. Es scheint wieder gut zu sein.

Meine Freundin beobachtet die Szene und sagt mir, wie unglaublich toll sie es findet, dass sich mein Hund in dieser Situation so vertrauensvoll an mich wendet.

Ja, das finde ich auch. Und ich bin so dankbar, dass ich meine Hände immer mit dabei habe und sofort etwas TUN kann.

Hätte Fin weiterhin eine Lahmheit gezeigt, wäre der nächste Schritt natürlich sofort der zum Tierarzt.

Akuten Schmerz erkennen wir ja meist sehr gut. Es passiert etwas in dem Moment und wir hören und sehen Reaktionen unseres Hundes.

Chronischer Schmerz ist da schon viel schwerer zu erkennen. Da aber gerade Schmerzen so eng verknüpft sind mit dem Verhalten unserer Tiere, liegt es uns besonders am Herzen, ihn zu erkennen. Und aus diesem Grund beobachten wir genau. Mit unseren Augen und unseren Händen.

Die Tellington TTouch Methode bietet ganz viele Möglichkeiten, unsere Tiere in dieser Hinsicht körperlich zu unterstützen.

Es ist ein schöner Aspekt unserer Beziehung, dass ich in der Lage bin, meinem Hund etwas Gutes zu tun.

 

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15. März 2026

Behandle Andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest.

Blogbeitrag von Anke Recktenwald (D)

Tellington Instruktorin für Menschen

Dieser Spruch hing im Wohnzimmer von Lindas Mutter und wurde dort auch gelebt. Wir nehmen diesen Ansatz auch mit in unsere Arbeit mit Tieren.
 Er bedeutet, dass man zu einem anderen Lebewesen so freundlich ist, wie man selbst behandelt werden möchte. Dass man so verständnisvoll ist, bereit zu vergeben, zu unterstützen und freundlich zu bleiben, wie man es sich für sich selbst von andern wünscht.

 Manchmal macht es Sinn, diesen Satz umzudrehen.

Das bedeutet, mit sich selbst so umzugehen, wie man andere behandelt.
 In einem fortlaufenden Tellington Online Kurs für Pferde sprachen wir vor kurzem über „Fehler machen“. Für manche ist es schwierig, Übungsvideos zu machen, und sie dann Anderen zu zeigen, obwohl alle in einem guten, freundschaftlichen Verhältnis zueinander stehen. Man möchte keine Fehler zeigen, lieber perfekter scheinen, weil man sich doch so viel Mühe gibt, gut zu sein. 
Interessanterweise war eine dieser beiden Frauen vor kurzem von einer Kollegin besonders gelobt worden, für ihren außergewöhnlichen Umgang als Chefin, mit Fehlern ihrer Mitarbeiter. Im Blick auf Ihre Kollegen kann sie ganz wunderbar das Potenzial von Fehlern sehen. Potential bedeutet, dass Fehler nötig sind und Möglichkeiten zur Verbesserung schaffen. Ohne Fehler ist Lernen kaum möglich.

Viele meiner Schüler sind selbst Reitlehrer, Therapeuten oder Erzieher. Ich glaube, alle haben einen sehr  freundlichen Blick auf die Menschen, mit denen sie arbeiten. Sie fördern, loben Entwicklungen, geben Raum für Fehler und Experimente.
 Mit sich selbst sind sie oft viel strenger. Meistens  ist dieser Blickwinkel gelernt, durch Erfahrung in der Kindheit, zu Hause, in der Schule oder  im Sport. 
Doch wir können unseren Blickwinkel ändern und dann denken: 
„Behandle DICH selbst  so, wie du auch Andere behandelst.“ 
Oder wie ich oft sage: Stell dir vor, du wärst deine beste Freundin. Was würdest du sagen? Wie würdest du wollen, dass sie mit dir redet?

 

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12. März 2026

Tellington ttouch-n-click im tierärztlichen Alltag

Gastbeitrag von Denise Riggers

(ttouch-n-click Auszubildende aus Deutschland)

Vor einer Weile bat Katja mich, über Tellington TTouch in meiner Arbeit als Tierärztin zu schreiben.

Das in so einem kurzen Text zu tun, ist eine gewisse Herausforderung… denn tatsächlich nutze ich die Tellington Methode bei fast jedem meiner Patienten, oft auch unbewusst.

In die Untersuchung einfließende TTouches, achtsame Beobachtung und Feedback des Tiers geben wertvolle Informationen über seinen gesundheitlichen Zustand – wobei die Methode diagnostische Maßnahmen wie z.B. Röntgen nie ersetzt, sondern ergänzt.

Besonders wichtig ist mir, dass Tiere sich auch in der tierärztlichen Untersuchung möglichst wohl fühlen dürfen. Wird dabei so wenig übergriffig und so achtsam wie möglich vorgegangen, sind die meisten meiner Katzenpatienten gerne bereit, auch bei eingehenderen Untersuchungen spielerisch zu kooperieren.

Besonders im Umgang mit schwer erkrankten Patienten hat mir die Tellington Philosophie sehr geholfen. Denn manchmal fällt es nicht leicht, hinter all den Diagnosen und Krankheitssymptomen noch das Tier selbst zu sehen. Dabei steht aber ja neben jeder Erkrankung immer noch ein Individuum mit eigener Persönlichkeit.

Jedes Tier ist so viel mehr als seine Diagnose.  Um das immer im Blick zu behalten, hilft mir Lindas Zitat „Remember your perfection“

Dr. Denise Riggers; Tierärztin mit Beratungspraxis für Katzen

 

 

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05. März 2026

Aufeinander achten

Blogbeitrag von Daniela Zurr (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere und Menschen

In meinem letzten Blog habe ich über das „Aufeinander-Achten“ zwischen meiner Pudelhündin und mir geschrieben. Wenn sich Hundemenschen unterhalten, kommt häufig das Thema Begegnungssituationen auf. „Und dann kam dieser unangeleinte Hund auf uns zugestürmt …“

Unser Gehirn ist darauf ausgerichtet, negative Erlebnisse stärker zu gewichten als positive. Deshalb möchte ich Sie heute einladen, sich bewusst an Begegnungen zu erinnern, in denen Menschen und Tiere Rücksicht genommen haben.

Auf meinen morgendlichen Runden mit Loha erlebe ich täglich viele Situationen, in denen wir auf andere Lebewesen achten – oder in denen andere auf uns Rücksicht nehmen.

Da ist zum Beispiel

  • die große, freundliche Berner Sennenhündin, vor der sich meine Hündin ein wenig fürchtet. Ihr Halter nimmt sie jedes Mal zur Seite, sodass wir entspannt aneinander vorbeigehen können.
  • die ältere Dame, die bei jedem Wetter unterwegs ist, ein paar freundliche Worte mit mir wechselt und nichts dagegen hat, dass Loha frei an ihr vorbeiläuft.
  • die Mischlingshündin, die laut wird, wenn ihr der Abstand zu anderen Hunden zu gering ist. Mit ihrer Halterin stimme ich mich ab, wer ausweicht und wie viel Raum wir einander geben.
  • der Fahrradfahrer, der sich bedankt, wenn ich Loha am Wegrand sitzen lasse, während er vorbeifährt.

Viele kleine Gesten – die in ihrer Summe einen entspannten Spaziergang ermöglichen und für mich ein Grund zur Dankbarkeit sind.

Und wenn doch einmal eine herausfordernde Situation entsteht, sind Loha und ich gut vorbereitet. Die vielen positiven Begegnungen haben über die Jahre ihr Selbstbewusstsein gestärkt. Abläufe wie einen Bogen laufen oder hinter mich gehen sind zuverlässig eingeübt. Durch jahrelange Praxis mit Tellington TTouch und „Führen in Balance“ ist meine Körpersprache klar und präzise geworden – das erleichtert auch die Kommunikation in schwierigeren Momenten, etwa mit einem unkontrolliert auf uns zulaufenden Hund.

Ich lade Sie ein, bei Ihrem nächsten Spaziergängen bewusst wahrzunehmen, welche Begegnungen und Momente es gibt, für die Sie dankbar sein können.

 

 

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01. März 2026

Pferde ausbilden mit Tellington

Blogbeitrag von Bibi Degn (E)

Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde

Der Frühling regt sich – und mit ihm der Wunsch, das junge Pferd „unter den Sattel zu bringen”. Früher sagte man „einbrechen“. Ich spreche lieber von einer Initiation als Reitpferd. Es ist eine Schwelle. War das Pferd zuvor Pferd unter Pferden, tritt es nun in ein bewusstes Verhältnis zum Menschen.

Pferde “Neustart”

Wie du deine Elektronik neu startest – so ähnlich kannst du es mit einem Pferd sehen, das ungute Erfahrungen machen musste. Setze die Erfahrungen, so gut es geht, auf Null und beginne nochmals von vorne.

Warum Tellington?

Herausforderungen werden zunächst einzeln erfahrbar gemacht und später zusammengesetzt – zu der großen Aufgabe, als Reitpferd in Harmonie mit dem Menschen und gesundheitserhaltend zu arbeiten.  Die Tellington TTouch® Methode trägt der Komplexität Rechnung.

Die Herausforderung des Fluchttieres

Konzentration ist nicht angeboren. Pferde sind auf Außenreize programmiert. Jeder Reiz wiegt schwerer als die Hinwendung nach innen. In kleinen Schritten entsteht die Fähigkeit, bei sich zu bleiben. Körperbänder und TTouch unterstützen dieses „In-sich-Hineinhören“.
Reize von hinten oder oben, Bewegungen über sich, lösen zunächst Fluchtimpulse aus. Durch schrittweise Übungen im Lernparcours wird verstehende Gelassenheit möglich.

Die Herausforderung des Herdentieres

Das Pferd verlässt seinen Sicherheitsrahmen, die Herde. Es braucht nun einen klaren, geerdeten Menschen. Erdung, Atmung und Herzkohärenz bekommen Raum.

Kommunikative und körperliche Aufgaben

Körpersprache verstehen Pferde gut. Komplexere Signale müssen verständlich aufgebaut werden: auf Druck zu weichen, am Kopf einwirken und den Körper meinen – so vieles muss man mit seinem Pferdeverstand verstehen! Die Führpositionen der Tellington Methode sind dafür ein vielseitiges Werkzeug und können auch dann verstanden werden, wenn sich der Mensch später hinten oben befindet.

Gewichtsverlagerungen von einer Seite zur anderen, zwischen vorne und hinten, erfordern Körperbewusstsein und ein geschultes Gleichgewicht. Wird dann noch die „Balancierstange“ von Hals und Kopf blockiert, wird es für das schmale, hohe Tier noch schwieriger.

Zureiten ist keine Mutprobe
Es beginnt nicht mit dem Aufsitzen, sondern ist die logische Folge vorbereiteter Erfahrung. Da die frühen Erfahrungen die Basis für ein Grundvertrauen sein sollen, so gilt: Die Komplexität, die überfordern würde, aufzuschlüsseln – bevor wir sie zusammensetzen – egal, ob du dann selbst aufsitzt oder das Pferd einem Profi in die Hand gibst.

 

 

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26. Februar 2026

Sehen heißt glauben…

Blogbeitrag von Sylvia Haveman (NL)

Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde

Im letzten Jahrhundert, in den neunziger Jahren, wurde ich mit der Tellington-Methode vertraut gemacht. Ich habe verschiedene Schulungen von Ausbildern aus den USA und Kanada besucht, und mein Interesse war geweckt und ist nie wieder verschwunden.

In jedem Kurs, den ich besuchte, wurde der Arbeit mit den Ohren eines Tieres und der besonders starken Wirkung der Berührung in dieser Region Aufmerksamkeit geschenkt.

Damals gab es nicht viele Erklärungen, und ich war skeptisch, weil ich während meiner regulären Ausbildung nie etwas davon gehört hatte. Aber ich erinnerte mich daran, dass ich Tieren durch sanftes Streicheln der Ohren Entspannung bringen konnte, aber auch, dass ich im Falle einer lebensbedrohlichen Situation ein Tier vor Schock schützen konnte, indem ich die Ohrspitze fest und schnell ausstrich.

Kurz nach einem Ausbildungsmodul war ich in einer Tierarztpraxis, in der “Klazien”, eine friesische Stabyhoun-Hündin, operiert worden war. Sie wurde in einen Raum gebracht, um sich von der Narkose zu erholen. Als einige Zeit vergangen war, schien sie immer noch nicht wach zu sein und ihre Körpertemperatur schien stark zu sinken. Das Abkühlen nach der Anästhesie kann ein lästiges Phänomen sein.

Mit dem letzten Ausbildungsmodul noch frisch im Gedächtnis setzte ich mich zu ihr, nahm abwechselnd die linke und rechte Ohrspitze zwischen Daumen und Zeigefinger und rieb schnell und fest, während ich mit der anderen Hand ihren Kopf stützte. Ich habe das ein paar Minuten weitergemacht.

Danach habe ich beschlossen, den Raum zu verlassen, um den Tierarzt zu holen, weil ich mir Sorgen gemacht habe. Klazien lag immer noch reglos auf ihrer Matte.

Als der Tierarzt und ich kurz darauf den Raum betraten, wedelte Klazien fröhlich mit der Rute und sah uns an, als wolle sie sagen: „Und was machen wir jetzt für Lustiges?“

Moral: Auch wenn du nicht sofort glauben kannst, dass etwas funktioniert, erinnere dich an eine oft zitierte Aussage im Tellington-Werk: „Mach einfach die Arbeit“ und erlebe selbst, was sie dir bringt.

 

 

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22. Februar 2026

Wertfreies Beobachten trainieren wie einen Muskel

Gastbeitrag von Therese Wichmann (D)

Tellington Practitioner 1 für Hunde und Kleintiere

Manchmal ertappe ich mich dabei, wie schnell ein Gedanke auftaucht: „Der Hund ist stur.“ „Das Pferd will nicht.“ „Der Mensch mag mich nicht.“ Diese Bewertungen kommen fast automatisch – und doch verändern sie sofort meine Haltung. Sie machen mein Gegenüber kleiner, als es vielleicht gerade ist.

In dem Moment, in dem wir bewerten, erzählen wir uns bereits eine Geschichte. Und diese Geschichte beeinflusst, wie wir handeln und wie sich unser Gegenüber zeigen kann.

In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, wie viel sich verändert, wenn ich einen Schritt zurückgehe und nur beobachte. Nicht interpretieren, nicht erklären – einfach wahrnehmen: Wie steht der Körper? Wohin geht der Blick? Wie fühlt sich die Situation an? Aus „stur“ wird dann vielleicht: „Der Hund bleibt stehen, die Rute ist ruhig und er schaut zur Seite.“ Und plötzlich entsteht Raum für Neugier statt Urteil und für Verbindung.

Wertfreies Beobachten ist für mich wie ein Muskel. Je öfter ich ihn nutze, desto leichter fällt es mir, neugierig zu bleiben – auch in herausfordernden Momenten. Es bedeutet nicht, alles gutzuheißen. Aber es nimmt Druck aus der Situation. Missverständnisse werden weniger, wir reagieren weicher – und genau dort entsteht Frieden: im kleinen Moment zwischen Reiz und Reaktion, in dem wir uns entscheiden können, offen zu bleiben.

Vielleicht beginnt Entwicklung nicht damit, Verhalten zu korrigieren, sondern in der Bereitschaft, einen Moment länger hinzusehen bevor wir bewerten.

 

 

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19. Februar 2026

Im Erfolgstagebuch wachsen leise Wunder – Lernen mit TTouch für Mensch und Tier

Blogbeitrag von Lisa Leicht (CH)

Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere

Lernen zwischen Mensch und Tier ist mehr als Training – es ist Beziehung, Vertrauen und gemeinsames Wachsen. Im Tellington TTouch Training entsteht dieser Raum durch sanfte Berührungen, achtsame Übungen und ruhige Kommunikation. Tiere dürfen Sicherheit erleben, ihren Körper neu entdecken und Schritt für Schritt Vertrauen aufbauen. Gleichzeitig lernen wir Menschen, feiner wahrzunehmen, geduldiger zu werden und wirklich zuzuhören – mit Händen, Augen und Herz.

Dieser Weg spiegelt auch die hawaiianischen Prinzipien von Pono und PilikiaPono beschreibt Balance, Stimmigkeit und innere Harmonie. Pilikia steht für Herausforderungen oder Momente, in denen etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Im Training begegnen wir beidem. Pilikia zeigt uns, wo noch Unsicherheit oder Stress liegt – und führt uns zurück zu mehr Pono, zu Ruhe, Vertrauen und Klarheit.

Gerade in diesem sensiblen Lernprozess werden kleine Fortschritte oft übersehen. Ein Erfolgstagebuch kann hier viel verändern. Wenn wir positive, auch sehr kleine Lernschritte aufschreiben, machen wir die Entwicklung sichtbar. Vielleicht war es ein tiefer Seufzer, ein weicher Blick oder ein Moment von Entspannung – genau daraus entsteht echte Veränderung.

Beim Schreiben werden beide Gehirnhälften aktiviert: Die eine strukturiert Beobachtungen, die andere verbindet Emotionen, Körpergefühl und Intuition. Im Gegensatz zum schnellen mentalen Feststellen verankert Schreiben Erfolge tiefer und nachhaltiger.

Ein Erfolgstagebuch hilft auch, zukünftige Ziele klarer und liebevoller zu definieren. So wird Lernen zu einem gemeinsamen Weg – getragen von Vertrauen, Verbindung und dem immer wiederkehrenden Spiel zwischen Pono und Pilikia.

 

 

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15. Februar 2026

Mit der Kraft der Vorstellung

 Blogbeitrag von Lily Merklin (CH)

Tellington TTouch Instruktorin für Pferde

Als ich Katjas Blogbeitrag am Freitag las, habe ich kurz gestutzt.

Natürlich kann ich mich noch lebhaft an das wunderbare ttouch-n-click-Modul mit den vielen wunderbaren Teilnehmer:innen erinnern.

Was für tolle Menschen! Was für spannende Diskussionen! Und wieviel Vorerfahrungen! Ich hatte stets den Eindruck, dass mein Input auf sehr fruchtbaren Boden fiel

Aber was meint Katja damit, dass „wir nichts tun können, wozu uns die Vorstellung fehlt“? Was soll ich bitte da genau unterrichtet haben?

Sekunden später fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Und ich musste zurückdenken an die Zeit meiner Ausbildung zum Reitpädagogen bei Doris Süess (www.sintakt.ch), einer absolut begnadeten Lehrerin. Ich durfte ihren Hengst, „Gonchar“ reiten, einen temperamentvollen Vollblüter, den ich sehr geliebt habe. Er hatte die Angewohnheit, beim Aufsteigen schon loszulaufen, was mich nicht störte. Wir kamen beide gut mit diesem Verhalten klar.

Auf Außenstehende wirkte das jedoch eher befremdlich, war ich doch sonst bekannt dafür, bei Pferden sehr viel Wert auf gute Manieren zu legen. Mein lapidarer Kommentar lautete dann meist: „Ach, Gonchar kann das halt nicht.“

Bis mich Robyn Hood auf diese Antwort hin fragte, was ich denn tun würde, wenn ich meine eigene Schülerin wäre. Na ja, dem Pferd wohl beibringen, beim Aufsteigen ruhig stehen zu bleiben. Genau. Damit war die Vorstellung geboren, dass es möglich ist.

Und da wir in der Tellington-Methode ganz einfache Hilfsmittel dafür haben, einem Pferd das ruhige Stehenbleiben beizubringen und positive Verstärkung unser Alltag war, dauerte es logischerweise auch nicht lange, bis Gonchar beim Aufsteigen am hingegebenen Zügel ruhig stehenblieb.

Jetzt zu Ihnen: Wo machen Sie oder Ihr Tier etwas, das Sie eigentlich nicht wollen, das aber schon immer schon so war? Können Sie Ihre Vorstellung verändern? Glauben Sie mir, der Rest ist mit Hilfe der Tellington-Methode und positiver Verstärkung ganz einfach…

 

 

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13. Februar 2026

Was können Katzen-Menschen von Hunde-Menschen lernen – und umgekehrt?

Blogbeitrag von Katja Krauß (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere

Im letzten Basis-Modul von ttouch-n-click bei Lily Merklin, in dem angehende Katzen- und Hundetrainer:innen gemeinsam unterrichtet werden, zeigte sich erneut, wie gut dieses Konzept funktioniert. Es ist bewiesen, dass wir auf geniale Ideen kommen, wenn wir „aus der Box herausdenken“.

Mir fiel dieses Mal besonders auf, dass die Katzen-Menschen eine Vorstellung davon entwickelten, was eventuell auch für Katzen trainierbar ist, wenn sie sich ansehen, was mit Hunden alles möglich ist. Den Hunde-Menschen wiederum kamen Ideen zum Management, auf die sie vorher nicht gekommen wären, weil für Katzen-Menschen dieses Vorgehen ganz selbstverständlich in die Richtung des Denkens gehört.

Dazu zwei Beispiele: Viele Hundehalter versuchen, ihren Hunden das Klauen vom Tisch abzugewöhnen. Das ist besonders für Hunde aus dem Tierschutz, die vielleicht schon einmal Hunger erlebt haben, schwer zu erklären. Da ist es vielen Katzenmenschen ganz selbstverständlich, die Reste vom gebratenen Huhn zu entsorgen oder in den Ofen zurück zu stellen.

Und andersherum ist es für viele Katzenhalter eine nahezu unlösbare Aufgabe, ihre Katzen davon abzuhalten, aus der Tür zu schlüpfen und im Hausflur kurz Erkundungsgänge zu machen. Für viele Hundehalter ist es dagegen selbstverständlich, dass sich der Hund durch eine kleine Trainingseinheit mit positiver Verstärkung leicht dazu motivieren lässt, im hinteren Flurbereich zu bleiben.

Lily hat aus neurologischer Sicht erklärt, dass wir nichts tun können, wozu uns die Vorstellung fehlt. Wenn wir außerdem verstehen, dass der Halter sich vorstellen muss, wie das gewünschte Verhalten seines Tieres aussehen soll, wird deutlich, wie wertvoll das gemeinsame Lernen ist und welche Synergieeffekte daraus entstehen.

Danke, Lily, und allen Teilnehmer:innen für dieses wunderbare Modul.

 

 

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08. Februar 2026

Verständnis – VERTRAUEN – Verbindung

Blogbeitrag von Doris Prinstinger (A)

Tellington Instruktorin  für Kleintiere

Diesen Titel habe ich mir für meinen neuen Onlinekurs überlegt. Und seit die Idee Gestalt angenommen hat, begegnen mir diese Themen ganz oft.

So hat Robyn Hood, Lindas Schwester, beim offenen Zoom Meeting am Montag ausführlich über Vertrauen gesprochen (die Aufzeichnung dafür findest du übrigens auf: https://www.youtube.com/watch?v=4dvRVsENqdY)

Verständnis, Vertrauen, Verbindung, Bindung, Beziehung…..das sind ja alles sehr geläufige „Schlagworte“.

Jetzt hat es mich interessiert, was HundeMenschen darüber denken und so habe ich eine kleine Umfrage im Freundes- und Bekanntenkreis gemacht.

Es handelt sich um ein persönliches Verständnis darüber, folglich gibt es nur richtige Antworten.

Die erste Frage war: „Was bedeutet Vertrauen in der Beziehung zu deinem Hund für dich bzw. woran erkennst du, dass Vertrauen besteht?“

Da kam z.B.: * nimmt Blickkontakt auf wenn sie unsicher ist   * mein Hund weiß, dass ich ein Alphatier bin (im Sinne von „ich regle alle Dinge“)   * ich vertrauen meinem Hund, dass sie mich beschützt   * ich habe in die sozialen Fähigkeiten meines Hundes vertrauen und weiß dass sie keine Rauferei anzettelt   * ich kann alles mit meinem Hund machen   * weil mein Hund gerne mit mir auf der Couch liegt

Die zweite Frage war: „Womit hast du dir das Vertrauen deines Hundes verdient/erarbeitet?“

Die Antworten: * durch Vorhersehbarkeit, also gleichbleibende Handlungen   * mein Hund weiß, dass ich überall dazwischen gehe   * der Hund hat es oder hat es nicht   * weil ich seine Bezugsperson bin   * wir sind viel gemeinsam unterwegs

Ganz allgemein lässt sich sagen, dass fast alle Menschen mit den Fragen etwas überfordert waren. Weil sie darüber noch nie so genau nachgedacht haben.

Zugegeben, ich lebe in der Tellington Blase. Wir machen uns darüber viele Gedanken. Schon lange.

Und wenn jemand den Weg zu Tellington TTouch  gefunden hat, ist ja schon die Bereitschaft da, einen Schritt weiter zu gehen, tiefer einzutauchen in die Beziehung.

Ich lade dich also ein, dir selbst die Fragen zu beantworten. Manchen mag es vielleicht leichter fallen sich zu überlegen: „Wem würde ich vertrauen und warum?“

Der Unterschied in der Mensch-Hund, Mensch-Mensch oder Eltern-Kind Beziehung beim Thema Vertrauen ist, finde ich, gar nicht so groß.

 

 

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05. Februar 2026

Sir Heinrich und das West-Nil-Virus

Gastbeitrag von Franziska Rohde (D)

Tellington Practitioner 1 für Pferde

Im August 2024 zeigte eines unserer Einstell-Pferde plötzlich neurologische Ausfallerscheinungen. Sir Heinrich, ein damals 26 Jähriger Haflinger-Wallach, zeigte plötzlich einen sehr wackeligen unsicheren Gang. Er wankte enorm von einer Seite zur anderen und fiel in den Kurven fast um. Zudem flappte sein Maul permanent, wodurch Heinrich weder richtig trinken noch fressen konnte.

Der Tierarzt untersuchte ihn gründlich, konnte jedoch noch keine klare Diagnose stellen und Heinrich bekam Schmerzmittel, Entzündungshemmer und ein Mittel zur Entgiftung.

Am nächsten Tag verschlechterte sich Heinrichs Zustand trotz erneuter Medikamentengabe und Infusionen.

Da sich auch bis zum Abend keine Besserung zeigte waren wir alle ratlos. Wie können wir ihm noch helfen? Wir können doch nicht einfach nichts mehr machen? TTouch! Es braucht mehr und gezielte TTouches!

Heinrichs Zustand war auch am Morgen unverändert und ich begann mit TTouches an Ohren, Maul, Schweif, Beinen und verbundenen Kreisen am Körper. Zudem legte ich ein Körperband am Maul an, wodurch sein Maul sofort nicht mehr flappte.

Während der Session veränderte sich Heinrichs gesamte Körperhaltung. Seine Kopfhaltung wurde tiefer, er entspannte sich und konnte nach und nach sein Gewicht auf alle vier Beine ausbalancieren.

Zum Ende legten wir ihm ein Achter-Körperband an, um ihm noch mehr Gefühl für Verbindung zu geben. In der Bewegung war er zuerst unsicher, aber mehr im Takt und auch Kurven laufen war auf einmal wieder möglich.

Der Tierarzt kam direkt nach der TTouch-Session und war sehr überrascht, wie sehr sich der Zustand von Heinrich verbessert hatte. Die nächsten Tage unterstützten wir Heinrich weiterhin mit TTouches und nach einer Woche konnten wir ihn zurück in die Herde entlassen. Eine Blutuntersuchung zwei Wochen später ergab, dass Sir Heinrich sich mit dem West-Nil-Virus angesteckt hatte. Wir sind uns sicher, dass TTouch enorm dazu beigetragen hat, dass es Heinrich so schnell wieder so gut ging und vor allem, dass er es überlebt hat.

 

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01. Februar 2026

„Die Fähigkeit zu lernen und Probleme zu lösen steigt, wenn wir nicht im Stress sind.“

Blogbeitrag von Anke Recktenwald (D)

Tellington Instruktorin für Menschen

Stress macht uns schnell, eilig und wir handeln instinktiv, statt intelligent.
Dies gilt auch für Pferde, Hunde und Katzen.

Und darum liegt ein Fokus der Tellington Methode darauf, Menschen und Tiere in möglichst stressfreien Situationen zu trainieren, um gute, schnelle und haltbare Erfolge zu erzielen.

Wie können wir Stress reduzieren?
Wir bringen uns und unsere Tiere wieder zurück in den Körper.
Was bedeutet das?
Wer sich selbst fühlt und wahrnimmt, kommt zur Ruhe. Dafür gibt es natürlich verschiedenen Atemtechniken, wie Lindas Idee, ins Zentrum der Erde zu atmen, und unsere Körperarbeit. Mit wenigen TTouch kann man so viel erreichen.

Eine andere Möglichkeit ist, die Situation einfach mal kurz zu verlassen.
Manchmal genügt es schon einfach einen Schritt zurückzugehen, bezogen auf eine Aufgabe, aber auch wirklich, körperlich einen Schritt rückwärts zu machen, oder sich zur Seite zu drehen, und die Energie verändert sich. Man schaut aus einem neuen Blickwinkel, ist nicht mehr so intensiv konfrontiert und dadurch wieder fähiger zu denken.
Früher sagten wir dann oft spaßeshalber zueinander: “Geh mal einen Schritt zur Seite, du stehst auf dem Schlauch”
Das bedeutete, dass man die Information gerade nicht fließen ließ, sondern wie der Hase vor der Schlange feststeckt und keinen Weg sah. Der Schritt bringt uns raus, aus dem Muster, aus der Situation, und so kann die Information wieder fließen, das Lernbare uns erreichen. Und mit uns meine ich Mensch und Tier.

Wird das zu Lernende mit einem positiven Gefühl verbunden, wie dem angenehmen Gefühl  im Körper beim TTouch, wenn die Zellen leuchten, oder dem Gefühl der Liebe, des “Gesehen werdens”, das in dieser Berührung liegt, oder einfach durch die Auflösung der Konfrontation, wird es schneller gespeichert und steht dann auch in einer stressigen Situation leichter zur Verfügung.

 

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29. Januar 2026

Die Gefahr beim Tellington TTouch®

Blogbeitrag von Ingrid Wild (D)

Tellington Instruktorin für Pferde

Nanu – eine Gefahr beim Tellington TTouch?

Ja, tatsächlich. Und sie ist ganz besonderer Art: Diese sanfte, bewusste Berührung macht süchtig. Ich erinnere mich noch sehr gut an einen Moment in einem meiner Ausbildungskurse, als Robin Hood, Lindas Schwester, genau darauf aufmerksam machte.

Sie sprach von der „Gefahr“, die der Kontakt mit dem Tellington TTouch birgt. Denn einmal eingetaucht in die sanfte und zugleich so besondere Ausführung des 1¼-Kreises, ist es schier unmöglich, ein Lebewesen jemals wieder anders zu berühren oder zu streicheln.

Fast automatisch wird jede Berührung ab diesem Zeitpunkt zu einem 1¼-Kreis – zu einer echten Begegnung mit der Zelle und dem Wesen selbst. Robin nannte es damals liebevoll: „Willkommen im Kreis der anonymen 1¼-Kreiser.“ Und ja, wir können nicht anders. Doch wie schön ist das bitte?

Der Tellington TTouch ist weit mehr als eine Technik. Er ist eine Haltung.

Entwickelt wurde diese Methode von Linda Tellington-Jones, mit dem Ziel, über achtsame, respektvolle Berührungen das Nervensystem zu beruhigen, Körperwahrnehmung zu fördern und Vertrauen aufzubauen. Die kreisenden TTouches – allen voran der berühmte 1¼-Kreis – wirken direkt auf Haut, Faszien und Nervensystem und laden den Körper zu neuer Organisation ein. Spannung darf loslassen, Präsenz darf entstehen.

Der TTouch verändert nicht nur die Art, wie wir berühren – er verändert, wie wir wahrnehmen. Wie wir in Kontakt gehen. Wie wir zuhören, auch ohne Worte.

Was mich dabei immer wieder berührt: Mit dem TTouch begegne ich meinem Gegenüber nicht, um etwas zu machen, sondern um etwas anzubieten.

Veränderung darf geschehen, muss aber nicht erzwungen werden. Genau darin liegt die große Kraft dieser Arbeit. Türen öffnen sich – leise, sanft und nachhaltig. Unser Blick wird weiter, unsere Wahrnehmung feiner, unser Kontakt ehrlicher.

Und diese Wirkung kennt keine Artgrenzen. Auch „Röllan“, unser hilfsbedürftiges Huhn, hat die Berührungen mit dem TTouch sehr genossen. Berührung, die respektvoll und bewusst ist, wird verstanden – egal ob bei Mensch oder Tier.

Vielleicht ist das die eigentliche „Gefahr“ des Tellington TTouch: Einmal erfahren, wie tief Verbindung über sanfte Berührung gehen kann, möchte man nie wieder darauf verzichten.

 

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25. Januar 2026

Dankbarkeit

Blogbeitrag von Daniela Zurr (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere und Menschen

Der erste Monat des neuen Jahres ist bereits fast vorbei – kommt es Ihnen auch so vor, als sei die Zeit besonders schnell vergangen?

Wie gut, dass wir unsere Tiere an unserer Seite haben, die uns immer wieder ins Hier und Jetzt holen. Vor zwei Tagen war ich mit meiner Großpudelhündin Loha in der Nürnberger Innenstadt unterwegs. Definitiv nicht mein bevorzugter Aufenthaltsort an einem Freitagnachmittag, doch einige wichtige Erledigungen standen an.

Während wir gemeinsam unterwegs waren, überkam mich plötzlich ein intensives Gefühl der Dankbarkeit: dafür, dass meine Hündin diesen Stadtausflug als spannende Abwechslung erlebt. Dafür, dass es sich leicht und unbeschwert anfühlt, gemeinsam unterwegs zu sein und aufmerksam füreinander zu bleiben.

Was bedeutet „aufeinander achten“ für uns konkret?

  • Wir achten beide darauf, dass die Leine locker bleibt.
  • Richtungsänderungen kündige ich über meine Körpermitte an, Loha folgt diesen.
  • Begegne ich Menschen oder Hunden, die Loha potenziell verunsichern könnten, sorge ich rechtzeitig für ausreichend Distanz und biete Schutz an.
  • Entdeckt Loha eine interessante Schnüffelstelle, darf sie diese in Ruhe erkunden – im Gegenzug wartet sie geduldig, wenn ich mir etwas anschaue.

Die Leine ist dabei mal länger, mal kürzer – je nachdem, ob Präzision und ein dichtes Neben-mir-Gehen erforderlich sind. In solchen Situationen ist sie mit zwei Kontaktpunkten eingehakt. Grundsätzlich bleibt die Leine jedoch stets ein verbindendes und kein einschränkendes Element. So können wir uns harmonisch und aufeinander abgestimmt bewegen.

Ein klassisches „Bei Fuß“ habe ich nie trainiert. Ich brauche keinen Hund, der präzise an meinem Bein „klebt“. Stattdessen bewegen wir uns entspannt, flexibel und situationsangepasst miteinander.

Dass dies heute so gelassen möglich ist, verdanken wir den unterschiedlichen Bestandteilen der Tellington TTouch® Methode:

  • TTouch zur Förderung von Körperwahrnehmung und Selbstkontrolle
  • Tellington-Körperbänder zur Unterstützung von Selbstsicherheit, wenn neue Situationen noch nicht selbstverständlich sind
  • Tellington-Führtechniken für eine klare und freundliche Kommunikation über die Leine

Ergänzend haben uns aus ttouch-n-click das gezielte Verstärken erwünschter Verhaltensweisen sowie Visualisierungen aus Führen in Balance sehr unterstützt.

Natürlich ist eine Fußgängerzone nicht für jeden Hund ein geeigneter Aufenthaltsort. Wenn Sie jedoch Ihrem Ziel eines harmonischen und gelassenen gemeinsamen Unterwegsseins einen Schritt näherkommen möchten, nehmen Sie sich doch heute bewusst 15 Minuten Zeit, um sich gemeinsam mit Ihrem Hund einer TTouch-Aufgabe zu widmen.

Viel Freude dabei wünscht
Daniela Zurr

 

 

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18. Januar 2026

Contact-Improvisations-Tänzer*innen

Contact und TTouch®

Gastbeitrag von Skara Günther (D) Tellington Practitioner 3 für Pferde

und Maike Schaumberger (D) Tellington Practitioner 2 für Pferde

Wie kommen wir miteinander in Kontakt?

Wie entsteht ein echter, authentischer Kontakt?

Über TTouch können wir einen tiefen, verbundenen Kontakt eingehen. Doch wie genau entsteht dieser Kontakt? Wer initiiert ihn? Wie treten Pferde untereinander und mit uns in Kontakt? Wie können wir dieses In-Kontakt-Kommen ähnlich achtsam gestalten wie unsere TTouch-Berührungen?

Mit einer Gruppe erfahrener Contact-Improvisation-Tänzer:innen haben wir dieses Forschungsfeld im letzten Sommer eröffnet. In der Contact Improvisation erleben wir wertvolle Qualitäten des achtsamen Miteinanders und Kontakts. Wir wollten diese gelebte Achtsamkeit zu den Pferden bringen, mit Menschen, die sonst keinen Kontakt mit Pferden haben.

Wir haben Raum für improvisiertes Miteinander, für gemeinsame Bewegung und Tanz geöffnet und den Pferden die Möglichkeit gegeben, uns auf dem Reitplatz Gesellschaft zu leisten. Tatsächlich haben mehrere Pferde beschlossen, Teil dieses besonderen Raumes zu sein. Sie haben das Sein, den Körperkontakt und das gemeinsame Bewegen ebenso genossen wie alle Menschen. Sie sind freiwillig, neugierig und freudvoll in Kontakt getreten und mitten ins Geschehen eingetaucht.

Diese Erfahrung hat uns gezeigt, dass echte Verbindung und Verbundenheit mit uns selbst sowie vollständige Präsenz im Moment essenziell sind, um in authentischen Kontakt zu kommen.

Achte doch bei der nächsten Begegnung mit einem Tier auf den Moment des In-Kontakt-Kommens. Vielleicht hilft dir dabei der Heart Hug, eine gute Verbindung zu dir selbst aufzubauen?

Es ist so wertvoll, einem Hund in einer neuen und seltsamen Situation mit eigenen Händen helfen zu können. Das erste T von TTouch, das für „Trust“ steht, macht die Hälfte der Arbeit!

 

 

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15. Januar 2026

Ein guter Anfang ist die Hälfte der Arbeit!

Blogbeitrag von Sylvia Haveman (NL)

Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde

Letzte Woche habe ich  an einem speziellen Osteopathie Kurs für Hunde teilgenommen. Diese Methode hat viele Jahre Entwicklungszeit und ist sehr sanft und effektiv. Es kann Menschen und Tieren bei allen möglichen Problemen helfen. Der Ausgangspunkt ist eine spezielle Forschung, die ein gutes schauen und fühlen erfordert.  Hier ist die Überschneidung mit der TTouch-Methode, bei der wir dasselbe tun wollen und nach einer allgemeinen Beobachtung immer detaillierter schauen, wobei die Berührungen sanft und einfühlsam sind.

Während der Kurstage kamen Halter mit ihren Hunden, die von den Teilnehmern behandelt wurden. Manchmal sahen wir große Veränderungen innerhalb einer Behandlung, aber auch an aufeinanderfolgenden Tagen. Das sehen wir auch während der TTouch-Trainingskurse, bei denen die Teilnehmer mit ihren eigenen Hunden kommen.

Die Hunde, die dort waren, wurden für sie in eine seltsame Situation gebracht. Ein seltsamer Ort mit Behandlungssofas und fremden Menschen, die sie berühren wollten. Manchmal sogar vier Hände an einem Hund. Für mich war es schön, überall am Körper TTouch-Techniken wie das Ausstreichen der Ohren und kreisförmige TTouches am Körper anwenden zu können, um die Tiere vorzubereiten. Die Atmung wurde ruhiger, der Hund ruhiger, und man konnte sehen, wie das Vertrauen wuchs.

Meine Aufmerksamkeit galt hauptsächlich einem fast 17-jährigen Dackelmännchen und einem 4-jährigen Nova Scotia Duck Tolling Retriever-Weibchen. Jelle (mit eingeschränktem Gehör und Sehvermögen) machte sich Sorgen wegen der seltsamen Bedingungen und der seltsamen Gerüche. Die TTouches verschafften ihm eine angenehme Erfahrung, die es ihm ermöglichte, alle Hände und Handlungen später besser zu akzeptieren. Der Toller auf der Bank neben ihm reagierte entspannt auf die TTouches und war an allen Aktionen interessiert.

Es ist so wertvoll, einem Hund in einer neuen und seltsamen Situation mit eigenen Händen helfen zu können. Das erste T von TTouch, das für „Trust“ steht, macht die Hälfte der Arbeit!

 

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11. Januar 2026

Dobbys Blick

„Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute will – und oft noch mehr Stress macht.“

Blogbeitrag von Lisa Leicht (CH)

Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere

Dieser Satz kam mir in den Sinn, als ich an meine Freundin Gabriela dachte.

Gabriela ist über 70 und hat sich bewusst entschieden, noch einmal einen Hund aus dem Tierschutz aufzunehmen. Dobby, ein sensibler Rüde aus Bulgarien, hat sein bisheriges Leben ausschließlich in einer großen Rettungsstation verbracht. Gabriela weiß genau, worauf sie sich eingelassen hat: Über vierzig Jahre Erfahrung mit Tierschutzhunden, eine fundierte Ausbildung und vorausschauende Absicherung für alle Eventualitäten geben ihr eine stabile Basis. Stress entsteht daraus nicht.

Auch nicht daraus, dass Dobby bei Spaziergängen oft stehen bleibt und erstarrt. Die neue Welt ist laut, schnell und überfordernd. Gabriela begegnet ihm mit Geduld, Ruhe und Verständnis. Sie reduziert Reize, gibt ihm Zeit, berührt ihn achtsam, wenn er es möchte, und lässt ihn in seinem eigenen Tempo ankommen. In nur sechs Wochen ist zwischen den beiden eine tiefe, vertrauensvolle Beziehung entstanden. Es ist berührend zu sehen, wie fein Gabriela ihren Hund wahrnimmt, wie klar sie ihre Ziele hält und wie sicher Dobby sich Schritt für Schritt in sein neues Leben hinein wagt.

Der eigentliche Kummer kommt von außen. In einer Region mit hoher Hundedichte sind Begegnungen unvermeidlich – und mit ihnen die ungefragten Ratschläge. Dank der Rudelhaltung in der Rettungsstation versteht sich Dobby mit seinen Artgenossen hervorragend. Doch Menschen gehen direkt auf ihn zu, wollen ihn anfassen, zeigen Mitleid, wissen es besser. Wird um Abstand gebeten, reagieren manche sogar verärgert. All das verunsichert Dobby – und auch meine Freundin – und erschwert das Einleben erheblich.

In der Tellington-Methode sprechen wir davon, den anderen dort abzuholen, wo er gerade steht, und das individuelle Lernen zu respektieren. Das gilt nicht nur für Hunde. Das Beispiel von Gabriela und Dobby zeigt, wie wichtig Zurückhaltung ist. Auch gut gemeinte Kompetenz kann übergriffig sein. Manchmal ist selbst der beste Ratschlag einer zu viel.

Ich habe mir deshalb vorgenommen, auch in diesem Jahr ganz bewusst etwas zu üben: mehr Sein, weniger Tun.

