Der Tellington TTouch® Newsticker – TTouch Blog
20. März 2025
Energy flows, where attention goes
Blogbeitrag von Katja Krauß (D)
Heute ist nicht nur Frühlingsanfang und mein Geburtstag, sondern auch noch der internationale Tag des Glücks, weshalb ich dir einen Tipp geben möchte, der dich beim glücklich sein unterstützen kann.
Unsere Energie fließt dorthin, wo unsere Aufmerksamkeit liegt! Wer das mal verstanden hat, wird sehr viel achtsamer damit sein, womit er sich beschäftigt.
Ich war vor kurzem mit einer sehr guten Freundin mit den Hunden spazieren. Sie bemerkte jedes Mal, wenn einer der Hunde etwas in den Mund nahm. Wenn es meine Hunde waren, dann sagte sie es mir und wenn es ihr Hund war, dann versuchte sie diesen davon abzubringen. Sie erzählte mir, dass ihr Hund nach jedem Kothaufen Ausschau halten würde und sie es einfach schrecklich fand, wenn dieser ihn dann essen würde. Das konnte ich selbstverständlich gut nachvollziehen. Zudem dieses Verhalten in Berlin tatsächlich auch gefährlich für die Gesundheit des Hundes sein kann, da es bei den Hunden immer mehr zu „Drogenvergiftungen“ führt. Allerdings zeigen unsere Tiere vermehrt Verhaltensweisen, bei denen sie merken, dass sie für uns eine große Bedeutung haben, wo von unserer Seite aus viel Energie drauf verwendet wird😉.
Ein anderes Beispiel ist das Beschäftigen mit Methoden, Situationen, Personen, denen wir eher negativ gegenüber stehen, mit dem Ziel daraus zu lernen, wie wir es nicht haben wollen. Doch dann setzen wir Energie in diese Dinge- unsere positive Energie speist dann genau diese Sache.
Als ich das vor vielen Jahren begriffen habe, war die Lösung eigentlich einfach- es bedeutet sich davon zu distanzieren oder anzufangen umzudenken, also sich zu überlegen, wie ich es gerne haben möchte und mich darauf fokussiere.
Ich sage nicht, dass es leicht sei. Wie Bob Bailey gerne sagt: Es ist einfach, doch nicht immer leicht. Manchmal gehört schon eine Portion Kreativität, Geduld und Fleiß dazu, um z.B. dem Hund zu zeigen, wie schön die Welt sein kann, wenn er vielleicht immer seinen Ball trägt oder gelassen mit Maulkorb läuft, da wo es ihm schwer fällt, Essbares auf der Straße zu ignorieren.
Auf jeden Fall wird es dazu führen, dass wir uns auf eine positive Sache konzentrieren und somit fröhlich, freudig und glücklich, daran arbeiten können.
Es wird keine „Probleme“ mehr geben, sondern nur Aufgaben oder Herausforderungen😉.
Also viel Spaß beim Bewältigen all der Aufgaben, die das Leben so mit sich bringt.
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16. März 2025
70% bei sich – 30% beim Tier
Blogbeitrag von Lily Merklin (CH)
Foto © Alice Forberg: Stangensalat? Kein Problem für das Pferd, wenn beide Menschen gut auf ihre Füße achten.
Zur Verwunderung unserer Kursteilnehmer fordern wir sie immer wieder auf, sich selber zu spüren, wenn ihr Tier nicht macht, was sie von ihm wollen, anstatt immer stärker auf das Pferd oder den Hund einzuwirken. „Sei mit 70% der Aufmerksamkeit bei Dir und mit maximal 30% bei Deinem Tier!“ sagen wir dann. Der Effekt ist häufig beeindruckend. Ist der Mensch bei sich, orientiert sich das Tier plötzlich an ihm. War der Mensch vorher noch voll damit beschäftigt, ein eiliges Pferd zu bremsen, was zur Folge hatte, dass beide immer schneller wurden, senkt das Pferd plötzlich den Kopf und läuft entspannt neben dem seine Füße spürenden und tief durchatmenden Menschen her. Auch wenn der Mensch auf dem Pferd sitzt, verändert sich häufig mehr am Gangbild des Pferdes, wenn er in sich hineinspürt, als wenn er versucht, an seiner Hilfengebung etwas zu ändern. Egal, ob es darum geht, dass das Pferd lockerer über den Rücken laufen soll (Zwerchfell lockerlassen, indem wir in den Bauch atmen, und den eigenen Rücken lang machen, damit der schwingen kann!) oder gelassen an einem „Gespenst“ vorbeigehen (den Atmen tief ins Becken fließen lassen, die Beine umarmen ruhig den Pferdebauch und spüren, wie es ebenfalls tief atmet) – probiere mal aus, Dich auf Dich zu konzentrieren, wenn Du das nächste Mal merkst, dass Du ohne den gewünschten Erfolg versuchst, auf Dein Pferd einzuwirken.
Für den Hund und jedes andere Tier gilt natürlich das Gleiche. Egal, ob der Hund an der Leine zieht, die Kuh beim Melken nicht ruhigsteht, das Schaf sich gegen das Scheren wehrt – meist macht die Aufmerksamkeit, mit der wir beim Tier sind, es nicht besser. Kommen wir wieder zu uns zurück, kann das Tier sich an uns orientieren und die Situation entspannt sich?
Du hast gerade kein Tier zur Hand, weil Du diesen Artikel im Büro liest? Probiere es trotzdem aus – funktioniert auch bei der Chefin, dem Kollegen oder unseren Kindern.
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13. März 2025
Tellington Lernparcours improvisieren
Blogbeitrag von Vanda Oosterhuis (NL)
Es ist toll, wenn du eine schöne Reitbahn hast, die immer trocken ist. Wenn es die Möglichkeit gibt einen ganzen Lernparcours liegen zu lassen und alles üben zu können, wann du Zeit hast.
So ist es aber meistens nicht. Oft muss man die (schweren) Balken schleppen um ein Labyrinth zu machen. Sowieso, auch wenn man noch viel mehr Lernparcours hinlegen will.
Und nachher muss man alles wieder abbauen und zurücklegen.
Ich sehe oft, dass Pferdenhalter, außer denen, die eine eigene Anlage und genügend Platz haben, wenig TTouch Bodenarbeit machen. Das ist schade, denn es ist so gut für Balance, Propriozeption und das Vertrauen und kann viel Spaß machen.
Mit etwas Kreativität gibt es aber überall Trainingsmöglichkeiten.
Auf einem Hof gibt es fast immer einiges, dass sich zur Nutzung eignet:
- Gibt es ein Ecke wo Zaunpfosten aufbewahrt werden? Oft liegen ein paar davon einfach so herum.