 

 

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08. Januar 2026

Unser TTouch-Geheimnis Nr. 1: „Sieh das Tier so, wie du es sehen möchtest.“

Blogbeitrag von Karin Petra Freiling (D)

Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere

Wenn wir unseren Blick verändern, verändert sich alles. Dieses erste TTouch-Geheimnis begleitet mich seit vielen Jahren – in meiner Arbeit, sei es im Verhalten oder für die Gesundheit. Vor kurzem habe ich einen langjährigen besten Freund verloren: Felix. Er kam aus einer Familie, in der Gewalt Alltag war. Er stellte sich schützend vor die Kinder, fing Schläge ab, die ihnen galten. „Die Kinder kann ich nicht retten, aber den Hund schon“, sagte damals die verzweifelte Großmutter. So kam Felix zu mir – mit Maulkorbpflicht, dem Ruf „extrem gefährlich“ und mehreren schweren Bissen in seiner Vorgeschichte.

Und dann geschah das, was ich an TTouch so liebe: Ich sah ihn an. Nicht sein Verhalten, nicht seine Geschichte – sondern sein Inneres. Beim Herz-TTouch und dem sanften Ausatmen  schaute ich ihm in die Augen, in die Seele, in den Schatz, der dort schlummerte. Erst waren seine Augen starr, dann wurden sie weich. Vertrauen wuchs. Aus dem „gefährlichen Hund“ wurde ein folgsamer, liebevoller Gefährte. Männer waren anfangs schwierig – bis „sein Mensch“ kam. Felix rannte auf ihn zu, kuschelte sich in den Schoß und fiepte vor Glück. Eine Wahl aus dem Herzen, und sie blieb elf Jahre lang. Es war klar dass er dort glücklich werden würde.

Felix hat mich wieder einmal gelehrt, wie wichtig es ist, an Tiere zu glauben und ihnen mit jeder Berührung zu zeigen, wer sie wirklich sind. Lasst Tiere entscheiden, vertraut eurer Intuition – und seht den Schatz im Gegenüber. In Felix’ Fall haben wir alles richtig gemacht. Er hatte ein gutes Leben und ein Zuhause voller Liebe, die er 10000 fach zurück gab. Und immer wenn wir uns sahen zeigte er mit seiner überschwänglichen Freude wie glücklich er ist mich zu sehen. Er war treu und loyal. Und alles begann damit ihn so zu sehen wie er tief im Inneren ist.

Seht das Kostbare, hört auf euer Herz – und freut euch über das Bild, das daraus entsteht.

Habt ein wunderschönes neues Jahr!

Eure Karin

 

 

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04. Januar 2026

Was haben GFK und TTouch gemeinsam?

Blogbeitrag von Katja Krauß (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere

Ich habe mal einen tollen GFK Online Workshop mitgemacht, der den Namen trägt: Mitgefühl als Weg von Thom Bond. Zu der Zeit habe ich viel über den Namen des Kurses nachgedacht. Für mich war, bis zu diesem Zeitpunkt, GFK eine Form der Kommunikation, die es schafft, Probleme aus der Welt zu schaffen.

Der Kurs zeigte mir, wie viel mehr dahinter steckt. Es wurde mir klar, dass es keine Probleme gibt, wenn Mitgefühl der Weg ist. Und das zeigte mir dann die Parallelen zur Anwendung der Tellington Methode.

In der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) nach Marshall Rosenberg gibt es vier Säulen – die vier Schritte:
Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte/Strategie. Wobei es dabei gilt, die Sichtweisen aller Beteiligten im Blick zu behalten.

Genau das ist auch eine der Grundlagen der Tellington TTouch Methode. Auch hierbei steht die neutrale Beobachtung an erster Stelle. Danach geht es darum zu fühlen und die Gefühle des Gegenübers wahrzunehmen. Daraus kann ich dann versuchen abzuleiten, welche Bedürfnisse womöglich nicht erfüllt sind, um dann eventuell eine Bitte zu formulieren oder eine Strategie anzuwenden.

Um ein anschauliches Beispiel zu geben: Ich bin mit Dora, einer jungen Labradorhündin, auf einem sehr belebten Bahnsteig. Es läuft in wenigen Metern Entfernung ein anderer Hund an uns vorbei. (Den Link zu dem Video findest du unten)

Dabei beobachte ich, dass Dora bellt. Sie war dazu aufgestanden, vorher hatte sie gesessen. Ihre Rute trug sie sehr tief und bewegte sie schnell mit großer Wedelamplitude. Sie legte die Ohren zurück und ihr Blick wechselte von mir zu dem Hund und wieder zurück.

Diese Beobachtung bestärkte mein Gefühl, dass Dora sich etwas unsicher fühlte und die Begegnung mit anderen Hunden, zumindest an diesem trubeligen Ort, gerade als etwas schwierig empfand. Mir war klar, dass ihr Bedürfnis nach Sicherheit Unterstützung brauchen könnte. Weshalb ich die Strategie wählte, ihr ein Tellington-Stirn-Körperband anzuziehen. Die Tellington Körperbänder können dem Individuum dabei helfen selbstsicherer zu werden.

Direkt im Anschluss ging wieder ein fremder Hund an uns vorbei und siehe da, sie konnte total gelassen mit der Situation umgehen.

Wie einfach es sein kann, wenn Mitgefühl der Weg ist.

 

 

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01. Januar 2026

Sarah Fisher – Nachruf

von Karin und André Freiling

Kein Nachruf kann Sarah auch nur annähernd gerecht werden, ich versuche es trotzdem. Weil wir auf dem gleichen Weg waren, weil wir viele Ansichten zu 💯Prozent teilten, weil wir so wunderbar miteinander lachen konnten und weil unsere Tier- und Menschenliebe weit über das „normale“ Maß hinausgingen.

Mit Sarah und Tony habe ich die absolut lustigsten Momente meines Lebens erlebt und Muskelkater vor lauter Lachen gehabt und gleichzeitig haben wir die tiefsten und lebensverändernden Gespräche führen können. Immer voller Wertschätzung und voller Herz, voller Dankbarkeit weil wir wussten da ist noch Jemand dem es ganz besonders am Herzen liegt dass man genau hinhört und hinsieht gerade bei den von uns so geliebten Tierschutz Tieren. Sarahs einzigartige Begabung fein mit Wertschätzung und tiefen Mitgefühl zu beobachten, Netzwerke zu schaffen , Dinge zu kombinieren,  Fachwissen weiterzugeben und neue Ideen aus dem gesammelten Wissen zu kreieren hat über Jahrzehnte die Tellington TTouch Methode bereichert und unglaublich wertvoll weiterentwickelt.  Bei ihrem ersten Tellington Kurs für Hunde habe ich assistiert, ich liebte von Anfang an ihre faszinierenden, tiefblauen, strahlenden Augen und ich wusste sie wird durchstarten und unsere Tellington-TTouch Methode zu etwas ganz herausragenden machen. Das hat sie geschafft mit ihren Ideen, ihren Fernsehbeiträgen, ihren Büchern und ihren Kursen und dann entwickelte sie Ihre brillante ACE-Methode entwickelt. Animal Centred Education der Name ist Programm. Sarah war und ist einzigartig ich werde sie schmerzlich vermissen, aber ich werde sie im Herzen tragen und immer mal den Blick nach Oben richten und fragen was sie zu einer Situation meint… Ich weiß sie wird antworten🙏 Sarah konnte einen umarmen wie kein Anderer DAS werde ich sehr vermissen und ihre Augen und ihr Lachen. Gute Reise meine liebe Sarah, es ist klar dass Du eine der  besten Wolken im Himmel bekommen hast, Du wirst mit Deiner Brillanz sicher gerade dringend gebraucht dort Oben. Mach’s gut bis wir uns Wiedersehen💝

Viel Kraft und alles erdenklich Liebe für Tony Deine Familie

Deine Karin und André

 

 

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01. Januar 2026

Ode an meinen Hund

Blogbeitrag von Doris Prinstinger (A)

Tellington Instruktorin  für Kleintiere

Wieder ein gemeinsames Jahr zu Ende.

Wir haben Silvester gut überstanden und bevor wir ins neue Jahr starten, erlaube ich mir einen Rückblick.

Ich bin gerade in Kroatien. Wir machen Ferien. Und gerade hier wird sehr deutlich, was mein Hund für mich bedeutet, welchen Stellenwert er in meinem Leben hat.

Immer wieder ereilt mich ein Fernweh und dann schaue ich – wie viel kostet der Flug, Unterkunft, ist es warm, scheint die Sonne – alles, wonach ich mich sehne, ist erfüllt. Theoretisch.

Dann fällt mir ein, dass sich der Flug ja keineswegs für Fin lohnt. Ich habe eine hervorragende Hundesitterin, wo ich ihn ohne den Hauch eines schlechten Gewissens lassen könnte. Aber dann spiele ich den Urlaub ohne Hund durch und stelle fest – alleine am Strand spazieren gehen? Nur Sightseeing, Shopping oder Wellness? Das bin gar nicht ich.

Und so sind wir in Kroatien. Im Winter. Wenn keine (oder nur sehr wenige Touristen) sind und für Hunde alles möglich ist. Es ist keineswegs, dass ich das Gefühl habe, auf etwas verzichten zu müssen.

Ich verdanke meinem Hund (und auch jenen davor, denn mein Leben mit Hund hat ja nicht erst mit Fin begonnen) sehr viel.

Er motiviert mich zu TUN. In erster Linie natürlich die Bewegung. Ganz sicher würde ich alleine nicht so viel in der Natur unterwegs sein. Er ist der Grund, warum ich bereit bin für Abenteuer und mich manches traue, was ich alleine nicht machen würde.

Er bringt auch viel Spaß in mein Leben, einfach weil ich oft mit ihm lachen muss. Durch ihn darf ich lernen. Ich bilde mich in viele verschiedene Richtungen weiter. Er macht mich emphatischer. Ich lerne hauptsächlich nette Leute kennen, wenn ich mit ihm unterwegs bin.

Die Liste beinhaltet noch so vieles und ich bin sicher, dass alle Hundemenschen eine ähnliche Liste haben.

Auf das Wesentlichste reduziert – er IST da.

Und so möchte ich Danke sagen für das gemeinsame letzte Jahr und freue mich auf unsere nächsten Abenteuer 2026.

Danke auch an alle, die sich für die Tellington Methode interessieren und an alle Tiere, die es mit uns Menschen aushalten;-)

 

 

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29. Dezember 2025

Roger Russell und mehr

Rückblick

Blogbeitrag von Anke Recktenwald (D)

Tellington Instruktorin für Menschen

50 Jahre Tellington Methode haben wir dieses Jahr gefeiert. In den Memory Meetings am Montag schauten wir auf die Anfänge, vor allem auf die ersten 20 Jahre, als Linda in aller Munde war und die Menschen weit reisten, um von ihr zu lernen.
Viele sind gekommen, die schon von Anfang an dabei waren und erzählten, was sie begeistert und was damals anders war.
Die Kurse waren länger, 2- 4 Wochen zum Teil, man ging tiefer und oftmals begann Linda schon morgens um 7 mit den Gruppen und endete erst spät am Abend, mit inspirierenden Dingen, wie Feldenkrais Lektionen und vielem mehr.
Die hohe Energie dieser Zeit konnte man deutlich in den Meetings spüren. Die Begeisterung für die faszinierenden Techniken und Sichtweisen z.B. war das Reiten ohne Sattel damals ein fester Bestandteil.
Manche kamen zu Linda, weil sie in ihrem Reitverein keine guten Erfahrungen machen konnten  und sich hier angenommen und verstanden fühlten. Andere, zu denen auch ich gehöre, kamen, um die besondere Magie von Linda zu lernen, diesen besonderen Zugang, mit dem sie auch “Problempferden” enorm half. Diese “Magie”, mit der sie so schnell Veränderungen und Vertrauen schaffen konnte, mit genussvollen Bewegungen und Berührungen. Magie war es für die, die ihr zuschauten, wie sie Pferde bewegte. Und natürlich wollten alle diesen gewaltfreien Weg im Training und in der Erziehung von Pferden.
Es blieben unvergessliche Momente, bei den Meisten, bis in die heutige Zeit und es ist faszinierend zu sehen, wie das Strahlen in diesen Menschen stark wird, wenn sie davon berichten. Dabei waren Roger Russel, damaliger Lebenspartner von Linda, mit dem sie das Feldenkrais Training machte und dann gemeinsam forschte, wie man es auf Pferde übertragen kann, Jochen Schuhmacher und Christine Schwartz die beide schon als Jugendliche in Reken von Anfang an dabei waren uvm. Die Aufzeichnungen einiger dieser Meetings findet ihr im internationalen Youtube Kanal unter der Playlist 50 Jahre. Ich empfehle auf jeden Fall auch die Entstehung des Angie Buches in Kanada anzuschauen. Wirklich faszinierend, was Linda alles schaffte.

 

 

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21. Dezember 2025

Ein langer Spaziergang ist auch für die Hunde schön.

Unsere Tiere an den Festtagen

Blogbeitrag von Katja Krauß (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere

Heute ist der vierte Advent. Für uns hat dieses Datum eine Bedeutung, für unsere Tiere nicht. Tiere lieben die Routine, doch für die meisten Menschen bedeuten Feiertage das Durchbrechen von jeglicher Routine.

Es kann schön sein, wenn das Leben endlich mehr Zeit für alles hat, was wir genießen und mögen. Wenn es dazu führt, dass wir mehr im Hier und Jetzt sind und bewusster die einzelnen Augenblicke genießen.

In Ruhe aufstehen, mal ausgiebig das Frühstück mit den Liebsten genießen, um sich danach an einem besonders langen Spaziergang oder Ausritt mit unserem Vierbeiner zu erfreuen. Vielleicht auch mit dem Papagei oder der Katze neue Kunststücke üben, bei denen wir und unser Tier Spaß haben.

Danach eine ausgiebige TTouch Einheit, um so richtig gemeinsam zu entspannen. Dann wird auch das große Familienessen oder das Treffen mit Freunden sehr viel entspannter sein, da wir unseren vierbeinigen oder gefiederten Freund gut versorgt wissen.

Dabei zeigt sich wie kostbar das Wissen um ttouch-n-click für unser aller Wohlbefinden ist- nicht nur im Alltag, sondern auch an diesen besonderen Tagen im Jahr.

Unser 50ig jähriges Tellington Jubiläumsjahr neigt sich nun dem Ende. Daher gibt es nur noch bis zum 31.12.25 den 1.000 Euro Jubiläumsrabatt auf die ttouch-n-click Hundetrainer- oder Katzentrainer-Ausbildung. Wer also noch in den Genuß des Rabatts kommen möchte, dem bleiben nur noch 10 Tage!

Dafür startet das Jahr 2026 mit einer komplett neuen Tellington TTouch Pferdetrainerausbildung, organisiert von Ingrid Wild und Daniel Schnell- also einem absoluten Dreamteam. Ich nehme an, dass die erste Gruppe recht schnell ausgebucht sein wird, weshalb es sich auch hier lohnt schnell zu sein. Mehr Infos sind zu finden unter: www.wild-pferd.com (Wer Pferde mag, wird die Homepage allein wegen der Fotos lieben;-)

Nun möchte ich noch allen ein schönes Fest wünschen und da der nächste Donnerstag der erste Weihnachtsfeiertag ist, kommt der nächste und letzte Tellington Blogbeitrag für 2025 am kommenden Sonntag.

 

 

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18. Dezember 2025

Berührung

Blogbeitrag von Ingrid Wild (D)

Tellington Instruktorin für Pferde

Berührung ist eine der ursprünglichsten Formen von Kommunikation.
Lange bevor wir Menschen Worte fanden, haben wir über Nähe, Körperkontakt und feine Signale
miteinander „gesprochen“. Genau hier setzt der Tellington TTouch®an – eine Methode, die weit über das reine Pferde berühren hinausgeht.

Warum ist Berührung so wichtig?

Wenn wir miteinander reden, gibt es diese Form der Kommunikation erst seit circa 100.000 Jahren. Verglichen mit der Geschichte des Lebens ist das ein Wimpernschlag. Doch die Gefühle, die entstehen, wenn wir uns aneinander kuscheln, wenn wir Nähe zulassen und Sicherheit spüren, die gibt es seit über 100 Millionen Jahren bei Säugetieren.

Diese tiefe, körperliche Sprache wirkt direkt auf das Nervensystem. Sie vermittelt: Du bist sicher. Du wirst wahrgenommen. Genau deshalb erreicht Berührung oft eine Tiefe, die Worte nicht erreichen können.
Berührung wird so zu einem Dialog – leise, ehrlich und tief.

Bindung erzeugen durch Körperlichkeit

Eine echte Beziehung entsteht nicht allein durch Training oder klare Signale.
Bindung erzeugen durch körperliches Spüren bedeutet, dem Pferd auf einer Ebene zu begegnen, die es instinktiv versteht.
Und wenn wir ein Pferd mit dem TTouch berühren, ohne etwas zu wollen, ohne Ziel und ohne Erwartung, entsteht Vertrauen.
Das Pferd fühlt sich gesehen – nicht als Leistungspartner, sondern als fühlendes Wesen.

Pferde berühren, heißt fühlen lernen

Der Tellington TTouch® lädt uns Menschen ein, langsamer zu werden.
Hinzuspüren. Wahrzunehmen, wie das Pferd reagiert, wo es Spannung hält, wo es sich öffnet.
Diese Art der Berührung ist kein „Tun“, sondern ein Begegnen.
Und genau darin liegt ihre Kraft.

Worte sind wertvoll, aber sie sind jung.
Berührung ist uralt. Sie verbindet uns mit einer Sprache, die tief im Körper verankert ist – bei uns und bei unseren Pferden.

Der Tellington TTouch® für Pferde erinnert uns daran, dass echte Verbindung nicht gemacht werden kann.
Sie entsteht – durch qualitätvolle, achtsame Berührung, durch Nähe und durch das stille Wissen, dass wir einander ohne Worte verstehen können.

 

 

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14. Dezember 2025

Pudel und Viszla

Teilen will gelernt sein

Blogbeitrag von Daniela Zurr (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere und Menschen

Meine Pudelhündin Loha assistiert mir bei vielen meiner verhaltenstherapeutischen Termine. Neulich war eine allerliebste Vizslahündin mit Halterin bei mir. Da Lotta sich vor einigen Körperpflegemaßnahmen fürchtet, möchte die Halterin ihr ein Kinntarget als Kooperationssignal beibringen.

Da Loha dieses Verhalten schon gut kann, aber ich es zunächst mit ihr gezeigt, dann mit Lotta geübt und einige Male zwischen den Hündinnen hin und her gewechselt. Die klappte super und beide Hündinnen machten eifrig mit, wenn sie dran waren und warteten geduldig, wenn die jeweils andere an der Reihe war.

Nach einige Minuten konzentrierten Übens meinte die Halterin, sie wäre völlig verblüfft, normalerweise würde Lotta, sobald Futter im Spiel ist, andere Hunde mit Bellen und Luftschnappen auf Abstand halten. Hier ging es vollkommen ruhig und friedlich zu.

Ich kann natürlich nicht sicher sagen, was den Unterschied gemacht hat. Wichtiger Faktor waren meiner Meinung nach, dass es für mich (und auch für meine Hündin) absolut klar ist, dass gerecht geteilt wird und dass ruhiges Warten auch großzügig belohnt wird. In diesem Übungsaufbau war für Lotta vorhersehbar, wann ein Leckerchen für sie gedacht war und dass Loha keinerlei Verhalten zeigt, dass sie befürchten lässt, dass sie es ihr wegnehmen würde.

Für manche Hunde reicht dies alleine nicht, um ausreichend Selbstbeherrschung anzuwenden. In einem der vorherigen Blogbeiträge schrieb Bibi Degn über den Unterschied zwischen  unbewusstem Re-Agieren und bewusstem klugem Agieren. Manche Hunde brauchen unsere Unterstützung, um auch bei der Wahrnehmung hochwertiger Leckerchen weiter bewusst zu agieren.

Hier können Tellington-Körperbänder und einige Minuten TTouch eine wertvolle Hilfe sein. Manchmal braucht es auch eine Veränderung der Trainingssituation, damit der Hund entspannt bleiben kann, Z. B. kann ein Trenngitter zwischen den Hunden wertvolle Dienste leisten. In jedem Fall wird die Kombination aus einer gezielten Gestaltung der Situation, in Kombination mit einer klaren Kommunikation und Intention zum Ziel führen.

 

 

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11. Dezember 2025

einfach mit dem Zauberstab führen

Die leise Harmonie zweier Nervensysteme

Blogbeitrag von Bibi Degn (ESP)

Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde

Als soziale Wesen reagieren wir Menschen empfindlich auf subtile emotionale Veränderungen bei anderen und erkennen und erspüren deren körperliche, emotionale und geistige Verfassung. Das Prinzip der Ko-Regulation geht davon aus, dass sich die gesamte Präsenz des Gegenübers sich auf unseren eigenen Zustand auswirkt.

Ein Kleinkind kann zur Selbstberuhigung Daumenlutschen, Saugen an Fingern oder Schnullern, was der Selbstberuhigung dient. Oder es läuft zu Vater oder Mutter und kann sich durch deren Nähe und Beruhigung regulieren. Kinder haben dabei ein feines Gespür dafür, ob Erwachsene nur körperlich anwesend oder wirklich präsent und aufmerksam im gegenwärtigen Moment sind. Präsent zu sein macht, dass wir als zuverlässig, sichtbar, erreichbar und spürbar wahrgenommen werden.

Ko-Regulation mit Tieren

Ko-Regulation geschieht als feines Abstimmen zweier Nervensysteme – ein Prozess, der auch in der Mensch-Tier-Begegnung wirkt. Ko-Regulation wirkt in beide Richtungen: Unser eigenes Nervensystem beruhigt sich, wenn wir uns auf das Tier einschwingen, und gleichzeitig entsteht für das Tier ein Raum, in dem Gefühle ausgedrückt werden dürfen, ohne in ein Muster gedrängt zu werden. Dabei begegnen wir dem Tier dort, wo es gerade ist. So kann Vertrauen wachsen und eine geteilte Ruhe entstehen.

Achte in deiner Arbeit am Tier auch auf die Tendenz deines Systems zur Ko-Regulation. Wie oft erlebe ich, dass Unruhe im Tier den Menschen fahrig macht. Dann ist es in eine Richtung gegangen, die weniger hilfreich ist – es wäre denn, tatsächliche Gefahr droht….

Die Kunst, zuerst zu folgen

Pferde wie Hunde sind soziale Wesen. Ko-Regulation ist wesentlicher Teil ihres Lebens.

Zum Beispiel Pferd: Wir können eine gemeinsame Zeit damit beginnen, dem Pferd zu folgen. Schritt für Schritt passen wir uns an seinen Rhythmus an, spiegeln seine Haltung und seine Stimmung. Dieses Erleben von Gesehen- und Verstandenwerden öffnet die Tür für Vertrauen. Mit der Zeit entwickelt sich daraus eine echte Neugier des Pferdes am Menschen, eine “Zu-Neigung”.

Zuerst folgen – auch beim TTouch

Das Gleiche wird empfohlen, wenn du TTouch an einem unruhigen Tier machst: Passe dich an, ist das Tier schnell, so sei flink, während du dich gleichzeitig gut geerdet und tief atmend zur Ko-Regulation anbietest.

Und dann gemeinsam üben

Verbindung entsteht, wenn wir zuhören, spiegeln und die Sprache des Tieres ernst nehmen. So wird das Losgehen im Lernparcours zu einem gemeinsamen Tanz, bei dem beide Partner aufeinander hören, sich abstimmen und den gemeinsamen Rhythmus finden. Ich kann dies einfach genießen, für mich, mein Tier, an diesem Tag – oder in der Folge auf der Basis dieser Einstimmung meine Trainingseinheit anschließen.

 

 

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07. Dezember 2025

Deine Finger sind Detektive

Blogbeitrag von Sylvia Haveman (NL)

Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde

Vor ein paar Tagen hat meine Nachbarin angerufen, ob ich kommen wolle, weil sie sehr schockiert war. Als sie am Morgen am Stallgebäude ankam, sah sie nicht den vertrauten, freundlichen Kopf ihrer Stute, der über den Stallrand blickte. Die braune Stute Jo lag auf der Seite im geräumigen Stall, zitterte  und konnte nicht aufstehen. Glücklicherweise konnte sie mit Hilfe aufstehen, und obwohl sie noch wackelig auf den Beinen war, ließ die Panik in ihren Augen zum Glück etwas nach.

Der Tierarzt wurde gerufen, aber wir konnten natürlich auch etwas unternehmen, während wir darauf warten, wie zum Beispiel die Temperatur messen und die Atmung beobachten. Beides war normal. Wir ließen die Stute ein Stück hin und her laufen und ließen sie eine weite Kurve nach links und rechts machen. Die Wendungen waren für Jo eindeutig schwierig, und sie ging wie ein Brett um die Ecke. Sie konnte ihren Hals  und Körper nicht richtig seitlich beugen. In der Tellington-Methode ist Beobachtung ein guter Ausgangspunkt.

Dann nahmen wir die Decke ab und sahen ein gesund aussehendes Pferd mit glänzendem Haar. Die Erkundung mit der flachen Hand lehrte uns dann, dass die gesamte Oberlinie angespannt war und dass es einen sehr angespannten Bereich gab, besonders auf der rechten Seite des Halses. Das Pferd zeigte uns, dass es besorgt war, als es hier berührt wurde, indem es sich abwandte. Eine tiefere Erkundung mit leichtem Fingerdruck zeigte eine deutliche Reaktion über die gesamte Oberlinie, und der Halsbereich war eindeutig ein empfindlicher Bereich. Die Beobachtungs- und Erkundungstechniken von Tellington konnten uns viele Informationen liefern.

Der Tierarzt bestätigte das Nackenproblem, gab Schmerzmittel und machte Röntgenaufnahmen, die zum Glück keine Auffälligkeiten zeigten. In den kommenden Wochen können wir mit unseren Tellington TTouches, Körperbander und Bewegungsübungen nach Herzenslust beginnen. Es ist schön, dass wir so viel selbst machen können!

 

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04. Dezember 2025

„Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort.

Dort treffen wir uns.“ – Rumi

Blogbeitrag von Lisa Leicht (CH)

Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere

In diesem Blog geht es um genau diesen Ort – einen Raum jenseits von Kategorien wie stark oder schwach, gesund oder krank, verletzlich oder unverwundbar. Ein Ort, an dem wir einfach nur Leben sind – frei von Rollen, Identitäten und gesellschaftlichen Zuschreibungen.

Diesen Ort bewusst zu betreten, ist keine rein geistige Übung. Es braucht Beziehung, Vertrauen und Liebe. Ein Gegenüber, dem wir uns öffnen können. Denn durch echte Verbindung beginnt sich unser Denken zu weiten – wir lösen uns von anerzogenen Grenzen und begrenzenden Identifikationen.

Ich hatte das große Glück, auf meinem Weg wunderbaren Lehrerinnen und Begleiterinnen zu begegnen. Eine davon war Jacotte – eine fröhliche, jederzeit zum Spielen bereite, kommunikationsfreudige Graupapageiendame mit einer tiefen Weisheit. In ihrer frühen Jugend war einer ihrer Flügel gebrochen – sie konnte nie richtig fliegen. Aber sie liebte es, auf Henris Schulter Fahrradtouren zu unternehmen; im Fahrtwind öffneten sich ihre Flügel, die sie begeistert auf und ab schlug. Viele Jahre verbrachte sie den Sommer mit uns und zwei Hunden auf einem Segelboot – immer als respektierter Chef der Crew.

Am 26. Januar ist sie, 47-jährig, ganz plötzlich gestorben. Innerhalb einer halben Stunde verließ sie diese Welt – so schnell, dass keine medizinische Hilfe mehr möglich war. Gemeinsam mit ihrem Menschenpartner Henri war ich bei ihr. Ich hielt sie in meinen Armen, nahe an meinem Herzen, und machte TTouches, bis ihre Seele davonflog.

Jacotte war ein Tier. Sie war eine Gefährtin, Spielkameradin, eine Lehrerin – und ein Tor zu jenem Ort jenseits von richtig und falsch. 

Und vielleicht hat sie uns noch etwas hinterlassen: die Erinnerung daran, dass die kraftvollste Verbindung nicht aus dem Kopf entsteht, sondern aus der Herzenergie – jenem stillen, weiten Feld, in dem Trost, Präsenz und Mitgefühl natürlich werden.

Genau wie die Tellington-Methode uns lehrt, durch achtsame Berührung Vertrauen und Bewusstsein zu vertiefen, öffnete Jacotte mit jedem Moment der Nähe ein Stück dieses Raumes, in dem jedes Wesen seinen wahren Platz findet.

 

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01. Dezember 2025

Wenn das Leben innehält – und die TTouches sprechen

Blogbeitrag von Karin Petra Freiling (D)

Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere

Vor fast drei Wochen wollte ich voller Vorfreude zur Messe Hund & Pferd fahren. Ein eigener Stand, Vorträge – Begegnungen mit vielen Menschen und Tieren. Doch tief in mir regte sich eine andere Stimme. Keine, die laut ruft – sondern eine leise, klare Intuition. Eine, die ich seit über 30 Jahren durch Tellington TTouch®️ gelernt habe wahrzunehmen.

Sie sagte: „Bleib. Deine Mama braucht dich.“

Meine Mama lag nur da, still, mit Bauchschmerzen. Sie sagte: „Fahr ruhig… ich kümmere mich um den Zoo…“ Doch irgendetwas stimmte nicht. Ich telefonierte mit der Ärztin – und sie sagte nur diesen einen Satz:

„Kommen Sie sofort mit ihr.“

Diagnose: Akutes Abdomen. Acht Stunden Notaufnahme, voller Schmerzen, Sorge und geflüsterter Gebete zwischen den Herzschlägen. In diesem Warten, in der Hilflosigkeit, konnte ich doch etwas tun.

Mit TTouches. Sie linderten die Schmerzen – manchmal nur kurz, aber spürbar. Der Ohren-TTouch stabilisierte den Kreislauf, als ob er sagen würde: „Ich bin da. Halte durch.“

Dann die schwere Operation. Durchgebrochener Tumor, künstlicher Darmausgang. Künstliches Koma. So viele Schläuche. So viel Angst. Und doch – eine stille Verbindung blieb. Ich berührte ihre Füße… ganz leicht ihre Hände… ihren Kopf… sogar den Bereich der großen Narbe. Ihre Atmung veränderte sich. Ihre Gesichtszüge entspannten sich. Sie antwortete – ohne Worte. TTouch ist eine Sprache jenseits von Schmerz, jenseits von Bewusstsein.

Und auch mir half es – immer wieder die magischen Drei:

Präsenz  und Fokus durch die Ohren-TTouches – Beruhigung der Emotionen durch den Mund-TTouch und Hoffnung und Zuversicht durch den Heart Hug-TTouch .

Ohne sie hätte ich nicht durchhalten können.

Mein Papa – mit seinen Herzproblemen – reagierte auf den Ohren-TTouch, auf Hafe-Seehund, das Lecken der Kuhzunge, die Tarantel, die Muschel. Kleine Bewegungen. Große Wirkung. Manchmal genügt eine Hand, um Hoffnung in einem Körper zu aktivieren.

Wie kostbar ist es, eine Form der Kommunikation zu haben, die weiter reicht als Worte.

Gerade dann, wenn man für die wichtigsten Menschen im Leben stark sein muss – ohne zu wissen, wie.

In all diesen Stunden spürte ich wieder, was Tellington TTouch®️ wirklich bedeutet:

Nicht eine Technik. Sondern eine Haltung.

Ein Dasein.

Ein „Ich bin bei dir.“

Sie trösten. Sie verbinden. Sie lindern Schmerzen. Und sie geben Kraft – die Kraft, weiterzugehen, auch wenn der Weg steinig wird.

Ich bin unendlich dankbar für diese Methode, die mich seit so

Langer Zeit begleitet.

Was für ein Geschenk – besonders in herausfordernden Zeiten.

Danke, Linda. Von tiefsten Herzen. ♥️

 

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27. November 2025

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Beziehung zwischen Tier und Tier …

Blogbeitrag von Katja Krauß (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere

ist uns bei der Tellington TTouch Methode genauso wichtig wie die Beziehung zwischen Mensch und Tier sowie Mensch und Mensch. Deshalb hat es mich sehr berührt, als mir eine langjährige Freundin Bilder von ihren Hunden schickte mit dem Text: Und wenn mir nochmal einer sagt, Tiere hätten keine Gefühle, dann soll er sich das ansehen!

Ihr Tobi ist mit 15,5 Jahren über die Regenbogenbrücke gegangen. Bis der Tierarzt eintraf, der Tobi dabei half, in den Himmel zu gehen, lag die 10-jährige Maya neben ihm – etwas, das sonst nicht üblich war.

Nachdem der Tierarzt gegangen war, legten sich der junge Anouk und die 11-jährige Jessi zu ihm und blieben vier Stunden bei ihm, bis Toby abgeholt wurde.

Alle Tiere gehen ganz unterschiedlich damit um, dass ein Familienmitglied in den Himmel geht. Was mich hier besonders berührt hat, ist, dass die anderen Tiere die Möglichkeit hatten, alles mitzuerleben.

Wie oft werden Tiere in einer Praxis oder Klinik in den Himmel geschickt, während die zurückbleibenden Tiere nur merken, dass ihre Halter tief traurig sind und ein Familienmitglied fehlt? Das ist ein sehr gravierender Punkt im Leben aller Familienmitglieder, egal ob sie zwei- oder vierbeinig sind.

Ich finde, wenn es möglich ist, sollten auch Tiere – so wie Menschen – im gewohnten Umfeld in den Himmel einziehen können, damit alle dabei sein können, die ihnen wichtig sind. Für diejenigen, die gehen, ist es sicherlich auch angenehmer als in einer sterilen Umgebung und im Beisein von Unbekannten, die Adresse zu wechseln (so wie es die Hawaiianer sagen).

In diesem Zusammenhang möchte ich mich bei allen Tierärzten bedanken, die Hausbesuche machen und sich Zeit für diesen schweren Gang nehmen – danke, danke, danke.

R.I.P. lieber Tobi und danke fürs Teilen, liebe Gabi.

 

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23. November 2025

Vom Glück des (T)TEAMs

Blogbeitrag von Lily Merklin (CH)

Tellington TTouch Instruktorin für Pferde

Als ich meinen ersten Kontakt zu Tellington hatte, hieß die Arbeit noch anders.

Wir sprachen damals von Tellington TTouch Equine Awareness Method, also der Tellington TTouch (Berührung) Pferde-Bewussteins-Methode.

Was in der ausgeschriebenen Form furchtbar umständlich klingt, vor allem auf Deutsch, lässt es sich aber wunderbar abkürzen: TTEAM.

Ich liebte diese Analogie zur Arbeit im Team – vor allem, weil wir in der Tellington-Methode so oft diese Kraft der Gruppe nutzen.

Ich bin sicher, dass dies – neben allen genialen Techniken und Überlegungen – ein wesentlicher Wirkfaktor ist.

Wir sind genau wie die meisten Tiere und sicher alle Säugetiere soziale Wesen. Wir orientieren uns, bewusst wie unbewusst, an unseren Mitgeschöpfen. Tiere auch.

In den Kursen ist das offensichtlich, im Alltag müssen wir solche Momente bewusster gestalten.

Machen Sie das! Schaffen Sie Situationen, in denen nette Menschen dabei sind (Wenn das in der Realität nicht so leicht ist, nutzen Sie die Kraft Ihrer Vorstellung!).

Trainieren Sie mit Gleichgesinnten! Laden Sie andere Menschen ein, um gemeinsam zu üben, involvieren Sie Partner, Freunde, Familie, Nachbarn und alle, die bereit sind mitzumachen.

Das fällt Ihnen schwer? Dann kommen Sie zu einem Tellington-Kurs und erleben die Kraft des TTEAMs unmittelbar.

 

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20. November 2025

 

 

 

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Wenn es draußen zu nass ist…

Blogbeitrag von Vanda Oosterhuis (NL)

Tellington Instruktorin für Pferde

Wenn das Wetter schlecht ist, draußen alles nass ist, es früh dunkel wird, keine Halle zur Verfügung steht, kann es herausfordernd sein, etwas schönes und sogar nützliches mit Pferden zu tun.

Vor vielen Jahren wohnten meine Pferde bei Isländerleute die, obwohl die Pferde immer draußen waren, verschiedene Ställe hatten. Da habe ich im Winter manchmal geübt. In einen Stall hinein gehen, drehen in beide Richtungen, einen Schritt zur Seite gehen, alles ruhig Schritt für Schritt und achten auf die Balance. Aus dem Stall und wieder rückwärts zurück, Schritt für Schritt. Das gleiche auch im Stallgang, einen Pfosten hinlegen und um eine Kurve gehen. So konnte ich doch noch nützliches und nettes mit meinen Pferden tun.

Heute habe ich eine große Scheune, jetzt ist es einfacher, da können wir schöne Lernparcoursübungen durchführen. Ich habe mit einer Kundin zusammen gearbeitet und sie war sehr kreativ! Ich war erstaunt wie mein Lukka mit Eveline zwischen den Heuballen durchging, es war wirklich eng. Das erste mal fand Lukka es zu spannend und ist rückwärts zurück gegangen. Da sah ich den Vorteil von der Tellington so viel Vertrauen hatte, dass sie danach doch in einem ziemlich engen Raum ruhig mit Eveline mitging.

Ich hatte einige Pfosten hingelegt – man kann damit auch viel machen. In der Bahn übte Eveline mit Lukka eine Kehrtwendung mit ihrer Vorhand in einem Reifen. In der Scheune war das eine schöne neue Herausforderung mit einem aufgerollten Schlauch.

Eine alte Matratze ist auch toll. Ist mal etwas anderes als die Balance Pads……Brák fand es kein Problem! Ein Plastikplane ist auch gut, und drinnen bleibt es viel besser liegen als draußen, wenn es windig ist. Eine alte Decke überqueren, eine Acht um einen Schubkarren laufen, wir hatten viel Spaß!

Sei kreativ, dann ist viel möglich! Viel Spaß!

 

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16. November 2025

Chunk it down…

Blogbeitrag von Doris Prinstinger (A)

Tellington Instruktorin  für Kleintiere

… bedeutet, etwas in kleine, handhabbare Schritte zu zerlegen.

Es ist ein Punkt der Tellington Philosophie. Übungen und Herausforderungen so zu gestalten, dass der Hund diese gut meistern kann und nicht überfordert wird. Kleinschrittiges Lernen ohne Fehler, Lernen am Erfolg.

Ich liebe es, kreative Lösungswege zu finden, wie man ein Setting gestalten kann, um dem Hund (und seinen Menschen) Erfolgserlebnisse zu verschaffen.

Und dennoch bin ich wieder in die Falle getappt.

Ich habe gerade mit Hoppers begonnen. Mein Hund  hat in der ersten Einheit gelernt

  • ich stehe links vom letzten Bogen
  • er kann durch 3 Bögen laufen.

Dann habe ich mir gedacht, ich erspare mir den Weg zurück und starte meinen Hund am Ende einfach in die andere Richtung. Es sind ja noch immer dieselben drei Bögen. Dummerweise habe ich mich auf die rechte Seite des Bogens gestellt und schwupp, mein Hund ist am 3. Bogen vorbei.

Ich, fest der Meinung, mein Hund kann durch 3 Bögen laufen, habe mir noch einen Fehlversuch erlaubt, bevor ich mich gestoppt und nachgedacht habe.

Chunk it down…….wir laufen wieder durch einen Bogen. Ich verändere meine Position. Wenn das klappt, kommt der zweite Bogen dazu…..ihr wisst wie es weiter geht.

Das eigene Handeln zu überdenken und umzustellen ist ein Schritt, der nicht immer selbstverständlich ist. Oft werden uns Hunde vorgestellt mit dem Label – stur, dominant, dumm, eigensinnig. Inne zu halten, zu hinterfragen, ob ich meinem Hund überhaupt gelernt habe, was ich von ihm verlange, macht einen Unterschied.

Die Zusammenarbeit mit dem Hund macht Spaß und gemeinsames Lernen schafft eine sehr innige Verbindung.

Ich freue mich schon auf unsere nächste Einheit. Wenn alles gut klappt, trauen wir uns zu, am Ende der 3 Bögen eine Tonne zu umrunden 🙂

 

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13. November 2025

Wie fühlt sich die Zunge eines Aras an?

Hattest Du schon mal die Gelegenheit einen dieser wunderschönen Vögel aus der Nähe zu betrachten?

Dann ist Dir bestimmt der beeindruckende Schnabel aufgefallen, mit dem der Papagei Äste oder harte Nüsse problemlos knacken kann, aber auch Schalen und kleine Samen sorgfältig voneinander trennen kann.

Bei einer Beratung in einem Zoo hatte ich neulich Gelegenheit mit einigen dieser Papageien zu arbeiten. Bei Vögeln verwenden wir oft zwei Federn für den ersten Kontakt. Bei scheuen Vögeln führen wir zuerst streichende Bewegungen und TTouches mit Abstand zum Vogel aus, um ihm Sicherheit zu vermitteln und berühren erst später den Körper mit den Federn.

Für viele Papageien ist die Berührung mit Federn einfacher zu akzeptieren als mit den Händen, die oft als bedrohlich empfunden werden.

Wie bei jedem anderen Tier auch passen wir unser Vorgehen an das Feedback des Tieres an.

Hier vielen die Antworten auf meine Fragen bei den drei Vögeln unterschiedlich aus:

Ein handaufgezogener Gelbbrustara fand jeden Gegenstand in meiner Hand unheimlich, entspannte sich aber sofort, sobald meine Hände leer waren und genoss die TTouches.

Die hellrote Aradame wollte mindestens einen Meter Abstand zu mir haben und beobachtet lieber aus der Ferne, meine Interaktionen mit den Artgenossen. Die Gelbbrustaradame interessierte sich für die Federn und akzeptiere auch einige Berührungen, aber noch größer war ihr Interesse meine Hand mit dem Schnabel und der Zunge zu erkunden.

Da sie sehr vorsichtig mit meinen Fingern umging, durfte sie ausgiebig erkunden und ich führte gleichzeitig einige TTouches auf der Zunge durch. Diese fühlt sich erstaunlich fest, fast ledrig und trocken an😊

Zur Nachahmung nur empfohlen, wenn Du den Papagei gut kennst und seine Körpersprache lesen kannst!

 

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09. November 2025

Was bedeutet Aufreiten beim Hund?

Blogbeitrag von Katja Krauß (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere

Aufreiten kann in vielfältiger Weise stattfinden. Hunde reiten bei anderen Hunden von vorne, von hinten oder von der Seite auf. Zudem reiten sie bei Menschen, ihren Kahu* (Haltern) oder fremden Menschen auf oder auch auf irgendeinem Gegenstand, z.B. einem Stofftier oder Kissen.

Ich möchte anhand von vier kurzen Beispielen erklären, dass dieses Verhalten bei Hündinnen häufig einfach Kommunikation ist.