- In ein andere Ecke liegt vielleicht das Plastik von den Heuballen. Da kann dein Pferd schnuppern, es riecht meistens auch gut und vielleicht drüber laufen. Es ist ein gute Plastikübung.
- Ein paar Verkehrshütchen kann man sich immer irgendwo hinstellen, es gehen aber auch alte Eimer, Tonnen, und wenn wirklich gar nichts da ist, kann man auch um Pfützen oder Bäume kreiseln.
- Schau auch mal was sonst noch da ist und mach ein Spiel daraus: einfach die Welt neu entdecken.
Wenn du die Möglichkeit hat in den Wald zu gehen, kann man dort ganz toll üben.
Geh einfach mal ein Stück quer durch den Wald. Muss gar keine lange Strecke sein, (oft ist es eigentlich nicht erlaubt), es ist jedoch super Training!
Dein Pferd lernt aufzupassen wo es geht, keine Angst zu haben vor Ästen, die seine Beine berühren, es muss sich ausbalancieren, ruhig gehen und aufzupassen, wo es hintritt.
Wenn es euch Spaß macht kannst du es schwieriger machen, längere Strecken gehen, über Baumstämme klettern, (kleine) Hänge hoch und runter usw.
Für dich selber ist es auch sehr gutes Training! Auch Du musst aufpassen und bewusst laufen und klettern und einschätzen, ob du überall entlang gehen kannst und dein Pferd im Auge behalten.
Spazieren mit einem Pferd ist sowieso schön und wenn du kleine Übungen mit einbaust ist es auch gutes Lernparcourstraining.
Ingrid Wild hat eine Slideshow zum Anlass „50 Jahre Tellington TTouch“ zusammen gestellt.
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09. März 2025
Die Pono – Pilikia – Übung
Blogbeitrag von Doris Prinstinger (A)
hat Linda aus Hawaii zu uns gebracht. Dabei handelt es sich um eine einfache Übung, um Dinge klarer zu sehen.
Du nimmst ein Blatt Papier und teilst es in 2 Spalten.
In der Spalte PONO notierst du alles über deinen Hund, was du liebst, was dir gefällt, er spitze macht, seine Superkraft……….alles, was dir einfällt, auch die kleinste Kleinigkeit. Nichts ist zu unwichtig oder nichtig oder gar selbstverständlich.
Die andere Spalte, PILIKIA, enthält nun alles was du gerne verbessern möchtest. Bei mir steht – mein Hund soll nicht jagen. Im nächsten Schritt, und das ist der Spannende, überlege ich, wie ich das erreichen kann bzw. was zum Erfolg beitragen kann. Die Verringerung seiner Erregung bei Sichtung von Wild durch TTouches und besseres Rückruftraining sind 2 Teile dieses Puzzles, von denen es noch mehrere gibt.
Eigentlich möchte ich mich aber gerne mehr mit PONO beschäftigen. Denn das scheint oft der schwierigere Teil zu sein. Frage ich Klient*innen nach 5 positiven Dinge die sie über ihren Hund sagen können herrscht oft Schweigen. Das liegt meist daran, dass vieles, was der Hund so macht, als völlig selbstverständlich angenommen wird. Was es, finde ich, nicht ist. Ich feiere meinen Hund für seine offene, umgängliche Art. Ich liebe ihn dafür wenn er schnarchend neben mir liegt. Ich finde ihn erstaunlich intelligent wenn ich beim Hinweg verhindere dass er Müll frisst und er ihn am Rückweg verschling weil er sich gemerkt hat wo das Leckerli ist, ich aber nicht. Er ist oft ein Clown und bringt mich zum Lachen. Er ist mein Mitarbeiter des Monats (jeden Monats) weil er sich für Lehrvideos zur Verfügung stellt. Er ist unkompliziert. Durch ihn mache ich neue Erfahrungen und lerne neue Leute kennen. Für ihn ist die Welt grundsätzlich rosarot und ist sie es einmal nicht, dann gleich darauf wieder. Kurzum, die Länge dieses Artikels ist begrenzt wodurch ich meinen Lobgesang an dieser Stelle beende. Jetzt bist Du an der Reihe.
Ich finde es schön, einmal ganz konkret auszudrücken, was den einen, unseren Hund so besonders macht.
Was ich noch amüsant finde ist, die Liste einmal aus der Sicht deines Hundes auszufüllen. Was denkst du, würde da in den Spalten stehen?
In diesem Sinne – stay pono (also auf der Sonnenseite des Lebens)
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06. März 2025
Erinnere dich an deine Perfektion, statt : Heil mal schnell!
Blogbeitrag von Anke Recktenwald (D)
Foto: Andre Freiling, MaunaKea, Hawaii Zitat: Richard Bendler
Anfang des Jahres habe ich meine linke Schulter verletzt. Ich weiß nicht genau wie, aber meine Rotatorenmanschette schmerzt ziemlich und die Bewegungseinschränkungen waren gravierend.
Ich mag es nicht, wenn meine Beweglichkeit eingeschränkt ist. Zum Glück habe ich ja den Ttouch, um Schmerzen zu lindern und die Selbstheilungskräfte gravierend anzuschieben, so dass ich mich nicht so lange davon einschränken lassen muss, wie die Menschen, die den Ttouch nicht kennen.
Doch während es mir bei anderen meist gut gelingt den Fokus auf dem guten Gefühl meiner Berührung zu haben, die Dankbarkeit an die Funktion der Zellen im Herzen zu haben, die Intention von „Erinnere dich an deine Perfektion“ und das Vertrauen, das geschieht, was das Richtige ist, ist beim TTouch meine eigenen Zellen oft noch ein: „Aber schnell bitte!“ dabei.
Ich empfand die Berührung meiner eineinviertel Kreise eher unangenehm. Es tat weh an den, vermutlich entzündeten Stellen, zu ttouchen. Außerdem war es eine unangenehme Position, mit der rechten Hand an die linke Schulter, das drückte irgendwie auch vom Brustkorb auf die linke Schulter, die den Druck überhaupt nicht mochte. Ich litt doch schon genug, musste ich mir das wirklich antun?
Ich hörte auf mit dem TTouch….
Doch das war es auch nicht. Ich wusste, es würde sehr lange dauern, bis ich meinen Arm wieder frei bewegen kann, wenn ich ihn nicht ttouchte.
Und dann erinnerte ich mich, dass meine SchülerInnen sagen, wie liebevoll sich meine Berührungen anfühlen, ich erinnerte mich, wie sich meine Zellen fühlten, als Thomke mal meine Hand ttouchte, als diese zu Krämpfen neigte, an dieses Gefühl von: „Du bist richtig und wunderbar. Ich sehe deine Anstrengung das Beste zu tun und du machst das großartig“
Mir wurde klar, dass ich dieses Gefühl gerade nicht in meine Zellen brachte.