Dhanyabaad (gerufen Dhanyi) ist meine Goldenretrieverhündin. Sie ist eine Tochter von Rani (dem Covergirl von unserem Buch „Emotionen bei Hunden sehen lernen“). Dhanyi spielt nur mit Hunden, die sie sehr gut kennt und auch dann fast ausschließlich, wenn sie den anderen Hund kurz aufgeritten ist. Das Aufreiten ist also wie eine Spielaufforderung. Für mich hat es auch immer ein bisschen den Anschein, dass sie sich versichert, dass der andere Hund ihr absolut wohlgesonnen ist. Ich habe das mal in einem Video festgehalten, den ihr hier anschauen könnt: https://youtu.be/LTJWOdywTrc

Eve war meine kleine, super coole Yorkshire-Terrier-Hündin. Eve war ein Hund, der ein Leben lang jeder Auseinandersetzung aus dem Weg gegangen ist. Für einen kleinen Hund eine sehr weise Entscheidung. Wenn ich nach Hause kam, konnte ich beobachten, wie sie ganz aufgeregt zu einem Kissen lief und dieses aufritt, während mich die anderen Hunde begrüßten. Erst wenn die erste Euphorie etwas weniger wurde, kam auch sie und begrüßte mich. Wie unendlich schlau von ihr, dass sie sich einen Kanal für ihre Aufgeregtheit gesucht hat und sich nicht ins Getümmel der anderen Hunde geworfen hat.

Alani war ebenfalls eine Tochter von Rani und lebte in der Familie meiner guten Freundin Lina Grobecker. Wenn wir uns trafen oder auch spazieren gingen, kam es ab und an zu Situationen, wo Alani Lina aufritt. So weit ich mich erinnere war es immer nur bei ihr. Es waren manchmal aufregende Situationen und manchmal Situationen, wo wir nicht genau wussten, warum sie es tat. Doch was wir ganz klar empfanden, war ein Ruf nach Unterstützung. Wenn Lina dann Noahs Marsch, ein paar Muschel-TTouches oder auch langsame Ohren-TTouches machte, dann konnte Alani wieder auf dem Boden bleiben.

Und weshalb ich überhaupt dieses Thema gewählt habe, ist, weil Yuna (Labrador-Hündin) letzte Woche bei mir zu Gast war. Yuna ist ebenfalls ein Familienmitglied von Lina´s Familie. Sie kam gemeinsam mit ihrem Ziehbruder Willi zu Besuch. Willi (mittelhoher Vielrassenhund) ist  ein recht neues Familienmitglied und er macht manchmal aus Unwissenheit Dinge, von denen Yuna denkt, dass er das eher lassen sollte. Das können sehr unterschiedliche Verhaltensweisen sein. Bei mir kam es z.B. dazu, dass Willi mal auf dem Fensterbrett schauen wollte, ob es dort für ihn etwas Interessantes geben würde. Daraufhin hat Yuna ihn kurz aufgeritten und Willi hat sich einer anderen Beschäftigung zugewandt. Das alles geschah auf sehr spielerische Weise.

Diese vier Beispiele sollen zeigen, dass Aufreiten eine Form der Kommunikation ist oder hilft Erregung abzubauen und es gut ist, mal genauer hinzuschauen.

Zeigen Rüden dieses Verhalten oft bei anderen Hunden kann es durchaus auch einem übersteigerten Sexualverhalten geschuldet sein.

Doch wichtig ist noch zu erwähnen, dass dieses Verhalten, wenn es bei anderen Hunden ausgeführt wird, egal ob von Rüden oder Hündinnen, dazu führen kann, dass der andere Hund Schmerzen erfährt, wenn er z.B. eine Hüftproblematik oder Rückenkrankheit hat. Daher sollten dann immer beide Hunde genau beobachtet werden, ob es für beide Hunde in Ordnung ist.

*Kahu wird auf Hawaii eine Person genannt, die mit der Bewahrung, besser gesagt dem Schutz von etwas sehr Kostbarem betraut ist. Was ein Kahu beschützt, ist nicht sein Eigentum. Was sie beschützen, ist ein Teil ihrer Seele.

 

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06. November 2025

Stehenbleiben an der Aufstiegshilfe

Blogbeitrag von Ingrid Wild (D)

Tellington Instruktorin für Pferde

Für viele Pferdehalterinnen ist der Gedanke an ein Jungpferd und dessen Ausbildung mit Aufregung, manchmal auch mit Angst verbunden – besonders der Moment, in dem man das erste Mal aufsteigt.
 Ein junges Pferd auszubilden, mit ihm zu lernen und gemeinsam die Welt der Reiter zu entdecken, ist für mich jedoch eine der schönsten Aufgaben überhaupt. Es erfüllt mich mit Freude – und es fällt mir leicht, weil ich auf die kleinen, aber so wirkungsvollen Schritte der Tellington TTouch® Methode vertraue.
 Ohne sie könnte ich mir gar nicht vorstellen, ein junges Pferd sicher, fair und mit Freude auszubilden.

Die Sache mit dem Stehenbleiben

Eine meiner wichtigen Übungen beim Anreiten ist das ruhige Stehenbleiben an der Aufstiegshilfe. 
Ich möchte, dass die jungen Pferde lernen, dort zuverlässig, entspannt und gerne zu stehen – bis ein klares Signal sie auffordert, sich zu bewegen.

Als ich meine junge Lusitanostute anritt, habe ich genau das mit großer Sorgfalt geübt:
 Ich konnte auf die Aufstiegshilfe steigen und wieder herunter, um sie herumgehen, mich über sie beugen, sie überall berühren – sie stand.
Ich konnte den Fuß in den Steigbügel setzen – sie stand.
Ich konnte aufsteigen, mich hinsetzen – und sie stand wie eine Statue, vollkommen ruhig und gelassen.

Jedes Mal, wenn sie so schön stillhielt, habe ich sie gelobt und belohnt. Wir haben das so oft wiederholt, dass sie sich völlig sicher und wohl dabei fühlte.

Dann kam der große Moment:
Ich saß im Sattel, bat sie freundlich, ein paar Schritte zu gehen – und merkte sofort, wie gut ich das Stehenbleiben geübt hatte.
 Sie machte zwei, drei zögernde Schritte, drehte sich dann verwundert um, ging direkt zurück zur Aufstiegshilfe und blieb dort andächtig stehen – ganz so, als wollte sie sagen:
„Hier bekomme ich doch sonst immer mein Lob – warum sollten wir jetzt weggehen?“

Ich musste herzlich lachen!
An diesem Tag habe ich das Trainingsziel „Von der Aufstiegshilfe wegreiten“ in meinen Trainingsplan aufgenommen.

Bis heute steht meine Stute ruhig und entspannt an jeder Aufstiegshilfe – egal, wo wir sind.
Sie wartet geduldig, bis ich ihr das Signal zum Losgehen gebe.
 Diese Gelassenheit und Klarheit sind für mich ein wunderschönes Beispiel dafür, wie achtsames Training mit Freude und Vertrauen zu echter Sicherheit beim Reiten führt.

Fazit

Das ruhige Stehenbleiben an der Aufstiegshilfe ist viel mehr als nur eine Übung. Es ist ein Symbol für Vertrauen, Klarheit und Sicherheit.
 Ein Pferd, das gelernt hat, gelassen zu warten, trägt diese Ruhe in jede weitere Trainingseinheit – und schenkt seinem Menschen das gute Gefühl, wirklich gemeinsam unterwegs zu sein.

 

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02. November 2025

Silvesterpläne

Blogbeitrag von Daniela Zurr (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere und Menschen

Heute früh habe ich mehrere Minuten gebraucht, um meine Hündin zu überzeugen, dass wir auch bei typischen Oktoberregenwetter mal gemeinsam vor die Tür gehen. Kennen Sie solche Situationen mit Ihren Tieren auch? Dann ist es Zeit sich über gemütliche, gemeinsame Schlechtwetteraktivitäten Gedanken zu machen.

Neben Tricktraining, Indoorphysioübungen und anderen Bewegungsaufgaben eignen sich natürlich auch ruhige TTouch-Einheiten auf dem Sofa, um den Tag zu genießen.

Besonders möchte ich Sie heute einladen, innezuhalten und über Ihre Silvesterpläne nachzudenken. Wie werden Sie und Ihre Tiere die Zeit vom 27.12. bis 3.1. verbringen? Wie viel wird in Ihrer Gegend schon vor dem Jahreswechsel geknallt, was haben die Nachbarn für Feuerwerkspläne und wie kommt Ihr Tier mit lauten Geräuschen klar?

Nach der Bestandsaufnahme kommt die Planung und diese kann vielfältige Aspekte umfassen:

Von der „Flucht“ an einen Ort ohne Feuerwerk, bis zu lärmreduzierenden Maßnahmen im Haus und direkt am Tier (z.B. mit Kopfhörern für den Hund), gezieltem Training und dem Aufbau von Entspannungsorten gibt es vielfältige Möglichkeiten.

Tellington-TTouch, vor allem Ohren- und Herz-TTouch, sowie Tellington-Körperbänder sollten immer dabei sein.

Bei aller Umsicht ist aber für viele unserer Tiere das Feuerwerk eine so starke Belastung, dass sie angstlösende Medikamente benötigen. Nehmen Sie daher gleich nächste Woche Kontakt zu Ihrem Tierarzt auf und lassen Sie sich beraten.

Wenn Sie selber mehr lernen möchten, gibt ein vielfältiges Seminarangebot. Schauen Sie mal auf die Tellington-Webseite nach „Silvesterkursen“.

 

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30. Oktober 2025

TTouch – wenn der Körper denkt

Blogbeitrag von Bibi Degn (ESP)

Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde

Körperhaltung, Atem, Bewegungen beeinflussen, wie wir wahrgenommen werden, aber auch, wie wir uns fühlen und denken, denn Gefühle entstehen nicht im Kopf – der Körper spielt eine große Rolle.

Ein Beispiel: Wer mit hängenden Schultern und gesenktem Blick geht, signalisiert Niedergeschlagenheit, verstärkt aber auch innerlich dieses Gefühl. Der Hund, der die Rute einklemmt, das Pferd mit hoher Kopfhaltung zeigt seine Unsicherheit – verstärkt sie aber auch mit der Körperhaltung.

Embodiment wird in der Psychologie, im Coaching, in der Pädagogik genutzt – und in der Tellington TTouch® Methode mit Tieren. Embodiment erinnert uns daran, dass wir keine Köpfe sind, die “Körper spazieren tragen”, sondern verkörperte Wesen.

Genau so lässt sich die oft verblüffende Wirkung der Tellington-Methode verstehen: Durch achtsame Berührung und bewusste Körperübungen entsteht Embodiment, das zu mehr Balance, Vertrauen und Gelassenheit führt. Lernen wird dann möglich, es entsteht Beziehung, und es können bewusste kluge Entscheidungen zu Lebenssituationen getroffen werden.

Jeff aus dem Auslands-Tierschutz hockt unter dem Sofa und wagt sich nur zum Fressen ein paar Schritte heraus. Mit einem Tellington-Körperband verändert er seine Körperhaltung – die Rute ist nicht mehr unter den Bauch gezogen, sondern entwickelt einen leichten Schwung. Jeff beginnt in direkter Folge, sein Umfeld zu erforschen und bewegt sich frei durch den Raum.

Hayati, mein Araber-Wallach, hebt den Kopf und starrt auf das Nachbargrundstück. Ich frage ihn, den Kopf zu senken und er kann wieder in Beziehung sein und weiter lernen.

TTouch bedeutet: Wenn du den Körper veränderst, veränderst du auch Verhalten!

 

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26. Oktober 2025

Felis silvestris silvestris

Blogbeitrag von Sylvia Haveman (NL)

Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde

Heute Morgen habe ich ein bisschen Gartenarbeit gemacht und meine Katze auf der nahegelegenen Wiese herumschleichen sehen. Ihrer Haltung nach zu urteilen, war sie auf der Jagd… Das erinnerte mich an einen Artikel, den ich kürzlich gelesen habe, in dem es hieß, dass die Europäische Waldkatze aufgrund von Veränderungen in der Landschaft wieder im Süden der Niederlande ist. Die wilde Waldkatze war bis ins frühe Mittelalter verbreitet und verschwand dann durch Jagd und Abholzung.

Ein Kater wiegt 3 bis 6,5 Kilo und Kätzinnen maximal 5 Kilo. Vom Aussehen her ähneln sie unserer getigerten Hauskatze, werden aber viel größer und das Fell ist länger. Aber der Unterschied ist am besten am Schwanz zu sehen, der sehr dick ist, 3 bis 5 markante schwarze Ringe hat und am Ende rund ist.

Wilde Weibchen sind etwa 66 Tage lang trächtig und vor allem im Frühjahr werden 2 bis 4 blinde Kätzchen geboren. Wenn die Kätzchen etwa 10 Wochen alt sind, gehen sie zum ersten Mal auf die Jagd und lieben Mäuse.

Wildkatzen sind sehr gute Jäger, die sehr schnell reagieren können, wenn Beute in der Nähe ist. Sie können ihren geschmeidigen Körper leise bewegen und haben starke Zähne, die es ihnen ermöglichen, Fleisch zu zerreißen und festzuhalten. Darüber hinaus verfügen sie über 18 einziehbare Nägel, die scharf bleiben und zum Greifen von Beute verwendet werden können.

Es gibt einen Geruch, dem die Europäische Wildkatze, genau wie die meisten Hauskatzen, nicht widerstehen können, und das ist Baldrian. Dieser Geruch ähnelt dem Geruch bestimmter Hormone, die die Weibchen in der Paarungszeit ausstoßen

Die Wildkatze lebt oft einzelgängerisch und das Weibchen hat einen festen Lebensraum, den es verteidigt. Das Männchen streift etwas mehr herum und hat kein festes Revier.

Unter den richtigen Bedingungen gibt es 2 bis 5 Wildkatzen pro 1000 Hektar.

Während ich dies schreibe, sehe ich aus dem Augenwinkel meine halb schlafende Hauskatze, die an TTouch-Sessions, Wolldecken und immer Futter in Reichweite gewöhnt ist. Was für ein Unterschied mit Felis silvestris silvestris.

 

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23. Oktober 2025

Im Schatten von Giganten – KOSMOS Verlag

Blogbeitrag von Lisa Leicht (CH)

Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere

Gleich zu Beginn: Im Schatten der Giganten von Jasmin Schreiber hat mich restlos begeistert. Schon im Vorwort lädt die Autorin dazu ein, die Perspektive zu wechseln und verborgene Lebensräume neu zu entdecken – vom Großen ins Kleine, von der scheinbar banalen Mülltonne zum außergewöhnlichen Moospolster daneben, von imposanten Bauwerken zu den Kinderstuben winziger Insekten. Sie fordert uns auf, unsere Vorurteile gegenüber Milben, Nissen, Asseln und anderen Kleinstlebewesen zu überdenken und den Reichtum an Leben zu erforschen, der sich unter Steinen, auf abgestorbenen Ästen, in Pfützen oder sogar in einem Kuhfladen verbirgt.

Besonders berührt hat mich das Zitat gleich zu Anfang:
„Für alle kleinen Tiere, die eigentlich nichts gemacht haben, sondern einfach nur ihr Leben leben wollten, dann aber erschlagen, zertreten oder zerquetscht werden – nur, weil sie anders aussehen als ein Hund oder eine Katze.“

Hier verbindet sich die Botschaft des Buches unmittelbar mit der Haltung der Tellington-TTouch-Methode: Respekt und Achtsamkeit für jedes Lebewesen – unabhängig von seiner Größe oder äußeren Erscheinung. TTouch lehrt uns, durch sanfte Berührung die Wahrnehmung zu vertiefen und das Besondere im Gegenüber zu sehen, anstatt nur die Oberfläche oder unsere Vorurteile. Ganz ähnlich öffnet Schreiber mit ihrem Buch unsere Augen für die oft übersehenen Geschöpfe, die im Verborgenen unser Ökosystem tragen.

Ein einfacher Waldspaziergang wird dadurch zu einer Entdeckungsreise in unbekannte Welten. Dazu braucht es kein Raumschiff, sondern lediglich die Fähigkeit, genauer hinzusehen – oder, wie Schreiber es nahelegt, ein „Zoom“.

Dass Fotografieren ihre Leidenschaft ist, erweist sich als großes Glück für die Leserschaft: Ihre technisch brillanten und ästhetisch faszinierenden Aufnahmen sind allein schon ein Grund, das Buch zu besitzen. Doch auch der Text überzeugt – voller Begeisterung teilt Schreiber ihr umfangreiches Wissen, und dieser Enthusiasmus steckt unmittelbar an.

Das Buch ist klar gegliedert, übersichtlich gestaltet und vermittelt auf ansprechende Weise ein detailliertes Verständnis für das komplexe Zusammenspiel im Lebensraum Wald.

Ich selbst verbringe seit meiner Kindheit viel Zeit im Wald und glaubte, ihn gut zu kennen. Doch seit der Lektüre von Im Schatten der Giganten sehe ich ihn mit neuen Augen – und fühle mich wieder wie eine Entdeckerin.

Danke, Jasmin Schreiber!

 

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19. Oktober 2025

Cappo

Wenn Berührung den Weg zurück ins Gleichgewicht weist

Blogbeitrag von Karin Petra Freiling (D)

Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere

Manche Begegnungen berühren das Herz so tief, dass sie in Erinnerung bleiben – nicht wegen der Krankheit, sondern wegen der Schönheit, die durch sie hindurch leuchtet. So war es mit Cappo, einem traumhaft schönen Deutschen Schäferhund mit treuen Augen und einem wundervollen Wesen. Ich kenne ihn schon lange – und es war mir eine Ehre, ihn in dieser besonderen Phase seines Lebens zu begleiten.

Cappo litt an einem Vestibularsyndrom, einer Störung des Gleichgewichtsorgans, die Hunde plötzlich aus der Bahn werfen kann. Der Körper schwankt, der Kopf ist schief, die Augen zucken – und oft wirkt es, als hätte der Hund die Orientierung verloren. Doch in Cappos Blick lag trotz allem Ruhe und Vertrauen.

Ich begann meine Arbeit mit der sanften, rhythmischen Bewegung des Noahs Marsch, um ihn wieder in seinen Körper und in die Balance zu führen. Der Muschel-TTouch, der Liegende Leopard-TTouch und der Waschbär-TTouch entlang der Wirbelsäule halfen, Verspannungen zu lösen und seine Wahrnehmung zu harmonisieren. Besonders der Raupen-TTouch am Rücken und Bauch brachte ihm spürbare Entspannung – sein Atem wurde tiefer, die Muskulatur weich.

Als ich schließlich den Muschel-TTouch mit dem zarten Babyraupen-TTouch am Kopf kombinierte, schloss Cappo genussvoll die Augen. In diesem Moment war alles still – keine Krankheit, kein Schwindel, kein „Problem“. Nur Verbindung.

Denn was im Herzen der Tellington TTouch® Methode liegt, ist weit mehr als Technik. Es ist die innere Haltung, mit der wir dem Tier begegnen. Ich fokussierte mich nicht auf die Symptome, sondern auf seine Schönheit, seine Weisheit und sein Potenzial für Vollkommenheit. Ich sah ihn, wie er wirklich ist – ganz, heil und im Vertrauen.

Am nächsten Tag erreichte mich die freudige Nachricht seiner Besitzerin:

„Cappo läuft viel stabiler und sicherer – und heute wollte er zum ersten Mal seit seiner Erkrankung wieder in den Garten.“

Diese Worte berührten mich tief. Sie sind eine Erinnerung daran, dass Heilung nicht nur auf körperlicher Ebene geschieht. Berührung, Präsenz und Liebe schaffen Räume, in denen Körper und Seele sich erinnern dürfen, wie Ganzsein sich anfühlt.

Ich liebe unsere Arbeit – weil sie genau das möglich macht.

 

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16. Oktober 2025

Spürhundtraining und Tellington TTouch

– wie passt das zusammen?

Blogbeitrag von Katja Krauß (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere

Gerade erst habe ich eine Spendenaktion für Spürhunde unterstützt, die in Indien dabei helfen Nashorn-Wilderer dingfest zu machen.

Ich habe gemeinsam mit Julia Habermaas ein paar kleine Videos aufgenommen, wo wir zeigen, welche Schnüffelspiele jeder Hundehalter mit seinem eigenen Hund machen kann. Dabei geht es zwar in erster Linie darum, dass Hunde einfach nach Leckerchen suchen, doch unser Umgang mit den Hunden ist geprägt von Verständnis und Rücksicht und auch Achtsamkeit, also ganz „Tellington like“.

Als ich mit Michaela Hares (ttouch-n-click Trainerin) und Jaqueline Koerfer unser Buch schrieb: „Suchen, Finden, Zeigen“(https://www.hundebuchshop.com/Suchen-Finden-Zeigen-Hares-Koerfer-Krauss.htm), welches inzwischen immer öfter als die Spürhund-Bibel bezeichnet wird, haben wir uns entschlossen ein komplettes Kapitel zum Thema Tellington-TTouch aufzunehmen.

Jedem Hund tut es gut in seiner körperlich, seelisch und geistigen Balance zu sein. Allerdings ist es für Diensthunde, die täglichen Belastungen ausgesetzt sind, besonders wichtig, dass sie sich rundherum bestmöglich fühlen. Und genau das ist es, was wir mit Tellington TTouch bewirken.

Ganz praktisch beschreiben wir in unserem Buch wie hilfreich, besser gesagt, eigentlich unentbehrlich, das Wissen um die Anwendung des Ohren-TTouches für Spürhundführer ist. Sind Hund oder und Halter mal müde und der Einsatz läuft noch, dann können mit dem Ohren-TTouch nochmal Energien freigesetzt werden.

In Indien nach Wilderern zu suchen kann auch eine durchaus gefährliche Sache darstellen. Nach einem Unfall kann womöglich dem Hund mit dem Ohren-TTouch sogar das Leben gerettet werden. Selbstverständlich ersetzt es nicht den Tierarzt, doch Tierärzte sind bei solchen Einsätzen meist Mangelware😉 und unsere Hände haben wir stets dabei.

Weiterhin beschreiben wir auch den Einsatz von Tellington-Körperbändern, die dem Spürhund dabei helfen können etwas ausgeglichener und damit konzentrierter dem Geruch zu folgen.

Dann gehen wir noch auf den Tellington-Lernparcours ein, denn vielen Spürhunden bekommt es sehr gut, wenn sie lernen mit ihrem Halter in Kooperation zu gehen und ihre Bewegungskoordination zu verbessern. Manche Hunde suchen querfeldein oder auch in Trümmerlagen, wo ihnen ihre Geschicklichkeit, die sie im Lernparcours verbessert haben, sehr von Vorteil sein kann.

Das gesamte Tellington-Führtraining hilft dem Hund Selbstkontrolle zu entwickeln und ihr Gleichgewicht zu verbessern. Also alles Themen, die in der Spürhundarbeit von immenser Wichtigkeit sind, wenn der Hund effektiv seinem Job nachgehen soll.

Wer unsere kurzen Videos, zu den Schnüffelspielchen, anschauen mag, der kann dem Link unten folgen und dort ganz nach unten scrollen.

https://www.nabu.de/spenden-und-mitmachen/spenden/nashorn.html

 

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12. Oktober 2025

Von der Liebe zu den Knochen

Blogbeitrag von Lily Merklin (CH)

Tellington TTouch Instruktorin für Pferde

Letzte Woche durfte ich im Rahmen der Tellington-Ausbildung für Pferde wieder meine Begeisterung für Biomechanik teilen.

Zusammen mit zwölf Teilnehmerinnen und vier nicht minder enthusiastischen Assistentinnen erforschten wir sechs Tage lang, wie wir mit Hilfe der Tellington-Methode ganz gezielt anatomische Strukturen erreichen und biomechanische Zusammenhänge besser verstehen können und wie uns Kenntnisse über den Pferdekörper dabei unterstützen, Elemente der Tellington-Arbeit besser zu verstehen.

Als ich vor vielen Jahren in Österreich zum ersten Mal diese Kombination aus Tellington und Biomechanik unterrichtete, habe ich mich regelrecht neu in die Tellington-Methode verliebt. Seitdem habe ich oft über ihre Genialität gestaunt und bin Linda sehr dankbar, dass sie eine Methode entwickelt hat, die so viel in sich vereinigt: Wir können einfach unser Herz in unsere Hände und unsere Hände auf das Tier legen und so die Beziehung verbessern.

Wir können ohne jegliche anatomische Kenntnisse das Tier ttouchen und jede Zelle an ihre Perfektion erinnern. Und wir können ganz gezielt anatomische Strukturen beeinflussen. Achten Sie mal darauf, was Ihr bevorzugtes Herangehen ist und probieren Sie gezielt was anderes aus.

(Das wunderschöne Foto ist von Luna van Well. Mehr zu ihren Bildern unter www.lunavanwell.de)

 

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09. Oktober 2025

Pferde putzen

Blogbeitrag von Vanda Oosterhuis (NL)

Tellington Instruktorin für Pferde

Wenn du dein Pferd putzt ist es aber wichtig zu schauen, was dein Pferd okay findet oder noch besser: was es gern Wenn man Pferde beobachtet, sieht man, dass Pferde im Grunde keine Tiere sind, die Berührungen schätzen.

Sie kratzen einander, beißen beim Spielen oder drängeln. Eine Stute leckt ihr neugeborenes Fohlen zwar ein bisschen, aber hauptsächlich für den ersten Kontakt und damit es das Euter findet.

Deswegen finde ich es sehr schön, dass Pferde sich von uns so gut, nicht nur berühren, aber auch anfassen, halftern, satteln und reiten lassen. Viele Pferde werden sogar gern geputzt, auch wenn sie keinen Juckreiz haben (z.B. wegen Haarwechsel oder Sommerekzem).

mag. Steht es ruhig und entspannt da? Wenn nicht, ist das wegen des Putzens oder wegen etwas anderem?

Im allgemeinen ist es gut lange ruhige Striche zu machen, keine kurzen und zu fest. Es muß nicht immer ganz vorsichtig sein, manche Pferden mögen es wenn du mal flink striegelt, z. B. wenn sie im Frühjahr ihr Winterfell los werden müssen.

Die TTouches sind oft ganz leicht, denk daran wenn du ein Pferd putzt. Wenn es sich verspannt wenn du irgendeine Stelle putzt, mache dann nicht weiter, aber TTouche das Pferd bis es dort die Bürste akzeptiert.

Ich selber mag es wenn die Mähne und Schweif schön ausgebürstet sind. Denk aber an TTouches wie Mähnen ausstreichen und Schweifarbeit. Diese TTouches sind ganz leicht, ziehe also nie an die Haren, auch nicht wenn alles ganz verknotet ist, halte sie immer gut fest.

Und ja, unter dem Sattel und Zaumzeug soll es nicht scheuern, da muß es sauber sein. Es sieht, finden wir, besser aus wenn das ganze Pferd einigermaßen sauber ist. Entscheidend ist aber, WIE man das macht, mit welche Bürste, hart, sanft oder superweich, mit Striegel, Bürste (hart, weich) oder vielleicht nur mit einem Lammfell? Es gibt viele Möglichkeiten dein Pferd nicht nur sauber zu machen aber ihm auch etwas angenehmes zu tun.

Auch das ist TTouch!

 

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05. Oktober 2025

Erziehung – Beziehung oder Warum ist mein Hund so brav?

Blogbeitrag von Doris Prinstinger (A)

Tellington Instruktorin  für Kleintiere

Das Bild zum Beitrag kommt von ChatGPT wenn man fragt wie ein braver Hund ausschaut 🙂

Immer wieder stelle ich voller Dankbarkeit fest, wie brav mein Hund ist.

Aber was bedeutet das eigentlich? Brav sein?

Wahrscheinlich für jeden etwas anderes, weil Menschen unterschiedlichste Erwartungen an ihre Hunde haben.

Mein Hund kann Signale, die man dem Hund üblicherweise so beibringt, einfach weil er, wie die meisten, gerne lernt, es relativ einfach beizubringen ist  und es sogar Spaß macht.

Im Alltag brauche ich sie allerdings sehr selten.

Bei welchen Gelegenheiten verwendest du z.B. Sitz oder Platz?

Wenn wir irgendwo stehen bleiben, egal aus welchem Grund, ist mein Hund bei mir und wartet bis es wieder weitergeht. Welche Position er dabei einnimmt, ist mir eigentlich relativ egal.

Wenn ich so nachdenke, was Erziehung bedeutet, stelle ich fest, dass ich meinen Hund eigentlich relativ wenig erzogen habe.

Allerdings habe ich sehr viel Zeit in eine gute Beziehung investiert (und tue es natürlich noch immer).

Dazu gehört, die Bedürfnisse des Hundes zu erkennen. Nicht nur die Großen wie Essen, Schlaf etc. sondern auch die Kleinen. Eine Decke mit ins Restaurant zu nehmen, weil er gerne weich liegt, lange stehen zu bleiben, wenn es mal so gut riecht, kleine Rituale, die wichtig sind wie das Kauli beim Gipfelkreuz.

Ich denke sogar, dass der Grund warum mein Hund so ausgesprochen brav an lockerer Leine geht nicht an meiner Erziehung liegt (weil beigebracht habe ich ihm das nicht) sondern weil wir durch die Leine miteinander verbunden und dadurch beide dazu angehalten sind aufeinander Rücksicht zu nehmen. Und das mache ich genauso wie er.

Was es bedeutet, eine tiefe Beziehung zu seinem Hund zu bekommen, habe ich mit den Tellington Kursen gelernt. Achtsamkeit, Respekt, Berührung, Führung, gemeinsam sein – es entsteht beim Tun. Bei den TTouches genauso wie im Lernparcours und dann auch im Alltag.

Weitere Aspekte warum Hunde so brav sind, habe ich mit großer Freude im letzten Blogartikel von Lisa Leicht gelesen – Wie man in den Wald ruft, so hallt es zurück.

Was zeichnet deinen Hund als „braven Hund“ aus?

Ich würde mich sehr über deine Nachricht freuen an doris.hunde@aon.at

 

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02. Oktober 2025

Ändere deine Haltung und du änderst dein Verhalten

Blogbeitrag von Anke Recktenwald (D)

Tellington Instruktorin für Menschen

Im September war ich wieder auf einem 4 Tages Seminar bei Toni Robbins. Er lebt viele der gleichen Prinzipien wie Linda, und er unterrichtet sie, damit jeder diese großartige, lebensbejahende und befähigende Energie in sich selbst kreieren kann.

Zum Beispiel: Dankbarkeit
Um uns zu zeigen, wie schnell man aus einem schlechten Zustand in einen guten kommen kann, sollten wir Momente erinnern, für die wir dankbar sein könnten, kleine wie große.

Und mit dieser Dankbarkeit füllten wir unser Herz. Jeder, der Linda je sah, weiß wie viel Dankbarkeit sie lebt und ausdrückt. Sie weiß um die Energie, die es uns gibt, wenn wir dankbar sind.
Er lies uns auch beobachten, in welcher körperlichen Haltung wir sind, wenn wir glücklich und zuversichtlich sind und in welcher, wenn wir deprimiert und kraftlos sind. Wie wir atmen, wie wir stehen, wie wir reden. Und er zeigte uns immer wieder und wieder, das wir unseren Zustand in einem Augenblick ändern können, wenn wir uns in die Körperhaltung bringen, in der wir glücklich und zuversichtlich sind, lächeln, frei atmen, unsere Schultern weit machen und unsere Gedanken auf das Schöne lenken.
Linda lebt all dies und das ist eine der Quellen, die ihr so viel Kraft und Energie geben.
Die Haltung zu verändern um das Verhalten zu ändern ist eines der Grundprinzipien der Tellington Methode, die wir ständig bei den Tieren anwenden, um sie aus dem Stress in einen guten Zustand zu bringen.

Und wie viel besser könnten wir unsere Tiere und unser Umfeld betrachten und behandeln, wenn wir uns auch selbst immer wieder in einen guten, kraftvollen, glücklichen Zustand bringen. Denn wie sagt der kleine Prinz so schön: Man sieht nur mit dem Herzen gut.

Und das Herz führt uns meist leichter, wenn wir im Zustand von Dankbarkeit und Freude sind.

Foto. Freude und Dankbarkeit  im Abschlussfoto unseres Kurses: „Besser reiten mit Feldenkrais“ in Südtirol, im September, Fotograf: Thomas Rittensteiner

 

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28. September 2025

Das Leckerli

Blogbeitrag von Katja Krauß (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere

Bei dem Thema muss ich immer an die Zeit zurückdenken, als wir erst ein paar Jahre nach Berlin umgezogen waren. Da kam meine Oma, die immer noch in Hessen wohnte, auf die Idee, uns 5 Mark für jeden Brief zu zahlen, den sie von einem ihrer Enkel erhielt. Sie wollte uns also „motivieren“, um mehr in Kontakt mit uns zu kommen. (Erwähnt sei, für alle jüngeren Generationen, Handys gab es noch nicht und mit dem Festnetz telefonieren war teuer.)

Auch wenn 5 Mark viel Geld für mich und meine drei Geschwister war, ihre Strategie ging nicht auf. Uns drei älteren Geschwistern war der Betrag lange nicht ausreichend, da wir keinen guten Kontakt zu unserer Oma hatten und uns nicht auf so eine Manipulation einlassen wollten. Und mein jüngster Bruder schrieb zwar fast täglich, doch das hatte sich meine Oma wirklich anders vorgestellt, da er schrieb: „Hallo Oma, es geht mir gut. Dein Peter“.

Mit Tieren ist es genau das Gleiche. Wir können sie über die Leckerligabe „zum Briefe schreiben“ bekommen und wenn wir es geschickter als meine Oma anstellen, dann auch noch zu einigem mehr. Doch wenn es uns um Zuneigung und in Verbindung kommen geht, dann ist dafür der Tellington TTouch viel besser geeignet.

Allerdings gibt es eine Übung, bei der Leckerli absolut wertvoll sind, als Gabe, um unserer Wertschätzung dem Tun unseres Tieres gegenüber Ausdruck zu verleihen, das ist die Heranrufübung. Gebe ich dem Tier jedes Mal eine kleine Gaumenfreude, wenn es auf Ruf zu mir kommt, dann wird es diese Übung lieben lernen.

Wobei ich immer wieder beobachte, um wie viel hochwertiger ein Leckerli vom Tier bewertet wird, wenn es aus tiefstem Herzen gegeben wird, also unsere authentische Wertschätzung sichtbar werden lässt. Es macht einen großen Unterschied, ob ich wahrhaftig dankbar dafür bin, dass das Tier alles stehen und liegen lässt und zu mir gelaufen kommt, nur weil ich es gerufen habe.

Diese Dankbarkeit lässt sich dadurch zum Ausdruck bringen, dass ich mir sehr wohl Gedanken gemacht habe, welches Schmankerl ich dieses Mal für das Tier bereit halte. Ist es eine neue Köstlichkeit oder auch mal ein besonders großes Stück, dann zählt es, dass ich mir Zeit genommen habe, mir zu überlegen, womit ich meine Wertschätzung zum Ausdruck bringen kann. Nun kann ich die Freude in den Augen meines Tieres genießen, wenn ich es mal wieder geschafft habe, es im positiven Sinne zu überraschen.

Probiere es doch gleich selber mal aus. Überlege dir, mit welchem Leckerli du dein Tier mal richtig überraschen könntest und wenn es das nächste Mal auf dein Rufen hin zu dir kommt und du die besondere Köstlichkeit hervorzauberst, dann genieße den Spaß den es macht, wenn du deinem Tier echte Freude bereitest.

 

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25. September 2025

Die Tellington-Bienenleine

Blogbeitrag von Ingrid Wild (D)

Tellington Instruktorin für Pferde

Die „Bienenleine“ ist ein faszinierendes Werkzeug aus der Tellington-TTouch®-Methode, das sich besonders gut in der Bodenarbeit mit Pferden einsetzen lässt. Während Pferde diese Führposition meist schnell verstehen, ist sie für uns Menschen eine echte Lernaufgabe: loslassen, vertrauen und klar kommunizieren.

Was ist die Bienenleine?

Bei der Bienenleine läuft das Pferd zwischen zwei Menschen. Eine lange Leine oder ein Seil wird durch den unteren Halfterring geführt, und jede Person hält ein Ende davon. Das Pferd kann sich entlang der Leine frei bewegen und entscheidet selbst, wie viel Nähe oder Abstand es zu den Menschen möchte.

Das Durch die freilaufende Leine ist ein Ziehen zur Seite, nach hinten oder vorne ohne Einflußnahme auf das Pferd. Stattdessen geschieht die Kommunikation über klare Signale mit Körpersprache, Stimme und die sogenannten „Zauberstäbe“. Je klarer die Kommunikation zwischen den führenden Personen ist und die eigene Balance, desto leichter ist es für die Pferde entlang der Bienenleine in Balance und Selbsthaltung zu kommen.

Vorteile der Bienenleine in der Pferdearbeit (gilt auch für Hunde)

  • Selbsthaltung fördern: Das Pferd findet in seine eigene Balance, lernt Selbständigkeit und Selbstvertrauen.
  • Vertrauen stärken: Das Pferd reguliert eigenständig Nähe und Abstand.
  • Kommunikation verbessern: Nur wenn beide Menschen klar und abgestimmt agieren, entsteht Harmonie.
  • Neue Erfahrungen ermöglichen: Mensch und Pferd lernen, sich aufeinander einzulassen.

Praktische Tipps für die Arbeit mit der Bienenleine

  1. Geeignetes Material wählen: Eine ausreichend lange Leine oder ein leichtes Seil sorgt für Bewegungsfreiheit.
  2. Absprachen treffen: Klärt vorab, wer auf welcher Seite läuft und wie ihr euch verständigt
  3. Eigene Balance prüfen: Wer selbst ruhig und klar in seiner Körperhaltung ist, erleichtert dem Pferd die Orientierung.
  4. Locker lassen: Widersteht dem Impuls, zu korrigieren. Die Bienenleine lebt vom Vertrauen.
  5. Zauberstäbe sinnvoll einsetzen:
  6. Beobachten und spüren: Achtet auf kleinste Veränderungen in Ausdruck, Haltung oder Atmung des Pferdes.

Fazit: Die Bienenleine als Einladung zur Partnerschaft

Die Bienenleine ist weit mehr als nur eine Führposition. Sie ist eine Einladung zu echter Partnerschaft und feiner Kommunikation. In der Tellington-Bodenarbeit öffnet sie den Raum für Vertrauen, Selbstverantwortung und Harmonie – Wenn Mensch und Pferd lernen, sich gegenseitig Raum zu geben, entsteht etwas Wunderschönes: ein Gleichklang aus Vertrauen, Klarheit und Leichtigkeit.

 

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21. September 2025

Das Leben genießen

Blogbeitrag von Daniela Zurr (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere und Menschen

„Die glücklichsten Menschen haben nicht von allem das Beste, sie machen aus allem das Beste.“ Dieser Satz steht unter den Emails meiner Freundin und Tellington TTouch Kollegin Katja Krauß. Ich weiß nicht, von wem das Zitat stammt, aber ich bin sicher, dass Tiere besser in der Umsetzung sind als viele Menschen.

Bei unserem letzten ttouch-n-click Modul der Katzenausbildung durfte ich einen Kater kennenlernen, der mich sehr berührt hat und der aus jedem Tag das Beste macht. „Forrest“ genannt nach dem Kinohelden „Forrest Gump“ ist ein schwarz-weißer Kater, der auf Grund einer Gehirnschädigung Gleichgewichtsprobleme hat, wacklig läuft und immer wieder hinfällt-um ebenso schnell wieder aufzustehen. Obwohl das Laufen im höheren Gras schwieriger als auf flachem Untergrund ist, liebt es im Freigehege zu sein, die Sonne zu genießen, herumzustöbern und die Außenwelt zu beobachten.

In den 3 Tagen, in denen ich in seinem Zuhause, der Tierherberge von Pro animale in Markgrafpieske, unterrichtet haben, kam „Forrest“ immer sofort zu uns, wenn wir den Raum betreten haben. Er genoss die TTouches, lernte unterschiedliche Varianten der Tellington-Körperbänder kennen und folgte uns mit Begeisterung durch das Tellington-Labyrinth. Immer mit erhobenen Schwanz und entschlossen aussehendem Gesichtsausdruck nahm er unterschiedliche Untergründe, die anfangs schwierig für ihn waren, in Angriff.

Mit jeder Tellington-Einheit waren Verbesserungen in seinem Bewegungsablauf zu beobachten. Mein persönliches Highlight war der Moment, als er eine Stufe zwischen den Räumen hochlief, als wäre es das selbstverständlichste der Welt.

„Forrest“ erinnert uns daran, unser Potential bestmöglich zu nutzen, um auch vermeintlich große Hindernisse zu überwinden- und vielleicht auch daran, mal wieder einen alten Kinofilm anzusehen.

(Forrest sucht übrigens noch nach einer eigenen Familie;-)

 

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18. September 2025

Tellington – Von unbewusstem Re-Agieren zu bewusstem klugem Agieren

Blogbeitrag von Bibi Degn (ESP)

Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde

Ist dir die kleine Verzögerung zwischen dem Geben von der Tellington- Hilfen (Signalen) und der Umsetzung durch das Tier einmal aufgefallen? In den Ausbildungen schulen wir: Die Umsetzung des Signals durch das Tier erfolgt in der Regel nach dem Öffnen der Hand und oft nach einem Moment der Verzögerung. Woran liegt das? Ich habe eine Theorie:
Eine Angstreaktion erfolgt in der Regel schneller als eine vernunft-basierte Reaktion. Das liegt an der der Reizverarbeitung im Gehirn:

Die schnelle Reizverarbeitung: Wenn das Mensch oder unsere Tiere einen Reiz wahrnehmen, gelangt die Information in den Thalamus, der sensorische Signale verarbeitet. Von dort kann die Information direkt an die Amygdala weitergeleitet werden, die für emotionale Reaktionen, insbesondere Angst, zuständig ist. Die Amygdala kann dann innerhalb von Millisekunden eine Reaktion auslösen, z. B. eine Flucht- oder Angriffsreaktion, noch bevor der Verstand eingeschaltet ist. So wird in potenziell gefährlichen Situationen schnell reagiert. Danach kann die Vernunft das Verhalten korrigieren, falls sich die vermeintliche Bedrohung als harmlos herausstellt.

Der langsame Weg: Nicht-bedrohliche Stimuli werden primär über den langsamen, kognitiven Weg verarbeitet: Der Thalamus sendet in dem Fall über den sensorischen Cortex an den präfrontalen Cortex, das Stirnhirn. Dieses ‘Überdenken’ dauert ein wenig länger – die Entscheidung über die Handlung wird bewusst gewählt.

Ob das der Grund ist, warum die Tiere in der Tellington Methode oft diesen fast unmerklichen Moment der Verzögerung ihrer Reaktion haben?

Über wie viel bewusstes Denken unsere Tiere verfügen, darüber gibt es Untersuchungen. Wie auch immer zeigt uns die Erfahrung, dass die Tellington Methode die Tiere von unbewusstem Re-Agieren zu bewusstem klugem Agieren leitet.

 

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14. September 2025

Einen guten Riecher haben…

Blogbeitrag von Sylvia Haveman (NL)

Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde

Beim Ausmisten eines Schranks stieß ich auf alte Fotos meines Hundes Chi, als er jung war, und die Erinnerungen sprudelten nur so in mir hoch. Einmal nahm ich mit dem damals jungen Hund an einer Übung zum  Fährtenlesen teil. Die Absicht in dieser ersten Lektion war, dass der Hund lernte, nach mir zu suchen. Ich war sehr überrascht, als sich herausstellte, dass er das innerhalb kurzer Zeit mehrmals konnte und mich super schnell fand.

Wir haben gelernt, dass ein menschlicher Duft einzigartig ist. Eine Person verliert etwa 10.000 Hautschuppen pro Minute und dies ergibt in Kombination mit persönlichen Fettsäuren einen eigenen einzigartigen Duft. Die Hautschuppen sind noch leichter als Seifenblasenbläser und lassen sich daher leicht wegblasen. Der Hund kann sie ziemlich lange riechen.