Also atmete ich einmal tief durch, mache meine Finger lauschend, nach der Frage, wieviel Druck angenehm sei und welches Tempo und folgte der Antwort der Zellen, die mich in die höhere Sanftheit und in langsamere TTouch leiteten. Ich dachte noch: Akuter Schmerz, schnelle Kreise, doch meine Zellen wollten es langsamer.
Natürlich dachte ich auch zuvor, ich hätte eine sehr sanfte Druckstärke, doch mein Wollen veränderte meine Wahrnehmung. Erst als ich bereit war zuzuhören und zu folgen, verbesserte sich die Qualität. Ich änderte meine Intention von: „Werde heil“ zu Dankbarkeit und dem Wunsch, gut zu tun. Gerne nehme ich auch das Ho’oponopono dazu, sage dem Körperteil der schmerzt, dass es mir leid tut, dass ich etwas tat, das ihm schadete, dass ich ihm dankbar bin, für alles, das er für mich tut und das ich jede einzelne Zelle von Herzen liebe.
Und mit diesen Gedanken und dem Lauschen in die Antwort der Zellen wurden die Kreise angenehm. Es fühlt es sich an als gäbe es eine ganz feine Schicht, wie ein Film, jedoch eher fliesend, zwischen meinen Fingern und meiner Schulter. Der schützte irgendwie vor dem Druck der Berührung und lies nur die Information durch. Sehr angenehm. Ein bisschen so, wie wenn ich mit nassen Fingern ttouchte, doch schien die Schicht zu meinem Körper zu gehören.
Ich spürte, wie nicht nur meine Hand, sondern mein ganzer Körper weicher wurde, der Druck auf die Schulter weniger, die Anstrengung geringer, mein Gesicht entspannter.
Nun begann die Magie des 1 1/4 Kreis und der Schmerz reduzierte sich, das Wohlgefühl verbesserte sich und die Funktionsfähigkeit wurde besser.
Was für einen Unterschied es doch immer wieder macht, was wir denken, während wir tun.
Es war nicht das erste Mal, dass ich diese Erfahrung machte. Die Ungeduld, der Wunsch, dass die Schmerzen einfach schnell weg gehen sollen, oder dass ich eigentlich gar keine Lust habe, jetzt auch noch zu ttouchen, wo ich doch eingeschränkt bin…. All das wirkt auf meine Berührung und so auf meine Zellen.
Und dann habe ich die Wahl: Ich lasse es sein, und lebe viel länger mit der Einschränkung, oder ich ändere meine Einstellung hin zu Liebe und Anerkennung.
Und ja, ich entscheide mich auch schon mal fürs Erste. Das hängt oft davon ab, wie stark die Einschränkung mein Leben beeinflusst. Doch immer bin ich mir bewusst, es ist meine freie Entscheidung, wie ich mit mir selbst umgehe. Und es hilft dieses wunderbare Gefühl zu kennen, das ein liebevoll und achtsam ausgeführter TTouch von Zelle zu Zelle weitergibt.
Darum liebe ich es TTouch for you zu unterrichten. Denn wer fühlte, wie wunderschön es ist, so berührt zu werden, kann es für sich und seine Lieben, 2 oder 4 Beiner, besser anwenden.
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02. März 2025
Draumur – Traumata mit TTouch heilen
Blogbeitrag von Susanne Salzmann (D)
Draumur, war ein Islandpferd. Er ist im Dezember 2024 gestorben. Ich will einen Teil unserer gemeinsamen Geschichte mit Dir teilen. Ich habe ihn 1996 kennengelernt, damals arbeitete er in einer Reitschule.
Er war kein besonders kooperativer Mitarbeiter. Es war nicht seine erste Reitschule und so hatte er schon viel gelernt. z.B. Steigen und dabei gezielt nach dem Kopf des Menschen schlagen oder im schellen Galopp vor einen Zaun abzubremsen dabei Kopf runter und kräftig Ausschlagen so das alle Reiter*inn über den Zaun flogen. Schon das holen vom Paddock wurde zu einer Herausforderung. Jeder Besuch vom Tierarzt, Hufschmied artete in einem Kampf aus und Verlanden noch mal ein ganz spezielles Thema.
Ich war gerade mit meiner Ausbildung zur Telllington TTouch Practionerin fertig, als ich 2002 gebeten wurde mit ihm zu arbeiten. Das obige erwähnte Verhalten war zu dem Zeitpunkt schon ein tief eingeprägtes Verhaltensmuster. Menschen die mit ihm zu tun hatten, waren oft schon von vornherein laut und grob, da sie Angst hatten. Besonders nach dem 2 Menschen ins Krankenhaus mussten.
Als ich mit dem Tellington TTouch Training mit Draumur begann, hatte er auch noch eine äußerst dramatische Klinik Erfahrung hinter sich. So starteten wir in einer Paddock Box, ich versorgte ihn, redete mit ihm, achtete auf meine Atmung, mein Gleichgewicht und verbrachte meine Mittagspause auf der sicheren Seite des Zauns.
Zu diesem Zeitpunkt wollte er sich nicht anfassen lassen und schon gar nicht Halftern. Ich wollte, dass er den Kontakt zu mir aufnimmt. Ich machte viel TTouch an mir. Dies hat einen erheblichen Einfluss auf die Stimmung, Puls und Atmung und so konnte ich gewährleisten dass ich nicht in die Menschliche Erwartungshaltung falle und anfange ihn zu Locken oder anders auf mich aufmerksam zu machen weil ich es nicht aushalten kann ignoriert zu werden. 🙂
Wenn Du wissen willst wie es weiter ging Fortsetzung am 13.April 2025 hier im Blog, oder komm in eines meiner Zoom Meetings.
Die Arbeit mit den Pferden ist immer auch eine Arbeit an uns selbst, ein immer währender Prozess in dem wir viel über uns selbst lernen können und erfahren wer wir sind, sein wollen und ganz besonders auch wer wir werden könnten.
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27. Februar 2025
Beobachten ohne werten
Blogbeitrag von Ingrid Wild
Eine der schwierigsten Aufgaben für mich in der Ausbildung zur Tellington TTouch Practitioner war das wertfreie Beobachten oder Beobachten ohne zu werten. Ich habe damals gemerkt, wie bereitwillig mein geschultes „Finde den Fehler“ – System ansprang, wenn ich den Blick auf ein Pferd oder Mensch mit Pferd- Paar richtete.
Fast gleichzeitig mit der Fehlersuche, begannen in meinem Kopf Erklärungsversuche und Lösungsansätze aufzuploppen. Es war, als spielte mein Kopf seinen eigenen Film.
Beim wertfreien Beobachten kann ich frei werden von Erwartungen und Gewohnheiten, ich habe Raum und Ruhe, das aufzunehmen, was ich wirklich sehe. Mir ist es dadurch möglich, Details zu beobachten und es geht um das, was ich jetzt in diesem Moment tatsächlich sehe. Mein Blick öffnet sich für die vielen schönen Details, anstatt nach Fehlern zu suchen
Ich sehe, was dem Pferd oder dem Mensch-Pferd- Paar gerade alles möglich ist, anstatt den Fokus darauf zu verlieren, was in diesem Moment vielleicht noch nicht zu sehen ist.
So herausfordernd diese Art des Beobachtens für mich zu Anfang war, so sehr liebe ich sie nun und habe sie aus meinem Berufsleben in meinen Alltag integriert. Die eigenen tierischen Gefährten wertfrei zu beobachten ist dann nochmal eine weitere Herausforderung, die ich mit großer Freude annehme.
Um aus dem gewohnten Beobachten herauszukommen, hilft es, die Perspektive zu wechseln.
Eine wirkungsvolle Methode dazu, lernte ich in einem Ausbildungskurs von Tellington-TTouch Instruktorin Lily Merklin. Man kehrt der Szene seinen Rücken zu, stellt sich mit gegrätschten Beinen hin und schaut zwischen seinen Beinen durch. Alles, was man nun sieht, steht auf dem Kopf- eine neue Perspektive und damit interessant für unser Gehirn und das Nervensystem.
Ausprobieren lohnt sich.
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23. Februar 2025
Gelassene Patienten-glückliche Tierärztinnen
Blogbeitrag von Dr. Daniela Zurr (D)
Wann warst Du das letzte Mal mit einem Deiner Tiere in einer Tierarztpraxis und wie ging es Euch dort? Es gibt verschiedene Untersuchungen, die belegen, dass circa 80% der Hunde Anzeichen von Angst und Stress in der Praxis zeigen. Dies belastet nicht nur die Hunde, sondern erschwert auch Untersuchungen und die Interpretation verschiedener Blutwerte. Bei anderen Tierarten sieht es ähnlich aus.
Doch das muss nicht so sein! Wenn es heute möglich ist, Eisbären beizubringen, dass sie ihre Pfote zur Blutentnahme hinhalten oder Giraffen sich die Klauen kürzen lassen, schaffen wir es auch unseren Haustieren zu einem entspannten Tierarztbesuch zu verhelfen.
Hierzu hat sich aus meiner Erfahrung eine Kombination aus Tellington TTouch und gezieltem Training bewährt:
- Erkunde den Körper Deines Tieres mit Noahs Marsch: Wo lässt es sich gelassenen berühren und gibt es Bereiche, in denen Du Anspannung oder ein Ausweichen bemerkst? Wenn ja, nutze unterschiedliche TTouches, um Dich schrittweise in diese Bereiche vorzuarbeiten. Achte auf die feinen körpersprachlichen Signale Deines Tieres und passe dein Vorgehen an.
- Wenn Berührungen mit den Händen am ganzen Körper gut angenommen werden, kannst Du schrittweise unterschiedliche Gegenstände hinzunehmen (z. B. Flohkamm, Krallenschere) und auch mit diesen Gegenständen ttouchen.
- Fällt es Deinem Tier schwer, längere Zeit ruhig zu bleiben oder sich überhaupt auf Berührungen einzulassen, kannst Du ausprobieren, ob ein Tellington-Körperband unterstützend wirkt.
- Sind einzelne Maßnahmen, z. B. eine Ohrenuntersuchung für Dein Tier besonders herausfordernd oder mit Schmerzen verknüpft, trainiere diese gezielt. Belohne ein Stillhalten großzügig und achte darauf, die Schritte so klein zu halten, dass Du aufhörst, solange Dein Tier noch kooperiert.
- Hab Spaß-manchmal sind wir selber viel lockerer, wenn wir einen “unwichtigen” Trick trainieren, als wenn wir Medical training machen. Genieß den Prozess und die Interaktion und Du wirst viel schneller zum Ziel kommen.
- Wenn eine tierärztliche Maßnahme zeitnah nötig ist und Du weißt, dass Dein Tier diese noch nicht gelassen meistern wird, sprich rechtzeitig mit Deiner Tierärztin über mögliche Unterstützung durch angstlösende Medikamente oder eine Sedation. Heutzutage gibt es effektive und gut verträgliche Möglichkeiten, die viel schonender als Angst auslösende Zwangsmaßnahmen sind.
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20. Februar 2025
Die Tellington TTouch® Methode
– Ausformung der eigenen Essenz
Blogbeitrag von Bibi Degn (DEU, ESP)
Das Verständnis des Begriffes „Nachhaltigkeit“ wird vielfach auf ökologische Aspekte und diesbezügliche Schadensbegrenzung beschränkt. Es lohnt sich jedoch, den Begriff weiter gefasst anzusehen (siehe Hannah Arendt, Ken Wilber oder System-Theorie): Nachhaltigkeit nicht nur auf die Schonung von Ressourcen zu begrenzen, sondern den Blick auf regenerative Prozesse zu richten. Ein Beispiel: Es macht Sinn, Brennstoffe zu sparen. In der Tiefe nachhaltig ist aber die Kraft eines Waldes, sich stetig zu erneuern.
Genau durch diesen lebensbejahenden Aspekt der Förderung von Systemen und Lebewesen in ihrer authentischen Entfaltung setzt sich die Tellington Methode von anderen, auch manchen positiven und bewährten Trainingsmethoden ab.
Sanft und achtsam unterstützt die Methode Tiere darin, ihr volles Potenzial zu entfalten, ihre eigene Essenz zu leben. Statt einer äußeren Einwirkung, die Heilung oder Korrektur verspricht, hilft Tellington dem lebenden System, sich selbst besser zu regulieren und zu verstehen. Ergebnis sind die vertrauensvolle Beziehung und tiefgehendes Wohlbefinden, langfristig wirksam – nachhaltig im umfassenderen Sinn.
Die Anwender:innen der Methode lernen ein präzises Werkzeug, aber durchlaufen darüber hinaus immer wieder den kreativen Prozess, der ihre eigenen Fähigkeiten zur Entfaltung bringt. Die Tellington Methode verlangt nicht einfach das Wiedergeben von Gelerntem, sondern sie fördert das intuitive Erfassen und Anpassen an lebende Situationen. In diesem schöpferischen Raum entwickeln sich Tiere und Menschen weiter. Auch die Methode selbst evolviert, in sich selbst, sowie andere Disziplinen und Methoden befruchtend.