Einzigartig ist auch die Hundenase.  Der Hund riecht mit der Nase und dem Jacobson’schen Organ, das sich hinter den Vorderzähnen befindet. Der Abdruck der Nase ist so einzigartig wie unser Fingerabdruck. Wenn man ganz genau hinschaut, erkennt man eine gerippte und feuchte Oberfläche. Eine feuchte Nase hilft, Wärme abzuleiten und Gerüche zu absorbieren. Das Besondere ist die große Anzahl an Riechzellen auf der Innenseite der Nasenhöhle. Das könnten bis zu 300 Millionen sein (vergleiche Mensch mit 5 Millionen). Weil es in den Riechzellen sogenannte Geruchsrezeptoren gibt, von denen jeder einen Duft erkennen kann, kann ein Hund viel mehr Gerüche wahrnehmen als wir.  Die Riechzellen erneuern sich ständig und wenn ein Hund regelmäßig mit der Nase arbeiten darf und oft einen bestimmten Duft wahrnimmt, wird er sich darauf spezialisieren.

Bei der Beobachtung von Hunden ist es gut zu sehen, ob der Hund eine feuchte, aktive Nase hat und die Gelegenheit bekommt und nutzt, Gerüche aufzunehmen. Für einen älteren Hund, der weniger gut sehen und hören kann, ist die Nase sehr wichtig und man sieht normalerweise, dass diese Tiere mehr Zeit zum Schnüffeln brauchen

 

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11. September 2025

Timbuktu – ein Traum vom Hundeparadies

Blogbeitrag von Lisa Leicht (CH)

Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere

„Timbuktu“ ist eines dieser Bücher, die man nie ganz vergisst. Geschrieben wurde es von Paul Auster, einem der großen amerikanischen Erzähler. Im Mittelpunkt steht der Hund Mr. Bones, der nach dem Tod seines Menschen, dem obdachlosen Dichter Willy, plötzlich allein klarkommen muss. Was das Buch für mich so besonders macht: Die Geschichte wird aus der Sicht von Mr. Bones erzählt.

Man liest, was er denkt, fühlt, hofft – und nach den ersten Seiten spürt man was Paul Auster uns mittels der Figur von Mr. Bones mitteilen will: Hunde haben ein tiefes Innenleben. Sie nehmen unsere Stimmungen auf, sie brauchen Nähe, Verlässlichkeit und echte Verbindung.

„Timbuktu“ hat mich sofort erinnert an die Philosophie der Tellington TTouch Methode erinnert. Auch sie geht davon aus, dass Tiere – wie wir Menschen – feine, oft unausgesprochene Signale empfangen und auf Berührung, Stimme und Energie reagieren. Dass Vertrauen, Achtsamkeit und Liebe die Basis jeder Beziehung sind – egal ob zwischen zwei Menschen oder zwischen Mensch und Tier.

Ich bin mir sicher: Mr. Bones hätte sehr von TTouch profitiert. Er ist ein sensibler, zutiefst loyaler Hund, geprägt von Erfahrungen, Ängsten und einer unglaublichen Treue. Paul Auster gelingt es, diese Gefühlswelt mit großer Zärtlichkeit und Tiefe zu zeigen – ohne Kitsch, aber mit viel Wärme.

Was mich besonders berührt: Der Roman erzählt nicht nur von der Freundschaft zwischen Hund und Mensch, sondern auch von unserer Verantwortung. Er stellt leise, aber eindringlich die Frage: Wie gehen wir mit den Tieren um, die uns so sehr vertrauen? Und sind wir bereit, ihnen wirklich zuzuhören?

„Timbuktu“ und die Tellington TTouch Methode verbindet genau dieser Gedanke: Tiere sind keine Wesen, die „funktionieren“ müssen – sondern fühlende Lebewesen, mit denen wir in Beziehung treten dürfen. Mit Respekt, Geduld und offenem Herzen.

Mein Fazit:

„Timbuktu“ ist kein lautes Buch. Aber es hallt lange nach. Es erzählt von Liebe, Verlust und Vertrauen – und passt für mich ganz wunderbar zur Haltung von Tellington TTouch.

Es erinnert mich immer wieder daran, wie feinfühlig Hunde sind. Und wie viel sie uns zeigen, wenn wir bereit sind, ihnen wirklich zuzuhören. Mit der Hand, mit dem Herzen – und einem offenen Blick.

Das Buch eignet sich übrigens auch ganz ausgezeichnet als Geschenk für Menschen, die Angst vor Hunden haben.

 

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07. September 2025

Ein Erlebnis über den Wolken – die Kraft des Heart Hug

Blogbeitrag von Karin Petra Freiling (D)

Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere

Auf dem Flug in den Urlaub nach Kos kam es zu einer besonderen Situation, die mir die Wirksamkeit des Tellington TTouch® erneut auf eindrückliche Weise vor Augen geführt hat. Während des Fluges kollabierte eine Passagierin. Sanitäter eilten herbei, legten eine Infusion – doch zunächst ohne sichtbaren Erfolg. Die Dame war bleich und wirkte leblos. Von meinem Sitzplatz aus begann ich, den Heart Hug zu praktizieren und in Gedanken die Ohren-TTouches anzuwenden. Nach kurzer Zeit schlug die Frau die Augen auf und war wieder ansprechbar.

Aus Sicherheitsgründen erfolgte eine Notlandung in Dresden, damit die Passagierin noch in Deutschland medizinisch versorgt werden konnte. Sie konnte sogar gestützt aus dem Flugzeug herauslaufen. Wir mussten nun noch warten, der Flieger musste neu getankt und die Koffer der Dame gefunden werden. Keiner wusste wann der Flugplan es zuließ dass wir weiterfliegen konnten. Indieser angespannten Situation wandte ich den Heart Hug bewusst für alle Mitreisenden und die Crew an. Was daraufhin geschah, war für mich zutiefst berührend: Statt Unruhe oder Unmut breiteten sich Ruhe, Mitgefühl und Zuversicht im ganzen Flugzeug aus. Selbst die Kinder blieben entspannt und gelassen – es entstand eine Atmosphäre von Zusammenhalt und Vertrauen.

Dieses Erlebnis hat mir noch einmal gezeigt, wie viel Kraft in der einfachen, herzverbundenen Geste des Heart Hug liegt – für uns selbst, für andere und für die Gemeinschaft. In Momenten, in denen wir eigentlich mit Stress oder Unruhe rechnen würden, kann eine solche innere Haltung entscheidend dazu beitragen, Frieden und positive Energie zu bewahren.

 

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4. September 2025

Beobachtung – die erste Säule der Tellington-Methode

Blogbeitrag von Katja Krauß (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere

Die Säulen der Tellington Methode (für Hunde/Katzen/Kleintiere) sind die Beobachtung, der Tellington TTouch®, der Tellington-Lernparcours, die Tellington-Lernhilfen und die Tellington-Philosophie.

Somit hat Linda allem voran die Beobachtung gestellt.

Unser Buch „Emotionen bei Hunden sehen lernen – eine Blickschule“ zeigt, dass auch ich mich ein Leben lang mit der Beobachtung beschäftige. Für mich ist es die Grundlage einer mitfühlenden, achtsamen Kommunikation, egal ob im Alltag oder im Training und egal mit welchem Individuum.

Auch Marshall Rosenberg hat die Beobachtung als den ersten der vier Schritte der Gewaltfreien Kommunikation definiert. Diese Parallele zu der Tellington-Methode finde ich sehr interessant.

Egal ob bei Tellington oder der GFK, wenn hier von Beobachtung gesprochen wird, dann meint es die neutrale, nicht wertende Beobachtung mit allen Sinnen.

Allerdings zitiere ich hierzu gerne M. Rosenberg, der sagte:

„“Der indische Philosoph J. Krishnamurti bemerkte einmal, dass Beobachten ohne Bewerten die höchste Form menschlicher Intelligenz sei. Als ich diese Aussage zum ersten Mal las, schoss mir der Gedanke ‚Was für ein Unsinn!‘ durch den Kopf, bevor ich merkte, dass ich gerade eine Bewertung vorgenommen hatte.„

Unser Gehirn filtert unsere Wahrnehmungen, schon dadurch wird eine echte neutrale Beobachtung fast unmöglich gemacht. Zudem wird sie durch unsere körperlichen Gegebenheiten, Umweltgegebenheiten, sowie unsere Vergangenheit beeinflusst.

Ich denke Kinder haben es da häufig etwas leichter, zum einen sind sie viel mehr im Hier und Jetzt und haben meist noch lange nicht einen so schweren Koffer an Erinnerungen und Meinungen, die sich über ihre Beobachtung legen.

Um ein guter Lehrer oder Trainer zu werden, sollten wir also jeden Tag ein bisschen wie unsere Kinder die Welt beobachten üben.

Nimm dir dazu dein Smartphone oder ein Notizheft und beobachte zwei Minuten Vögel in einem Baum, deinen Hund beim herumschnüffeln, dein Pferd beim grasen oder deine Katze, die sich leckt und notiere was du siehst, hörst, riechst und fühlst.

Oder ttouche dein Tier jeden Tag ebenfalls zwei Minuten lang und schreibe dir auf, was du fühlst, siehst, hörst und riechst- ohne Wertung.

Spannend dabei ist vielleicht noch zu wissen, dass sich Dinge verändern, allein dadurch, dass sie bewusst geworden sind- also lass dich überraschen.

 

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30. August 2025

Gute Pferdemenschen

Blogbeitrag von Lily Merklin (CH)

Tellington TTouch Instruktorin für Pferde

Natürlich ist es beeindruckend, wenn ein Pferd viel kann – egal, ob das Dressurlektionen sind oder Kunststücke oder egal, was. Aber wie viel sagt das über seinen Menschen aus? Ich würde mir meinen Lehrer nicht nur danach aussuchen, was sein Pferd kann, sondern ich würde ihm dabei zuschauen, wie er ihm neue Dinge beibringt. Um wirklich beurteilen zu können, wie jemand mit Pferden umgeht, will ich ihn in einer Situation erleben, in der das Tier nicht macht, was er will, in der etwas nicht funktioniert. Bleibt er gelassen und freundlich? Hoffentlich! Denn kann ich mich bei ihm auch sicher fühlen.

In der Tellington-Methode haben wir viele Möglichkeiten, wie wir mit dem Tier umgehen, wenn etwas nicht funktioniert. Ich erinnere mich da zum Beispiel an Hakim, einen jungen Hengst in Spanien, der eigentlich Angst vor allem hatte. Seine bevorzugte Reaktion war, einfach wegzulaufen, sobald er sich nicht mehr ganz sicher fühlte. Und das kam oft vor. Sein Kopf war immer oben, sein Körper angespannt. Um ihm eine neue Erfahrung zu ermöglichen, haben wir ihn im „Tiger zähmen“ angebunden und so liebevoll begrenzt. Mit Hilfe von positiver Verstärkung und Futter haben wir ihn dann für „gefährliche“ Dinge begeistern und sein Muster verändern können. Rasch konnte er sich in der Folge dann auch ohne die Hilfe der Leinen mit neuen Dingen auseinandersetzen und wurde zu einem immer gelasseneren Kollegen.

 

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28. August 2025

Das Doppelte Dreieck

Blogbeitrag von Vanda Oosterhuis (NL)

Tellington Instruktorin für Pferde

Bei der Bodenarbeit mit Pferden mit den Fördernissen und auch beim Reiten lege ich gern das doppelte Dreieck hin.
Es ist eine schöne Alternative des Labyrinths und sehr vielseitig.

Man kann um die inneren Stangen gehen oder reiten, um die Äußeren oder auch  abwechselnd, mal innen, mal außen. Gerade in der Brieftaube-Führposition ist das schön, da man dann sehr gut miteinander kommunizieren muss – wohin gehen wir? Gehen wir jetzt um oder über die Stangen? Wechseln wir die Richtung? Und wie verhält sich unser Pferd?

Eine gute Übung ist es, einen Kreis in der Mitte zu drehen. Dies kann für manche, nicht so gelenkige Pferden eine Herausforderung sein:

  • Kann das Pferd es, und welche Richtung ist am einfachsten?
  • Macht es einen Unterschied ob du links oder rechts neben deinem Pferd gehst?
  • Welche Führposition ist am besten? Probiere verschiedene aus und gib deinem Pferd Zeit sich zu organisieren.

Natürlich kannst du auch auf verschiedene Weisen über die Stangen gehen und damit dein Pferd aufmerksam machen – und selber auch konzentriert bleiben. Bist du nicht achtsam, dann stolpert dein Pferd bestimmt, oder du selber.

Beim Reiten kannst du im Schritt oder auch im Trab über die Stangen gehen, in einem Muster, das ist eine tolle Übung für die Biegung. Achte genau darauf, wo du hin willst – und habt Spaß!

Hinlegen geht am Einfachsten so:

  • mach ein geschlossenes Dreieck
  • dann rollst du die Stangen nach außen so weit wie es für dein Pferd passend ist und
  • dann legst du die anderen 3 Stangen so, dass es 2 Dreiecke sind.

Eine weitere Variation ist ein doppeltes Viereck, eine schöne Abwechslung, gerade auch für das Reiten.

Probiere es mal aus.

Viel Spaß!

 

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24. August 2025

Die Komfortzone erweitern-mehr vom Leben haben

Blogbeitrag von Daniela Zurr (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere und Menschen

Wenn ich unterrichte, freue ich mich besonders, wenn ich Hund-Mensch-Teams wiedertreffe, deren Anfänge ich erlebt habe.

Während manche Tiere beim ersten TTouch „dahin zu schmelzen“ scheinen, gibt es andere, bei denen der Zugang zunächst schwieriger ist.

Aus meiner Sicht lohnt es sich am Ball zu bleiben und Zugänge zu suchen, die für das Individuum passen. Glücklicherweise sind die Tellington-Möglichkeiten vielfältig und können an das Feedback des einzelnen Tieres angepasst werden.

Bei einem meiner letzten Kurse war eine Hündin dabei, deren Anfänge mit TTouch ich erlebt hatte und deren Einstellung zunächst lautete: „Bitte rühr mich nicht an“. Wenn wir die Antwort unseres Tieres einfach so hinnehmen und ihm das Label aufdrücken „Mein Hund möchte nicht gettoucht werden“, reduzieren wir das Entwicklungspotential des Tieres. Und manchmal ist es auch einfach eine bequeme Aussage für uns.

Sowohl bei Tieren als auch bei Menschen erfordert eine Weiterentwicklung ein Verlassen und Erweitern der Komfortzone. Wenn dies kleinschrittig, mit achtsamen Pausen und auf das Feedback des Tieres eingehend passiert, sind erstaunliche Entwicklungen möglich.

Von uns Menschen erfordert es mit freundlicher Konsequenz dran zu bleiben, nach dem Motto „Just do the work“. So wie bei dieser Hündin, die TTouch von Kopf bis Pfote nicht nur zulassen, sondern auch genießen kann.

Ich wünsche viel Freude beim kontinuierlichen Entwicklungsprozess mit Deinen Tieren.

 

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21. August 2025

Auch im schlimmsten Fall steht der TTouch dir zur Seite

Blogbeitrag von Anke Recktenwald (D)

Tellington Instruktorin für Menschen

Susanne besuchte einige meiner Tellington TTouch for you Wochenendkurse, um sich das Leben mit Krebs etwas angenehmer zu gestalten. Sie schrieb:
„Liebe Anke,

heute möchte ich mal wieder vom Erfolg von TTouch berichten.

Ich mache momentan eine Tablettenchemo, da sich der Krebs in der Leber eingenistet hat.

Eine Nebenwirkung davon ist das sogenannte Hand-Fuß-Syndrom, über den Auslöser weiß man so gut wie nichts. Es äußert sich in sehr empfindlicher Haut, alles wird rot, Blasen können sich bilden,  die Haut löst sich bis auf das Fleisch ab… dies alles an Füßen und Händen. Gehen ist in manchen Fällen nicht mehr möglich.

Beim ersten Zyklus (2 Wochen Tabletten,  eine Woche Pause), verspürte ich ein Kribbeln, Hände und Füße waren sehr empfindlich, das Gehen schmerzte sehr, Handschuhe habe ich auch getragen,  weil ich nichts mehr richtig anpacken konnte. Ich habe regelmäßig Füße und Hände mit Sheabutter und Hanföl eingerieben.

Am Ende des ersten Zyklus fing ich mit den Ttouch an, mehrmals am Tag, an Füßen und Händen. Der zweite Zyklus hat nun seit ein paar Tagen begonnen… und was soll ich sagen, es ist nur ein sehr leichtes Kribbeln an den Füßen spürbar, sonst alles im grünen Bereich. Ich werde weiter berichten.“

Und etwas später berichtete sie:

„Guten Morgen Anke, hier wieder ein kurzer Bericht. Den letzen Tabletten Zyklus hab ich gut rumgebracht. Die Füße und Hände waren nicht so schlimm,  wie beim letzten Zyklus. Dank TTouch Habe es auch meinen Ärztinnen erzählt, sie waren sehr interessiert. Wünsche dir einen wunderschönen Tag
Danke Anke für deine Kurse…und danke Linda für den ttouch“

Danke Susanne für das Teilen deiner Erfahrungen, möge es viele inspirieren.

Let’s change the world – one TTouch at the time

 

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17. August 2025

Hasen und Tellington TTouch®

Blogbeitrag von Katja Krauß (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere

Vor kurzem hörte ich ein ganz wunderbares Hörbuch, welches davon handelt, dass eine Frau ein sehr junges Hasenkind findet.

Sie musste dann feststellen, dass viel über Kaninchen im Internet geschrieben wird, doch über den Feldhasen sind nur sehr wenige Annahmen bekannt. Auch der befragte Tierarzt wusste nur zu sagen, dass es eigentlich nicht möglich sei, einen jungen Feldhasen aufzupäppeln.

Die Frage, die sich mir persönlich da sofort stellte: „Wir wissen wie die Marsoberfläche aussieht, doch über unsere Feldhasen wissen wir fast nichts?“

In „Hase und Ich“, wie das großartige Hörbuch heißt, schafft die Autorin es den kleinen Hasen aufzuziehen und wenn ich es nicht besser wüsste, ich hätte geschworen, dass sie Tellington Practitioner sein müsste. Denn beim Hören drängten sich wieder und wieder  die Sätze der Tellington Philosophie in meine Gedanken (https://tellington-methode.de/methode/philosophie-tellington-ttouch-methode/).

Chloe Dalton, die Autorin dieser faszinierenden Geschichte, fängt schon sehr schnell damit an, den Hasen mehr und mehr als ihren Lehrer zu begreifen. Der Hase hilft ihr im Hier und Jetzt zu sein und ganz neue Prioritäten für ihr Leben zu entdecken. Die Schönheit der Natur erst überhaupt wahrzunehmen und mehr und mehr auch zu schätzen.

Mir persönlich hat das Buch so besonders gut gefallen, weil sie dem Hasen seine Freiheit belässt und genau diesem Umstand zuschreibt, dass diese wunderbare Beziehung überhaupt so entstehen konnte. Zudem beschreibt sie auf sehr neutrale Weise, ohne anzugreifen oder zu verurteilen, warum die Spezies des Feldhasen inzwischen bedroht ist. Die rote Liste stuft den Feldhasen als gefährdet ein.

Es macht mich glücklich, dass es dieses Buch auf die Bestsellerliste geschafft hat. Es ist auf jeden Fall eines der schönsten Bücher, über das Verhältnis zwischen Mensch und Tier, welches ich bisher lesen durfte.  Damit dient es sicherlich auch als ganz wunderbare Geschenkidee für alle Tierinteressierten.

 

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14. August 2025

Noahs Marsch-TTouch®

Blogbeitrag von Ingrid Wild (D)

Tellington Instruktorin für Pferde

Das Foto entstand auf einem Tellington-TTouch Seminar, dass ich auf der  auf der Karibikinsel Tobago unterrichten durfte.  Die junge Frau auf dem Foto berührte auf dem Seminar das erste Mal in ihrem Leben ein Pferd. Der Vollblutwallach Mr. Divo und sie kommen sich mit dem Tellington TTouch® Noahs Marsch näher.

Ich liebe  den Tellington TTouch „Noahs Marsch“. Er ist  besonders wertvoll, um ein Pferd und seine Berührungs-Bedürfnisse kennenzulernen und  gleichzeitig ist er sehr einfach auszuführen.

Er gehört zu den streichenden TTouches.

Um ein ehrliches Feedback vom Pferde  zu bekommen, mag ich es gern, wenn das  Pferd unangebunden stehen kann, zum Beispiel auf dem Paddock, der Box oder gar auf dem Reitplatz.

Für die Ausführung streichen Sie mit beiden Händen über den Pferdekörper, eine Hand folgt dabei der anderen. Legen Sie die Hände flach und mit lockerem Handgelenk auf. Wandern Sie über den ganzen Pferdekörper.

Gibt es Stellen, die weicher oder härter sind? Heißer oder kälter? So bekommen Sie eine Idee vom Körper Ihres Pferdes.

Achten Sie auf seine Reaktion, passen Sie Tempo und Intensität der Berührung an.

Ist die Berührung so achtsam, dass das Pferd bei ihnen stehen bleibt?

Entspannt das Pferd eher, wenn Sie Ihre Hand noch flächiger auflegen?

Ist es kitzelig bei zu wenig Druck?

Oder so sensibel gegenüber Berührung, dass es erstmal Ihren Handrücken bevorzugt?

Ist auch das zu viel, können Sie Ihre Hand anfangs sogar über dem Pferdekörper schweben lassen, ohne ihn wirklich zu berühren.

Der Noahs Marsch -TTouch® gibt mir die Chance, schon die erste Berührung so zu gestalten, dass die Pferde sie genießen und lädt sie ein, in Beziehung zu gehen.

 

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10. August 2025

Zusammenwachsen

Blogbeitrag von Daniela Zurr (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere und Menschen

Vor ein paar Wochen habe ich ein ttouch-n-click Modul in Berlin unterrichtet und es war wieder eine große Freude mit verschiedenen Hund-Mensch-Teams arbeiten zu dürfen.

Besonders gefreut habe ich mich, die Entwicklung einer jungen Hündin zu erleben, die erst vor 8 Wochen aus dem Tierheim in ihr neues Zuhause gezogen ist.

Die ursprünglich aus der Ukraine stammende Hündin mit unbekannter Vorgeschichte kam von Anfang an erstaunlich gut mit der Seminarsituation zurecht. Die anfangs bestehenden Unsicherheiten verschwanden im Laufe der Kurstage mehr und mehr.

Ivy lernte, sich unter den TTouches immer mehr zu entspannen, sowie sich im Lernparcours auch zwischen zwei Menschen führen zu lassen.

Tellington-Körperbänder verbesserten die Körperwahrnehmung und die Balance.

Viele schöne Möglichkeiten in kurzer Zeit immer mehr als Team zusammenzuwachsen.

Ich wünsche Angela und Ivy weiterhin viel Freude bei Ihrem gemeinsamen Weg.

 

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07. August 2025

Nur die Pferde wissen

Blogbeitrag von Bibi Degn (ESP)

Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde

Was will mir mein Pferd sagen?
Liebt es mich?
Darf ich es überhaupt reiten?

Diese Fragen hören wir oft – und sie verdienen Gehör. In meinen Seminaren gebe ich sie gerne mit Wertschätzung an die Teilnehmenden zurück. Warum? Weil eine aufrichtige Frage mit dem Wunsch nach echtem Verstehen der erste Schritt zu tiefer Erkenntnis ist.

„Wir Menschen haben Meinungen. Nur die Pferde wissen.“

Dieses Zitat von Robyn Hood bringt es auf den Punkt:
Es geht nicht um schnelle Antworten, Bewertungen oder Interpretationen.
Es geht um die Qualität des Zuhörens.

In einer Welt voller Meinungen lädt die Tellington-Methode dazu ein, dem Tier fragend zu begegnen – offen, neugierig, ohne Erwartungen. Nicht um sich Urteile zu bilden, sondern um interessiert zu bleiben. Nicht mit Druck, sondern mit Zeit, einem weichen Blick und feinen Händen.

Was fühlt das Tier?

Was braucht es?
Will es mir etwas sagen?

Sein mit Tieren ist nicht exakte Wissenschaft. Es ist ein lebendiger Prozess – geprägt von Beziehung, Achtsamkeit und Verantwortung. Wir wissen nie alles. Aber wir können lernen genauer hinzusehen, zu fragen. Wieder und wieder und wieder. Und unser Handeln immer wieder neu auszurichten.

Nutztiere?

Manchmal taucht eine große Frage auf, wie:
Ist Reiten überhaupt vertretbar?
Dürfen wir ein anderes Lebewesen für unsere Wünsche in Anspruch nehmen – selbst wenn wir es gut meinen? Darfst auch du etwas wollen?

Fragen wie diese lassen sich nicht pauschal beantworten. Doch sie verdienen es, ehrlich gestellt zu werden. Nicht aus Schuldgefühl, sondern mit Respekt – gegenüber dir selbst wie gegenüber deinem Haustier, deinem Pferd.

Was willst du?
Leistung und Perfektion?
Oder Verbindung?

Wenn wir bereit sind zuzuhören – und mutig genug, Fragen zu stellen – führt uns das Pferd seinen Weg und wir dürfen ihm unsere Welt verständlich machen.
Nicht ein:e Lehrer:in mit fertigen Antworten, sondern das Tier selbst kann uns lehren, wie Beziehung gelingt.

„Leg dein Herz in deine Hand und deine Hand auf dein Pferd.“
– Linda Tellington-Jones

…. und bleib neugierig!

 

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03. August 2025

Manchmal wird man spontan zum Nachdenken gebracht…

Blogbeitrag von Sylvia Haveman (NL)

Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde

Diesen Sommer habe ich mit einer Freundin einen wunderschönen Garten am Mittelmeer besucht. Im Museum vor Ort wurde ein Dokumentarfilm gezeigt, in dem der Begriff „Biom“ gezeigt wurde und der mir im Gedächtnis geblieben ist.

Ein Biom ist ein großes geografisches Gebiet mit einer charakteristischen Flora und Fauna und zeichnet sich durch eine spezifische Kombination von Pflanzen- und Tierarten aus. Der Landschaftstyp und das Pflanzenwachstum hängen mit dem Klima zusammen.

So schön ich einige Pflanzen auch fand, so verstand ich, dass sie in meiner häuslichen Umgebung viel weiter nördlich in Europa niemals überleben könnten; Ein Biom mit unterschiedlichen Bodentypen, Temperaturen und Nässe.

Unter diesem Gesichtspunkt dachte ich darüber nach, wie viele Tiere die Menschheit aus ihrem natürlichen Biom genommen hat, um anderswo zu leben. Denken Sie zum Beispiel an einen Schlittenhund aus Lappland, der hier auf der Fußbodenheizung liegt. Oder das Islandpferd, das von Natur aus an Strenge und Kälte gewöhnt ist und hier im fettigen Gras und Schlamm landet.

Bei unseren Beobachtungen müssen wir auch die ursprüngliche Herkunft und die ursprünglichen Bedürfnisse einer bestimmten Tierart berücksichtigen.

Ich erinnere mich zum Beispiel an Hamish, einen Widder, zu dem ein TTouch-Kollege vor Jahren gerufen wurde. Dieser Widder war besonders gefährlich, weil er den Besitzer mit seinen Hörnern rammte und ihn schmerzhaft verletzte. Es stellte sich heraus, dass das Tier sehr harte und schmerzhafte Muskeln im Schulterbereich hatte. Zudem stellte sich heraus, dass das Tier am Meer in einer ganz anderen Region mit anderer Vegetation aufgewachsen war. Der Besitzer lernte schnell ein paar TTouches und das Tier entspannte sich sichtlich.

Die Aufnahme von Algen in seinen Speiseplan erwies sich auch als sehr wichtig, um seine Grundbedürfnisse zu befriedigen. In kurzer Zeit verwandelte sich der Widder in ein sehr freundliches Tier, das niemanden mehr angriff und entspannt auf der Wiese herumlief. Ein weiteres Beispiel dafür, dass der körperliche und der seelisch-emotionale Zustand untrennbar miteinander verbunden sind.

 

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31. Juli 2025

Wie man in den Wald ruft, so hallt es zurück

Blogbeitrag von Lisa Leicht (CH)

Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere

Der bekannte Spruch „Wie man in den Wald ruft, so hallt es zurück“ beschreibt ein Naturgesetz, das weit über zwischenmenschliche Kommunikation hinausgeht. Es erinnert uns daran, dass unsere Haltung, unsere Energie und unsere Worte oft gespiegelt werden – sei es von anderen Menschen, von Tieren oder sogar vom Leben selbst. Besonders eindrucksvoll zeigt sich dieses Prinzip in der Arbeit mit Tieren und Menschen mit der Tellington TTouch®  Methode, die auf der Idee basiert, dass jedes Lebewesen mit Würde und Respekt behandelt werden sollte. Durch achtsame Berührungen, Körperbänder, Bodenarbeit und gezielte Beobachtung unterstützt TTouch das emotionale und körperliche Gleichgewicht von Tieren – und auch von uns selbst.

Energie – das unsichtbare Echo

Wenn wir mit einem Tier arbeiten, senden wir ständig Signale: über unsere Stimme, unsere Körpersprache, unsere Gedanken und unsere Berührungen. Tiere – viel feinfühliger als wir oft glauben – nehmen diese Signale auf. Ein gestresster, fordernder Mensch wird selten Ruhe und Vertrauen ernten. Ein Tier, das sich ständig angeleitet, korrigiert oder unter Druck gesetzt fühlt, „hallt“ diesen Umgang oft durch Unsicherheit, Widerstand oder Stressreaktionen zurück.

Mit TTouch lernen wir, diesen Kreislauf bewusst zu durchbrechen. Statt Druck senden wir Einladung, statt Korrektur bieten wir Unterstützung. Wir berühren mit Achtsamkeit statt Kontrolle, kommunizieren mit klarer, wohlwollender Präsenz. Und wie durch ein Wunder beginnt das Tier, genau das zurückzugeben: Ruhe, Offenheit, Vertrauen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Eine Kundin kam mit ihrem Hund, der sich ungern anfassen ließ, besonders am Kopf. Frühere Versuche, ihn „daran zu gewöhnen“, endeten in Stress – für beide. Wir änderten als erstes die Herangehensweise, indem ich die Person lehrte,  ihre innere Haltung zu verändern: sich zu zentrieren, mit Hearthugs die Atmung zu regulieren, die Stimme sanft und klar einzusetzen, den Hund nicht zu „berühren, um etwas zu erreichen“, sondern einfach zu sein und den Hund einzuladen. Mit den sanften, runden TTouches – die keine Massage, sondern eher eine Kommunikation auf Zellebene sind – öffnete sich der Hund langsam. Was früher ein Abwehren war, wurde zu einem neugierigen Nachfragen: „Was machst du da?“

Der Hund „hallte“ zurück, was er bekam: Sicherheit, Respekt, Nähe ohne Zwang.

Resonanz statt Reaktion

Tellington TTouch lehrt uns, nicht einfach auf Verhalten zu reagieren, sondern in eine tiefere Resonanz mit dem Tier (oder dem Menschen!) zu treten. Diese Resonanz ist ein energetisches Echo: Was wir senden, empfangen wir zurück. Genau wie im Wald.

Wenn wir mit Offenheit, Respekt und Achtsamkeit in die Beziehung gehen – dann ist das, was zurückkommt, oft viel mehr als bloße Gehorsamkeit. Es ist Verbindung.

Fazit

Der Spruch „Wie man in den Wald ruft, so hallt es zurück“ ist in der Tellington TTouch-Arbeit keine bloße Metapher, sondern gelebte Erfahrung. Die Methode zeigt uns, dass echte Veränderung nicht durch Kontrolle entsteht, sondern durch Bewusstsein und Beziehung. Wenn wir uns verändern, verändert sich auch das, was uns begegnet – ob im Wald, auf dem Trainingsplatz oder auf der Couch.

Und so beginnt jede Veränderung bei uns selbst.

Denn wie wir rufen – so wird es klingen.

 

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27. Juli 2025

🐾 Cleo- die Intention und das Muttertagswunder

Blogbeitrag von Karin Petra Freiling (D)

Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere

Zwei Tage vor Muttertag wurde eine hochschwangere wilde Katze zu uns auf den Tierschutzhof gebracht – aufmerksam, wachsam und ganz bei sich. Sie kam in einer Gitterbox. Am Muttertag selbst brachte sie vier kleine Kätzchen zur Welt. Doch die Gitterbox, in der sie untergebracht war, wurde zur Gefahr: Die Kleinen verfingen sich bereits in den Maschen. Ein Umzug war dringend nötig.

Mein Praktikant Milan war an meiner Seite, und ich erklärte ihm, dass wir nun mit Ruhe, Klarheit und Respekt vorgehen müssen. Denn: Wenn wir möchten, dass ein Tier uns vertraut, dann müssen wir ihm zuerst zeigen, dass wir Vertrauen schenken.

Ich setzte mich vor Cleo, schaute sie an – und sprach mit ihr. Ich erklärte ihr mit leiser, ruhiger Stimme, dass ich ihre Babys jetzt vorsichtig aus der Box holen werde.

„Ihnen passiert nichts, und du bekommst sie sofort wieder. Ich verspreche es dir.“

Und tatsächlich: Diese kleine wilde Katze ließ es zu. Ganz ruhig, ohne zu fauchen, ohne zu verteidigen – voller Vertrauen. Das allein war schon ein Wunder.

Dann erklärte ich ihr den nächsten Schritt:

„Wenn du in diese neue Box gehst, ist es dort weich und ruhig. Und deine Babys sind gleich wieder bei dir.“

Ich hatte dieses Bild ganz klar in meinem Kopf – die neue Box, das weiche Nest, die Rückkehr zu ihren Jungen. Und Cleo? Schaute mich an, drehte sich zur neuen Box – und ging ohne Zögern hinein.

Es war ein zutiefst berührender Moment.

Was wir daraus lernen können?

Dass Tiere unsere Freunde sind. Dass sie uns verstehen – perfekt –, wenn wir selbst klar sind in dem, was wir wollen. Wenn wir ihnen mit Respekt begegnen und sie als Wesen ansprechen, die fühlen, wissen, wahrnehmen.

Klarheit im Inneren. Ruhe in der Stimme. Und echte Verbindung.

Das ist der Weg.

Wie Linda Tellington-Jones so treffend sagt:

„Change your mind – change your animal.“

Oder in diesem Fall: Werde Dir deiner Intention bewusst -erkläre sie sanft – und das Tier folgt dir ins Vertrauen 💕

 

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24. Juli 2025

Was macht einen gute/n Hundetrainer:in und Katzenverhaltensberater:in aus?

Blogbeitrag von Katja Krauß (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere

Vor ein paar Tagen fragte mich eine Teilnehmerin, worauf sie achten sollte, wenn sie nach einer/m Hundetrainer:in sucht?

Meine erste Antwort lautet dann immer, Hund und Halter:in sollten sich wohl fühlen, so wohl es eben geht. Selbstverständlich kann kein/e Hundetrainer:in Ängste und Unsicherheiten wegzaubern, doch sie/er kann, so gut es eben geht, auf die Bedürfnisse des Hundes und des/der Hater:in eingehen.

Ich erzähle dann von ttouch-n-click, wo wir Hundetrainer:innen und Katzentrainer:innen ausbilden. Auch buchen viele Hundetrainer:innen, Katzenverhaltensberater:innen und Tierärzte:innen ttouch-n-click inzwischen als Zusatzausbildung, um den neuen Weg im Umgang mit Tieren zu erlernen.

Es geht bei ttouch-n-click in erster Linie darum, dass sich alle Beteiligten wohl fühlen und möglichst in ihre emotionale, physische und psychische Balance kommen. Dann schauen wir darauf, dass wir effektiv an Zielen arbeiten.

Durch fünfzig Jahre der Fortentwicklung einer bereits zu Beginn revolutionären Methode, gehört unser Ansatz und unser Verständnis zu den fortschrittlichsten in der Welt des Tiertrainings und -verhaltens.

Die Tellington TTouch Methode ist vor allem für ihre Körperarbeitstechniken bekannt, aber das ist nur ein kleiner Teil eines viel größeren, ganzheitlichen Ansatzes für die Arbeit mit Tieren aller Arten.

„Ändere deinen Geist, ändere dein Tier“ ist ein unglaublich wirkungsvolles Konzept. Das Loslassen vorgefasster Erwartungen, das Verurteilen von Etiketten und das Anbieten von Möglichkeiten zur Veränderung. Es ist eines der Kernprinzipien der Tellington TTouch Methode.

Gerade diese Woche erhielt ich so viel unglaubliches Feedback, wie einfach Tiertraining auf Grundlage des Tellington-Trainings ist. Eines möchte ich hier teilen und auch zwei ganz neue Erfolgsgeschichten per Link anhängen.

Eine Teilnehmerin schrieb gestern:

Ich wollte euch berichten, dass es nur neun Tage gedauert hat, bis Rudi mir nicht mehr auf Schritt und Tritt folgt. Sogar wenn es an der Tür klingelt und ich mit dem Postboten spreche, kann er auf dem Sessel liegen bleiben. Ist das nicht irre?

Schrank kippt auf Katze – Hilfe durch ttouch-n-click:

https://www.ttouch-n-click.de/success-stories/schrank-kippt-auf-katze-hilfe-durch-ttouch-n-click/

Gewitterangst lindern durch ttouch-n-click

https://www.ttouch-n-click.de/success-stories/gewitterangst-beim-hund-durch-ttouch-n-click-lindern/

 

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21. Juli 2025

Die Welt verändern – TTouch für TTouch

 Blogbeitrag von Lily Merklin (CH)

Tellington TTouch Instruktorin für Pferde

In meinem Blog-Beitrag im April habe ich dazu eingeladen, uns und unseren Mit-Tieren und -Menschen mehr zuzutrauen, das Träumen zu wagen.

Auch wenn es die TTouches nicht gäbe, wenn wir keinen Lernparcours und keine Führpositionen hätten, wenn die Körperbänder nie entdeckt worden wären und niemand auf die Idee gekommen wäre, Pferde mit einem Halsring zu reiten oder Hunde an einer Balanceleine zu führen – alleine die Philosophie der Tellington-Methode könnte die Welt revolutionieren:

Die Tellington TTouch® Methode ist weit mehr als eine gewaltfreie Trainingsmethode für Hunde, Pferde und viele weitere Tiere. Sie ist ein ganzheitliches Konzept, das alle Lebewesen individuell betrachtet und fördert. Ihr wohltuender Einfluss auf den gesamten Organismus hilft die Gesundheit zu fördern, und die Bindung und das Vertrauen zwischen Menschen und Tieren zu vertiefen.
Wir achten jedes Tier und sehen es als Lehrer für uns und unser Leben.
Wir setzen uns für Harmonie, Vertrauen und Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier sowie zwischen Menschen untereinander ein.
Wir respektieren und wertschätzen die eigene Persönlichkeit jedes Tieres und jedes Menschen, sowie ihre individuelle Art und Weise, zu lernen und sich zu entwickeln.
Unsere Zusammenarbeit mit Tieren gründet auf Verständnis und Vertrauen.

Wie oft habe ich mir in den letzten Wochen und Monaten gewünscht, dass diese Grundsätze das Weltgeschehen bestimmen? Und dann doch wieder mit meiner Schwester gestritten, auf etwas, was mein Partner gemacht hat, ungeduldig reagiert und einem Arbeitskollegen Unvermögen (oder Schlimmeres) unterstellt. Warum fällt es uns nur so schwer, diese Haltung im Alltag zu leben? Vielleicht ist es ein bisschen wie mit dem schönen Sprichwort „Der Weg ist das Ziel.“ und es geht auch hier – wie so oft im Leben – nicht darum, etwas zu können, sondern etwas immer und wieder und wieder zu üben. Oder, wie Linda es ausdrückt: Let´s change the world – one TTouch at a time.

 

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17. Juli 2025

Ein kleiner Moment der Dankbarkeit

Blogbeitrag von Vanda Oosterhuis (NL)

Tellington Instruktorin für Pferde

Es war nichts Schlimmes was passierte, aber es gab mir einen Moment von Dankbarkeit und Freude.

Ich spazierte durch einen Park und als ich die Straße erreichte, stolperte ich und fiel sehr hart mit meinem Knie auf das Pflaster. Als Kind bin ich öfter auf meine Kniee gefallen, es macht aber einen großen Unterschied ob man 10 oder 70 ist…..

Ich war auf dem Rückweg von einem schönen und tiefgehenden Gespräch und war müde.
Mein Knie schmerzte sehr, aber zum Glück gab es eine Bank in der Nähe und ich hinkte dahin, froh mich setzen zu können.

Nach ein Moment dachte ich, ah ja, Ohren, und fing an sie auszustreichen. Das machte schon ein Unterschied und es ging mir etwas besser.

Dann habe ich kleine, ganz leichte TTouch Kreise gemacht um die Wunde herum. Es war eine Schorfwunde, die kaum blutete aber sehr schmerzte. Ausserdem fühlte sich mein Unterschenkel auch gefühllos an. Nach etwa 10 Minuten Ohren-TTouch, Kreise und Python-TTouch auf meinem Bein waren die Schmerzen weg und mein Bein wieder okay.

Nun saß ich da und genoss den regen Verkehr von hauptsächlich Fußgängern und Radfahrern. Keine Eile, nur einfach entspannt sitzen und alles genießen, auch das Wetter war schön.

Ich war so dankbar das es TTouch gibt! Ich habe im Laufe der Jahre schlimmere Situationen erlebt, wo TTouch sehr geholfen hat (Pferd mit Kolik, Sturz vom Pferd z.B.), aber dieser kleine Unfall hat mir einen so schönen Moment von tiefer Ruhe und Dankbarkeit gebracht!

Danach konnte ich wieder ruhig aufstehen und gut gehen. Entspannt bin ich nach Hause gefahren und konnte mich sogar freuen was da passiert war.

 

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13. Juli 2025

Leben im „Hier und Jetzt“

Blogbeitrag von Doris Prinstinger (A)

Tellington Instruktorin  für Kleintiere

Beim letzten 6-tägigen Intensivseminar mit Debby Potts haben wir immer wieder festgestellt, wie großartig es ist, dass die Hunde im „Hier und Jetzt“ leben und sie uns dabei unterstützen, das ebenfalls zu tun. Zum Beispiel wenn wir sie ttouchen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich, wenn ich meinen Hund ttouche, in diesen Augenblicken alles um mich herum ausblenden kann. Ich denke nicht mehr an meinen Terminkalender, was ich noch alles erledigen muss oder an Situationen, die mich verärgert haben.

Der Geist wird frei und das Herz wird voll. Es ist wunderbar. Nachher stelle ich oft fest, dass sich vieles relativiert hat, ich bin wieder mehr bei mir selbst.

Und dann hatten wir ein Webinar, wo es um Traumata beim Hund ging. Eine Teilnehmerin fragte, wie es sein kann, dass Hunde durch frühere Erlebnisse traumatisiert werden, wo sie doch im „Hier und Jetzt“ leben.

Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Leben im „Hier und Jetzt“ bedeutet für mich nicht keine Vergangenheit (und Zukunft) zu haben. Das geht ja gar nicht. Dann würden die Hunde ja keine Signale können, weil sie im nächsten Augenblick schon wieder vergessen sind, oder auch nicht aus Erfahrungen lernen. Und da gibt es bestimmt noch unzählige Beispiele.

Für mich bedeutet es, präsent zu sein. Ganz bei der Sache. In diesem Augenblick.