Solches kreatives Wachstum gelingt, weil die Tiere (und Menschen) im angstfreien Raum lernen und sich das vegetative Nervensystem in einem guten Gleichgewicht bewegt. Die gezielten Berührungen und sanften Bewegungen sprechen das Nervensystem an und verbessern die Körperwahrnehmung. Wer seinen Körper bewusst wahrnimmt, kann sich entspannen und Stress abbauen, aber vor allem auch kreativ denken und lernen. Tiere können Spannungen loslassen, Ängste abbauen und ihre natürlichen Fähigkeiten zur Entfaltung bringen.
Nachhaltiges Wirken im Sinne von Tellington bedeutet also immer, Mensch und Tier in ihrer ureigenen Kraft zu stärken. Indem wir uns und ihnen den Raum geben, sich selbst zu sein, schaffen wir eine tiefe und dauerhafte Balance – eine Harmonie, die über den Moment hinaus Bestand hat.
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16. Februar 2025
Augen und Ohren in den Fingern …
Blogbeitrag von Sylvia Haveman (NL)
Ich denke, einer der schönsten Teile der Tellington-Methode ist das bewusste und aufmerksame Spüren…
Nach der ausgiebigen Beobachtung des Tieres mit dem Blick für das kleinste Detail fühlen wir es weiterhin mit der Hand, Teilen der Hand oder den Fingern. Wir erfühlen so viel wie möglich vom Körper des Tieres, immer aufmerksam und ohne dass ich eine bedrohliche Haltung einnehme. Ich beobachte das Tier jedoch weiterhin, um das Feedback, dass das Tier beim Berühren der verschiedenen Körperteile gibt, nicht zu verpassen.
Wie kleine Detektive gleiten meine Hände über das Tier und registrieren so viel wie möglich. Es ist, als ob ich kleine Augen und Ohren in meinen Fingerspitzen hätte, mit denen ich sozusagen nach innen schauen und intensiv lauschen kann. Ich bin auf der Suche nach Temperaturunterschieden und Körperteilen, an denen ich Anspannung spüren kann. Wie ist die Verschiebbarkeit der Haut und wie ist der Zustand des Fells und der Haare? Gibt es Stellen, an denen sich das Haar trocken oder fettig anfühlt? Gibt es Bereiche mit abgestorbenen Haaren oder Stellen, an denen viele Schuppen zu finden sind? Sind die Haare glatt oder stehen die Haare zu Berge? Ich versuche Informationen so neutral wie möglich zu sammeln.
Alle Erkenntnisse können etwas über den körperlichen und seelischen Zustand des Tieres unter meinen Händen aussagen und ich berücksichtige sie im Ganzen.
Gerade unsere Finger eignen sich besonders gut zum Tasten und Fühlen, da sie mit einer extra Sensibilität von der Haut umhüllt sind. Dort, direkt unter der Haut, befinden sich spezielle Rezeptoren (die mit sensorischen Neuronen verbunden sind), die sehr empfindlich sind und zum Beispiel die leichteste Berührung spüren und auch Vibrationen, Schmerzen und Druck wahrnehmen können. Unsere Hände enthalten Zehntausende dieser Rezeptoren und Neuronen. All diese kleinen Helfer und Detektive können uns weiterbringen, um ein „Bild“ des Tieres unter unseren Händen zu bilden.
Es mag etwas Übung erfordern, aber es ist ein faszinierendes Thema und es lohnt sich, den eigenen Tastsinn zu entwickeln, um immer besser darin zu werden.
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13. Februar 2025
Weshalb ich mir täglich TTouches gönne
Blogbeitrag von Lisa Leicht (CH)
Für 2025 habe ich mir vorgenommen, mir selbst vermehrt Gutes zu tun. Ein ursprünglich aus der Not gefasster Vorsatz, da das letzte Jahr von einem schweren Unfall mit nachfolgenden Hüftoperationen überschattet worden war, mit Arbeitsunfähigkeit, langer Immobilität und damit einhergehender Isolation und emotionalem Rückzug.
Während dieser anspruchsvollen Zeit, war das TTouchen an den schmerzenden Stellen meines Körpers an der Tagesordnung. Sanfte, kreisende Eineinviertelkreise und kleine Heber minderten die Schmerzen, entlasteten Leber und Nieren nach den Operationen, regulierten Kreislauf und Darmtätigkeit. An dieser Stelle ein dreifaches Hoch für den Ohr-TTouch – ich war eine der wenigen Personen auf meiner Abteilung, die nie unter Konstipation litten. Hearthugs halfen, die Atmung zu vertiefen, und, sehr wichtig, mit mir selbst in einem entspannten Zustand in Kontakt zu bleiben.
Gemäss meinem Vorsatz, mir Gutes zu tun, behandle ich mich weiterhin täglich. Ich empfinde die TTouches jetzt, wo ich meinen Körper wieder trainieren kann und sich der Schmerz nur noch geringfügig bemerkbar macht, genauso wohltuend wie während der Rekonvaleszenz.
Am Morgen im Bett, gleich nach dem Erwachen, bevor das Gedankenkarussell anfängt sich zu drehen, mache ich das Bodyblessing mit tiefer Dankbarkeit dafür, dass mein Körper wohl und ausgeruht in den Tag einsteigen darf. Nach meinen täglichen Qi-Gong- und Klangübungen helfen die Eineinviertelkreise, meist an den Armen, an den Oberschenkeln und an der Hüfte ausgeführt, das Gefühl von Harmonie und Ganzheit, welches ich dann empfinde, bewusst länger zu spüren und zu verankern.
Auch meine Füsse ttouche ich täglich; das fördert die allgemeine Gesundheit via Reflexzonen und auch das Gleichgewicht, damit mein Gangbild wieder ausgeglichen wird und meine Füsse gut am Boden haften. Oft mache ich auch zwischendurch ein paar vereinzelte TTouches, dort wo ‚Es mich gerade ruft‘, einfach aus Freude an der Kommunikation mit meinem Körper. Es scheint mir, als ob kontinuierlich jeder TTouch zu einem tiefen und freudvollen Verständnis von Körper und Geist beiträgt. Was für ein Geschenk!
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09. Februar 2025
Honis erster Schritt ins Leben
Blogbeitrag von Karin-Petra Freiling (D)
Es war eine kalte, regnerische Nacht, als ich die fünf Welpen und ihre drei Mütter aus ihrem traurigen Schicksal rettete. Sie lebten unter unvorstellbaren Bedingungen – verängstigt, hungrig, krank. Doch als ich sie in mein Zuhause brachte, wusste ich: Hier beginnt ihr neues Leben.
In den ersten Tagen war alles ein einziges Chaos aus Futter, Schlafplätzen und vorsichtigen Annäherungen. Doch dann bemerkte ich etwas: Einer der kleinen Welpen, Honi, konnte nicht laufen. Seine Hinterbeine gehorchten ihm nicht, sie schleiften kraftlos hinter ihm her. Während seine Geschwister spielten und tobten, blieb er zurück. Doch in seinen Augen war kein Aufgeben – nur Hoffnung.
Ich begann mit täglichen Übungen, sanften Berührungen und liebevoller Zuwendung. Tellington TTouch, Klickertraining, Physiotherapie, Osteopathie– alles, was ihm helfen konnte, kam zum Einsatz. Doch die Fortschritte waren winzig. Manche Tage fühlten sich wie ein Stillstand an, an anderen schien es sogar schlimmer zu werden. Ich besuchte eine liebe Freundin die eine Physiotherapie-Schule leitet.
Die sah sich Honi genau an, tastete vorsichtig seine deformierten Gelenke ab und seufzte leise. „Seine Chancen sind sehr gering“, sagte sie schließlich. „Es wird wohl immer so bleiben… Aber mit Tellington TTouch hast Du doch schon einige Wunder vollbracht“
Die Worte trafen mich tief und als ich Honi ansah, wusste ich: Er hatte nicht aufgegeben, also würde ich es auch nicht. Wir würden dieses Wunder schaffen. Auch Diesesmal.
Am selben Tag saß ich spätabends neben ihm und begann eine lange, ruhige Tellington TTouch-Session. Ich berührte seinen kleinen Körper mit sanften, kreisenden Bewegungen, spürte, wie er sich entspannte, wie sein Atem ruhiger wurde. Ich flüsterte ihm zu, dass er stark sei. Dass wir es gemeinsam schaffen würden.
Und dann, zwei Tage danach, geschah das Wunder.
Ich saß auf der Bank im Welpenzimmer, als ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung sah. Es war Honi. Und er… er stand auf! Wackelig, zitternd, aber auf seinen eigenen vier Beinen. Und dann tat er es. Sein erster Schritt. Ein einziger, kleiner, mutiger Schritt in sein neues Leben.
Von diesem Tag an ging es bergauf. Mit jedem Training wurde er stärker. Mit seinem kleinen halben Tellington Körperband lernte er, sich selbst zu tragen. Mit dem Hand-Target lief er über Hindernisse, kletterte über kleine Steine. Sein Gang war nicht perfekt, aber es war sein eigener. Und mit jedem Schritt, den er machte, bewies er der Welt, dass Hoffnung stärker ist als jede Diagnose.
Heute rennt Honi über die Wiesen, spielt mit seinen Geschwistern und genießt sein Leben in vollen Zügen. Er erinnert mich jeden Tag daran, dass es sich lohnt zu kämpfen – selbst dann, wenn alle anderen sagen, dass es unmöglich ist.
Videos von Honi:
Wer mehr erfahren möchte: Honis komplette Behandlung ist auf meinem aufgezeichneten Vortrag des Tellington TTouch Kongresses 2025 zu sehen.
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06. Februar 2025
Der andere Stern
Blogbeitrag von Katja Krauß (D)
(Foto: Das Foto entstand auf einem Linda Kurs und hat nichts mit der unten beschriebenen Begebenheit zu tun. Es soll nur zeigen, dass Pferde sich durchaus auch vertrauensvoll verladen lassen mit Tellington TTouch®.)
Meine Freundin Leni erzählte mal davon, dass sie nach einem Pferdekurs sah, dass zwei Frauen ein Problem hatten ihr großes Warmblut zu verladen. Sie sprach sie an und bat ihre Hilfe an. Doch sie sagte gleich dazu, dass es sehr wichtig sei, dass die Frauen sofort los fahren würden, wenn die Hängerklappe geschlossen wird um weitere Unruhe für das Pferd zu vermeiden.
Die Frauen sagten, dass sie bereits alles andere verladen hätten und dann direkt los fahren würden.
Daraufhin half Leni, dass Pferd in den Hänger zu bringen. Als die Hängerklappe geschlossen war, gingen die beiden Frauen Richtung Gebäude und bedeuteten Leni auf ihr Nachfragen, dass sie NUR noch kurz auf die Toilette gehen würden. Wer sich nicht mit Pferden auskennt, dem sei gesagt, dass so ein aufgeregtes Pferd sich in einem stehenden Hänger mitten im Hof mit vielen Menschen und Pferden viel stärker aufregen kann, als wenn es sich bei der Fahrt etwas mehr auf seine Balance konzentrieren darf. Die Verletzungsgefahr in „10 Minuten Toilettengang“ ist somit erheblich groß.
Als Leni sich abwand und zu ihrem Auto gehen wollte, wurde sie von einer anderen Teilnehmerin angesprochen, die den gesamten Vorgang beobachtet hatte und sagte: „Echt erstaunlich, wie ruhig das Pferd mit deiner Hilfe in den Hänger gegangen ist”. Doch dann fragte sie, warum Leni dabei so ruhig geblieben war, als die beiden Damen weggegangen waren und Leni doch augenscheinlich auch die Gefahr sah. Leni antwortete: „Ich habe alles getan, was in meiner Macht stand, ich habe dem Pferd noch kurz die Situation erklärt und habe nun die Verantwortung an die beiden Frauen abgegeben.
Bei Tellington lernen wir auch: Dinge loszulassen, damit sie ihren Weg gehen können.“
Daraufhin meinte die Frau: „Ihr Tellington-Frauen seid wirklich von einem anderen Stern! Und zu diesem Stern möchte ich auch ganz dringend dazu gehören.“
Immer wenn ich an die Geschichte zurückdenke, denke ich: „Und ich bin so heilfroh, dass ich bereits auf diesem anderen Stern bin!“
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02. Februar 2025
Vertrauen statt Dominanz
Blogbeitrag von Lily Merklin (CH)
Auf meinen letzten Blog-Beitrag hin erreichte mich die Nachricht einer lieben Kollegin, die vor vielen Jahren einen Ausbildungskurs bei mir besucht hatte. Petra schrieb, dass sie am Morgen in der Stangenstunde erstmal den Halsring ausprobiert und ihr Pferd es geliebt habe. Gestern habe sie in der Gymnastikspringstunde einen Knoten in die Zügel gemacht und es so toll gefunden wie vor 45 Jahren bei Anthony Paalmann (bekannter Springreiter und -Ausbilder, der vor 25 Jahren gestorben ist). Wir schrieben ein bisschen hin und her und sie berichtete, dass sie vor 2 Jahren mit diesem Pferd einen schlimmen Sturz gehabt habe und ihr Vertrauen einen echten Knacks bekommen habe. Aber sie hat nicht aufgegeben! Sie hat an sich und ihr Pferd geglaubt, hat an sich und ihm und mit ihm zusammengearbeitet und kann heute stolz darauf sein, wie sie gewachsen sind – aneinander und miteinander.