Eine tiefe Verbindung mit dem Hund einzugehen, ohne an etwas anderes zu denken.

Das finde ich einfach schön.

Wie sehr Hunde tatsächlich im „Hier und Jetzt“ leben, kann ich nicht sagen. Ich habe einen Labradormischling und ab ca. einer Stunde vor Fütterungszeit ist er mit seinen Gedanken schon sehr in der Zukunft 😀

 

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10. Juli 2025

Ausgerechnet Jetzt ☹️ …nutze die Magie 🙂

Blogbeitrag von Anke Recktenwald (D)

Tellington Instruktorin für Menschen

In meinem Pferdekurs in Bayern treffen sich Schüler:Innen die schon viele Jahre mit mir arbeiten. Nicht alle wohnen vor Ort und so ist es immer ein fröhliches Ereignis für uns alle, auf das wir uns lange vorfreuen.
Und dann, am ersten Kursmorgen, wacht eine Schülerin mit Kopfschmerzen auf. Ja, es ist schon ein bisschen länger, dass sie das ab und an merkt. Aber ausgerechnet jetzt möchte sie sich doch auf den Kurs konzentrieren und Spaß haben.
Ich frage sie: Hast du schon Ohr-TTouch gemacht? “Ah, nee, ich hab nicht dran gedacht“, sagte sie, selbst verwundert. Und wo ich ja nun schon mal da bin und es immer schöner ist, wenn Jemand anders die Ohren ttoucht, wenn man gerade Kopfschmerzen hat, stelle ich  mich hinter sie und beginne. Nach ein paar Strichen frag ich: “Wie ist es, so mit Tempo und Druck?”
Sie antwortet, halb verwundert, halb wissend: “Alles bestens” und zögernd: „Eigentlich ist es sogar schon weg…. Wenn ich eine Katze wäre, würde ich jetzt schnurren” 🙂
Ähnlich war es vor ein paar Jahren, als ich auf dem Vollblutarabergestüt Malz einen Kurs unterrichtete. Die Tochter des Hauses, die den Kurs mit ihrer Pferdewirtin zusammen organisierte, bekam um die Mittagszeit Kopfschmerzen. Ausgerechnet jetzt! Es waren wichtige Leute zu Gast, um die sie sich gern kümmern würde und nun fürchtete sie das Herannahen einer Migräne. Ich bot ihr an, mal eine Kopfbandage zu probieren und sie probierte es gern. Auch hier trat sofort eine Besserung ein.
Es ist einfach so wunderbar wie schnell und einfach man Situationen verändern kann – raus aus dem Schmerz oder Stress, rein in den Genuß, bei Mensch & Tier

 

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06. Juli 2025

Angst vor Begegnungen mit anderen Pferden

Blogbeitrag von Susanne Salzmann (D)

Tellington Instruktorin für Pferde

Eine Frage, die mir häufig gestellt wird. Mein Pferd hat Angst vor der Begegnung mit anderen Pferden. Für manche Pferde zeigt sich diese Angst in der Begegnung mit anderen Pferden unter dem Sattel, wenn man in der Halle, auf dem Abreiteplatz oder auch im Gelände an einander vorbei reitet. Manche Pferde haben Stress beim Vorbeigehen an einer Koppel mit anderen Pferden oder auch nur mit den Pferden in der Nachbarbox.

Die Grenzen des eigenen Körpers wahrzunehmen, klingt so banal. Du denkst: „Natürlich weiß jeder Mensch und jedes Pferd wo seine Körperlichen Grenzen liegen“ Doch häufig ist genau diese unklare Wahrnehmung die zu obigen Problemen führt.

Mit dem Tellington TTouch, dem Einsatz von Tellington Körperbändern und dem Training im Lernparcours muss nicht jedes Problem einzeln erarbeitet werden – die Pferde lernen mehr über ihren eigenen Körper, bekommen mehr Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Sie können dadurch auch anderen vertrauen. Wer seine eigenen Grenzen besser spürt und wahrnimmt, hat nicht mehr so viel Angst vor der Begegnung mit anderen. Denn wer sich abgrenzen kann, fühlt sich auch sicher.

Die einfachsten Übungen bringen hier schon eine erstaunliche Wirkung, das Abstreichen des gesamten Pferdekörpers mit dem Tellington Zauberstab und den Händen. Etwas Ohren TTouch vor dem Reiten. Der Einsatz eines Körperbandes, beim Reiten. Nähere Informationen zum Thema Körperbänder, findest Du in dem Buch „Gut gewickelt für Pferde.“ erhältlich im Tellington Shop.

https://www.tellingtonshop.de/index.php/Gut-Gewickelt-f%C3%BCr-Pferde-DEUTSCH-p571975999

 

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03. Juli 2025

Rosas Gähnen

Blogbeitrag von Ingrid Wild (D)

Tellington Instruktorin für Pferde

Wie viele von uns haben schon im Zusammensein mit Pferden ein Gähnen des Tieres erlebt und dies als Zeichen der Entspannung oder der Beschwichtigung gedeutet.
Als ich Linda im Frühjahr nach Frankreich auf das Gestüt Delgado zu Magali Delgado und Frederic Pignon begleiten durfte, zeigte eines der Kurspferde auch ein ausgiebiges Gähnen im Training mit Linda:
Coralie betrat mit ihrer jungen Stute „Rosa“ den Trainingsplatz.
Wir hatten ihr bereits in der Box ein Tellington-Körperband und eine „Denkmütze“ angelegt. Die junge Stute war sichtlich aufgeregt und mit ihrer Aufmerksamkeit weit weg. Was die Zuschauer nun erleben durften, war ein Beispiel, wie sanft und effektiv die Tellington-Methode ist und wie schnell es gehen kann, Verbindung aufzubauen.
Linda nahm „Rosa“ in die Tellington Führposition des eleganten Elefanten und führte sie klar, ruhig und präzise im Labyrinth. Es dauerte nur eine Wendung im Labyrinth und für alle, die dabei waren, war ersichtlich was da passierte- voller Dankbarkeit für die angebotene Sicherheit wandte sich die junge Stute mit ihrer Aufmerksamkeit Linda zu.
Plötzlich war sie da- bei Linda und bei uns im Trainingsviereck. In wenigen Minuten verwandelte sich Rosas Nervosität in Vertrauen.
Im weiteren Verlauf der Trainingseinheit demonstrierte Linda einige TTouches an Rosa´s Körper und bei den TTouches im Hals und Kopfbereich reagierte „Rosa“ mit mehrmaligem heftigen Gähnen. Linda unterbrach ihr Arbeit sofort, löste die Lamaleine und ließ die Stute im Trainingsviereck frei. Während „Rosa sich im Sand wälzte, erklärte Linda den Zuschauern ihre Reaktion.
Das deutliche  Gähnen der Stute bedeute hier nicht Entspannung oder Beschwichtigung, sondern  Unsicherheit und körperliche Inbalance.
Und ich, gemeinsam mit vielen Zuschauern, durften wieder einen kleinen Meilenstein aus Lindas großer Erfahrung mit nach Hause nehmen.
Vielen Dank Linda und „Rosa“ .

 

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29. Juni 2025

Auch Schweine mögen Klarheit

Blogbeitrag von Daniela Zurr (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere und Menschen

Hast Du schon mal überlegt, wozu man einem Minipig ein Tellington-Körperband anlegen könnte?

Mir fallen viele Gründe ein, von der Vorbereitung auf das Tragen eines Brustgeschirrs, zur Verbesserung der Körperhaltung (viele Minipigs haben Senkrücken) bis zur Unterstützung bei tierärztlichen Maßnahmen. In unserem ttouch-n-click Kurs lernte Minipig „Birk“ ruhig auf einem Bodentarget stehen zu bleiben und sich ein Tellington-Körperband anlegen zu lassen.

Für ein faires Training ist es wichtig, dass sich alle Beteiligten wohl fühlen. Da eine Teilnehmerin schon Vorerfahrungen mit Bissen durch Schweine hatte, war für sie ein kleinschrittiger Aufbau, bei den Berührungen des Minipigs, die zunächst mit einem verlängertem Arm erfolgten, sinnvoll. Parallel lernte „Birk“, dass er durch ein ruhiges Positionieren des Kopfes im leeren Futternapf signalisieren kann, dass er bereit für den nächsten Schritt ist.

Durch die Verwendung eines Markersignals war eine klare Kommunikation, welches Verhalten belohnt wird möglich. Da Birk immer hungrig ist, waren die eingesetzten Pellets gute Verstärker. Auf Grund des gut strukturierten Aufbaus gelang es, innerhalb einer Trainingseinheit Birk das Tellington-Körperband anzulegen- und später auch wieder auszuziehen.

Weitere Trainingseinheiten werden nötig sein, damit dies auch mit anderen Personen und an anderen Orten klappt.

Herzlichen Dank an Stephan Gronostay für das Coaching dieser Traininsgeinheit.

Bei welchen Tierarten habt Ihr schon Tellington-Körperbänder angelegt? Teilt Eure Erfahrungen gerne auf Facebook oder per Email mit uns.

 

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26. Juni 2025

Würde und Respekt

Blogbeitrag von Bibi Degn (ESP, D)

Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde

Vor vielen Jahren übernahm ich ein Wort aus dem Sprachgebrauch von Jesper Juul: „gleichwürdig“. Es beschreibt genau das, was ich mir wünsche – eine Begegnung auf Augenhöhe. Schon immer war mir die Menschenwürde heilig, der Wunsch, alle Menschen als gleichwürdig sehen zu können. Als ich Linda begegnete, sah ich in ihrer Arbeit die Umsetzung dieser Haltung: das Tier als gleichwürdiger Partner – auch im Training.

In meinem Leitbild unserer Arbeit ist „Gleichwürdigkeit“ zentral: Wir arbeiten mit Tieren unter Wertschätzung ihrer Rolle als Mitbewohner der Erde. Wir respektieren ihre Würde und Einzigartigkeit und sehen sie als Lehrer für Menschen. Situationen, die Zwang erfordern, scheiden als Arbeitsmittel aus.

Mir ist bewusst, dass dieser Anspruch immer wieder nur in Annäherung erreichbar ist und doch inspiriert er mich täglich. Ja, wir wissen, dass Gleichwürdigkeit Widersprüche birgt – etwa beim Steak auf dem Teller oder der schicken Lederleine. Dennoch: Ich wünsche mir das Tier als Partner, als gleichwürdige Person im Spiegel meiner Liebe.

Was ist Würde? Friedrich Schiller verbindet sie mit Anmut, Adel und Schönheit. Wir erkennen sie leicht in einem stolzen Pferd, einem Jagdvogel am Himmel – schwerer fällt es bei überfahrenen Kröten oder Tierheimhunden. Doch auch sie haben diese Würde. Wie beim Menschen (Art. 1 GG) ist sie unantastbar – wenn wir nur hinschauen.

Würde wird bedroht durch Schmerz, Hilflosigkeit, Abhängigkeit, durch Mitleid statt Anerkennung. Tiere bedeuten für viele Menschen Halt – wir können Halt auch für sie sein. Die Kunst liegt im Blick auf das Potenzial, nicht auf das Defizit. Das Leben bringt unvermeidbar Leid mit sich. Tellington bedeutet, Wachstum zu begleiten und nicht Leid zu bejammern.

Respekt bedeutet „zurückschauen“ – hinschauen auf das Wesen, auf seine Hindernisse und seine Möglichkeiten. Die Tellington TTouch® Methode meistert diese Balance – sie erkennt, was trennt, und glaubt doch immer an die Vollkommenheit.

Auch ich bemühe mich darum – jedes Mal, wenn ich den TTouch anwende und damit das Wesen meines Gegenübers würdige.

 

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21. Juni 2025

Manche Hunde graben sich tief in dein Herz…..

Blogbeitrag von Sylvia Haveman (NL)

Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde

Diese geschriebenen Zeilen sind eine Hommage an Senta, einen wunderschönen Hund mit einem Herzen aus Gold. Sie verbrachte viele Jahre an der Seite ihres Menschenfreundes. Als er starb, war sie eine Stütze für ihr Frauchen. Sie genossen jahrelang die Gesellschaft des anderen, die Spaziergänge und den Garten.

Ich habe Senta kennengelernt, als sie vor 7 Jahren als Patientin in meine Physiotherapiepraxis kam, sie war gelegentlich etwas lahm am Hinterbein und wurde im Laufe der Jahre etwas steifer.

Obwohl wir vermuteten, dass Senta das ganze Getue um ihren Körper nicht für nötig hielt, blieb sie freiwillig liegen und schien die vielen TTouches, die ich machen durfte, zu genießen. Mein Ziel war es, Entspannung und Schmerzlinderung in die sensiblen Bereiche zu bringen.  Im Laufe der Jahre habe ich alle mir bekannten TTouches verwendet und dies mit unterschiedlichen Handteilen je nach Form und Zugänglichkeit des Körperteils. Es gibt viele TTouches, die für einen älteren Hund von Vorteil sind.  Senta stand regelmäßig auf, ging ein Stück und kam dann zurück, damit ich weitermachen konnte. Dieser Wechsel zwischen den verschiedenen TTouch-Sitzungen ist wichtig als Pause, um die bereitgestellten Informationen zu verarbeiten und gibt nützliches Feedback.

Die letzte Sitzung fand bei ihr zu Hause statt, in ihrer vertrauten Umgebung. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass es unser letzter Kontakt sein würde. Erst vor kurzem hat Senta, 14,5 Jahre alt,  die Regenbogenbrücke überquert und nun schätzen wir die vielen schönen Erinnerungen, die sich so tief in unsere Herzen eingenistet haben.

 

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19. Juni 2025

Qualität statt Quantität- mit weniger mehr Tiefe gewinnen

Blogbeitrag von Lisa Leicht (CH)

Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere

Im Zusammenleben mit unseren Tieren sind es nicht die vielen Methoden oder langen Stunden, die Verbindung schaffen und Veränderung ermöglichen, sondern die Qualität der Begegnung. Die Tellington TTouch®-Methode lädt dazu ein, weniger zu tun und mehr zu sein. Statt sich in zahllosen Techniken zu verlieren, liegt ihr Wert in der Tiefe: in der bewussten Berührung, der inneren Haltung und dem Dialog mit dem Tier auf Augenhöhe.

In einer Welt voller Methoden, Tipps und Trainingsansätzen wirkt das fast radikal. Doch wer sich entscheidet, mit einer Methode wirklich in die Tiefe zu gehen – zum Beispiel mit TTouch – entdeckt, wie viel in kleinen, bewussten Schritten liegt. Es geht nicht darum, ständig Neues auszuprobieren, sondern Bekanntes zu vertiefen. Wiederholung wird zur Verfeinerung. Achtsamkeit ersetzt Aktionismus.

Ein zentraler Aspekt ist das gemeinsame Stillwerden, bevor überhaupt etwas geschieht. Bevor wir berühren, ansprechen oder führen, dürfen wir erst einmal bei uns selbst ankommen. Ein paar bewusste Atemzüge, ein Hearthug, ein klares inneres Ja. Aus dieser Haltung heraus entsteht Resonanz: Das Tier spürt unsere Präsenz – nicht als Erwartung, sondern als Angebot. Es fühlt sich wahrgenommen, nicht gelenkt. Diese Stille schafft Vertrauen. Sie ist der Boden für jede echte Begegnung.

Diese Haltung verändert nicht nur das Tier – sie verändert uns. Aus einem „Ich mache etwas mit meinem Tier“ wird ein „Ich bin mit ihm“ – in Beziehung, gemeinsam im Prozess. Es braucht keine großen Gesten, keine langen Einheiten. Ein ruhiger Moment, ein feiner TTouch, ein stilles Zusammensein – das genügt oft, um eine Verbindung zu schaffen, die über Worte hinausgeht.

Weniger tun. Mehr sein. So beginnt echte Tiefe – mit Achtsamkeit, Vertrauen und Berührung.

 

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15. Juni 2025

Wunder mit Samtpfoten – Die Geschichte von Wolke

Blogbeitrag von Karin Petra Freiling (D)

Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere

Manche Begegnungen berühren das Herz auf eine Weise, die man nie vergisst. Eine Klientin kam mit ihrer Tochter und ihrer Katze „Wolke“ zu mir – eine schneeweiße Angorakatze, die ihrem Namen alle Ehre machte. Die Tierärzte hatten bereits alles versucht. Lähmungen in der Hinterhand, keine Hoffnung mehr, das traurige Urteil: Einschläfern. Und das mit 11 Jahren. Doch eine Freundin riet den beiden, es noch einmal anders zu versuchen – bei mir.

„Das ist unsere Wolke“, sagte das Mädchen leise, als sie in die Praxis kam. „Die haben wir vom Himmel gepflückt.“ Ich war tief berührt. Ihre Liebe zu diesem Tier war so spürbar, so rein. Dann fragte sie mich ganz ernst: „Was werden Sie mit Wolke machen?“ Ich antwortete: „Bioresonanz stherapie, Amplivet (Stromtherapie) und ganz viel Tellington TTouch. Zauberkreise nenne ich die. Und weißt du was? Ich glaube, du kannst das ganz wunderbar selbst machen.“

Gesagt, getan. Während ich behandelte, hielt das Mädchen ihre Wolke ganz behutsam im Arm. Mit kindlicher Neugier lernte sie die sanften Tellington-TTouches – den Waschbär-TTouch und die Maus auf der Leiter. Sie übte an meiner Hand, mit perfektem Druck und Tempo, ganz instinktiv. Dann ließ ich sie Wolke berühren, ganz zart. „Und jetzt“, sagte ich, „stell dir während du die Zauberkreise ausführst, vor, dass Wolke wieder laufen kann.“ Sie überlegte kurz, dann strahlte sie: „Wie wenn Mama einen Parkplatz bestellt. Dann bekommen wir auch immer einen.“

Ich nickte zustimmend und war sehr beeindruckt von dem kleinen Schatz.

Und so berührte sie Wolke weiter, mit voller Konzentration und ganz viel Herz. Am Ende der Sitzung sollte Wolke in Ihre Transportbox, aber die Kleine bestand darauf: „Wir müssen doch erst noch schauen, ob Wolke wieder laufen kann.“ Und tatsächlich – Wolke stand auf und machte vier ganz normale Schritte.

Am nächsten Tag lief sie schon zehn Minuten. Heute springt sie wieder wie früher.

Diese Begegnung hat mir erneut gezeigt: Wunder geschehen dort, wo Liebe, eine klare Intention ( darin sind Kinder ganz wundervolle Lehrer) und Berührung sich begegnen. Ich liebe unsere Tellington TTouch Arbeit.

 

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12. Juni 2025

 

Nur Verhalten – oder   Persönlichkeit

Blogbeitrag von Katja Krauß (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere

Ich liebe die Tellington Philosophie. Linda hat sich dazu so viele Jahre sehr viele Gedanken gemacht, bis alles enthalten war, was ihr wirklich wichtig ist.

Letzte Woche kam ich mit einer Bekannten in einen Laden und zwei Hunde bellten. Meine Bekannte ist die Chefin der Hundehalterin, die hinter ihren Hunden saß. Nun wollte meine Bekannte die Hunde streicheln und die Hundehalterin sagte: „Du weißt genau, wenn du sie streichelst, dann fange ich wieder von Neuem an (mit den Hunden zu trainieren, dass sie leise sein sollen)“.

Ich erklärte ihr daraufhin, dass das Bellen nur ein Symptom ist und sie mehr darauf schauen sollte, was die Ursache ist. Es sind doch die Emotionen, die uns und auch unsere Tiere beeinflussen, wie wir die Welt wahrnehmen, Entscheidungen treffen und mit anderen agieren.

Da unsere Tiere soziale Wesen sind, wird es ihre Emotionen häufig positiv beeinflussen, wenn sie Kontakt aufnehmen dürfen (sofern sie diesen wünschen) und wenn sie ruhig abgestrichen werden, z.B. mit Noahs Marsch.

In der Tellington Philosophie heißt es dementsprechend: „Wir respektieren und wertschätzen die eigene Persönlichkeit jedes Tieres und jedes Menschen, …“.

Dabei schauen wir also niemals nur auf den Aspekt Verhalten (das Bellen), sondern versuchen immer auch die jeweilige Situation und Geschichte dieser Persönlichkeit zu berücksichtigen.

Weshalb wir mit der Tellington TTouch Methode versuchen der Persönlichkeit in ihre physische, geistige und emotionale Balance zu verhelfen. Und damit verschwinden dann Symptome, die starke Erregung zeigen, z.B. wie das Bellen, häufig von ganz allein.

 

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08. Juni 2025

Unsicherheit hat viele Gesichter

 Blogbeitrag von Lily Merklin (CH)

Tellington TTouch Instruktorin für Pferde

In ihrem schönen Beitrag vom 22. Mai hat meine Kollegin Ingrid Wild von den fünf Verhaltensweisen geschrieben, die Pferde in Stresssituationen zeigen. Leider gibt es immer noch viele Menschen, die bei Pferden „Flucht“ als einzige Reaktion auf Angst kennen. Dem gegenüber werden dann häufig Tiere gestellt, die auf Angst mit Kampf reagieren. So einfach ist das aber nicht. Pferde besitzen, genau wie wir Menschen und viele andere Tiere, sowohl die Fähigkeit zu fliehen als auch zu kämpfen. Darüber hinaus gibt es aber noch mindestens drei weitere Mechanismen, die bei Gefahr/Angst oder Unsicherheit zum Tragen kommen. Das Erstarren, „starr vor Schreck werden“ oder einfrieren kommt häufig in Krimis vor. Im Alltag kennen wir es bei besonders unheimlichen, plötzlichen Schrecksituationen. Pferde zeigen dieses Verhalten oft beim Verladen. Dann stehen sie wie angewurzelt vor dem Hänger und bewegen sich weder vor und zurück. Manche Reiter unterstellen ihrem Pferd in dieser Situation Dickköpfigkeit – häufig zu Unrecht. Hält dieser Zustand an, kommt als nächste Stufe das „Abschalten“, das Umkippen oder gar die Bewusstlosigkeit. Zwischen dem Einfrieren und der Ohnmacht ist bei Tieren der Totstellreflex angesiedelt. Dieses Phänomen wird bei Pferden selten so deutlich wie beim sprichwörtlichen „Kaninchen vor der Schlange“. Was wir dafür häufig sehen (und immer wieder mit Langeweile verwechseln) ist das „Herumblödeln“. Die Pferde fangen an mit irgendetwas herumzuspielen, mit den Füßen beziehungsweise Hufen zu scharren oder mit dem Maul zu spielen. Fast jedes Individuum reagiert bei Unsicherheit instinktiv mit einer gut gelernten und in der Vergangenheit bewährten Reaktion.

Überlegen Sie doch mal: Wie reagieren Sie bei Unsicherheit? Wie Ihr Tier? Und wie können Sie das verändern, wenn Sie wollen?

Der Stress ist dem Pferd förmlich ins Gesicht geschrieben: Es schlägt mit dem Kopf, nimmt immer wieder die Leine in den Mund. Zum Glück haben wir in der Tellington-Methode viele Möglichkeiten, den Stress zu reduzieren, so dass solche Bilder nur Momentaufnahmen sind.

 

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05. Juni 2025

Geduld, manchmal geht es nicht so schnell….

Blogbeitrag von Vanda Oosterhuis (NL)

Tellington Instruktorin für Pferde

Oft hört man, dass TTouch so wunderbar geholfen hat bei einem Pferd, Menschen oder Hund. An einem Tag während eines Trainings war der Hund sehr unruhig, am nächste Tag schon sehr viel ruhiger. Oder jemand hat selber TTouch bekommen und jetzt ist die Schulter, die schon immer steif war, viel lockerer geworden.
Ganz toll, so wirkt TTouch sehr oft!
Aber manchmal geht es nicht so schnell. Das ist auch was ich von Linda und TTouch gelernt habe: Geduld.

Veränderung kostet oft Zeit, gerade wenn ein Trauma sehr tief sitzt, eine (nicht so gute) Angewohnheit schon sehr besteht, oder ein Tier oder Mensch sich nicht so schnell verändern kann und einfach Zeit braucht.
Manchmal weiß man auch nicht, ob  TTouch schneller hilft, z. B. als ich mein Schlüsselbein gebrochen hatte und sehr viel TTouchte. Es heilte nicht viel schneller als üblicherweise, was ich natürlich gehofft hatte. Aber vielleicht hatte es sonst doch länger gedauert? Oder war nicht so schön verheilt? Oder es war gut für mich das ich das Gefühl hatte, etwas Gutes für meinen Körper zu tun? Und die Geduld zu haben damit es gut heilte?
Veränderungen kosten nun einmal einfach oft Zeit, das habe ich von TTouch gelernt: die kleinen Schritte zu sehen, zu wissen was ich mit TTouches und Bodenarbeit tun kann. Oder einfach zu sehen, dass mein Pferd vielleicht einfach eine Pause braucht und ich geduldig abwarten muss was passiert.Ganz oft ist die Erfahrung, geht es danach plötzlich doch viel besser, ist mein Pferd ruhiger, versteht alles besser und es zeigt sich, dass es gut war, Geduld zu haben.

Fazit ist:  Geduld haben und den Wesen Zeit geben, ist nicht immer einfach –  aber auch das ist die Tellington TTouch Methode.

 

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01. Juni 2025

Das war der Kongress 2025 und was es über Tellington Körperbänder zu sagen gibt……

Blogbeitrag von Doris Prinstinger (A)

Tellington Instruktorin  für Kleintiere

 

Letzte Woche, vom 19.-23. Mai, fand der 2. Tellington Kongress statt. Via Zoom haben wir uns jeden Abend von 19.00 – 20.00 Uhr getroffen.

Und – das Beste – es ist ja eigentlich noch nicht ganz vorbei. Denn du kannst dir noch das ganze restliche Jahr kostenlos! die Aufzeichnungen auf www.tellingtonkongress.at anschauen.

Am ersten Abend habe ich die Tellington TTouch Methode allgemein vorgestellt, wobei wir lange bei der zu Grunde liegenden Philosophie hängen geblieben sind.

Viviane Theby hat uns ihr AVE Prinzip vorgestellt und wir konnten einige Gemeinsamkeiten entdecken. Barbara Wienerisch hat sich mit uns Menschen beschäftigt. Wir machen immerhin 50% des Mensch-Hund-Teams aus. Karin Jansen war sehr beeindruckend. Sie konnte die Zusammenhänge im Körper allgemein und mit der Psyche im Besonderen sehr anschaulich erklären. In ihrem Buch hat sie auch die Tellington-Körperbänder erwähnt und so passte es perfekt, dass wir ihnen den letzten Abend widmeten.

Conny Gattinger hat und in die bunte Welt der Körperbänder entführt.

Über die Jahre haben wir ganz viele Erfolgsgeschichten damit gesammelt und wir wissen aus Erfahrung, dass Körperbänder wirken. Es freut mich, dass sich eine Tellington Kollegin und Hundephysiotherapeutin, Sandra Rutz von DogFitSports, damit beschäftigt und auf dem Canid Gait® Messungen damit vorgenommen hat. Mit erstaunlichen Ergebnissen.

Alles darüber kannst du dann im nächsten (oder übernächsten) Tellington Magazin  https://tellington-methode.de/tellington-magazin/– der Tellington Zeitschrift  nachlesen.

 

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29. Mai 2025

Sich einfach selber helfen

Blogbeitrag von Anke Recktenwald (D)

Tellington Instruktorin für Menschen

 

Die Teilnehmer übten den TTouch© aneinander, am Rücken. Eine Teilnehmerin mit Nierenproblemen spürte spontane Erleichterung. Obwohl ihre Nieren gar nicht in der Aufmerksamkeit waren wirkten die TTouch tiefgreifend. Eine andere Teilnehmerin, die schon seit längerem Verspannung im Hüftgelenk hatte, ttouchte sich dort selbst, und fragte verwundert, ob es denn wirklich sein könnte, das sie nach nur wenigen Kreisen, keinen Schmerz mehr dort spürte.
Eine Teilnehmerin hat Arthrose in den Fingern und wir suchten den passenden TTouch für ihre Hand. Nicht den TTouch mit dem sie behandelt werden wollte, sondern den, den die Hand am besten ausführen konnte. Am nächsten Morgen freute sie , erzählte sie „Jetzt werde ich auch mit der linken ttouchen!“ Die Schmerzen hatten sich auf ein Minimum verringert und die Gelenke zeigten deutlich mehr Beweglichkeit bei der Ausführung des TTouch am Sonntag. Sie übte nun auch mit der linken Hand und auch die verbesserte sich.  Alle freuten sich über die einfache Selbsthilfe.

Es macht mich froh, dass viele Mütter in dem Kurs waren, die nun ihren Kindern diese wertvollen Tools zur Selbsthilfe bei Schmerzen und Stress mitgeben können. Ich erzählte von den TTouch, die meine kleine Freundin Anna Maria uns immer spüren lässt. Anna ist mit TTouch aufgewachsen. Seit ihrer Geburt kennt sie die Kreise und wendet sie, seit sie 3 oder 4 Jahre als ist, selbst an. Als sie 8 Jahre alt war besuchte sie uns in einem Kurs und ttouchte die Teilnehmer. Jeder konnte die besondere Magie spüren. Ein Kind das TTouch anwendet will nichts, es erwartet nichts, es bewegt die Haut mit Sanftheit und klarer Intention. Achtsam in der technischen Ausführung, doch ohne Sorge etwas falsch zu machen. Und man spürt in jeder Zelle die Liebe, die in der Berührung liegt. Und dieses besondere Berührung lässt die Zellen  aufleuchten. Mögen irgendwann alle Kinder TTouch kennen und anwenden können“

 

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25. Mai 2025

Draumur – Traumata mit TTouch heilen 3

Blogbeitrag von Susanne Salzmann (D)

Tellington Instruktorin für Pferde

 

Angst vor Hufschmied, Tierarzt und Männern im Allgemeinen

Nach dem Draumur, dank der Tellington TTouch Methode für Pferde Vertrauen zu mir gefasst hatte, durfte ich schon sehr bald alles mit ihm machen. Halftern gar kein Problem mehr, in der Herde kam er zu mir und folgte mir freudig. Pflege, Reiten, Bodenarbeit, alles war sehr harmonisch mit uns.

Leider konnte er weder den Tierarzt, noch den Hufschmied akzeptieren, auch Begegnungen mit Männern im Allgemeinen z.B. beim Ausreiten traute er sich nicht an Spaziergängern vorbei. Natürlich nutze ich zunächst Ausweichstrategien wie z.B. eine Frau für die Hufpflege bestellen oder alles selber machen. Mir war jedoch klar, dass er diese Angst überwinden kann und sein Leben viel leichter wird, wenn wir daran arbeiten.

Wann immer ein Mann, an einem meiner Tellington TTouch Kurse teilnahm, bat ich ihn Draumur mit mir zusammenzuarbeiten. Ich habe damit begonnen, TTouch anzuwenden, während der Teilnehmer neben mir stand, dann nach dem Draumur deutlich zeigte, dass er sich entspannen kann, durfte der Teilnehmer TTouch machen. Dabei blieb ich zunächst immer in der Nähe von Draumur.

Jahre später, lief Draumur freudig Männern auf der Weide hinterher. Dies half uns bei unserem Thema mit dem Hufschmied und machte das Leben für Draumur viel leichter, da er nun auch dem männlichen Stallpersonal vertrauen konnte. Auch Spaziergänger verlieren ihren Schrecken, was wieder zeigt, dass man mit dem TTouch nicht jedes Problem einzeln angehen muss – die Pferde lernen mehr über ihren eigenen Körper, bekommen Selbstvertrauen und können dadurch auch anderen vertrauen.

Mehr beim nächsten Mal! Euer Herr Professor Draumur & Susanne Salzmann

 

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22. Mai 2025

„Können statt wollen “

Blogbeitrag von Ingrid Wild (D)

Tellington Instruktorin für Pferde

Stellen Sie sich Ihre größte Angst vor- und der Großteil der Menschen, denen ich begegne trägt irgendeine Angst in sich; sei es die Angst vor Spinnen, Prüfungen, Höhe, dem Fliegen, in engen Räumen, vor Menschenansammlungen, Krankheit etc.Und nun, wie würden sie der Herausforderung begegnen, sich ihrer größten Angst zu stellen? Was würde Ihnen helfen die Angst zu bewältigen?
Für Pferde bedeutet das Einsteigen in einen Hänger und darin stehen zu bleiben, genau solch eine Herausforderung.
In einen Hänger zu steigen heißt für das Fluchttier Pferd in einem engen, geschlossenen  Raum, ohne Fluchtmöglichkeit, auf hohlem Untergrund, mit einem ungewissen Ziel, eine ungewisse Zeit zu verbringen und die Einsteigeprozedur wird meist noch von gestressten Zweibeinern begleitet- das liest sich genauso unattraktiv, wie es sich für den Großteil der Pferde darstellt.
Wie kann ich diese Situation also attraktiv machen, bzw. gestalten?

Ganz oft höre ich von den HalterInnen der Pferde, dass das Tier keine Angst hat, sondern nur keine Lust oder einfach nicht will.
Ich erlebe Pferde als unglaublich kooperativ, sanftmütig und immer wieder bereit, sich auf uns Menschen einzulassen. Sie lassen sich problemlos ein Halfter anziehen, von A nach B führen, putzen, satteln, reiten, vor die Kutsche spannen etc und wenn sie dann vor einem Pferdehänger stehen und nicht einsteigen, dann urplötzlich verlässt sie die Bereitschaft und sie „wollen“ nicht?
Mit dem einfachen wie genialen Satz von Linda: „Ersetze das Wort: will, durch das Wort: kann„ schaffe ich es, die Atmosphäre zu verwandeln und einen Trainingsansatz zu finden.
Denn wenn das Tier nicht in den Hänger steigen kann (anstatt nicht in den Hänger will), ist es unsere Aufgabe die Ursache für das Unvermögen herauszufinden und für die HalterInnen wird klar, dass das Pferd Hilfe braucht, statt Druck und Gewalt.
Dann ist der Blick frei, um zu erkennen, ob es sich beim Verhalten des Pferdes um eine der 5 Verhaltensweisen handelt, die Pferde in Stresssituationen zeigen. Ein Lernen oder Zuhören ist in keiner dieser Situationen für das Tier möglich.

Im Tellington- Lernparcours kann ich mein Pferd befähigen, alle Aufgaben, die das Verladen und Fahren im Hänger voraussetzt, zu lernen und ihm damit die Sicherheit zu geben, die gestellte Aufgabe bewältigen zu können.
Mit gezielten kleinen Schritten und unterschiedlichen Lektionen, kann ich die Verladesituation mit einzelnen Fördernissen nachstellen und üben und am Schluss die einzelnen Elemente immer weiter zusammenbringen, bis ich die Verladesituation mit allen Fördernissen am Boden (ohne Hänger) simulieren kann. Des Weiteren wird deutlich erkennbar, welche Elemente für das jeweilige Pferd am schwierigsten sind und ich kann darauf Rücksicht nehmen. Eine der wichtigsten Übungen und für mich die Voraussetzung, mich mit Pferd an das Training mit Hänger zu machen, ist die Tellington-Führposition des „Dingo“.
Wenn es dann soweit ist und ich mit dem Pferd vor dem Hänger stehe, bereit zum Verladen, nehme ich die Sorgen der Pferde ernst. Ich erkläre ihnen die Aufgabe, ermutige sie und warte bis sie ihre Entscheidung, die Aufgabe bewältigen zu können, getroffen haben.

 

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18. Mai 2025

Gelassenheit, in herausfordernden Situationen

Blogbeitrag von Daniela Zurr (D)

Tellington Instruktorin für Kleintiere und Menschen

Auf der Rückfahrt aus der Toskana bin ich mit dem Auto an einem Hang „hängen geblieben“.

Der Weg war steinig, voller Schlaglöcher und steil. Beim Ausweichen wegen einem Schlagloch sind wir zu langsam geworden und in einer Rinne im Boden stecken geblieben. Anfahrversuche waren vergeblich, so dass wir uns den Hang rückwärts wieder herunterrollen lassen mussten, um wieder auf ein ebeneres Teilstück zu kommen und dann erneut den Hang in Angriff zu nehmen.

Normalerweise eine Situation, die mich deutlich gestresst hätte. Dieses Mal war ich sehr gelassen und habe einfach nur das getan, was notwendig war: Das Auto langsam und kontrolliert rückwärts rollen lassen und dann schwungvoll anfahren, in der Überzeugung, dass wir diese Situation meistern werden.

Und es hat sofort geklappt. Oben angekommen habe ich mich gefragt, ob meine Gelassenheit mit 6 Tagen Tellington TTouch in Zusammenhang stand. Wir haben uns in dem Kurs viel mit „Just do the work“ und sich flexibel an Situationen anpassen beschäftigt.

Vielleicht war dies in diesem Moment so gut in meinem Unterbewusstsein verankert, dass ich deshalb die Situation so einfach gemeistert habe?

Ich wünsche allen LeserInnen viel Freude mit Tellington TTouch und beim Mitnehmen der Gelassenheit in den Alltag.

 

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15. Mai 2025

Die Kraft der positiven Gedanken

Blogbeitrag von Bibi Degn (D)

Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde

Der Organismus kennt seine Funktionen und kann sich selbst regulieren

Tellington TTouch Practitioner verstehen sich nicht als Heilende oder Trainer bzw. Trainerinnen. Die Methode basiert auf dem Wissen, dass Lebewesen über Selbstheilungs- und Selbstorganisationskräfte verfügen – und dass unsere Gedanken sowie Emotionen Organisations- und Heilungsprozesse beeinflussen können.

Positive Gedanken?

Die Psychoneuroimmunologie zeigt z.B. in alten und aktuellen Studien, dass positive Gedanken die Immunfunktion stärken und Stress reduzieren. Vertrauen und Zuversicht arbeitet kann Spannungen abbauen und Selbstheilung aktivieren.

Spiegelneuronen und emotionale Verbindung

Andere Forschungen belegen, dass achtsame Berührung das Nervensystem beruhigt und Heilungs- und Organisationsprozesse unterstützt. Soweit die Berührungen des Tellington TTouch®.

Dabei nehmen Tiere Stimmungen ihrer Menschen wahr – ein Effekt, der durch Spiegelneuronen erklärbar ist. Studien belegen, dass Hunde z.B. auf menschliche Emotionen reagieren. Eine positive innere Haltung des Menschen wird das Tier positiv beeinflussen.

Der Placebo-Effekt

Der Glaube an eine Behandlung kann messbare Veränderungen bewirken. In der Tiertherapie spielt dies, gemeinsam mit dem Effekt von Spiegelneuronen eine Methode glauben, erzielen bessere Ergebnisse (Kaptchuk et al., 2008).

Die Philosophie von TTouch

Tellington TTouch ist eine Technik – und es ist auch eine Haltung des Vertrauens und der Achtsamkeit. Die Kombination aus Berührungen, Bodenarbeit und positiver innerer Haltung macht TTouch zu einem ganzheitlichen Ansatz. Es fördert das Wohlbefinden, aber stärkt auch das Vertrauen des Tieres in seine Umwelt. Es wirkt aber nicht nur auf deine Tiere, sondern stärkt auch dich selbst und dein Vertrauen ins Leben.

Kopf in den Sand?

Das Wachhalten kraftvoller positiver Gedanken ist in einer Zeit der Überschwemmung mit erschreckenden Nachrichten und Bildern wichtiger denn je. Das bedeutet aber nicht, den Kopf in den Sand zu stecken, weder im Großen noch in unserer Fürsorge für unsere Tiere. Positives zuversichtliches Denken bedeutet nicht, die Handlungsebene zu vernachlässigen – also geh zu Fachleuten für Gesundheit und/oder Verhalten, oder zu Tellington Practitionern, setze dich kraftvoll ein und sei zuversichtlich – es wird!

 

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11. Mai 2025

Die Technik ist nicht das Wichtigste

Blogbeitrag von Sylvia Haveman (NL)

Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde

Kürzlich war Senior Instructor Robyn Hood, Schwester von Linda Tellington Jones, in den Niederlanden, um ein Advanced für Practitioner zu unterrichten und dann weitere 4 Tage Live-Training für Hunde und Kleintiere.

Am Montag arbeiteten wir miteinander und mit den Eseln des Eselvereins. Was für schöne Tiere! Sie kamen neugierig zu uns, ließen uns TTouches machen, gingen für eine Weile weg und kamen zurück, um mehr zu erfahren.

Besonderes Augenmerk legten wir auf einen Esel mit einem vermutlich alten Trauma (einem gebrochenen Becken). Wir arbeiteten am optimales Gleichgewicht und machten entspannende TTouches am ganzen Körper.

In den folgenden Tagen gab es Teilnehmer und Assistenten aus den Niederlanden, Belgien, Deutschland und Polen, die sich an Robyns inspirierendem Unterricht erfreuten.

Eigene Hunde waren mitgebracht worden und es herrschte eine harmonische Stimmung. Unser Stundenplan war sehr voll! Was in diesen Tagen sehr deutlich wurde, war, dass es natürlich schön ist, dass wir korrekte TTouches machen, aber dass der technische Aspekt bei dieser Methode nicht das Wichtigste ist.

Es geht sehr viel um die Philosophie und Einstellung, als dass alle Aufmerksamkeit auf eine perfekte Ausführung gerichtet ist. Eine weniger perfekte achtsame Berührung kann ebenfalls effektiv sein, das Feedback des Tieres wird zeigen, wie es die Berührung empfand.

Was mir von dieser Woche sicherlich in Erinnerung bleiben wird, ist Robyns nachdrückliche Aussage „es geht nicht nur darum, eine perfekte Technik zu haben“ und die viel zitierte Aussage der verstorbenen Edie Jane Eaton „mach einfach die Arbeit“!

 

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08. Mai 2025

Wo wir uns treffen…

Blogbeitrag von Lisa Leicht (CH)

Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere

In der Tellington-Arbeit begleiten wir Lebewesen mit dem Leitsatz: „Triff den Anderen dort, wo er gerade ist.“ Gemeint ist eine Begegnung von Herz zu Herz, Seele zu Seele – und, wie Linda Tellington-Jones sagt, von Zelle zu Zelle.

Kürzlich fiel mir wieder das Buch „Die große Gemeinschaft der Schöpfung – Gespräche zwischen Mensch und Tier“ von J. Allen Boone in die Hände, das Linda in den 1990er-Jahren empfohlen hatte. Während meiner Tellington-Ausbildung habe ich viel darin gelesen und daraus gelernt. Danach stand es lange unbeachtet, aber nie vergessen, im Regal. Diesmal suchte ich gezielt den großartigen Abschnitt über Regenwürmer – und konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen, so stark war die Resonanz.

Boone, ein Hollywood-Journalist, erzählt darin von seiner tiefen Verbindung zu Strongheart, einem deutschen Schäferhund, der vom Kriegshund zum Filmstar wurde. Die Begegnung mit dem Tier veränderte sein Bewusstsein grundlegend. Er lernte, Strongheart zuzuhören, von ihm zu lernen – und erkannte, wie seine Gedanken und Emotionen das Verhalten des Hundes beeinflussten. Boone beschreibt, wie er die Gewohnheit ablegt, geistig auf andere Lebewesen hinabzusehen, und begann, sein Innerstes bewusst in die Beziehung einzubringen. Seine Liebe und sein Respekt verlangten von ihm, nur das Beste von sich zu zeigen – und so an sich selbst zu arbeiten.

In einem weiteren Abschnitt spricht ein Beduine davon, dass er sich seinen Pferden und Kamelen nur mit positiven Gedanken wie Aufrichtigkeit, Achtung, Demut und Mitgefühl nähert – stets mit dem Wunsch, nur das Beste von sich mit ihnen zu teilen.

Kinship with All Life erschien 1954 – und ist für mich ein Schlüssel zum Verständnis echter Begegnung.

 

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04. Mai 2025

Trust – Vertrauen ist der Schlüssel

Blogbeitrag von Karin Petra Freiling (D)

Mein Border Collie Bambus ist mit Tellington TTouch aufgewachsen. Er spürt mehr, als Worte sagen können – oft liest er meine Gedanken, handelt, bevor ich spreche.

Als ausgebildeter Therapiehund begleitet er mich regelmäßig ins Seniorenheim, er arbeitet mit seinen Fähigkeiten, ich mit Tellington TTouch for You. Eines Tages blieb er plötzlich an einem kleinen Tisch stehen, bei einer alten Dame, die kaum noch verständlich sprechen konnte. Er legte seinen Kopf zart auf ihren Schoß, ließ sich kraulen – und wich nicht mehr von ihrer Seite.

Ich ließ ihn gewähren. Nach einer Weile holte er einen kleinen Teddy aus meinem Korb und brachte ihn ihr. Die Dame lachte, warf ihn, Bambus brachte ihn zurück. Immer wieder. Die beiden spielten, lachten, sie küsste ihn auf den Kopf. Bambus liebt es ganz eng gekuschelt und geküsst zu werden. Er kam voll aus seine Kosten. Am Ende der Stunde strahlte mich die Dame an, sie küsste auch mich auf die Stirn und winkte begeistert.

Es war ein magischer Moment voller Freude und Tiefe. Ich war noch den ganzen Tag begeistert von diesem Treffen und freute mich das Bambus der Dame soviel Spaß bringen konnte.

Am nächsten Tag war ich zu tiefst  berührt, denn es brannte im Heim eine Kerze, dahinter das Bild dieser Omi – sie war gegangen. Und ich wusste: Bambus hatte es gespürt. Er wollte ihr ein letztes Fest schenken und sie mit einer Party begleiten. Seit diesem Tag weiß ich noch tiefer, was TTouch wirklich bedeutet: nicht nur, dass unsere Tiere uns vertrauen – sondern dass auch wir ihnen vertrauen dürfen. Denn oft wissen sie mehr als wir uns auch nur im Entferntesten vorstellen können.

Nehmt Eure Schätze in den Arm, sagt Ihnen wie sehr Ihr sie liebt und vertraut auf Sie.

 

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01. Mai 2025

JA

Blogbeitrag von Katja Krauß (D)

Das Leben, auch im Umgang mit unseren Tieren, wird so viel einfacher, wenn wir “Ja” statt “Nein” sagen. Ja, ich habe dich in deinen Wünschen und Bedürfnissen gesehen und selbstverständlich ist es möglich eine Strategie zu finden, dass wir beide damit fein sein können.

 

Meine neue Hündin Tracee ist es aus ihrem alten Leben gewohnt, Vögeln hinterher zu jagen. Sie liebt die Bewegung und die Idee, sich auf andere einzulassen. Ich kann sehen, wie sehr sie darin aufgeht, die Vögel zu beobachten und dann hinter ihnen her zu jagen. Ich hatte sogar den Eindruck, dass die Vögel zum Teil (nicht alle) auch Spaß daran hatten und das Spiel mitspielten.

Tracee ist ansonsten ein eher ernsthafter Hund. Ich nehme an, dass sie leider auch schon viele üble Dinge in ihrem Leben erfahren musste. Deshalb freue ich mich, wenn ich sie mal fröhlich und ausgelassen erleben darf.

Allerdings bedeutet es, dass sie zur Zeit draußen noch viel an der Leine läuft und ich IMMER etwas sehr Leckeres parat habe, wenn ich sie rufe. Mit dieser Strategie arbeiten wir daran, dass ich sie abrufen kann, wenn ich der Meinung bin, dass die Vögel es nicht schätzen werden, wenn sie dorthin läuft oder dass sich Tracee womöglich in Gefahr begibt, wenn sie nicht auf der Stelle zurückkommt.

Zudem ttouche ich sie fast jeden Abend und ich merke, wie viel entspannter sie schon geworden ist. Mit jeder entspannten Faser, die dazu kommt, merke ich auch, wie sie ansprechbarer wird. Als ob sie einfach durchlässiger wird und ihren Panzer mehr und mehr ablegt.

Bei unseren Hühnern reichte übrigens EINE Situation, in der ich sie ansprach und sagte, dass die Hühner zu unserer Familie gehören und seitdem liebt sie es, inmitten der Hühner zu stehen und diese bei ihren alltäglichen Beschäftigungen zu beobachten.

Ich konnte sie bereits nach einer Woche stundenlang mit den Hühnern alleine lassen, ohne irgendwie ein schlechtes Gefühl dabei zu haben.

Ich bin überzeugt, dass das auch damit zusammenhängt, weil ich nicht “Nein” zu ihrer Vogelleidenschaft gesagt habe, sondern “Ja” zur Vogelbeobachtung und “Ja” zum hinterherlaufen, wenn es für alle Parteien in Ordnung scheint und sie sich im Zweifelsfall sofort abrufen lässt. Vielleicht ist sie einfach ein “Birder” in Hundegestalt:-)

Ich würde mir sehr wünschen, dass jeder Tierhalter anfängt darüber nachzudenken, ob das “Nein” vielleicht in ein “Ja” verwandelt werden kann.

 

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27. April 2025

Hunde, mit sehr schwieriger Vorgeschichte

Blogbeitrag von Daniela Zurr (D)

In diesem Monat durfte ich in Italien einen Tellington TTouch Zertifikatskurs unterrichten. Es ist immer wieder eine wunderbare Erfahrung, Tiere und ihre Menschen in einem anderen Land kennenzulernen.

Mit dabei war auch „Oliver“ ein Rottweiler, der das erste halbe Jahr seines Lebens in einem kleinen Raum eingesperrt verbracht hat und daher leicht mit Umweltreizen und anderen Lebewesen überfordert ist. Zusätzlich hat er verschiedene Gelenkprobleme und braucht umfassende Unterstützung. Er hatte das Glück von Natalia, einer der Teilnehmerinnen im Tierheim entdeckt zu werden. Sie hat die Herausforderung angenommen, „Oliver“ in ihre Familie zu integrieren und ihm schrittweise dabei zu helfen, die Welt kennenzulernen.

Mittlerweile in seinem dritten Tellington-Kurs hat „Oliver“ einige Freundschaften geschlossen und kann mit einer anderen Teilnehmerin und ihrer Hündin in derselben Ferienwohnung wohnen. Er kann mit ausreichend Abstand in Sichtweite zur Gruppe im Tellington-Lernparcours arbeiten, sich zeitweise mit im Seminarraum aufhalten und Neues lernen. Hunde wie „Oliver“ zeigen uns, welche Entwicklungen auch bei Hunden mit sehr schwieriger Vorgeschichte mit liebevoller und fachlich kompetenter Unterstützung möglich sind.

Ich wünsche mir, dass noch mehr Tierheimhunde ihre Natalia finden.

 

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25. April 2025

Es war nicht nur ein Seminar, es war ein Erlebnis

Blogbeitrag von Daniela Zurr (D)

Neulich habe ich in Österreich unterrichtet und ein Teilnehmer schrieb: „Es war nicht nur ein Seminar, es war ein Erlebnis“. Was für ein herzerwärmendes Lob! Obwohl ich immer gerne unterrichte, ist Tellington TTouch auch für mich selber immer wieder ein besonderes Erlebnis. Was macht diese Seminare so besonders? Vielleicht ist es die Summe vieler Faktoren?

Häufig beginnen wir mit einem Herz-TTouch für die Menschen und fördern so eine gelassene und freundliche Grundstimmung. Die Kombination aus TTouch, Tellington-Körperbändern und Tellington-Lernparcours bietet viel Abwechslung und die Lernaufgaben werden ganz individuell an die Bedürfnisse der Tier-Mensch-Teams angepasst. Auch die TeilnehmerInnen achten in der Regel sorgfältig auf die Bedürfnisse anderer und pflegen einen wertschätzenden Umgang. Dies scheint ein sich selbst verstärkender Kreislauf zu sein, der das Unterrichten für die Referentin sehr leicht macht. Wer die Tellington TTouch Atmosphäre selber live erleben möchte, hat in nächster Zeit zahlreiche Möglichkeiten in Präsenz oder online.

Ganz besonders freue ich mich, auf das ttouch-n-click Katzenmodul. Fünf Tage lang TTouch und Training mit Katzen, 3 davon in einem wunderbaren Tierheim von Proanimal, die Tierherberge “Rendez Vous mit Tieren” bei Markgrafpieske.

Vielleicht bist Du auch dabei?

 

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20. April 2025

Alles in Balance…

Blogbeitrag von Doris Prinstinger (A)

So sollte es sein. Work-Life-Balance, der Körper in Balance und es schadet auch nicht, wenn das Darm-Mikrobiom in Balance ist. Der Alltag birgt jedoch immer wieder Überraschungen, die uns aus der Balance bringen. Ich denke, das ist normal – das ist das Leben.

Von Bedeutung mag sein, wie schnell wir wieder in Balance, in unsere Mitte, kommen.

Bei unseren Tieren ist das genau so.

In der Tellington Methode haben wir viele unterschiedliche Möglichkeiten, wie wir die Balance wiederherstellen können. Viele davon wurden in diversen Blog-Beiträgen schon erwähnt.

Vor einiger Zeit sind mir zwei Bücher in die Hände gefallen, die sich nun ebenfalls damit beschäftigen, den Hund in Balance zu bringen.

Dr. Viviane Theby hat ein Konzept entwickelt, dass das Verhalten der Hunde auf unterschiedlichen Ebenen betrachtet. Ihr AVE (angepasste Verhaltensentwicklung) Konzept beinhaltet Themen wie: Stress, Gefühle, autonomes Nervensystem, Co-Regulation und stressresiliente Entwicklung. Gleich das erste Kapitel heißt jedoch – „Die meisten Hunde sind nicht im Gleichgewicht“. Nachzulesen in ihrem Buch „ Stressfrei im Hundealltag“.

All diese Begriffe sind uns in der Tellington Welt natürlich auch ein Begriff und wir haben unsere Mittel und Wege damit umzugehen. Ich finde verschiedene Blickpunkte immer wieder spannend und so war es mir ein großes Vergnügen, die Verbindung zu meiner Arbeit herzustellen.

Anders das Buch von Karin Jansen: „Was Hunde bewegt“. Die von ihr entwickelte MotoKynogogik beobachtet und berücksichtigt nicht nur die Bewegungsabläufe, sondern auch die seelischen Spannungen und Gefühle.

Hier hatte ich einige Aha-Erlebnisse darüber, was Hunde so alles als traumatisch empfinden können. Des Weiteren bekam ich einige Ideen, wie ich den Tellington Lernparcours noch gezielter gestalten kann, um den Hund zu fördern.

Und weil ich so inspiriert war (und bin) sind diese beiden Hunde-Expertinnen heuer zu Gast bei unserem Tellington Hundekongress, den ich gemeinsam mit meiner Kollegin Cornelia Gattinger organisiere.

Ebenfalls zu Gast ist Barbara Wieneritsch, Tellington Practitioner für Hunde und Menschen. Sie wird uns Übungen vorstellen, wie wir Menschen es schaffen, auch in schwierigeren Situationen mit unserem Hund in Balance zu bleiben.

Der Kongress ist kostenlos und die Anmeldung jederzeit möglich. Wir freuen uns auf Dich!

https://www.tellingtonkongress.at

 

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17. April 2025

Die lauschende Muschel

Blogbeitrag von Anke Recktenwald (D)

In der heutigen Zeit wird viel an unserer Sprache „gedreht“. Es werden Buchstaben und Schreibweisen verändert, und jeder, der klug erscheinen möchte, sucht sich ein wenig bekanntes Wort oder kreiert ein Neues.
Mir ist es lieber, wenn Menschen sich verstehen und dafür nutze ich lieber altbekannte Wörter. In meinem Unterricht verwende ich einfaches Deutsch und vertraute Wörter.
Aber es ist nun mal die Zeit und auch in der Tellington-Methode® wurden Wörter geändert. So wurde z.b. aus dem Regenwurm die Raupe. Doch die Muschel blieb unberührt, obwohl die Übersetzung auch hier nicht perfekt ist.

Linda sagt oft wie wichtig es ist, die Tierbilder zu visualisieren, um die logischen und kreativen Bereich des Gehirns zu aktivieren. So lies ich meine SchülerInnen, der mehrjährigen Online Lerngruppe, Tierbilder zu den verschiedenen TTouch suchen.
Und dabei kamen wir auch zur „Muschel“, unsere deutsche Übersetzung der  „Abalone“.
Die Abalone ist jedoch gar keine Muschel, sondern eine Schnecke, die nur aussieht wie eine Muschel. Und die richtige deutsche Übersetzung ist „Seeohren“ Ein schönes Wort, oder?
Linda ist es wichtig, dass die Hand, die die Muschel ausführt, leicht gewölbt ist. So ähnelt sie, wie die Abalone, auch einer Ohrmuschel.
Seither unterrichte ich die Muschel mit der Intention des Lauschens. Des Lauschen, dieser kleinen Schnecke in der Schale, auf die Antwort der Zellen. Ein Hinhören, wie die Zellen sich fühlen, mit dem Druck und dem Tempo, das ich gerade wähle.
Es klingt für viele erst schwierig. Wie soll man Zellen hören können? Doch wenn sie beginnen zu lauschen, ändert sich der TTouch. Aus dem Monolog wird ein Dialog, die Achtsamkeit wächst und damit die Verbindung. Innigkeit und Friede entwickelt sich mit den lauschenden Händen.
Probier es mal aus – lass deine Seeohren lauschen und entdecke, wie du immer mehr verstehst.

 

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13. April 2025

Draumur – Traumata mit TTouch heilen 2

Blogbeitrag von Susanne Salzmann (D)

Draumur, ein Islandpferd mit negativen Erfahrungen im Umgang mit Menschen. Nach unseren ersten Begegnungen, bei denen ich auf der sicheren Seite des Zauns blieb, konnte er lernen, meine Gesellschaft nicht nur zu ertragen, sondern als angenehm wahrzunehmen. Dabei half mir TTouch, indem ich meine eigene Herzkohärenz herstellte. Draumur lehrte mich, erst mit mir selbst im Kontakt zu sein und mein Gleichgewicht zu wahren, bevor ich anderen helfe, ihres zu finden.

Als er mir durch Körpersprache und Gesichtsausdruck zeigte, dass ich willkommen war, betrat ich die Paddock-Box. Er akzeptierte meine Anwesenheit, solange ich seinen Raum respektierte. Immer wenn er signalisierte, dass es genug war, gab ich ihm eine Pause. Fühlte ich mich unsicher, nutzte ich TTouch für mich selbst. Ich wollte ihm zeigen, dass er sich mir nähern kann, ohne Aggression zu erwarten.

Nach kurzer Zeit begann ich mit dem Abstreichen mittels Tellington-Zauberstab – zunächst an mir selbst, dann an ihm. Bevor ich seinen Körper berührte, malte ich die Linien seines Körpers aus der Distanz nach. Wir lernten, einander zuzuhören. Ich beobachtete sein Verhalten genau und machte viele Pausen – ein essenzieller Bestandteil der Tellington TTouch® Methode. In diesen Momenten entfaltet sich oft das Verständnis: „Ah, meine Grenzen werden respektiert!“

Bald genoss Draumur die Berührung mit der Tellington-Gerte am ganzen Körper, während ich weiterhin einen Meter Abstand hielt. Raum gibt Sicherheit. Etwas Wesentliches, das ich von Linda Tellington-Jones gelernt habe: Vertraue deiner Intuition! Wenn ich mich nicht sicher fühle, tut es das Pferd auch nicht. So konnten wir uns achtsam annähern.

Wenn du wissen willst, wie es weitergeht – Fortsetzung 25. Mai 2025 hier im Blog oder in einem meiner Zoom-Meetings.

Die Arbeit mit Pferden ist auch eine Arbeit an uns selbst – ein fortwährender Prozess, in dem wir lernen, wer wir sind, wer wir sein wollen und wer wir werden könnten.

Mehr beim nächsten Mal!

Euer Herr Professor Draumur & Susanne Salzmann

 

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10. April 2025

Tellington-Körperband für Kater “Bolle”

Blogbeitrag von Ingrid Wild (D)

Heute gab es einen freudevollen Start in den Tag für mich, als die Box mit meinen neuen Tellington- Körperbändern mit der Post bei mir ankam. Ich habe sie sofort geöffnet und mich über die verschiedenen Varianten der Körperbänder in der wunderschönen Jubiläumsfarbe “fuchsia” gefreut.

Der erste, der eines der neuen Tellington- Körperbänder ausprobieren durfte, war unser kleiner Kater “Bolle”. Er lebt seit ca. 3 Monaten bei uns und kennt die Körperbänder noch nicht.

Ich habe das 2 cm Körperband leicht in meiner Hand geknäult und mit dem Knäuel in meiner Hand ein paar leichte Tellington TTouches® auf dem Katerchen gemacht. Danach habe ich die Hand geöffnet,  “Bolle” das Körberband gezeigt und ihn schnuppern lassen. Anschließend habe ich ihm das Band leicht vor die Brust gelegt und die beiden Enden des Tellington -Körperbandes über seinem Rücken gekreuzt und die Enden erstmal hängen lassen, ohne sie zu befestigen.

Mit den losen Bandenden über seinem Rücken liegend habe ich noch mal ein paar Tellington TTouches auf seinem Körper gemacht. “Bolle” blieb entspannt liegen und so konnte ich die Enden unter seinem Bauch kreuzen, über seinen Rücken führen und an der Seite mit dem Klettverschluss sanft verschließen.

Ich habe ein paar Lama -TTouches auf seinem Rücken gemacht, während er das Körperband trug. Nach einer guten Minute habe ich das Körperband wieder entfernt und die Session mit Noahs Marsch -TTouch beendet.

So kann die erste Begegnung mit einem Tellington-Körperband aussehen..
Jetzt freue ich mich darauf, meine neuen schönen Tellington-Körperbänder auf viele weitere Tiere und vielleicht ja auch einmal auf einen Menschen zu wickeln .

 

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06. April 2025

Stell Dir vor…

Blogbeitrag von Lily Merklin (CH)

Die „Friedenshymne“ von John Lennon ist weltbekannt. Er schrieb den Song 1971 und lädt den Hörer darin ein, sich eine Welt vorzustellen, die frei von Religion, Nationalismus und Besitz ist und in der alle Völker in Frieden leben. Dem eingängigen „Imagine…“ (zu Deutsch: Stell Dir vor…) folgt ein „It’s easy if you try“ (Es ist einfach, wenn Du es probierst.). Daran musste ich denken, als meine Freundin und Tellington-Kollegin Katja ein Video von ihrem jungen Labrador Retriever teilte, in dem dieser Hähnchenschenkel apportierte. An all die Labradore denken, die ich so kenne und deren Menschen häufig große Mühe mit ihrer Begeisterung für alles, was nach Fressen aussieht oder riecht, haben, fand das sehr beeindruckend und fragte nach, ob das nicht richtig schwierig gewesen sei. „Nö!“ so ihre Antwort: „Die können viel mehr, als wir ihnen zutrauen.“ Vermutlich hörte sie die Groschen, die bei mir fielen, bis nach Berlin. Wie oft stehen wir uns selber oder unseren Tieren oder auch anderen Menschen im Weg, weil wir uns nicht vorstellen können, was sie alles könnten, wenn wir es ihnen nur zutrauen würden.

Oder um es mit den Worten von John Lennon auszudrücken: You may say I’m a dreamer. But I’m not the only one. I hope someday you’ll join us. And the world will live as one. (Vielleicht nennst du mich einen Träumer, aber – ich bin nicht der Einzige. Ich hoffe, dass du eines Tages dazugehören wirst und die Welt eins sein wird.)

In diesem Sinne: Wer träumt mit?

 

Labrador apportiert Hühnerschenkel:     https://youtu.be/ksgCLAS443M

 

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03. April 2025

Mit Tellington ans Ziel

Mit der Tellington TTouch® Methode kannst du sehr viele Ziele erreichen.
Disziplin und Struktur sind dabei hilfreich.

Hier ein paar Anregungen:

Setze dir klare Ziele

  • Spezifisch: Z.B. „Mein Hund/Pferd lässt sich überall am Körper anfassen.“ “Die Lahmheit ist deutlich verbessert und mein Hund bewegt sich wieder freier” “Mein Hund orientiert sich an mir. Im Freilauf finden zahlreiche Blickkontakte von seiner Seite statt.”
  • Messbar: Halte die Ausgangssituation schriftlich fest (Textform, Bilder, Videos). Das ist wichtig, denn man vergisst und kann dann Erfolg nicht feiern.
  • Verpflichte dich: Setze ein Enddatum, um die Motivation und Fortschritte zu fördern. Teile diesen Plan mit allen, die es hören wollen.
  • Realistisch: Besprich deine Ziele und die Techniken mit deiner Tellington-Kollegin oder -Lehrerin.

Organisiere dich

  • Erstelle Listen der geeigneten Techniken zur Anwendung.
  • Lege Material für die wöchentlichen Aufgaben bereit, zb ein Element des Lernparcours, Körperbänder, Literatur.
  • Finde eine Kollegin oder Mentorin, der du wöchentliche Berichte schickst
  • Plane feste Übungstage, z.B. Mo, Mi, Fr für TTouch-Techniken und Di, Do für den Lernparcours.

Routinen entwickeln

Baue feste Gewohnheiten auf, z.B. jeden Morgen 12 Minuten für Übungen + 8 Minuten für Reflexion.

Motivierendes Umfeld

Richte dir einen unterstützenden Ort ein

und umgib dich mit motivierenden Menschen.

Fortschritte dokumentieren

Führe ein Tagebuch oder nutze die Checkliste für Fallbeispiele, um deinen Fortschritt festzuhalten

Belohne dich/deinen Hund/dein Pferd für kleine Erfolge.

Flexibilität

Passe deinen Plan an, wenn nötig. Nutze Rückschläge als dein “learning”

Visualisierung

Stelle dir vor, wie es sich anfühlt, dein Ziel zu erreichen

Umgib dich mit  Stichworten und Bildern deines Ziels, als wäre es bereits erreicht

Geduld

Erfolg braucht Zeit. Erinnere dich an deine Motivation und genieße den Prozess.

 

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30. März 2025

Es beginnt mit dem Bewusstsein!

Blogbeitrag von Sylvia Haveman (NL)

Gestern nahm ich an einer Konferenz teil, an der Tierexperten aus Belgien und den Niederlanden teilnahmen. Auf dem Weg dorthin hörte ich im Radio, dass das Inspektorat intensiv über die Zucht von zwei großen Hunderassen mit Erbkrankheiten forscht.

Der erste Referent des Kongresses folgte diesem Beispiel. Sie schlug vor, sich bei jedem weiteren Patienten zu fragen, ob die betreffende Erkrankung erblich ist oder nicht.

Da die Zucht innerhalb geschlossener Populationen von Rassehunden erfolgt, kommt es aufgrund der vielen gemeinsamen Vorfahren und oft zu einem hohen Inzuchtanteil zu einer Anhäufung schädlicher Mutationen. Inzucht ist für eine Vielzahl von Erbkrankheiten verantwortlich, die beim Hund zu Beeinträchtigungen des Wohlbefindens und zu Traurigkeit bei den Besitzern führen.

Die gute Nachricht ist, dass es neue genetische Techniken gibt, mit denen Inzucht und Verwandtschaft berechnet werden können. Eine junge Generation von Tierärzten verfolgt einen integrierten Ansatz, legt eine langfristige Strategie fest und es gibt eine Entwicklung bei neuen DNA-Tests. Messen heißt wissen und es wurde ein Kompetenzzentrum für Genetik eingerichtet.

Für Züchter ist es schwierig, die gesamte Population ihrer Rasse zu überwachen, und es werden spezielle Programme entwickelt, um ihnen zu helfen. Wenn die Fortpflanzung in geschlossenen Populationen (10 Prozent der Gesamtpopulationen) fortgesetzt wird, ist wie ein Kampf gegen Windmühlen zu führen.

Eine große Kampagne für die Rassen mit kurzer Schnauze ist im Gange. Sie versuchen, mit Slogans ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit zu schaffen und Züchter zu motivieren, einen Hund ohne unerwünschte körperliche Einschränkungen zu züchten. Auf europäischer Ebene wird an einer Neudefinition von Rassen und Rechtsvorschriften gearbeitet.

Eine riesige Aufgabe für jeden, der mit Hunden zu tun hat, doch jede Änderung beginnt  mit Bewusstsein!

Wenn ich weiß, was ich tue, kann ich tun, was ich möchte! M. Feldenkrais

 

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27. März 2025

…ausser man tut es…

Blogbeitrag von Lisa Leicht (CH)

Kürzlich habe ich meinen jährlichen TTouch-Kurs für die Teams der PATTES TENDUES gehalten. PATTES TENDUES ist ein gemeinnütziger Verein, der in der französischen Schweiz seit vielen Jahren erfolgreich Therapiehunde und ihre Begleitpersonen ausbildet. Die Teams besuchen Alters- und Pflegeheime, Einrichtungen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen und andere Institutionen.

Die Tellington-Methode gehört fast seit Anbeginn zum Ausbildungsprogramm. Sie soll den Begleitpersonen die Möglichkeit bieten, den Hund mit TTouches vor, während und nach den Therapieeinsätzen sowie täglich dazwischen zu behandeln, um die körperliche, emotionale und mentale Balance des Hundes zu erhalten und zu fördern. Je nach Hund und Situation kann dies entweder aktivierend oder entspannend wirken. Darüber hinaus lernen die Teilnehmer, wie man ein Tellington-Körperband anwendet, um das Körpergefühl des Hundes zu optimieren.

Zu Beginn von PATTES TENDUES, vor rund 20 Jahren, war die Teilnahme an diesen Workshops freiwillig. Die Kurse dauerten nur einen halben Tag, und in diesem kurzen Zeitraum konnte ich natürlich keine speziellen Bedürfnisse berücksichtigen, wie z.B. Übelkeit beim Autofahren oder Ziehen an der Leine, sondern erteilte generelle Anleitungen.

Ich erinnere mich auch daran, dass es oft schwierig war, die Menschen zu motivieren, TTouch täglich anzuwenden. Schliesslich waren die Hunde aufgrund ihrer sozialen Fähigkeiten, ihrer Ausgeglichenheit und Gesundheit überhaupt erst in das Programm aufgenommen worden. Am einfachsten war es mit Menschen, die bereits Yoga, Tai-Chi oder ähnliche Praktiken ausübten und daher ein Bewusstsein für Prävention entwickelt hatten. In unserer westlichen Kultur konzentrierten wir uns bis vor nicht allzu langer Zeit darauf, die übergeordnete Balance, wenn überhaupt, nur dann zu berücksichtigen, wenn ein Problem auftrat, welches dann meist isoliert behandelt wurde. Eine ganzheitliche präventive Sichtweise war damals eher selten. Natürlich gibt es diese anderswo schon lange. Mein chinesischer Arzt erzählte mir beispielsweise, dass Ärzte früher in China für regelmässige präventive Behandlungen mit Akupunktur und Phytotherapie bezahlt wurden, jedoch nicht für die Behandlung akuter Krankheiten, die durch mangelnde medizinische Prävention entstanden. Die Tellington-Methode wurde vor 50 Jahren entwickelt und einmal mehr war Linda Tellington-Jones ihrer Zeit weit voraus.

Glücklicherweise hat sich in den letzten 20 Jahren ein grosser Bewusstseinswandel vollzogen. Wenn ich jetzt den Leuten empfehle, TTouch regelmässig anzuwenden – ähnlich wie das Zähneputzen – schüttelt niemand mehr erstaunt den Kopf. Zudem ist die Tellington-Methode heute ein obligatorischer Teil der Ausbildung und die Kurse dauern einen ganzen Tag, was es mir ermöglicht, auf die Bedürfnisse der einzelnen Teams gezielt einzugehen.

 

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23. März 2025

Milos zweite Chance – Wenn Tellington-TTouch und Liebe heilt

Blogbeitrag von Karin Petra Freiling (D)

Als Milo in meine Praxis kam, war er nicht einmal zwei Jahre alt. Ein wunderschöner, junger Hund – und doch war von Lebendigkeit kaum etwas zu spüren. Er war komplett gelähmt. Seine Vorder- und Hinterbeine trugen ihn nicht mehr. Die Augen – groß, müde, voller Schmerz. Das Gesicht eingefallen, faltig vor Leid. Er konnte nicht einmal aufstehen. Es war, als hätte er sich in sich selbst zurückgezogen, als würde er sich schämen, noch da zu sein.

Vier Tierärzte hatten ihn untersucht, weil er humpelte. Vier verschiedene  Meinungen. Eine Spritze gegen Arthrose sollte helfen – doch sie zerstörte alles. Ein Desaster. Direkt danach brach er gelähmt zusammen. Keiner wusste, warum sein kleiner Körper so reagierte. Hoffnungslosigkeit. Und ein Besitzer, der ihn über alles liebte, aber durch die hohen Tierarztkosten an seine Grenzen kam. Er traf die schwerste Entscheidung seines Lebens: Er musste Milo abgeben.

Niemand wollte ihn nehmen. Zu speziell. Zu schwierig. Zu krank.

So kam Milo zu mir. Und auch wenn sein Blick sagte: „Ich gebe auf“, spürte ich: Er ist noch da. Ganz tief drin kämpft er. Er ist auch noch so jung. Also begannen wir. Sanft. Liebevoll. Vorsichtig. Ich arbeitete mit Bio-Resonanz-Therapie und Tellington TTouch – sanfte Berührungen, die dem Körper helfen, sich an seine Vollkommenheit zu erinnern. An Gesundheit. An Lebensfreude. An Heilung.

In der ersten Sitzung entspannte sich sein Gesicht. Die Falten glätteten sich. Etwas in ihm atmete auf. Und am nächsten Tag geschah das Unfassbare: Milo machte seine ersten Schritte. Wackelig, zitternd – aber voller Mut.

Seitdem ist jeder Tag ein kleines Wunder. Die Ataxien sind geblieben, aber schon seltener. Er zittert manchmal, fällt auch plötzlich um. Aber er steht wieder auf. Weil er leben will. Weil er wieder liebt. Seine Augen glänzen. Sein Schwanz wedelt. Er bellt, er spielt – und manchmal, wenn er sich sicher fühlt, schläft er an meiner Seite ein, ganz tief und friedlich.

Ich habe ihn mit Tellington TTouches behandelt – besonders an den Ohren, am Rücken, für seine Balance BauchHeber und Isometrische Übungen,. Für die Balance laufen wir durch den Lernparcours und gehen über unterschiedliche Untergründe. Wir kochen sein Futter täglich frisch und  geben, Kräuter, Lecithin und Zusätze für die Leber dazu  – aber vor allem erhält er viiiel, viel Liebe und das klare Bild im Kopf das es ihm täglich besser, besser und besser geht.

Milo hat noch einen langen Weg vor sich. Aber er geht ihn. Schritt für Schritt. Wir gehen ihn gemeinsam. Er ist ein Herz auf Pfoten. Denn manchmal reicht ein einziger Mensch, der wirklich sieht, was andere längst aufgegeben haben – und ein Herz, das sagt: „Ich glaube an dich.“ dies ist unser TTouch Geheimnis Nummer 1:“ Sie das Tier so, wie du es sehen möchtest“ und glaube daran.

Und genau das ist Milo: ein Wunder auf vier Pfoten, das uns zeigt, dass Heilung nicht immer perfekt aussehen muss. Manchmal reicht es, wenn ein Herz wieder schlägt, ein Blick wieder leuchtet – und ein wundervoller Hund wieder läuft.

 

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20. März 2025

Energy flows, where attention goes

Blogbeitrag von Katja Krauß (D)

Heute ist nicht nur Frühlingsanfang und mein Geburtstag, sondern auch noch der internationale Tag des Glücks, weshalb ich dir einen Tipp geben möchte, der dich beim glücklich sein unterstützen kann.

Unsere Energie fließt dorthin, wo unsere Aufmerksamkeit liegt! Wer das mal verstanden hat, wird sehr viel achtsamer damit sein, womit er sich beschäftigt.

Ich war vor kurzem mit einer sehr guten Freundin mit den Hunden spazieren. Sie bemerkte jedes Mal, wenn einer der Hunde etwas in den Mund nahm. Wenn es meine Hunde waren, dann sagte sie es mir und wenn es ihr Hund war, dann versuchte sie diesen davon abzubringen. Sie erzählte mir, dass ihr Hund nach jedem Kothaufen Ausschau halten würde und sie es einfach schrecklich fand, wenn dieser ihn dann essen würde. Das konnte ich selbstverständlich gut nachvollziehen. Zudem dieses Verhalten in Berlin tatsächlich auch gefährlich für die Gesundheit des Hundes sein kann, da es bei den Hunden immer mehr zu „Drogenvergiftungen“ führt. Allerdings zeigen unsere Tiere vermehrt Verhaltensweisen, bei denen sie merken, dass sie für uns eine große Bedeutung haben, wo von unserer Seite aus viel Energie drauf verwendet wird😉.

Ein anderes Beispiel ist das Beschäftigen mit Methoden, Situationen, Personen, denen wir eher negativ gegenüber stehen, mit dem Ziel daraus zu lernen, wie wir es nicht haben wollen. Doch dann setzen wir Energie in diese Dinge- unsere positive Energie speist dann genau diese Sache.

Als ich das vor vielen Jahren begriffen habe, war die Lösung eigentlich einfach- es bedeutet sich davon zu distanzieren oder anzufangen umzudenken, also sich zu überlegen, wie ich es gerne haben möchte und mich darauf fokussiere.

Ich sage nicht, dass es leicht sei. Wie Bob Bailey gerne sagt: Es ist einfach, doch nicht immer leicht. Manchmal gehört schon eine Portion Kreativität, Geduld und Fleiß dazu, um z.B. dem Hund zu zeigen, wie schön die Welt sein kann, wenn er vielleicht immer seinen Ball trägt oder gelassen mit Maulkorb läuft, da wo es ihm schwer fällt, Essbares auf der Straße zu ignorieren.

Auf jeden Fall wird es dazu führen, dass wir uns auf eine positive Sache konzentrieren und somit fröhlich, freudig und glücklich, daran arbeiten können.

Es wird keine „Probleme“ mehr geben, sondern nur Aufgaben oder Herausforderungen😉.

Also viel Spaß beim Bewältigen all der Aufgaben, die das Leben so mit sich bringt.

 

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16. März 2025

70% bei sich – 30% beim Tier

Blogbeitrag von Lily Merklin (CH)

Foto © Alice Forberg: Stangensalat? Kein Problem für das Pferd, wenn beide Menschen gut auf ihre Füße achten.

Zur Verwunderung unserer Kursteilnehmer fordern wir sie immer wieder auf, sich selber zu spüren, wenn ihr Tier nicht macht, was sie von ihm wollen, anstatt immer stärker auf das Pferd oder den Hund einzuwirken. „Sei mit 70% der Aufmerksamkeit bei Dir und mit maximal 30% bei Deinem Tier!“ sagen wir dann. Der Effekt ist häufig beeindruckend. Ist der Mensch bei sich, orientiert sich das Tier plötzlich an ihm. War der Mensch vorher noch voll damit beschäftigt, ein eiliges Pferd zu bremsen, was zur Folge hatte, dass beide immer schneller wurden, senkt das Pferd plötzlich den Kopf und läuft entspannt neben dem seine Füße spürenden und tief durchatmenden Menschen her. Auch wenn der Mensch auf dem Pferd sitzt, verändert sich häufig mehr am Gangbild des Pferdes, wenn er in sich hineinspürt, als wenn er versucht, an seiner Hilfengebung etwas zu ändern. Egal, ob es darum geht, dass das Pferd lockerer über den Rücken laufen soll (Zwerchfell lockerlassen, indem wir in den Bauch atmen, und den eigenen Rücken lang machen, damit der schwingen kann!) oder gelassen an einem „Gespenst“ vorbeigehen (den Atmen tief ins Becken fließen lassen, die Beine umarmen ruhig den Pferdebauch und spüren, wie es ebenfalls tief atmet) – probiere mal aus, Dich auf Dich zu konzentrieren, wenn Du das nächste Mal merkst, dass Du ohne den gewünschten Erfolg versuchst, auf Dein Pferd einzuwirken.

Für den Hund und jedes andere Tier gilt natürlich das Gleiche. Egal, ob der Hund an der Leine zieht, die Kuh beim Melken nicht ruhigsteht, das Schaf sich gegen das Scheren wehrt – meist macht die Aufmerksamkeit, mit der wir beim Tier sind, es nicht besser. Kommen wir wieder zu uns zurück, kann das Tier sich an uns orientieren und die Situation entspannt sich?

Du hast gerade kein Tier zur Hand, weil Du diesen Artikel im Büro liest? Probiere es trotzdem aus – funktioniert auch bei der Chefin, dem Kollegen oder unseren Kindern.

 

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13. März 2025

Tellington Lernparcours improvisieren

Blogbeitrag von Vanda Oosterhuis (NL)

Es ist toll, wenn du eine schöne Reitbahn hast, die immer trocken ist. Wenn es die Möglichkeit gibt einen ganzen Lernparcours liegen zu lassen und alles üben zu können, wann du Zeit hast.

So ist es aber meistens nicht. Oft muss man die (schweren) Balken schleppen um ein Labyrinth zu machen. Sowieso, auch wenn man noch viel mehr Lernparcours hinlegen will.
Und nachher muss man alles wieder abbauen und zurücklegen.

Ich sehe oft, dass Pferdenhalter, außer denen, die eine eigene Anlage und genügend Platz haben, wenig TTouch Bodenarbeit machen. Das ist schade, denn es ist so gut für Balance, Propriozeption und das Vertrauen und kann viel Spaß machen.

Mit etwas Kreativität gibt es aber überall Trainingsmöglichkeiten.
Auf einem Hof gibt es fast immer einiges, dass sich zur Nutzung eignet:

  • Gibt es ein Ecke wo Zaunpfosten aufbewahrt werden? Oft liegen ein paar davon einfach so herum.
  • In ein andere Ecke liegt vielleicht das Plastik von den Heuballen. Da kann dein Pferd  schnuppern, es riecht meistens auch gut und vielleicht drüber laufen. Es ist ein gute Plastikübung.
  • Ein paar Verkehrshütchen kann man sich immer irgendwo hinstellen, es gehen aber auch alte Eimer, Tonnen, und wenn wirklich gar nichts da ist, kann man auch um Pfützen oder Bäume kreiseln.
  • Schau auch mal was sonst noch da ist und mach ein Spiel daraus: einfach die Welt neu entdecken.

Wenn du die Möglichkeit hat in den Wald zu gehen, kann man dort ganz toll üben.

Geh einfach mal ein Stück quer durch den Wald. Muss gar keine lange Strecke sein, (oft ist es eigentlich nicht erlaubt), es ist jedoch super Training!

Dein Pferd lernt aufzupassen wo es geht, keine Angst zu haben vor Ästen, die seine Beine berühren, es muss sich ausbalancieren, ruhig gehen und aufzupassen, wo es hintritt.

Wenn es euch Spaß macht kannst du es schwieriger machen, längere Strecken gehen, über Baumstämme klettern, (kleine) Hänge hoch und runter usw.

Für dich selber ist es auch sehr gutes Training! Auch Du musst aufpassen und bewusst laufen und klettern und einschätzen, ob du überall entlang gehen kannst und dein Pferd im Auge behalten.

Spazieren mit einem Pferd ist sowieso schön und wenn du kleine Übungen mit einbaust ist es auch gutes Lernparcourstraining.


Ingrid Wild hat eine Slideshow zum Anlass „50 Jahre Tellington TTouch“ zusammen gestellt.

 

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09. März 2025

Die Pono – Pilikia – Übung

Blogbeitrag von Doris Prinstinger (A)

hat Linda aus Hawaii zu uns gebracht. Dabei handelt es sich um eine einfache Übung, um Dinge klarer zu sehen.

Du nimmst ein Blatt Papier und teilst es in 2 Spalten.

In der Spalte PONO notierst du alles über deinen Hund, was du liebst, was dir gefällt, er spitze macht, seine Superkraft……….alles, was dir einfällt, auch die kleinste Kleinigkeit. Nichts ist zu unwichtig oder nichtig oder gar selbstverständlich.

Die andere Spalte, PILIKIA, enthält nun alles was du gerne verbessern möchtest. Bei mir steht – mein Hund soll nicht jagen. Im nächsten Schritt, und das ist der Spannende, überlege ich, wie ich das erreichen kann bzw. was zum Erfolg beitragen kann. Die Verringerung seiner Erregung bei Sichtung von Wild durch TTouches und besseres Rückruftraining sind 2 Teile dieses Puzzles, von denen es noch mehrere gibt.

Eigentlich möchte ich mich aber gerne mehr mit PONO beschäftigen. Denn das scheint oft der schwierigere Teil zu sein. Frage ich Klient*innen nach 5 positiven Dinge die sie über ihren Hund sagen können herrscht oft Schweigen. Das liegt meist daran, dass vieles, was der Hund so macht, als völlig selbstverständlich angenommen wird. Was es, finde ich, nicht ist. Ich feiere meinen Hund für seine offene, umgängliche Art. Ich liebe ihn dafür wenn er schnarchend neben mir liegt. Ich finde ihn erstaunlich intelligent wenn ich beim Hinweg verhindere dass er Müll frisst und er ihn am Rückweg verschling weil er sich gemerkt hat wo das Leckerli ist, ich aber nicht. Er ist oft ein Clown und bringt mich zum Lachen. Er ist mein Mitarbeiter des Monats (jeden Monats) weil er sich für Lehrvideos zur Verfügung stellt. Er ist unkompliziert. Durch ihn mache ich neue Erfahrungen und lerne neue Leute kennen. Für ihn ist die Welt grundsätzlich rosarot und ist sie es einmal nicht, dann gleich darauf wieder. Kurzum, die Länge dieses Artikels ist begrenzt wodurch ich meinen Lobgesang an dieser Stelle beende. Jetzt bist Du an der Reihe.

Ich finde es schön, einmal ganz konkret auszudrücken, was den einen, unseren Hund so besonders macht.

Was ich noch amüsant finde ist, die Liste einmal aus der Sicht deines Hundes auszufüllen. Was denkst du, würde da in den Spalten stehen?

In diesem Sinne – stay pono (also auf der Sonnenseite des Lebens)

 

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06. März 2025

Erinnere dich an deine Perfektion, statt : Heil mal schnell!