In der Tellington-Methode erleben wir solche Geschichten immer wieder. Vielleicht hat dies damit zu tun, dass Vertrauen ein wesentlicher Bestandteil unserer Methode ist. Nicht blindes Vertrauen, dass schon nichts passieren wird oder das Tier uns verstehen wird, egal wie unklar wir kommunizieren, oder dass der Trainer es schon richtet. Sondern der gezielte Aufbau von Vertrauen, das Fördern von Vertrauen in sich, in das Tier und in die Beziehung. Dabei gewinnt auch das Tier an Vertrauen – in sich, in uns und in die Beziehung. Und das ist immer wieder die Basis, auf der Wunder wahr werden.
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26. Januar 2025
Am Puls der Zeit. Damals – wie heute
Blogbeitrag von Doris Prinstinger (A)
Ich denke, es hat sich nun herumgesprochen – die Tellington TTouch Methode feiert 50-jähriges Jubiläum.
Wir alle, die Teil dieser großen „Familie“ sind, sind hellauf begeistert.
Doch kürzlich hatte ich einen kleinen Schock.
Ich las in einer bekannten, renommierten Hundezeitschrift einen Artikel mit der Überschrift – Training wie vor 30 Jahren. Es ging darum, dass eine bestimmte Gruppe ihre Hunde noch immer mit ziemlich grausamen Methoden trainiert und das eben schon seit anno dazumal. Beim Training und der Ausbildung der Hunde sind alle neuen Erkenntnisse spurlos vorüber gegangen. Man hat es ja immer schon so gemacht.
Der Schreck – ich dachte kurz: Was denken sich die Leute, wenn sie hören, dass die Tellington Methode schon 50 Jahre alt ist? Veraltet?
Gleich vorweg. Die Frage ist mit einem eindeutigen NEIN zu beantworten,
Es gibt einen Kern, der alt sein mag, aber Linda war und ist immer schon ihrer Zeit etwas voraus.
Die Gedanken, dass Tiere unsere Lehrer sind, wir zuhören und beobachten sollen, dass sie immer das Beste geben, das in der Situation für sie möglich ist, dass man ohne Stress besser lernt, dass der Körper Einfluss auf das Verhalten (und die Leistung) hat. All das ist doch aktueller denn je.
Mich hat von Anbeginn begeistert, wie integrativ Linda ist und wie offen gegenüber Neuem.
Durch sie habe ich von Karen Pryor und Clickertraining erfahren, lange bevor es in Österreich große Aha-Erlebnisse ausgelöst hat. Das Thundershirt brachte Linda mit, als es bei uns noch völlig unbekannt war. Wir haben in den Kursen Dinge ausprobiert, die sinnvoll und hilfreich erschienen. Einige haben wir mit in unseren Werkzeugkoffer aufgenommen, andere wieder verworfen.
Und so gibt es einen Kern, eine Basis, die sich über 50 Jahre als gut, schön und wahr erwiesen hat. Darüber hinaus gab und gibt es aber immer Platz für (Weiter-)Entwicklung.
Das ist der Grund, warum für mich, die ich nun auch schon fast 30 Jahre (da besuchte ich meinen ersten Kurs) mit dabei bin, es noch immer spannend ist. Ich liebe die Lebendigkeit dieser Methode. Und so feiere ich einmal kräftig dieses Jubiläumsjahr und freue mich schon auf die nächsten 50 Jahre!
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Zuhören statt Flüstern – Was Dominanz wirklich bedeutet
Blogbeitrag von Susanne Salzmann (D)
„Wir müssen das Flüstern der Pferde hören“ – eines meiner liebsten Zitate von Linda Tellington-Jones bringt eine tiefgreifende Wahrheit auf den Punkt. Pferde sprechen ständig mit uns, doch ihre Sprache gleicht einem Flüstern: fein, subtil und voller Bedeutung.
Hörst du das Flüstern deines Pferdes? Seine Bewegungen, die Art, wie es atmet, den Kopf hält, die Stellung der Ohren oder der Schlag der Wimpern – all das sind Ausdrucksformen, die uns Geschichten erzählen. Pferde sprechen mit ihrem gesamten Körper, und dort, wo Verständnis herrscht, scheint diese Sprache fast unsichtbar, wie ein leiser Austausch zwischen Vertrauten.
Doch wie oft übersehen wir dieses Flüstern? Wir Menschen neigen dazu, laut und grob zu sein – nicht unbedingt in unserer Stimme, sondern in unseren Bewegungen und unserer Körpersprache. Für Pferde, die Meister der nonverbalen Kommunikation sind, wirken wir oft unbeholfen und manchmal sogar überwältigend.
Dominanz wird in der Pferdewelt häufig zur Kontrolle, Unterwerfung oder der Notwendigkeit, „der Chef“ zu sein, eingesetzt. Doch echte Führung basiert auf Vertrauen, Respekt und einer Verbindung, die auf gegenseitigem Verständnis gründet. Statt zu versuchen, Pferde zu „beherrschen“, sollten wir lernen, zuzuhören – auf ihre subtilen Signale zu achten und unsere eigene Körpersprache zu verfeinern.
Der Schlüssel zu einer harmonischen Partnerschaft liegt darin, das Flüstern der Pferde wahrzunehmen und darauf zu antworten. Das bedeutet, achtsam zu sein, präsent im Moment, und bereit, uns selbst zu hinterfragen. Sind wir bereit, leiser zu werden, um das Flüstern zu hören?
Mit der Tellington TTouch® Methode schaffen wir eine Basis für diese Verbindung. Sie lehrt uns, mit unseren Pferden auf eine Art zu kommunizieren, die Vertrauen fördert und den Raum für Dialog öffnet. Es geht nicht um Dominanz, sondern um Partnerschaft, um ein Miteinander, das leicht und harmonisch ist.
Bist du bereit, zuzuhören?
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19. Januar 2025
“Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne….”
Blogbeitrag von Anke Recktenwald (D)
Zur Feier der 50 Jahre wollen wir uns auch an den Beginn der Tellington Methode, in gemeinsamen Zoom-Meetings, erinnern. Wie es war, als Linda erstmals nach Deutschland kam und die Pferdewelt in Staunen versetzte.
Wir haben die Menschen gesucht, die bis heute in der Pferdeszene sind und schon vor 50 Jahren dabei waren. Die Kurse waren zu der Zeit noch anders, länger, intensiver. Teilweise kamen die Leute zu 4 Wochen Lehrgängen mit Linda.
Sie kommen nun in den Montags Meetings zu uns um zu erzählen: Was hat sie angesprochen, was brachte sie dazu, zu Linda zu reisen, auch ins Ausland.