Blogbeitrag von Anke Recktenwald (D)

Foto: Andre Freiling, MaunaKea, Hawaii Zitat: Richard Bendler

Anfang des Jahres habe ich meine linke Schulter verletzt. Ich weiß nicht genau wie, aber meine Rotatorenmanschette schmerzt ziemlich und die Bewegungseinschränkungen waren gravierend.
Ich mag es nicht, wenn meine Beweglichkeit eingeschränkt ist. Zum Glück habe ich ja den Ttouch, um Schmerzen zu lindern und die Selbstheilungskräfte gravierend anzuschieben, so dass ich mich nicht so lange davon einschränken lassen muss, wie die Menschen, die den Ttouch nicht kennen.
Doch während es mir bei anderen meist gut gelingt den Fokus auf dem guten Gefühl meiner Berührung zu haben, die Dankbarkeit an die Funktion der Zellen im Herzen zu haben, die Intention von „Erinnere dich an deine Perfektion“ und das Vertrauen, das geschieht, was das Richtige ist, ist beim TTouch meine eigenen Zellen oft noch ein: „Aber schnell bitte!“ dabei.
Ich empfand die Berührung meiner eineinviertel Kreise eher unangenehm. Es tat weh an den, vermutlich entzündeten Stellen, zu ttouchen. Außerdem war es eine unangenehme Position, mit der rechten Hand an die linke Schulter, das drückte irgendwie auch vom Brustkorb auf die linke Schulter,  die den Druck überhaupt nicht mochte. Ich litt doch schon genug, musste ich mir das wirklich antun?
Ich hörte auf mit dem TTouch….
Doch das war es auch nicht. Ich wusste, es würde sehr lange dauern,  bis ich meinen Arm wieder frei bewegen kann, wenn ich ihn nicht ttouchte.
Und dann erinnerte ich mich, dass meine SchülerInnen sagen, wie liebevoll sich meine Berührungen anfühlen, ich erinnerte mich, wie sich meine Zellen fühlten, als Thomke mal meine Hand ttouchte, als diese zu Krämpfen neigte, an dieses Gefühl von: „Du bist richtig und wunderbar. Ich sehe deine Anstrengung das Beste zu tun und du machst das großartig“
Mir wurde klar, dass ich dieses Gefühl gerade nicht in meine Zellen brachte.
Also atmete ich einmal tief durch, mache meine Finger lauschend, nach der Frage, wieviel Druck angenehm sei und welches Tempo und folgte der Antwort der Zellen, die mich in die höhere Sanftheit und in langsamere TTouch leiteten. Ich dachte noch: Akuter Schmerz, schnelle Kreise, doch meine Zellen wollten es langsamer.
Natürlich dachte ich auch zuvor, ich hätte eine sehr sanfte Druckstärke, doch mein Wollen veränderte meine Wahrnehmung. Erst als ich bereit war zuzuhören und zu folgen, verbesserte sich die Qualität. Ich änderte meine Intention von: „Werde heil“ zu Dankbarkeit und dem Wunsch, gut zu tun. Gerne nehme ich auch das Ho’oponopono dazu, sage dem Körperteil der schmerzt, dass es mir leid tut, dass ich etwas tat, das ihm schadete, dass ich ihm dankbar bin, für alles, das er für mich tut und das ich jede einzelne Zelle von Herzen liebe.
Und mit diesen Gedanken und dem Lauschen in die Antwort der Zellen wurden die Kreise angenehm.  Es fühlt es sich an als gäbe es eine ganz feine Schicht, wie ein Film, jedoch eher fliesend, zwischen meinen Fingern und meiner Schulter.  Der schützte irgendwie vor dem Druck der Berührung und lies nur die Information durch. Sehr angenehm. Ein bisschen so, wie wenn ich mit nassen Fingern ttouchte,  doch schien die Schicht zu meinem Körper zu gehören.
Ich spürte, wie nicht nur meine Hand, sondern mein ganzer Körper weicher wurde, der Druck auf die Schulter weniger, die Anstrengung geringer, mein Gesicht entspannter.
Nun begann die Magie des 1 1/4 Kreis und der Schmerz reduzierte sich, das Wohlgefühl verbesserte sich und die Funktionsfähigkeit wurde besser.
Was für einen Unterschied es doch immer wieder macht, was wir denken, während wir tun.
Es war nicht das erste Mal, dass ich diese Erfahrung machte. Die Ungeduld, der Wunsch, dass die Schmerzen einfach schnell weg gehen sollen, oder dass ich eigentlich gar keine Lust habe, jetzt auch noch zu ttouchen, wo ich doch eingeschränkt bin…. All das wirkt auf meine Berührung und so auf meine Zellen.
Und dann habe ich die Wahl: Ich lasse es sein, und lebe viel länger mit der Einschränkung, oder ich ändere meine Einstellung hin zu Liebe und Anerkennung.
Und ja, ich entscheide mich auch schon mal fürs Erste. Das hängt oft davon ab, wie stark die Einschränkung mein Leben beeinflusst. Doch immer bin ich mir bewusst, es ist meine freie Entscheidung, wie ich mit mir selbst umgehe. Und es hilft dieses wunderbare Gefühl zu kennen, das ein liebevoll und achtsam ausgeführter TTouch von Zelle zu Zelle weitergibt.
Darum liebe ich es TTouch for you zu unterrichten. Denn wer fühlte, wie wunderschön es ist, so berührt zu werden, kann es für sich und seine Lieben, 2 oder 4 Beiner, besser anwenden.

 

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02. März 2025

Draumur – Traumata mit TTouch heilen

Blogbeitrag von Susanne Salzmann (D)

Draumur, war ein Islandpferd. Er ist im Dezember 2024 gestorben. Ich will einen Teil unserer gemeinsamen Geschichte mit Dir teilen. Ich habe ihn 1996 kennengelernt, damals arbeitete er in einer Reitschule.

Er war kein besonders kooperativer Mitarbeiter. Es war nicht seine erste Reitschule und so hatte er schon viel gelernt. z.B. Steigen und dabei gezielt nach dem Kopf des Menschen schlagen oder im schellen Galopp vor einen Zaun abzubremsen dabei Kopf runter und kräftig Ausschlagen so das alle Reiter*inn über den Zaun flogen. Schon das holen vom Paddock wurde zu einer Herausforderung. Jeder Besuch vom Tierarzt, Hufschmied artete in einem Kampf aus und Verlanden noch mal ein ganz spezielles Thema.

Ich war gerade mit meiner Ausbildung zur Telllington TTouch Practionerin fertig, als ich 2002 gebeten wurde mit ihm zu arbeiten. Das obige erwähnte Verhalten war zu dem Zeitpunkt schon ein tief eingeprägtes Verhaltensmuster. Menschen die mit ihm zu tun hatten, waren oft schon von vornherein laut und grob, da sie Angst hatten. Besonders nach dem 2 Menschen ins Krankenhaus mussten.

Als ich mit dem Tellington TTouch Training mit Draumur begann, hatte er auch noch eine äußerst dramatische Klinik Erfahrung hinter sich. So starteten wir in einer Paddock Box, ich versorgte ihn, redete mit ihm, achtete auf meine Atmung, mein Gleichgewicht und verbrachte meine Mittagspause auf der sicheren Seite des Zauns.

Zu diesem Zeitpunkt wollte er sich nicht anfassen lassen und schon gar nicht Halftern. Ich wollte, dass er den Kontakt zu mir aufnimmt. Ich machte viel TTouch an mir. Dies hat einen erheblichen Einfluss auf die Stimmung, Puls und Atmung und so konnte ich gewährleisten dass ich nicht in die Menschliche Erwartungshaltung falle und anfange ihn zu Locken oder anders auf mich aufmerksam zu machen weil ich es nicht aushalten kann ignoriert zu werden. 🙂

Wenn Du wissen willst wie es weiter ging Fortsetzung am 13.April 2025 hier im Blog, oder komm in eines meiner Zoom Meetings.

Die Arbeit mit den Pferden ist immer auch eine Arbeit an uns selbst, ein immer währender Prozess in dem wir viel über uns selbst lernen können und erfahren wer wir sind, sein wollen und ganz besonders auch wer wir werden könnten.

 

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27. Februar 2025

Beobachten ohne werten

Blogbeitrag von Ingrid Wild

Eine der schwierigsten Aufgaben für mich in der Ausbildung zur Tellington TTouch Practitioner war das wertfreie Beobachten oder Beobachten ohne zu werten. Ich habe damals gemerkt, wie bereitwillig mein geschultes „Finde den Fehler“ – System  ansprang, wenn ich den Blick auf ein Pferd oder Mensch mit Pferd- Paar richtete.

Fast gleichzeitig mit der Fehlersuche, begannen in meinem Kopf Erklärungsversuche und Lösungsansätze aufzuploppen. Es war, als spielte mein Kopf seinen eigenen Film.

Beim wertfreien Beobachten kann ich frei werden von Erwartungen und Gewohnheiten, ich habe Raum und Ruhe, das aufzunehmen, was ich wirklich sehe. Mir ist es dadurch möglich, Details zu beobachten und es geht um das, was ich jetzt in diesem Moment tatsächlich sehe. Mein Blick öffnet sich für die vielen schönen Details, anstatt nach Fehlern zu suchen

Ich sehe, was dem Pferd oder dem Mensch-Pferd- Paar gerade alles möglich ist, anstatt den Fokus darauf zu verlieren, was in diesem Moment vielleicht noch nicht zu sehen ist.

So herausfordernd diese Art des Beobachtens für mich zu Anfang war, so sehr liebe ich sie nun und habe sie aus meinem Berufsleben in meinen Alltag integriert. Die eigenen tierischen Gefährten wertfrei zu beobachten ist dann nochmal eine weitere Herausforderung, die ich mit großer Freude annehme.
Um aus dem gewohnten Beobachten herauszukommen, hilft es, die Perspektive zu wechseln.

Eine wirkungsvolle Methode dazu, lernte ich in einem Ausbildungskurs von Tellington-TTouch Instruktorin Lily Merklin.  Man kehrt der Szene seinen Rücken zu, stellt sich mit gegrätschten Beinen hin und schaut zwischen seinen  Beinen durch. Alles, was man nun sieht, steht auf dem Kopf- eine neue Perspektive und damit interessant für unser Gehirn und das Nervensystem.

Ausprobieren lohnt sich. 

 

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23. Februar 2025

Gelassene Patienten-glückliche Tierärztinnen

Blogbeitrag von Dr. Daniela Zurr (D)

Wann warst Du das letzte Mal mit einem Deiner Tiere in einer Tierarztpraxis und wie ging es Euch dort? Es gibt verschiedene Untersuchungen, die belegen, dass circa 80% der Hunde Anzeichen von Angst und Stress in der Praxis zeigen. Dies belastet nicht nur die Hunde, sondern erschwert auch Untersuchungen und die Interpretation verschiedener Blutwerte. Bei anderen Tierarten sieht es ähnlich aus.
Doch das muss nicht so sein! Wenn es heute möglich ist, Eisbären beizubringen, dass sie ihre Pfote zur Blutentnahme hinhalten oder Giraffen sich die Klauen kürzen lassen, schaffen wir es auch unseren Haustieren zu einem entspannten Tierarztbesuch zu verhelfen.
Hierzu hat sich aus meiner Erfahrung eine Kombination aus Tellington TTouch und gezieltem Training bewährt:

  1. Erkunde den Körper Deines Tieres mit Noahs Marsch: Wo lässt es sich gelassenen berühren und gibt es Bereiche, in denen Du Anspannung oder ein Ausweichen bemerkst? Wenn ja, nutze unterschiedliche TTouches, um Dich schrittweise in diese Bereiche vorzuarbeiten. Achte auf die feinen körpersprachlichen Signale Deines Tieres und passe dein Vorgehen an.
  2. Wenn Berührungen mit den Händen am ganzen Körper gut angenommen werden, kannst Du schrittweise unterschiedliche Gegenstände hinzunehmen (z. B. Flohkamm, Krallenschere) und auch mit diesen Gegenständen ttouchen.
  3. Fällt es Deinem Tier schwer, längere Zeit ruhig zu bleiben oder sich überhaupt auf Berührungen einzulassen, kannst Du ausprobieren, ob ein Tellington-Körperband unterstützend wirkt.
  4. Sind einzelne Maßnahmen, z. B. eine Ohrenuntersuchung für Dein Tier besonders herausfordernd oder mit Schmerzen verknüpft, trainiere diese gezielt. Belohne ein Stillhalten großzügig und achte darauf, die Schritte so klein zu halten, dass Du aufhörst, solange Dein Tier noch kooperiert.
  5. Hab Spaß-manchmal sind wir selber viel lockerer, wenn wir einen “unwichtigen” Trick trainieren, als wenn wir Medical training machen. Genieß den Prozess und die Interaktion und Du wirst viel schneller zum Ziel kommen.
  6. Wenn eine tierärztliche Maßnahme zeitnah nötig ist und Du weißt, dass Dein Tier diese noch nicht gelassen meistern wird, sprich rechtzeitig mit Deiner Tierärztin über mögliche Unterstützung durch angstlösende Medikamente oder eine Sedation. Heutzutage gibt es effektive und gut verträgliche Möglichkeiten, die viel schonender als Angst auslösende Zwangsmaßnahmen sind.

 

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20. Februar 2025

Die Tellington TTouch® Methode

– Ausformung der eigenen Essenz

Blogbeitrag von Bibi Degn (DEU, ESP)

Das Verständnis des Begriffes „Nachhaltigkeit“ wird vielfach auf ökologische Aspekte und diesbezügliche Schadensbegrenzung beschränkt. Es lohnt sich jedoch, den Begriff weiter gefasst anzusehen (siehe Hannah Arendt, Ken Wilber oder System-Theorie): Nachhaltigkeit nicht nur auf die Schonung von Ressourcen zu begrenzen, sondern den Blick auf regenerative Prozesse zu richten. Ein Beispiel: Es macht Sinn, Brennstoffe zu sparen. In der Tiefe nachhaltig ist aber die Kraft eines Waldes, sich stetig zu erneuern.

Genau durch diesen lebensbejahenden Aspekt der Förderung von Systemen und Lebewesen in ihrer authentischen Entfaltung setzt sich die Tellington Methode von anderen, auch manchen positiven und bewährten Trainingsmethoden ab.

Sanft und achtsam unterstützt die Methode Tiere darin, ihr volles Potenzial zu entfalten, ihre eigene Essenz zu leben. Statt einer äußeren Einwirkung, die Heilung oder Korrektur verspricht, hilft Tellington dem lebenden System, sich selbst besser zu regulieren und zu verstehen. Ergebnis sind die vertrauensvolle Beziehung und tiefgehendes Wohlbefinden, langfristig wirksam – nachhaltig im umfassenderen Sinn.

Die Anwender:innen der Methode lernen ein präzises Werkzeug, aber durchlaufen darüber hinaus immer wieder den kreativen Prozess, der ihre eigenen Fähigkeiten zur Entfaltung bringt. Die Tellington Methode verlangt nicht einfach das Wiedergeben von Gelerntem, sondern sie fördert das intuitive Erfassen und Anpassen an lebende Situationen. In diesem schöpferischen Raum entwickeln sich Tiere und Menschen weiter. Auch die Methode selbst evolviert, in sich selbst, sowie andere Disziplinen und Methoden befruchtend.

Solches kreatives Wachstum gelingt, weil die Tiere (und Menschen) im angstfreien Raum lernen und sich das vegetative Nervensystem in einem guten Gleichgewicht bewegt. Die gezielten Berührungen und sanften Bewegungen sprechen das Nervensystem an und verbessern die Körperwahrnehmung. Wer seinen Körper bewusst wahrnimmt, kann sich entspannen und Stress abbauen, aber vor allem auch kreativ denken und lernen. Tiere können Spannungen loslassen, Ängste abbauen und ihre natürlichen Fähigkeiten zur Entfaltung bringen.

Nachhaltiges Wirken im Sinne von Tellington bedeutet also immer,  Mensch und Tier in ihrer ureigenen Kraft zu stärken. Indem wir uns und ihnen den Raum geben, sich selbst zu sein, schaffen wir eine tiefe und dauerhafte Balance – eine Harmonie, die über den Moment hinaus Bestand hat.

 

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16. Februar 2025

Augen und Ohren in den Fingern …

Blogbeitrag von Sylvia Haveman (NL)

Ich denke, einer der schönsten Teile der Tellington-Methode ist das bewusste und aufmerksame Spüren…

Nach der ausgiebigen Beobachtung des Tieres mit dem Blick für das kleinste Detail fühlen wir es weiterhin mit der Hand, Teilen der Hand oder den Fingern. Wir erfühlen so viel wie möglich vom Körper des Tieres, immer aufmerksam und ohne dass ich eine bedrohliche Haltung einnehme. Ich beobachte das Tier jedoch weiterhin, um das Feedback, dass das Tier beim Berühren der verschiedenen Körperteile gibt, nicht zu verpassen.

Wie kleine Detektive gleiten meine Hände über das Tier und registrieren so viel wie möglich. Es ist, als ob ich kleine Augen und Ohren in meinen Fingerspitzen hätte, mit denen ich sozusagen nach innen schauen und intensiv lauschen kann. Ich bin auf der Suche nach Temperaturunterschieden und Körperteilen, an denen ich Anspannung spüren kann. Wie ist die Verschiebbarkeit der Haut und wie ist der Zustand des Fells und der Haare? Gibt es Stellen, an denen sich das Haar trocken oder fettig anfühlt? Gibt es Bereiche mit abgestorbenen Haaren oder Stellen, an denen viele Schuppen zu finden sind?  Sind die Haare glatt oder stehen die Haare zu Berge? Ich versuche Informationen so neutral wie möglich zu sammeln.

Alle Erkenntnisse können etwas über den körperlichen und seelischen Zustand des Tieres unter meinen Händen aussagen und ich berücksichtige sie im Ganzen.

Gerade unsere Finger eignen sich besonders gut zum Tasten und Fühlen, da sie mit einer extra Sensibilität von der Haut umhüllt sind. Dort, direkt unter der Haut, befinden sich spezielle Rezeptoren (die mit sensorischen Neuronen verbunden sind), die sehr empfindlich sind und zum Beispiel die leichteste Berührung spüren und auch Vibrationen, Schmerzen und Druck wahrnehmen können. Unsere Hände enthalten Zehntausende dieser Rezeptoren und Neuronen. All diese kleinen Helfer und Detektive können uns weiterbringen, um ein „Bild“ des Tieres unter unseren Händen zu bilden.

Es mag etwas Übung erfordern, aber es ist ein faszinierendes Thema und es lohnt sich, den eigenen Tastsinn zu entwickeln, um immer besser darin zu werden.

 

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13. Februar 2025

Weshalb ich mir täglich TTouches gönne

Blogbeitrag von Lisa Leicht (CH)

Für 2025 habe ich mir vorgenommen, mir selbst vermehrt Gutes zu tun. Ein ursprünglich aus der Not gefasster Vorsatz, da das letzte Jahr von einem schweren Unfall mit nachfolgenden Hüftoperationen überschattet worden war, mit Arbeitsunfähigkeit, langer Immobilität und damit einhergehender Isolation und emotionalem Rückzug.

Während dieser anspruchsvollen Zeit, war das TTouchen an den schmerzenden Stellen meines Körpers an der Tagesordnung. Sanfte, kreisende Eineinviertelkreise und kleine Heber minderten die Schmerzen, entlasteten Leber und Nieren nach den Operationen, regulierten Kreislauf und Darmtätigkeit. An dieser Stelle ein dreifaches Hoch für den Ohr-TTouch – ich war eine der wenigen Personen auf meiner Abteilung, die nie unter Konstipation litten. Hearthugs halfen, die Atmung zu vertiefen, und, sehr wichtig, mit mir selbst in einem entspannten Zustand in Kontakt zu bleiben.

Gemäss meinem Vorsatz, mir Gutes zu tun, behandle ich mich weiterhin täglich. Ich empfinde die TTouches jetzt, wo ich meinen Körper wieder trainieren kann und sich der Schmerz nur noch geringfügig bemerkbar macht, genauso wohltuend wie während der Rekonvaleszenz.

Am Morgen im Bett, gleich nach dem Erwachen, bevor das Gedankenkarussell anfängt sich zu drehen, mache ich das Bodyblessing mit tiefer Dankbarkeit dafür, dass mein Körper wohl und ausgeruht in den Tag einsteigen darf. Nach meinen täglichen Qi-Gong- und Klangübungen helfen die Eineinviertelkreise, meist an den Armen, an den Oberschenkeln und an der Hüfte ausgeführt, das Gefühl von Harmonie und Ganzheit, welches ich dann empfinde, bewusst länger zu spüren und zu verankern.

Auch meine Füsse ttouche ich täglich; das fördert die allgemeine Gesundheit via Reflexzonen und auch das Gleichgewicht, damit mein Gangbild wieder ausgeglichen wird und meine Füsse gut am Boden haften. Oft mache ich auch zwischendurch ein paar vereinzelte TTouches, dort wo ‚Es mich gerade ruft‘, einfach aus Freude an der Kommunikation mit meinem Körper. Es scheint mir, als ob kontinuierlich jeder TTouch zu einem tiefen und freudvollen Verständnis von Körper und Geist beiträgt. Was für ein Geschenk!

 

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09. Februar 2025

Honis erster Schritt ins Leben

Blogbeitrag von Karin-Petra Freiling (D)

Es war eine kalte, regnerische Nacht, als ich die fünf Welpen und ihre drei Mütter aus ihrem traurigen Schicksal rettete. Sie lebten unter unvorstellbaren Bedingungen – verängstigt, hungrig, krank. Doch als ich sie in mein Zuhause brachte, wusste ich: Hier beginnt ihr neues Leben.

In den ersten Tagen war alles ein einziges Chaos aus Futter, Schlafplätzen und vorsichtigen Annäherungen. Doch dann bemerkte ich etwas: Einer der kleinen Welpen, Honi, konnte nicht laufen. Seine Hinterbeine gehorchten ihm nicht, sie schleiften kraftlos hinter ihm her. Während seine Geschwister spielten und tobten, blieb er zurück. Doch in seinen Augen war kein Aufgeben – nur Hoffnung.

Ich begann mit täglichen Übungen, sanften Berührungen und liebevoller Zuwendung. Tellington TTouch, Klickertraining, Physiotherapie, Osteopathie– alles, was ihm helfen konnte, kam zum Einsatz. Doch die Fortschritte waren winzig. Manche Tage fühlten sich wie ein Stillstand an, an anderen schien es sogar schlimmer zu werden. Ich besuchte eine liebe Freundin die eine  Physiotherapie-Schule leitet.

Die sah sich Honi genau an, tastete vorsichtig seine deformierten Gelenke ab und seufzte leise. „Seine Chancen sind sehr gering“, sagte sie schließlich. „Es wird wohl immer so bleiben… Aber mit Tellington TTouch hast Du doch schon einige Wunder vollbracht“

Die Worte trafen mich tief und als ich Honi ansah, wusste ich: Er hatte nicht aufgegeben, also würde ich es auch nicht. Wir würden dieses Wunder schaffen. Auch Diesesmal.

Am selben Tag saß ich spätabends neben ihm und begann eine lange, ruhige Tellington TTouch-Session. Ich berührte seinen kleinen Körper mit sanften, kreisenden Bewegungen, spürte, wie er sich entspannte, wie sein Atem ruhiger wurde. Ich flüsterte ihm zu, dass er stark sei. Dass wir es gemeinsam schaffen würden.

Und dann, zwei Tage danach, geschah das Wunder.

Ich saß auf der Bank im Welpenzimmer, als ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung sah. Es war Honi. Und er… er stand auf! Wackelig, zitternd, aber auf seinen eigenen vier Beinen. Und dann tat er es. Sein erster Schritt. Ein einziger, kleiner, mutiger Schritt in sein neues Leben.

Von diesem Tag an ging es bergauf. Mit jedem Training wurde er stärker. Mit seinem kleinen halben Tellington Körperband lernte er, sich selbst zu tragen. Mit dem Hand-Target lief er über Hindernisse, kletterte über kleine Steine. Sein Gang war nicht perfekt, aber es war sein eigener. Und mit jedem Schritt, den er machte, bewies er der Welt, dass Hoffnung stärker ist als jede Diagnose.

Heute rennt Honi über die Wiesen, spielt mit seinen Geschwistern und genießt sein Leben in vollen Zügen. Er erinnert mich jeden Tag daran, dass es sich lohnt zu kämpfen – selbst dann, wenn alle anderen sagen, dass es unmöglich ist.

Videos von Honi:

Wer mehr erfahren möchte: Honis komplette Behandlung ist auf meinem aufgezeichneten Vortrag des Tellington TTouch  Kongresses 2025 zu sehen.

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06. Februar 2025

Der andere Stern

Blogbeitrag von Katja Krauß (D)

(Foto: Das Foto entstand auf einem Linda Kurs und hat nichts mit der unten beschriebenen Begebenheit zu tun. Es soll nur zeigen, dass Pferde sich durchaus auch vertrauensvoll verladen lassen mit Tellington TTouch®.)

Meine Freundin Leni erzählte mal davon, dass sie nach einem Pferdekurs sah, dass zwei Frauen ein Problem hatten ihr großes Warmblut zu verladen. Sie sprach sie an und bat ihre Hilfe an. Doch sie sagte gleich dazu, dass es sehr wichtig sei, dass die Frauen sofort los fahren würden, wenn die Hängerklappe geschlossen wird um weitere Unruhe für das Pferd zu vermeiden.

Die Frauen sagten, dass sie bereits alles andere verladen hätten und dann direkt los fahren würden.

Daraufhin half Leni, dass Pferd in den Hänger zu bringen. Als die Hängerklappe geschlossen war, gingen die beiden Frauen Richtung Gebäude und bedeuteten Leni auf ihr Nachfragen, dass sie NUR noch kurz auf die Toilette gehen würden. Wer sich nicht mit Pferden auskennt, dem sei gesagt, dass so ein aufgeregtes Pferd sich in einem stehenden Hänger mitten im Hof mit vielen Menschen und Pferden viel stärker aufregen kann, als wenn es sich bei der Fahrt etwas mehr auf seine Balance konzentrieren darf. Die Verletzungsgefahr in „10 Minuten Toilettengang“ ist somit erheblich groß.

Als Leni sich abwand und zu ihrem Auto gehen wollte, wurde sie von einer anderen Teilnehmerin angesprochen, die den gesamten Vorgang beobachtet hatte und sagte: „Echt erstaunlich, wie ruhig das Pferd mit deiner Hilfe in den Hänger gegangen ist”. Doch dann fragte sie, warum Leni dabei so ruhig geblieben war, als die beiden Damen weggegangen waren und Leni doch augenscheinlich auch die Gefahr sah. Leni antwortete: „Ich habe alles getan, was in meiner Macht stand, ich habe dem Pferd noch kurz die Situation erklärt und habe nun die Verantwortung an die beiden Frauen abgegeben.

Bei Tellington lernen wir auch: Dinge loszulassen, damit sie ihren Weg gehen können.“

Daraufhin meinte die Frau: „Ihr Tellington-Frauen seid wirklich von einem anderen Stern! Und zu diesem Stern möchte ich auch ganz dringend dazu gehören.“

Immer wenn ich an die Geschichte zurückdenke, denke ich: „Und ich bin so heilfroh, dass ich bereits auf diesem anderen Stern bin!“

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02. Februar 2025

Vertrauen statt Dominanz

Blogbeitrag von Lily Merklin (CH)

Auf meinen letzten Blog-Beitrag hin erreichte mich die Nachricht einer lieben Kollegin, die vor vielen Jahren einen Ausbildungskurs bei mir besucht hatte. Petra schrieb, dass sie am Morgen in der Stangenstunde erstmal den Halsring ausprobiert und ihr Pferd es geliebt habe. Gestern habe sie in der Gymnastikspringstunde einen Knoten in die Zügel gemacht und es so toll gefunden wie vor 45 Jahren bei Anthony Paalmann (bekannter Springreiter und -Ausbilder, der vor 25 Jahren gestorben ist). Wir schrieben ein bisschen hin und her und sie berichtete, dass sie vor 2 Jahren mit diesem Pferd einen schlimmen Sturz gehabt habe und ihr Vertrauen einen echten Knacks bekommen habe. Aber sie hat nicht aufgegeben! Sie hat an sich und ihr Pferd geglaubt, hat an sich und ihm und mit ihm zusammengearbeitet und kann heute stolz darauf sein, wie sie gewachsen sind – aneinander und miteinander.

In der Tellington-Methode erleben wir solche Geschichten immer wieder. Vielleicht hat dies damit zu tun, dass Vertrauen ein wesentlicher Bestandteil unserer Methode ist. Nicht blindes Vertrauen, dass schon nichts passieren wird oder das Tier uns verstehen wird, egal wie unklar wir kommunizieren, oder dass der Trainer es schon richtet. Sondern der gezielte Aufbau von Vertrauen, das Fördern von Vertrauen in sich, in das Tier und in die Beziehung. Dabei gewinnt auch das Tier an Vertrauen – in sich, in uns und in die Beziehung. Und das ist immer wieder die Basis, auf der Wunder wahr werden.

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26. Januar 2025

Am Puls der Zeit. Damals – wie heute

Blogbeitrag von Doris Prinstinger (A)

Ich denke, es hat sich nun herumgesprochen – die Tellington TTouch Methode feiert 50-jähriges Jubiläum.

Wir alle, die Teil dieser großen „Familie“ sind, sind hellauf begeistert.

Doch kürzlich hatte ich einen kleinen Schock.

Ich las in einer bekannten, renommierten Hundezeitschrift einen Artikel mit der Überschrift – Training wie vor 30 Jahren. Es ging darum, dass eine bestimmte Gruppe ihre Hunde noch immer mit ziemlich grausamen Methoden trainiert und das eben schon seit anno dazumal. Beim Training und der Ausbildung der Hunde sind alle neuen Erkenntnisse spurlos vorüber gegangen. Man hat es ja immer schon so gemacht.

Der Schreck – ich dachte kurz: Was denken sich die Leute, wenn sie hören, dass die Tellington Methode schon 50 Jahre alt ist? Veraltet?

Gleich vorweg. Die Frage ist mit einem eindeutigen NEIN zu beantworten,

Es gibt einen Kern, der alt sein mag, aber Linda war und ist immer schon ihrer Zeit etwas voraus.

Die Gedanken, dass Tiere unsere Lehrer sind, wir zuhören und beobachten sollen, dass sie immer das Beste geben, das in der Situation für sie möglich ist, dass man ohne Stress besser lernt, dass der Körper Einfluss auf das Verhalten (und die Leistung) hat. All das ist doch aktueller denn je.

Mich hat von Anbeginn begeistert, wie integrativ Linda ist und wie offen gegenüber Neuem.

Durch sie habe ich von Karen Pryor und Clickertraining erfahren, lange bevor es in Österreich große Aha-Erlebnisse ausgelöst hat. Das Thundershirt brachte Linda mit, als es bei uns noch völlig unbekannt war. Wir haben in den Kursen Dinge ausprobiert, die sinnvoll und hilfreich erschienen. Einige haben wir mit in unseren Werkzeugkoffer aufgenommen, andere wieder verworfen.

Und so gibt es einen Kern, eine Basis, die sich über 50 Jahre als gut, schön und wahr erwiesen hat. Darüber hinaus gab und gibt es aber immer Platz für (Weiter-)Entwicklung.

Das ist der Grund, warum für mich, die ich nun auch schon fast 30 Jahre (da besuchte ich meinen ersten Kurs) mit dabei bin, es noch immer spannend ist. Ich liebe die Lebendigkeit dieser Methode. Und so feiere ich einmal kräftig dieses Jubiläumsjahr und freue mich schon auf die nächsten 50 Jahre!

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24. Januar 2025

Zuhören statt Flüstern – Was Dominanz wirklich bedeutet

Blogbeitrag von Susanne Salzmann (D)

„Wir müssen das Flüstern der Pferde hören“ – eines meiner liebsten Zitate von Linda Tellington-Jones bringt eine tiefgreifende Wahrheit auf den Punkt. Pferde sprechen ständig mit uns, doch ihre Sprache gleicht einem Flüstern: fein, subtil und voller Bedeutung.

Hörst du das Flüstern deines Pferdes? Seine Bewegungen, die Art, wie es atmet, den Kopf hält, die Stellung der Ohren oder der Schlag der Wimpern – all das sind Ausdrucksformen, die uns Geschichten erzählen. Pferde sprechen mit ihrem gesamten Körper, und dort, wo Verständnis herrscht, scheint diese Sprache fast unsichtbar, wie ein leiser Austausch zwischen Vertrauten.

Doch wie oft übersehen wir dieses Flüstern? Wir Menschen neigen dazu, laut und grob zu sein – nicht unbedingt in unserer Stimme, sondern in unseren Bewegungen und unserer Körpersprache. Für Pferde, die Meister der nonverbalen Kommunikation sind, wirken wir oft unbeholfen und manchmal sogar überwältigend.

Dominanz wird in der Pferdewelt häufig zur  Kontrolle, Unterwerfung oder der Notwendigkeit, „der Chef“ zu sein, eingesetzt. Doch echte Führung basiert auf Vertrauen, Respekt und einer Verbindung, die auf gegenseitigem Verständnis gründet. Statt zu versuchen, Pferde zu „beherrschen“, sollten wir lernen, zuzuhören – auf ihre subtilen Signale zu achten und unsere eigene Körpersprache zu verfeinern.

Der Schlüssel zu einer harmonischen Partnerschaft liegt darin, das Flüstern der Pferde wahrzunehmen und darauf zu antworten. Das bedeutet, achtsam zu sein, präsent im Moment, und bereit, uns selbst zu hinterfragen. Sind wir bereit, leiser zu werden, um das Flüstern zu hören?

Mit der Tellington TTouch® Methode schaffen wir eine Basis für diese Verbindung. Sie lehrt uns, mit unseren Pferden auf eine Art zu kommunizieren, die Vertrauen fördert und den Raum für Dialog öffnet. Es geht nicht um Dominanz, sondern um Partnerschaft, um ein Miteinander, das leicht und harmonisch ist.

Bist du bereit, zuzuhören?

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19. Januar 2025

“Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne….”

Blogbeitrag von Anke Recktenwald (D)

Zur Feier der 50 Jahre wollen wir uns auch an den Beginn der Tellington Methode, in gemeinsamen Zoom-Meetings, erinnern. Wie es war, als Linda erstmals nach Deutschland kam und die Pferdewelt in Staunen versetzte.

Wir haben die Menschen gesucht, die bis heute in der Pferdeszene sind und schon vor 50 Jahren dabei waren. Die Kurse waren zu der Zeit noch anders, länger, intensiver. Teilweise kamen die Leute zu 4 Wochen Lehrgängen mit Linda.
Sie kommen nun in den Montags Meetings zu uns um zu erzählen: Was hat sie angesprochen, was brachte sie dazu, zu Linda zu reisen, auch ins Ausland.

Was hat sie fasziniert, um immer weiter von Linda lernen zu wollen, deren außergewöhnliches Können noch immer keiner, auch nur annähernd, erreicht hat. Ob im Sattel oder in Kontakt mit anderen Tieren. Linda ist auch bei diesen Meetings i.A.  mit dabei.

Am Montag, den 20. Januar kommen Beate Meyer und Peggy Schmah, die sich auf den ersten Ausbildungskursen kennenlernten.
Dann kommt Christine Schwartz, ein echtes  Sahnestückchen, da sie Linda schon ganz am Anfang traf, in Deutschland ein paar Jahre später in ihren Kurse assistierte und schließlich zu Lindas Schwester nach Kanada zog, wo sie, bis heute Teil der Tellington Familie ist.
50 Jahre Tellington Methode hat sie voll und ganz miterlebt! Sie hat viel zu erzählen.
2 Wochen später kommt Jochen Schuhmacher, der damals in Reken war, dann zwar zur Bundeswehr musste, und nicht so vollständig dabei sein konnte, wie er wollte, aber doch sehr viel erlebte und zu erzählen weiß. Wenn man ihn reden hört, wie er begeistert von dieser Zeit und Linda erzählt, kann man die Energie fast greifen, die damals in den Kursen war. So lebendig, so faszinierend.

Um mit euch in Kontakt zu sein habe ich eine Mail-Gruppe gegründet. Hier der Link zur Gruppe: https://groups.google.com/g/TTEAM-Memories

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16. Januar 2025

Wie alles begann…

Blogbeitrag von Ingrid Wild (Tellington TTouch Instruktorin aus Deutschland)

Die Tellington TTouch® Methode feiert dieses Jahr 50-jähriges Jubiläum und ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich das erste Mal von Linda Tellington-Jones gehört bzw gelesen habe.
In dem Reiter-Taschenbuch von 1983 berichtete Christa Schütt von einem Training in Reken, dass Ursula Bruns im FS-Testzentrum Reken organisiert hatte. Sie hatte Linda Tellington-Jones eingeladen, ihre Art schwierige Pferde zu trainieren, in Reken in einem 6 wöchigen Arbeitskurs zu demonstrieren und zu dokumentieren. 20 unterschiedliche Pferde wurden von Ursula Bruns und ihren MitarbeiterInnen nach Lindas Methode trainiert und nach Feierabend nötigte Ursula Bruns, Linda an die Schreibmaschine, um die Tagesereignisse aufzuschreiben. Aus dieser und weiteren gemeinsamen Erfahrungen entstand im Laufe jahrelanger enger Zusammenarbeit zwischen Linda Tellington-Jones und Ursula Bruns  das erste Buch:  Die Tellington Methode „So erzieht man sein Pferd“
Linda berichtet selbst: “Das TTEAM- Programm (heute Tellington TTouch Methode) wurde 1975 an einem wunderschönen Sommertag in San Francisco geboren, als ich einer Vorlesung von Dr. Moshe Feldenkrais lauschte und intuitiv, basierend auf den Erkenntnissen von Dr. Feldenkrais, den Tellington TTouch für Pferde entwickelte.”

Für mich waren sowohl die Zeilen im Taschenkalender, als auch später im Buch bahnbrechende Zeilen- endlich war da jemand, die den Pferden zuhörte, das Training so gestaltete, dass die Pferde individuell gefördert wurden und ganz neue Wege des Pferdetrainings ging. Ab dem Moment war ich Lindas „Follower“, ihr Fan. Ich verschlang alles, was ich von ihr lesen konnte und auf vielen Equitanas- der großen Pferdemesse in Essen, versäumte ich keine Demonstration von ihr. Heute bin ich Instruktorin der Tellington TTouch Methode und Linda jeden Tag unendlich dankbar, für das, was sie in die Welt gebracht hat. Sie hat mich damit in vielfältiger Weise geprägt, inspiriert  und mein Leben ungemein bereichert.

50 Jahre und kein bisschen alt, das ist die Tellington TTouch Methode heute. Es ist eine lebendige Methode, die sich dank ihrer Gründerin, Linda Tellington-Jones immer weiter entwickelt hat und es noch immer tut und die Welt für Menschen und Tiere besser macht. Gibt es einen besseren Grund zum Feiern?

Was hat Dich zur Tellington TTouch Methode gebracht?
Wann hast Du zum ersten Mal vom TTouch erfahren?
Kannst Du dich genauso gut daran erinnern wie ich?

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12. Januar 2025

TTouch beim Stachelschwein-die pieksen doch?

Blogbeitrag von Dr. Daniela Zurr (D)

Erinnert Ihr Euch noch an meinen Bericht über das Seminar im Wildpark? Nachdem wir die Schafe überzeugt hatten, dass es Spaß machen kann, mit den Menschen zu interagieren, haben wir uns mit den Stachelschweinen beschäftigt.

Was weißt Du über diese Tiere? 

Stachelschweine sind sozial lebende Nagetiere, die dämmerungs- und nachtaktiv sind und schlecht sehen, aber sehr gut hören und riechen können. Je entspannter sie sind, desto flacher liegen die Stacheln an, dann pieksen sie auch nicht beim Berühren😊 Wenn sie eine Gefahr befürchten, drehen sie sich rückwärts mit aufgestellten Stacheln zur Gefahrenquelle. Als wir zu ihrer Anlage kamen, hatte es sich die ganze Familie (Eltern mit 8 Kindern) im warmen Haus gemütlich gemacht.

Was hat das mit Tellington TTouch zu tun? Kennst Du die 9 Elemente?

Basis-TTouch, Druckstärke, Tempo, bewusste Pause, Verbindung, achtsame Atmung, Körperhaltung, Intention, Feedback.

Basis-TTouch: Muss in diesem Fall noch etwas warten. Alle anderen Elemente kann ich auf jede Art von Interaktion übertragen:

Druckstärke: Wie kann ich die Situation so gestalten, dass alles so leicht wie möglich für das Tier ist. Z.B. indem ich mich im Auslauf der Stachelschweine so positioniere, dass der Eingang zum sicheren Stall frei bleibt.

Tempo: Langsame Bewegungen, damit sich die kurzsichtigen Tiere nicht erschrecken.

Bewusste Pausen: Den Auslauf rechtzeitig nach einigen positiven Interaktionen verlassen.

Verbindung: Durch leise, freundliche Stimme und leckere Karottenstückchen.

Achtsame Atmung: Alle Tiere sind wesentlich eher bereit, sich uns zu nähern, wenn wir ruhig atmen, statt vor Aufregung die Luft anzuhalten.

Körperhaltung: Wenn ich mich hinhocke, bin ich nicht nur durch die geringere Körpergröße weniger bedrohlich.

Intention: Je klarer ich weiß, welches Verhalten ich mir wünsche, desto leichter wird es den Tieren fallen, dieses auch zu zeigen. In diesem Fall: Es ist sicher und lohnend sich den Menschen zu nähern.

Feedback: Die Stachelschweine haben uns die ganze Zeit ihre Vorderseite zugedreht. Die Stacheln waren unterschiedlich aufgestellt. Futter wurde aber nur noch der Person, die am nächsten zum Haus hockte, angenommen. Nach einigen Minuten ist ein Tier mit dem Futter nicht mehr weggelaufen, sondern in der Nähe sitzen geblieben.

Es liegt noch einiges vor uns, aber ich freue mich schon auf Stachel-TTouches…

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10.  Januar 2025

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tellington – ein Plädoyer für Zartheit

Blogbeitrag von Bibi Degn   (DEU / ESP)

Wenn sich unsere Seelen berühren

In einer Welt, die oft von Hektik, Distanz und emotionaler Distanz geprägt ist, schenken uns Tiere Möglichkeiten: bedingungslose Verbundenheit und heilsame Berührung.

Unsere Verbindung zu Tieren berührt die tiefen Schichten unserer Seele:

  1. Emotionale Entlastung: In den vertrauensvollen Augen eines Tieres finden wir oft mehr Verständnis als in zahllosen menschlichen Gesprächen. Sie nehmen uns an, ohne zu urteilen.
  2. Stressreduktion: Wissenschaftliche Studien belegen, dass der Kontakt zu Tieren messbar Stresshormone senkt und unser Nervensystem beruhigt.
  3. Bedingungslose Akzeptanz: Tiere lehren uns eine Form der Liebe, die keine Bedingungen kennt – eine Liebe, die uns annimmt, wie wir sind.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Forschungen zeigen die erstaunlichen Auswirkungen von Tierkontakt:

  • Senkung des Blutdrucks
  • Stärkung des Immunsystems
  • Linderung von Angstzuständen
  • Förderung von Oxytocin – dem Hormon der Verbundenheit

Die Sprache jenseits der Worte

Die Tellington TTouch® Methode öffnet Tore dazu, was Tierkontakt per se bewirken kann. Die sanften, kreisenden Berührungen der TTouch-Methode sind eine Sprache der Zartheit. Sie öffnen Räume tiefer Entspannung und Vertrauensbildung. Bei jedem Kontakt spürt man, wie Anspannung weicht und innere Ruhe einkehrt.

Tiere sind Meister der nonverbalen Kommunikation. Sie spüren unsere Stimmungen, unsere Ängste und unsere Verletzlichkeiten, noch bevor wir sie selbst wahrnehmen, ohne uns zu werten. Im Anwenden der Tellington TTouch Methode üben auch wir uns in Empathie, Wertfreiheit und im Loslassen negativer Glaubenssätze. Diese Kunst der Berührung und Bewegung öffnet uns für tiefe Kommunikationsebenen. So melden Teilnehmende der Intensiv-Seminare oft zurück, dass das Erlernen und Ausüben der Tellington TTouch® Methode ihr Leben, Glaubenssätze und Einstellungen, sowie ihre Erfahrungen mit Tier und Mensch positiv verändert hat.

Tellington vertieft die die Bindung

TTouch ist mehr als eine Streicheltechnik. Es ist eine achtsame, respektvolle Art des Kontakts, die sowohl für Mensch als auch Tier heilsam ist. Jede Bewegung ist ein Dialog, jede Berührung eine Einladung zum Vertrauen – und außerdem zur Heilung.

Plädoyer für Zartheit und Achtsamkeit

Die Tellington TTouch Methode ist eine Philosophie der Begegnung. Sie lehrt uns, achtsam zu sein, zu spüren und zu verstehen. In einer Welt, die oft von Hast und Oberflächlichkeit geprägt ist, erinnern uns Tiere an die tiefen menschlichen Werte der Empathie, des Mitgefühls und bedingungsloser Liebe, aber auch der Klarheit, der Verbindung zu uns selbst und dem Wahren unserer Grenzen und derer des Gegenübers.

Tiere sind nicht nur Begleiter – sie sind unsere Lehrer der Behutsamkeit.

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07. Januar 2025

Linda Tellington-Jones spricht über den Beginn

von Tellington TTouch

In dem kleinen Youtube Beitrag ist Linda Tellington-Jones im Gespräch mit Dr. Daniela Zurr (Tellington Instruktorin aus Deutschland). Linda erzählt von dem Moment, als Moshé Feldenkrais sie lehrte, dass eine einizige Situation bereits ein Lernen möglich macht- es also keine weiteren Wiederholungen braucht.

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06. Januar 2025

Linda Tellington-Jones spricht über Dankbarkeit

Linda im Gespräch mit Dr. Daniela Zurr (D) spricht von ihren Wünschen für das Jubiläumsjahr 2025.

 

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05. Januar 2025

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mein Tier ist einzigartig!

von Sylvia Haveman (NL)

Jeder Mensch und jedes Tier ist einzigartig und jeder Körper erzählt seine eigene Geschichte…..

Im Laufe eines Lebens passiert viel… Wir stürzen einmal mit dem Fahrrad, stolpern über einen Baumstumpf, stoßen uns den Kopf an, rutschen im Schnee aus….

Unser Tier überschlägt sich, prallt versehentlich gegen einen Baum, springt falsch oder rutscht auf einem rutschigen Untergrund aus…

Alle großen und kleineren Traumata werden im Körper gespeichert. Diese Lebenserfahrungen – körperlich, geistig und emotional – hinterlassen ihre Spuren am und im Körper. Manchmal sind diese Spuren für jeden deutlich sichtbar, in Form einer Amputation, einer Narbe oder eines offensichtlichen Hinkens. Da alles mit allem verbunden ist, kann sich eine ursprüngliche Verletzung schließlich an anderer Stelle im Körper manifestieren. So kann beispielsweise ein Sprunggelenksbruch nach längerer Zeit aufgrund des Kompensationsmechanismus ein Problem im Nacken-/Schulterbereich verursachen.  Oft sind die genannten Lebensspuren nur schwer oder gar nicht sichtbar.

Wenn wir als Menschen unter etwas leiden, Schmerzen oder Unwohlsein empfinden, ist das für andere nicht immer deutlich sichtbar. Wir können es jedoch sagen…..

Tiere können es nicht sagen, aber es gibt viele Tiere mit kleineren oder größeren Unbehagen, mit Schmerzen im Körper, Krämpfen oder Verspannungen, ohne es sehr deutlich zu zeigen. Oft entdecken wir es erst, wenn uns die kleinen, scheinbar unwichtigen Details auffallen.

Was schaust du dir dann an? Zum Beispiel die Art und Weise, wie das Tier sein Körpergewicht auf seinen vier Beinen verteilt hat. Ist das Tier „quadratisch“, d.h. alle vier Beine “ordentlich” unter dem Körper, wo sie alle gleich belastet sind? Legt das Tier immer wieder ein Bein zur Seite oder nach hinten? Sehen Sie ein sitzendes Tier, das gerade auf den Hinterbeinen/Gesäß sitzt oder etwas mehr nach links oder rechts hängt? Und er sitzt immer auf der gleichen Seite? Liegt ein liegendes Tier gleich oft auf beiden Seiten oder bei näherer Betrachtung immer auf der gleichen Seite? Wenn sich das Tier bewegt, ist das gleichmäßig und flexibel ? Wechselt das Tier leicht zwischen links und rechts in einer schnelleren Gangart wie Trab oder Galopp?

Der Mantel oder das Haar kann auch Details über den Besitzer preisgeben. Als Detektiv können Sie verschiedene Dinge bemerken, wie z. B. die Lage der Haare, Veränderungen in Farbe und Qualität der Haare oder bemerkenswerte Veränderungen.

Die Ansammlung weniger Details sagt nicht viel aus. Beobachten Sie es vorerst nur und das ohne Werturteil. Es ist ziemlich schwierig, neutral zu sein, auch für Detektive.

Die nächsten Schritte, die Sie bei Ihren Ermittlungen als Detektiv unternehmen können, sind das ruhige Berühren mit den Händen. Aber dazu später mehr.

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02. Januar 2025

Momente des Rückzugs

von Lisa Leicht (CH)

Während dieser Zeit zwischen Wintersonnenwende und Neujahr ziehe ich mich, wie viele andere Menschen auch, gerne bewusst für Augenblicke, Minuten oder Stunden vom hektischen Alltagsgetriebe, den nie weniger werdenden vermeintlichen Pflichten und Verpflichtungen zurück – Auszeit.

Ich begebe mich dafür an einen Ort, wo ich mich sicher und wohl fühle, meinen inneren Seelengarten, oder, im Aussen, in meinem Zimmer auf meinen Lieblingssessel mit meiner Flauschdecke, in die Nähe meines Lieblingsbaums oder an meinen Lieblingsplatz am Meer. Dort, zufrieden und in Sicherheit, fällt es mir leicht, meine Gedanken zu ordnen, meine Atmung bewusst wahrzunehmen, runterzufahren und mich auszuruhen. Beim Einstieg helfen mir z.B. der Hearthug und TTouches um den Mund herum und im stets angespannten Nackenbereich. Dazu summe ich, das hilft beim bewussten Atmen. Dann folgt meist ein Tagtraum im Alphazustand, eine Meditation, oder gar ein Nickerchen.

Oft steigen dann im Übergang ins Tagesbewusstsein Inspirationen auf und ich fühle mich erfrischt, lernbereit, ruhig, klar.

Deshalb habe ich mir fürs neue Jahr vorgenommen, mir solche Auszeiten und Momente des Rückzugs vermehrt bewusst auch während der aktiven Periode zu erlauben, ganz besonders auch vor dem Unterrichten und vor und während meiner Reisen.

In der Tellington-Arbeit versuchen wir Rahmenbedingungen und Lernsituationen so zu gestalten, dass Mensch und Tier erfolgreich lernen können.

Deshalb möchte ich diese ‚Auszeiten‘ auch allen Hundebesitzern sowohl für sich als auch für ihre vierbeinigen Hunde empfehlen, denn das Bedürfnis nach Sicherheit ist für alle  fühlenden Wesen zentral. Für unsere Hunde finde ich ‚portable Rückzugsmöglichkeiten‘ besonders interessant, wie zum Beispiel ein Tuch, das über einen Tisch gehängt werden kann, für kleine Hunde ein Iglu, oder eine offene Faltbox ohne Tür, oder ein offenes Hunde-Tipi.

Wenn wir unsere vierbeinigen Freunde sorgfältig und über einen längeren Zeitraum zu Hause daran gewöhnen, bei Bedarf einen sicheren, komfortablen und entspannenden Ort aufzusuchen, wenn das mitnehmbare Zuhause dank sorgfältigem Training ein Ort des sicheren Rückzugs wird, können schwierige Momente, wie zum Beispiel Silvester, Restaurantbesuche, Reisen, Urlaub und natürlich auch Präsenzkurse locker und entspannt angegangen werden.

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29. Dezember 2024

Silvester

Karin Petra Freiling (D)

Die Silvesternacht ist für viele Hunde eine der stressreichsten Zeiten des Jahres. Laute Geräusche, plötzliche Lichter und die allgemein aufgeladene Stimmung können Ängste und Stress auslösen. Doch genau hier kommt die Tellington TTouch®️ Methode ins Spiel! Mit gezielten Berührungen und Techniken können Sie Ihrem Hund (und sich selbst) helfen, diese schwierige Zeit gelassener zu erleben. Zusätzlich dazu liefert die „Natürlich.Aktiv.Berühren.“-Methode von Karin Petra Freiling inspirierende Ergänzungen, um die Wirkung der TTouch®️ Methode zu unterstützen.

Die magischen 3 TTouches beinhalten den

Heart Hug-TTouch den Sie am Besten bei sich selbst und ihrem Hund ausführen. Ebenso

Ohr -TTouch als Erste-Hilfe-TTouch und Mund/Maul-TTouch. Unsere eigene Stimmung ist ansteckend, je ruhiger Sie selbst sind, desto ruhiger wird sich Ihr Hund fühlen.

Zusätzlich zu den magischen 3 TTouches helfen folgende:

Der Ruten-TTouch hilft dem Hund in Balance zu kommen, geschmeidigere Bewegungen auszuführen und Spannungen zu lösen.

Der Bauchheber hilft dabei die Atmung zu vertiefen und

Muschel-TTouches vermitteln, Wärme Sicherheit und Geborgenheit.

Der Ohr-TTouch ist der allerwichtigste Notfall TTouch, den Sie so oft und so lange es Ihr Hund mag ausführen können.

Nehmen Sie das Ohr sanft zwischen Daumen und Zeigefinger und führen sie sanfte streichende Bewegungen von der Ohrenbasis bis zur Ohrspitze Ihres Hundes aus. Diese Technik hilft nachweislich, den Herzschlag zu senken und Stress zu reduzieren – perfekt, um auf Silvesterangst zu reagieren.

Das halbe Körperband hilft durch den Rahmen den es bietet und das Bewusstwerden der Atmung eine nachweislich, wunderbare Mögljchkeit, die Herz- und Atemfrequenz zu regulieren. Ein breites Stirnband, ein Kinderloop oder ein Fönschutz für Hunde kann die empfindlichen Ohren schützen.

Zusätzliche Unterstützung mit der „Natürlich.Aktiv.Berühren.“-Methode

Die Duftmoleküle der therapeutischen Öle sind so klein, dass sie die Bluthirnschranke mühelos überwinden und hier ausgleichend auf das ganze System wirken können. Die Wirkung setzt schon nach ca. 3 Minuten ein.

Bitte verwenden Sie nur naturreine Öle.  Bewährt haben sich Lavendel, Baldrian, Sandelholz, Vanille, Orange, Peace and Calming und Stress away ( letzteres sind hochwirksame Mischungen von der Firma Young Living)

Verreiben sie einen Tropfen in Ihren Händen und warten Sie, bis dieser fast eingezogen ist. Danach streichen Sie mit dem Noahs-Marsch-TTouch den Hund ab und genießen gemeinsam den Duft. Im Diffuser oder 1 Tr. auf einen Wattebausch können sie für eine Wohlfühlatmosphäre in Ihrer Wohnung sorgen.

Folgende homöopathische Mittel helfen unseren Hunden Jahr für Jahr.

Arnica C30 gegen Schock und Panik

Opium C30 nach Schreck und Schock Situationen

Passiflora incarnata, Avena sativa, Valeriana Comp Urtinkturen von Ceres

Nervennahrung und Calma von CD Vet.

Leichte und vollwertige Nahrung ist wichtig. Genau wie die Urtinktur Avena sativa ( gemeiner Hafer) helfen Haferflocken nach der TCM für eine gesunde und ausgeglichene Mitte. Etwas mehr gesunde hochwertige Kohlenhydrate als üblich helfen in besonderen Stressituationen sehr das System stabil zu halten.

Die Bach Blüten Rescue Remedy Tropfen, sowie Mimulus bei spezifischen Ängsten, Aspen bei starkem Zittern, Rock Rose bei blanker Panik und Star of Bethlehem als Seelentröster helfen auf ihre sanfte, zuverlässige Art auch nachweislich. Sie sollte regelmäßig und häufig verabreicht werden. Je 2 Tropfen auf ein Wasserglas und davon alle 40 min eine Pipette hat sich sehr bewährt. Sollte es schwer sein die Bach Blüten zu verabreichen können diese auch in den Diffuser gegeben werden oder über die TTouches am Ohr und den Pfotenballen eingearbeitet werden.

Die Rolläden sollten geschlossen sein und entspannende Musik im Tempo Largo hat einen entspannenden Effekt. Through a dogs ear (YouTube ) bietet mehrere Stunden entspannende Musik. Diese darf gerne ab 23:30 etwas lauter abgespielt werden.

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Hund eine sanften Rutsch in ein wundervolles, gesundes, liebevolles und ttouchreiches 2025

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22. Dezember 2024

Genieße deine Zeit, denn du lebst nur jetzt und heute.

Morgen kannst du gestern nicht nachholen und später kommt früher als du denkst.  –  A. Einstein

von Katja Krauß (D)

Ich liebe Albert Einsteins Weisheiten, schließlich hat er die Relativitätstheorie aufgestellt und gesagt, dass die Zeit relativ ist. Seitdem ich das mal verstanden hatte, ist Zeit neben Glück für mich das Wichtigste im Leben.

Es gibt viele Menschen, die bewusst oder auch unbewusst nicht nur mit ihrer eigenen Zeit verschwenderisch umgehen, sondern sie auch ihren Mitmenschen nehmen. Zu Terminen zu spät zu kommen, andere mit Aufgaben zu beschäftigen, die derjenige durchaus hätte selbst machen können oder einfach trödelig zu sein, weil man sich über die Zeit der Anderen noch keine Gedanken gemacht hat, ist leider für viele Menschen ganz selbstverständlich.

Ich spreche nicht davon, dass jedes Individuum seine eigene Zeit braucht. Wie es so schön in der Tellington Philosophie heißt: wir respektieren und wertschätzen die eigene Persönlichkeit, wozu auch die Art und Weise des Lernens und sich Entwickelns dazu gehört.

Wenn Miro, mein Kater vor der Tür miaut und ich ihm die Tür öffne, dann braucht er seine Zeit, um sich zu entscheiden, ob er reinkommt oder doch noch draußen bleiben möchte. Wenn Ella, meine 14-jährige Hündin vor ihrem Futternapf steht und nicht genau weiß, ob sie etwas essen möchte  oder eben nicht, dann nehme ich mir gern die Zeit, da sie einfach nach ihrem Rhythmus, auch bedingt durch den Lebensabschnitt in dem sie sich gerade befindet, lebt. Doch wenn ich meine jungen Hunde frage, ob sie etwas schneller mitlaufen können, weil ich später noch einen Termin habe, dann kommen sie meinem Wunsch immer gerne nach.

Es gibt den wunderbaren Spruch: “Leben beginnt da, wo die Zeit keine Rolle spielt.”

Doch zu diesen Momenten wird es nur kommen, wenn uns auch die Zeit der Anderen wichtig ist, also dass möglichst jeder seine Zeit so gut es geht selber so nutzen kann, wie er es möchte.

Und da wir uns gerade in der Weihnachtszeit befinden, passt dazu dann auch der Spruch von Ghandi Sprich nur, wenn du die Stille verbessern kannst. Sprachfasten, also die bewusste Reduzierung der verbalen Kommunikation über einen bestimmten Zeitraum (heutzutage sollte sich das wohl auch auf alle schriftlichen Kommentare in all den verschiedenen Medien erstrecken), dient nicht nur dem eigenen Stressabbau und der eigenen Herzgesundheit, sondern verschafft unseren Mitmenschen auch mehr Zeit;-)

Darin sind unsere Tiere wahre Meister, die meisten von ihnen “reden” nur, wenn es wirklich sein muss und sind dafür die besten Zuhörer der Welt. Und auch da möchte ich nochmal aus der Tellington Philosophie zitieren: …wir sehen jedes Tier als Lehrer für uns und unser Leben;-)

In diesem Sinne wünsche ich allen eine besinnliche Weihnachtszeit und dass wir unseren Mitmenschen vielleicht ein ganz wunderbares Geschenk machen, wir ihnen Zeit nach ihrem Geschmack schenken, indem wir ihnen z.B. eine Aufgabe abnehmen (denn Zeit hat, wer sich Zeit nimmt) oder gemeinsam mit ihnen etwas unternehmen- ganz so, wie es demjenigen gefällt.

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18. Dezember 2024

Aloha,

Sei am Donnerstag, den 19. Dezember um 17:00 PST / 20:00 EST / 01:00 GMT / 02:00 MEZ dabei, wenn Linda einige ihrer Überlegungen zum 50. Jubiläum der Tellington TTouch Methode mit dir teilt!

Linda wird ihre bemerkenswerte Reise teilen und einige der Menschen, Ereignisse und Tiere hervorheben, die eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung dieses bahnbrechenden Ansatzes gespielt haben. Die weltweit verbreitete Tellington-Methode hat die Art und Weise, wie wir mit Pferden, Hunden und anderen Tieren zusammenarbeiten, verändert – sie fördert Kooperation, Sicherheit und ein tiefes Gefühl der Verbundenheit.

Linda wird auch über die tiefgreifende Wirkung von Ho’oponopono, der hawaiianischen Praxis der Dankbarkeit und Vergebung, nachdenken, die ein Leitprinzip in ihrer Arbeit mit Tieren und deren Betreuern ist.

Um sich für den Vortrag anzumelden, bitte den Link verwenden:

https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZctde6rrD0qGNEIYjJW8wLeB38bR36MDuhM

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15. Dezember 2024

Der Python-TTouch – Warum ich ihn wichtig finde

von Wanda Oosterhuis (NL)

Alle kennen den Python-TTouch und er ist oft einer von den ersten TTouches, die wir lernen. Er ist ziemlich einfach zu lernen, obwohl er nur wirkt, wenn man ihn ganz ruhig und genau macht: ganz ruhig heben, halten, durchatmen und mit dem gleichen Druck langsam wieder nach unten, dabei ausatmen, zum nächsten Platz gleiten und dann so weiter -sehr entspannend und erdend. Meistens wird er langsam oder ganz langsam gemacht, aber z.B. bei einem Pferd, das das spannend findet, schneller, aber immer mit der gleichen Aufmerksamkeit, gerade beim herunter lassen.
Oft wird erst ein TTouch Kreis gemacht, bevor angehoben wird, dann ist es eine “Eingerollte Python”.
Warum ich der Python-TTouch so wichtig finde, ist weil etwas pythonisches in vielen TTouches ist.
Wenn ich z.B. Schweif-TTouch mache und ganz leicht ziehe oder drücke ist das wie der Python: leicht ziehen oder drücken, festhalten und ganz langsam zurück.
Bauchheber mit Körperband oder Handtuch (oder dem Gurt bei ängstlichen Pferden), Mähne ausstreichen und dann leicht daran ziehen um langsam zurück, Regenwurm-TTouch, Becken kippen: alles Pythonartig!
Auch anderswo ist der Python mit drin, so wie bei den Presses von Connected Riding, wo man leicht drückt und dann ganz ruhig loslässt.
Deswegen, außer dass es ein toller TTouch ist, den ich gern mag und gern benutze, finde ich ihn wichtig, weil er mir hilft andere TTouches besser zu machen.

Ich hoffe irgendwann Python-TTouches auch mal an einer Python machen zu dürfen!

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12. Dezember 2024

 

Auszeit vom Alltag

von Doris Prinstinger (A)

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber bei mir ist die Vor-Weihnachtszeit keine so besinnliche Zeit. Mir kommt vor, alle wollen noch möglichst viel vor Weihnachten erledigen.

Warum weiß ich eigentlich gar nicht, weil nach Weihnachten sich die Welt noch genau so dreht.

Beruflich muss ich da durch. Aber auch privat kommen Einladungen aus allen Richtungen. Noch VORHER gemeinsam Essen, Punsch, Wellness, Treffen, Kino………jedes einzelne Ereignis freut mich sehr, aber so geballt. Ich bekomme Stress. Das macht mich oft ungemütlich.

Und dann kommt meine Tellington Seele durch.

Was würde ich mit einem Hund machen der akuten Stress hat?

Reduzieren, inne halten, Ruhephasen planen, natürlich TTouches und mehr Achtsamkeit auf seine Bedürfnisse legen.

Genau das mache ich jetzt.

Ich gönne mir ein gemeinsames Mittagsschläfchen auf der Couch das auch mein Hund sehr zu genießen scheint.

Wenn ich ihn ttouche komme ich in die Ruhe, die Erdung tut mir gut.

Wie das mit der Herzkohärenz und so ist erfährst du bestimmt noch in dem ein oder anderen Bogbeitrag.

Den Heart Hug (die Herzumarmung) lieben wir beide.

Bei unseren Spaziergängen können wir die Seele baumeln lassen und zwischendurch bin ich immer wieder besonders achtsam. Spüre wie unsere Verbindung über die Leine ist. Wie oft Fin mir kurze Blicke zuwirft. Seine Anspannung wenn der Duft von Wild in der Luft liegt und seine Freude wenn ich ihm Leckerlis verstecke.

Hin und wieder gehe ich mit Fin ein Stück mit der Balance-Leine. Slalom durch Bäume, oder ein gedachtes Labyrinth.

Und so komme ich doch durch diese Zeit und bin voller Dankbarkeit dass Tiere mein Leben bereichern.

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08. Dezember 2024

Und wenn sie dann einfach machen, was sie wollen?

von Lily Merklin (D)

Viele Menschen setzen ihren Tieren mehr oder weniger enge Grenzen, haben mehr oder weniger konkrete Vorstellungen davon, wie sich ihr Tier zu verhalten hat. Vor lauter Bestreben, ihr Tier dazu zu bringen, das zu tun, was sie von ihm erwarten, werden sie manchmal hart und ungerecht. Sie hören ihrem Tier dann nicht mehr zu, merken nicht, wie es versucht, mit ihnen zu kommunizieren, ihnen vielleicht mitzuteilen, dass es Angst hat oder Schmerzen oder einfach nicht versteht, was sie von ihm wollen. Linda ist eine großartige Lehrerin in Sachen Tierkommunikation und im Beachten kleinster Signale. So legen wir in der Tellington-Methode großen Wert darauf, unseren Tieren genau zuzuhören, sie zu beobachten, ihr Flüstern zu verstehen, bevor sie schreien müssen.Wenn ich Teilnehmer in Kursen auf diese feinen Signale hinweise, sie bitte, ihren Tieren mehr Zeit zu geben, um sich etwas anzuschauen oder zu überlegen, reagieren sie manchmal mit Erstaunen. „Aber ich kann mein Pferd / meinen Hund doch nicht einfach machen lassen, was er will?!?!?“ oder so ähnlich lauten dann die Kommentare, aus denen sich oft spannende Diskussionen ergeben. Was dürfen / wollen / können wir unsere Tiere machen lassen? Je nach Mensch und Tier(art) gelten hier doch sehr unterschiedliche Maßstäbe.Ich versuche dann jeweils zu vermitteln, dass es durchaus Sinn macht, eine möglichst konkrete Vorstellung von dem zu haben, was ich möchte (anstatt vor Augen zu haben, was ich nicht möchte), dem Tier das so klar wie möglich zu kommunizieren und gleichzeitig gut zuzuhören und hinzuschauen, ob das Tier dem folgen kann. Ich kann mein Tier durch einiges „durchprügeln“, aber weder hilft das unserer Beziehung, noch macht es den Umgang mit ihm sicherer. Und nur weil ich seine Angst ernst nehme und ihm Zeit gebe, heißt das nicht, dass ich mein Ziel aus den Augen verlieren werde. Oder wie Linda auf einer Messe, als ein Pferd nicht unter einer Plane hindurchgehen wollte, die aufkommende Diskussion, ob man das dem Pferd durchgehen lassen könne, dass es verweigere, ihrem Kommando zu folgen, seelenruhig mit den Worten kommentiere: „Ich bin die, die die Regeln macht. Und meine Regel lautet, dass er mir Bescheid geben darf, wenn er Angst hat.“Sie stieg dann übrigens seelenruhig ab, ging ein paar Meter zurück, ttouchte das Pferd und bat eine Kollegin mit Hund, doch vor ihnen herzulaufen. Woraufhin das Pferd am langen Zügel mit gesenktem Kopf und höchst entspannt das Hindernis bewältigte – erst mit Linda an seiner Seite, dann am Halsring und mit ihr auf seinem Rücken…Möchtest du auch eine vertrauensvollere Beziehung zu deinem Tier und mehr Klarheit in dem, was du von ihm verlangst? Dann schaue nach einem Practitioner oder Kurs in deiner Nähe.

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05. Dezember 2024

Spazieren gehen mit Pferden:

Eine wertvolle Erfahrung für Mensch und Tier

von Susanne Salzmann (D)

Das Spazierengehen mit Pferden bietet eine wundervolle Möglichkeit, die Bindung zwischen Mensch und Tier zu stärken, abseits vom Reitplatz oder der Reithalle. Es fördert das gegenseitige Vertrauen und die Kommunikation auf Augenhöhe, während beide Partner die Natur genießen und gemeinsam entspannen.

Warum ist Spazierengehen mit Pferden so wertvoll?

Pferde sind Herdentiere, die soziale Interaktion und Bewegung lieben. Beim Spazierengehen können sie ihrer natürlichen Neugier nachgehen, während sie durch ungewohnte Umgebungen geführt werden. Dies fördert nicht nur ihre körperliche Gesundheit, sondern auch ihr geistiges Wohlbefinden. Sie lernen, sich in neuen Situationen zu entspannen und Vertrauen zu ihrem Menschen aufzubauen.

Für uns Menschen bietet das Spazierengehen die Gelegenheit, Stress abzubauen und die Natur gemeinsam mit dem Pferd zu erleben. Ohne Sattel und Zaumzeug, ganz auf Augenhöhe, entwickelt sich eine tiefere Verbindung und ein neues Verständnis für das Verhalten des Pferdes.

Tipps für ein erfolgreiches Pferde-Spaziergang-Erlebnis

  • Sicherheit zuerst: Wähle immer sichere Wege, auf denen das Pferd nicht durch plötzliche Geräusche oder Verkehr erschreckt werden kann.
  • Ausrüstung: Verwende ein gut sitzendes Halfter,ein Tellington Führleine, um deinem Pferd genügend Freiraum zu geben, ohne die Kontrolle zu verlieren. Die Tellington Gerte um Dein Pferd ab zu streichen, den Weg zu weisen für eine feine Kommunikation zwischen Euch.
  • Aufmerksamkeit: Achte auf die Körpersprache deines Pferdes. So erkennst du frühzeitig, wenn es unsicher wird oder etwas seine Aufmerksamkeit erregt. Senke den Kopf deines Pferdes, wenn es mit hohem Kopf in eine Richtung starrt. Das Senken des Kopfes hilft ihm dabei, sich zu beruhigen.
  • Abwechslung: Wechsle regelmäßig die Strecken, um das Pferd geistig zu fordern und Langeweile zu vermeiden.

Der Tellington TTouch® Ansatz beim Spazierengehen

Mit der Tellington TTouch® Methode kannst du das Spazierengehen noch bewusster gestalten. Durch achtsame Berührungen und eine ruhige, respektvolle Führung förderst du das Wohlbefinden deines Pferdes. So wird jeder Spaziergang zu einer kleinen Trainingseinheit für Vertrauen, Entspannung und Harmonie.

Fazit

Spazierengehen mit Pferden ist weit mehr als nur ein Spaziergang. Es ist eine wertvolle Erfahrung, die Mensch und Tier näher zusammenbringt, das Vertrauen stärkt und die Kommunikation verbessert. Probiere es aus und erlebe die Vorteile selbst!

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01. Dezember 2024

„Sorge dafür, dass Dein Pferd (Tier) erfolgreich ist!“

von Ingrid Wild (D)

Ich liebe dieses Zitat von Linda und für mich verbirgt sich dahinter die Magie des Tellington-Trainings. Dieses einfache, aber zugleich tiefgründige Zitat fasst die Essenz der Tellington TTouch® Methode perfekt zusammen.Es lenkt den Blick auf unsere Verantwortung als Menschen, das Training so zu gestalten, dass es für das Pferd sicher, sinnvoll, verständlich und motivierend ist. Wenn ich als Mensch für das Fluchttier im Zusammensein und im Training die Verantwortung übernehme, bedeutet das, dass ich bei der Gestaltung die Bedürfnisse meines Trainingspartners kenne und wahrnehme und eine Struktur und Lernatmosphäre schaffe, die dem Pferd Sicherheit und Freude verspricht.Das Zitat von Linda setzt Verantwortung und Partnerschaft in den FokusDie Tellington TTouch Methode geht weit über klassische Trainingsansätze hinaus. Sie fordert uns heraus, den traditionellen Gedanken der Dominanz zu hinterfragen. Es geht nicht darum, das Pferd zu beherrschen, sondern eine respektvolle Partnerschaft aufzubauen. Dabei geben wir dem Tier zwar klare Grenzen, verzichten jedoch auf Druck und Strafe. Stattdessen setzen wir auf positive Kommunikation, Vertrauen und das Schaffen von Erfolgserlebnissen.Ein zentraler Aspekt ist, dass Pferde aktiv zum Mitdenken angeregt werden. Im Gegensatz zu reinen Wiederholungen oder Training durch Druck lernen sie durch Neugierde und eigene Überlegungen. Dies stärkt nicht nur das Verständnis zwischen Mensch und Tier, sondern fördert auch die Sicherheit im Umgang miteinander. Ein Pferd, das mitdenkt, wird souveräner – ein Gewinn für beide Seiten.Der Einstieg in die Tellington TTouch Methode ist einfach und für jeden machbar. Wichtig ist, mit kleinen Schritten zu beginnen und die Übungen klar zu strukturieren. Hier ein paar Tipps für den Anfang:

  • Schaffe Vertrauen: Beginne mit dem TTouch, um Deinem Pferd Sicherheit zu geben und es körperlich sowie mental auf das Training vorzubereiten.Plane abwechslungsreiche Aufgaben: Integriere ungewöhnliche Elemente wie Stangen, Planen oder Hindernisse, um das Pferd neugierig zu machen.Bleibe geduldig: Arbeite in kleinen Schritten und achte darauf, dass Dein Pferd nicht überfordert wird. Erfolgserlebnisse stehen im Vordergrund.Achte auf den Zustand Deines Pferdes: Wie Feldenkrais es beschrieb, lernen wir – Menschen wie Pferde – besser, wenn wir nicht müde sind. Passe Dein Training entsprechend an.

Fazit: Erfolg beginnt mit Verständnis und ZuhörenDie Tellington TTouch Methode ist weit mehr als ein Trainingsansatz. Sie ist eine Philosophie, die auf Respekt, Vertrauen und einer tiefen Verbindung zwischen Mensch und Tier basiert. Mit ihrem Fokus darauf, das Pferd erfolgreich zu machen, eröffnet sie neue Wege für ein harmonisches Miteinander und sinnvolles Training – ohne Druck, ohne Strafe, aber mit viel Geduld und Achtsamkeit.

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28. November 2024

 

Von anderen Tieren lernen

von Dr. Daniela Zurr (D)

Vor kurzem habe ich ein Seminar in einem Wildpark unterrichtet. Was haben Menschen, Hunde, Pferde, Katzen, Ziegen, Stachelschweine und Schafe gemeinsam?

Alle möchten als Individuum gesehen werden! Lebewesen, die eng im Herdenverband leben, werden oft eher als Gruppe wahrgenommen und ihnen wird manchmal auch die Fähigkeit für individuelle Entscheidungen abgesprochen. Dass Schafe ihre Artgenossen sehr wohl als Individuen wahrnehmen, kann man unter anderem daran erkennen, dass sie bis zu 50 Artgenossen sicher am Gesicht erkennen können. Auch menschliche Gesichter können sie zuordnen.

Wie können wir mit uns wenig bekannten Tierarten auf faire Art und Weise trainieren? Hier können die Säulen der Tellington TTouch Methode hilfreich sein.

Die erste Säule ist die Beobachtung. Damit ich beobachten kann, muss ich zunächst wissen, worauf ich alles achten kann. Daher gab es, bevor wir uns den Tieren genähert haben, eine Einführung in die Körpersprache und die Mimik von Schafen. Denn nur wenn wir auch subtile Zeichen wahrnehmen, können wir die Situation so anpassen, dass sich die Schafe sicher fühlen.

Sicherheit und das Gefühl, Einfluss auf die Situation nehmen zu können, ist für alle Lebewesen wichtig, besonders bedeutsam für Tiere, die in der Natur häufig Opfer von Beutegreifern werden oder schon schlechte Erfahrungen gemacht haben. Die Tellington TTouches mit der Außenseite der Hand, wie z.B. der Lama-TTouch, bieten die Möglichkeit einer angenehmen Kontaktaufnahme, bei der das Schaf gleichzeitig bemerkt, dass es nicht festgehalten werden kann. Bewegt man sich gemeinsam im Auslauf, macht die eigene Körpersprache und Atmung einen großen Unterschied für das Tier. Die Tellington-Philosophie besagt, dass wir auf die individuelle Art zu lernen Rücksicht nehmen. Dies bedeutete in diesem Fall zu bemerken, dass eine der Heidschnucken aller Herdentheorie zum Trotz einen größeren Abstand zu ihren Artgenossen benötigte, um entspannt beim Training mitmachen zu können.

Viel Spaß beim Lernen mit vielen unterschiedlichen Individuen!

PS Mehr zu den Stachelschweinen beim nächsten Mal

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13. Oktober 2024

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Einfluss der Tellington TTouch® Methode

auf die Mensch-Tier-Beziehung

von Bibi Degn (D)

Bald ist diese von Linda Tellington-Jones und Robyn Hood geschaffene Methode 50 Jahre alt. Das Netz der Kolleginnen umspannt alle Kontinente der Erde. Linda, wie Robyn, begegneten dem Tier stets in Augenhöhe, auch schon vor 50 Jahren. Noch zu einer Zeit vor nur 30 Jahren sagte der bekannte Verhaltsforscher Frans de Waal, „Emotionen bei Tieren – das war etwas für Romantiker“. Linda war eine dieser „Romantiker“ und sie scheute sich nie, über ihre Liebe und Achtung zu den Tieren als gleichwerte Wesen zu sprechen.

Heute, Aktuelles über achtsamen Umgang mit Hunde oder Pferden lesend, begegnen mir Einstellungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Techniken, die wir in der Tellington TTouch® Methode all diese Jahre bereits erkannt, erprobt und gelehrt hatten. Der Name der Tellington TTouch® Methode in den 70-er Jahren zum Beispiel war TTEAM® – Das „A“ stand für ‚Awareness‘, Bewusstheit. “Bewusstheit mit Tieren”, “Präsenz” boomt heute, 50 Jahre später erkannt als Schlüssel für das Gründen einer funktionierenden Mensch-Tier-Beziehung.

Es gibt einige Beispiele, wie Equipment, das von den Tellington Vorreiterinnen entdeckt, erprobt und für gut befunden wurde, schließlich den Weg ins Allgemeingut gefunden haben: Stangengassen, der Halsring, die kurzen Geschirre mit Zweipunktführung für Hunde, Balance-Zügel und Balance-Leine, Körperbänder und Shirts. Die Liste kann lang fortgesetzt werden. Die Tellington TTouch® Methode ist alt, sie ist und war dabei all die 50 Jahre immer wieder bahnbrechend neu. Und sie ist Modell für viele junge Methoden.

Über Techniken hinaus können wir nur ahnen, wie tiefgehend das Wirken von Linda und Robyn und die Tellington TTouch® Methode weltweit das Denken zur Mensch-Tier-Beziehung beeinflusst hat. Wir können es nur ahnen –  aber es gab in dieser Zeit und gibt heute kaum eine vergleichbare Fürsprecherin für das Verständnis für Tiere und keine Schule, die so sehr bewirkt, dass du dein Tier in und nach jedem Seminar wärmer in dein Herz schließt.

 

Hundeerziehung – mit Herz und Verstand

In unserem Mehrfamilienhaus gibt es viele Kinder, Katzen und zwei Hunde. Der eine, von dem ich euch heute erzählen will, heisst Riva, und ist eine einjährige Berger Picardhündin, die gerade ihre erste Läufigkeit hinter sich hat. Riva lebt mit ihrer Hauptbezugsperson C, deren Mann M und zwei erwachsenen Töchtern in einer Parterrewohnung. C nimmt sich sehr viel Zeit für Riva, sie hat grosse Erfahrung mit verschiedenen Hunderassen, kennt sich aus im Hundesport, und hat bei mir auch einmal ein Tellington TTouch-Wochenendseminar besucht.

Was mir beim Beobachten der beiden so gefällt, ist die grosse Achtsamkeit, mit der C ihre Hündin erzieht, sozialisiert, trainiert und wie aufmerksam, vertrauensvoll  und lernfreudig die Hündin darauf reagiert. Liebevoll, achtsam, klar und ohne Druck wägt C in jeder Situation ab, ob, wie und wann was zu tun ist, schöpft aus ihrer Erfahrung und bestärkt positiv. Ich finde es super, dass sie gängige Trends und alt erprobte Methoden der Hundeerziehung hinter fragt um den richtigen Weg zu finden – ruhig, bewusst, respektvoll und immer darauf bedacht, das Bestmögliche für beide zu realisieren.

Für mich sind das ideale Voraussetzungen für einen interessanten, stressarmen Alltag, eine Basis für viele sportliche Aktivitäten und ein langes gesundes Leben.

Ich finde, dass sich die Tellington Methode hervorragend dafür eignet, Vertrauen, Achtsamkeit, Flexibilität, Klarheit, und respektvolles miteinander Arbeiten zu üben, einen TTouch nach dem anderen.

 

Sonntag, 29. September

Tellington Ausbildung für Jeden, der bereits mit Hunden oder/und mit Katzen arbeitet oder arbeiten möchte

von Katja Krauß

Als ich mich vor ein paar Tagen mit einer Freundin unterhielt, sagte diese, sie fände es gut, wenn es eine Tellington Zusatzausbildung für Menschen gäbe, die bereits mit Tieren und oder dessen Haltern beruflich zu tun haben.

„Genau das ist der Tellington TTouch® Associate“, antwortete ich ihr daraufhin.

Egal ob Tierärzte, Tierarzthelfer, Tiertrainer, Verhaltensexperten, Tiersitter, Tierpfleger, Tierfriseure oder jegliche andere Berufe, die mit Tieren arbeiten, können mit der ttouch-n-click Ausbildung ihren TTouch Associate Status  erwerben, um anerkannt Tellington TTouch in ihre berufliche Tätigkeit mit einfließen zu lassen.

Da wir auch die Möglichkeit bieten, dass eine Paragraf 11 Tierschutzgesetz Prüfung an die bestandene ttouch-n-click Prüfung angeschlossen werden kann, ist es ebenfalls möglich die ttouch-n-click Ausbildung zu buchen, wenn jemand als Hundetrainer tätig werden möchte und bisher keine andere Ausbildung abgeschlossen hat.

Ich selber bilde seit 36 Jahren Hund-Halter-Teams aus und seit 28 Jahren professionell in meiner eigenen Hundeschule in Berlin. Für mich ist Familienhundetraining 80% Tellington TTouch, vielleicht 15% Positives Bestärken und 5% Führen in Balance.

Es geht darum, alle fünf Säulen der Tellington Methode in Kombination anzuwenden (Beobachtung, Tellington TTouch, Tellington-Lernparcours, Tellington-Lernhilfen, Tellington-Philosophie).

Wie Lily bereits in ihrem Blogbeitrag am Donnerstag geschrieben hat, fußt die Tellington Methode auf so vielen Naturgesetzen (was allerdings erst in den letzten Jahren mehr und mehr zu Tage tritt, da erst jetzt Studien in den verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen einiges zum Vorschein bringen) und beinhaltet einen unglaublichen Wissenspool, der es erlaubt mit Tieren auf diese ganz besondere Weise zu kommunizieren.

Es macht einfach Spaß, den Tieren bei ihrer Entwicklung zuzusehen und sie unterstützen zu dürfen, wo sie es gerade brauchen. So dass alle ganz gelassen gemeinsam durch den jeweiligen Alltag gehen können.

Donnerstag, 26. September

Sonntag, 22. September

Donnerstag, 20. September

Sonntag, 15. September

Donnerstag 12. September 2024

Sonntag, 8. September 2024

Donnerstag, 3. September 2024

Sonntag, 1. September 2024

Tellington TTouch Blog von Katja Kraus

Vor Jahren passierte etwas für mich völlig unerwartetes- Linda Tellington-Jones berief mich zur Tellington TTouch® Instruktorin.

Wer es nicht weiß, bis heute gibt es nur ca. 30 Instruktor*innen und das obwohl die Methode im nächsten Jahr bereits ihr 50-jähriges Jubiläum feiert und weltweit unterrichtet wird. Instruktor*innen sind die Lehrer*innen, denen Linda vertraut ihre Methode in mehrtägigen Seminaren und Ausbildungskursen in ihrem Sinne weiterzutragen.

Linda handelt aus Intuition. Auch bei der Ernennung der Instruktor*innen, spielt ihre Intuition eine Rolle. Für mich bedeutete es, dass ihr Bauchgefühl mehr über mich wusste, als ich es bis dahin tat.

Was ich allerdings weiß ist, dass Einer gut, doch Viele immer besser sind, daher kam mir die Idee für diesen Blog.

Alle Tellington TTouch Instruktori*nnen sind einfallsreiche und kreative Lehrer*innen, die verstanden haben, dass Tellington TTouch uns in allen Lebenssituationen unterstützt und das Leben einfach viel lebenswerter macht.

Allein die Beziehung, die durch die Anwendung der Methode, zu anderen Lebewesen entsteht, ist um so vieles schöner, als wir es uns vorher vorstellen konnten.

Wie einfach ist es, dass Pferde wieder vertrauensvoll mitarbeiten, Hunde es genießen an lockerer Leine mitzugehen, Katzen sich genussvoll bürsten lassen oder Kinder sich leichter konzentrieren lernen. Wer mehr zur Vielfalt und Einzigartigkeit der Methode erfahren möchte kann hier nachlesen.

Ich denke, ich spreche im Namen aller Instruktor*innen, wenn ich sage, dass wir so Vieles gelernt haben und je mehr wir lernen, desto mehr verstehen wir, wie wenig wir wissen.

Das ist ein weiterer Grund, weshalb ich diesen Blog ins Leben gerufen habe- um an den Gedanken, Ideen, Erfahrungen und Weisheiten der 11 anderen deutschsprechenden Tellington-Instruktor*innen teilhaben zu dürfen.

Es werden jeweils sonntags und donnerstags ganz bewusst kurze Texte sein, die vielleicht nachdenklich machen oder einfach auch nur dabei helfen glücklich zu sein.

Viel Spaß dabei, Einblicke in eine Methode zu erlangen, die für mich die Zukunft des Miteinanders für alle Lebewesen auf diesem Erdball ist.

Katja Krauß (Tellington-TTouch-Instruktorin, ttouch-n-click Organisatorin und Erste Vorsitzende des Tellington Berufsverbandes (www.tellington-methode.de))