Was hat sie fasziniert, um immer weiter von Linda lernen zu wollen, deren außergewöhnliches Können noch immer keiner, auch nur annähernd, erreicht hat. Ob im Sattel oder in Kontakt mit anderen Tieren. Linda ist auch bei diesen Meetings i.A. mit dabei.
Am Montag, den 20. Januar kommen Beate Meyer und Peggy Schmah, die sich auf den ersten Ausbildungskursen kennenlernten.
Dann kommt Christine Schwartz, ein echtes Sahnestückchen, da sie Linda schon ganz am Anfang traf, in Deutschland ein paar Jahre später in ihren Kurse assistierte und schließlich zu Lindas Schwester nach Kanada zog, wo sie, bis heute Teil der Tellington Familie ist.
50 Jahre Tellington Methode hat sie voll und ganz miterlebt! Sie hat viel zu erzählen.
2 Wochen später kommt Jochen Schuhmacher, der damals in Reken war, dann zwar zur Bundeswehr musste, und nicht so vollständig dabei sein konnte, wie er wollte, aber doch sehr viel erlebte und zu erzählen weiß. Wenn man ihn reden hört, wie er begeistert von dieser Zeit und Linda erzählt, kann man die Energie fast greifen, die damals in den Kursen war. So lebendig, so faszinierend.
Um mit euch in Kontakt zu sein habe ich eine Mail-Gruppe gegründet. Hier der Link zur Gruppe: https://groups.google.com/g/TTEAM-Memories
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16. Januar 2025
Wie alles begann…
Blogbeitrag von Ingrid Wild (Tellington TTouch Instruktorin aus Deutschland)
Die Tellington TTouch® Methode feiert dieses Jahr 50-jähriges Jubiläum und ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich das erste Mal von Linda Tellington-Jones gehört bzw gelesen habe.
In dem Reiter-Taschenbuch von 1983 berichtete Christa Schütt von einem Training in Reken, dass Ursula Bruns im FS-Testzentrum Reken organisiert hatte. Sie hatte Linda Tellington-Jones eingeladen, ihre Art schwierige Pferde zu trainieren, in Reken in einem 6 wöchigen Arbeitskurs zu demonstrieren und zu dokumentieren. 20 unterschiedliche Pferde wurden von Ursula Bruns und ihren MitarbeiterInnen nach Lindas Methode trainiert und nach Feierabend nötigte Ursula Bruns, Linda an die Schreibmaschine, um die Tagesereignisse aufzuschreiben. Aus dieser und weiteren gemeinsamen Erfahrungen entstand im Laufe jahrelanger enger Zusammenarbeit zwischen Linda Tellington-Jones und Ursula Bruns das erste Buch: Die Tellington Methode „So erzieht man sein Pferd“
Linda berichtet selbst: “Das TTEAM- Programm (heute Tellington TTouch Methode) wurde 1975 an einem wunderschönen Sommertag in San Francisco geboren, als ich einer Vorlesung von Dr. Moshe Feldenkrais lauschte und intuitiv, basierend auf den Erkenntnissen von Dr. Feldenkrais, den Tellington TTouch für Pferde entwickelte.”
Für mich waren sowohl die Zeilen im Taschenkalender, als auch später im Buch bahnbrechende Zeilen- endlich war da jemand, die den Pferden zuhörte, das Training so gestaltete, dass die Pferde individuell gefördert wurden und ganz neue Wege des Pferdetrainings ging. Ab dem Moment war ich Lindas „Follower“, ihr Fan. Ich verschlang alles, was ich von ihr lesen konnte und auf vielen Equitanas- der großen Pferdemesse in Essen, versäumte ich keine Demonstration von ihr. Heute bin ich Instruktorin der Tellington TTouch Methode und Linda jeden Tag unendlich dankbar, für das, was sie in die Welt gebracht hat. Sie hat mich damit in vielfältiger Weise geprägt, inspiriert und mein Leben ungemein bereichert.
50 Jahre und kein bisschen alt, das ist die Tellington TTouch Methode heute. Es ist eine lebendige Methode, die sich dank ihrer Gründerin, Linda Tellington-Jones immer weiter entwickelt hat und es noch immer tut und die Welt für Menschen und Tiere besser macht. Gibt es einen besseren Grund zum Feiern?
Was hat Dich zur Tellington TTouch Methode gebracht?
Wann hast Du zum ersten Mal vom TTouch erfahren?
Kannst Du dich genauso gut daran erinnern wie ich?
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12. Januar 2025
TTouch beim Stachelschwein-die pieksen doch?
Blogbeitrag von Dr. Daniela Zurr (D)
Erinnert Ihr Euch noch an meinen Bericht über das Seminar im Wildpark? Nachdem wir die Schafe überzeugt hatten, dass es Spaß machen kann, mit den Menschen zu interagieren, haben wir uns mit den Stachelschweinen beschäftigt.
Was weißt Du über diese Tiere?
Stachelschweine sind sozial lebende Nagetiere, die dämmerungs- und nachtaktiv sind und schlecht sehen, aber sehr gut hören und riechen können. Je entspannter sie sind, desto flacher liegen die Stacheln an, dann pieksen sie auch nicht beim Berühren😊 Wenn sie eine Gefahr befürchten, drehen sie sich rückwärts mit aufgestellten Stacheln zur Gefahrenquelle. Als wir zu ihrer Anlage kamen, hatte es sich die ganze Familie (Eltern mit 8 Kindern) im warmen Haus gemütlich gemacht.
Was hat das mit Tellington TTouch zu tun? Kennst Du die 9 Elemente?
Basis-TTouch, Druckstärke, Tempo, bewusste Pause, Verbindung, achtsame Atmung, Körperhaltung, Intention, Feedback.
Basis-TTouch: Muss in diesem Fall noch etwas warten. Alle anderen Elemente kann ich auf jede Art von Interaktion übertragen:
Druckstärke: Wie kann ich die Situation so gestalten, dass alles so leicht wie möglich für das Tier ist. Z.B. indem ich mich im Auslauf der Stachelschweine so positioniere, dass der Eingang zum sicheren Stall frei bleibt.
Tempo: Langsame Bewegungen, damit sich die kurzsichtigen Tiere nicht erschrecken.
Bewusste Pausen: Den Auslauf rechtzeitig nach einigen positiven Interaktionen verlassen.
Verbindung: Durch leise, freundliche Stimme und leckere Karottenstückchen.
Achtsame Atmung: Alle Tiere sind wesentlich eher bereit, sich uns zu nähern, wenn wir ruhig atmen, statt vor Aufregung die Luft anzuhalten.
Körperhaltung: Wenn ich mich hinhocke, bin ich nicht nur durch die geringere Körpergröße weniger bedrohlich.
Intention: Je klarer ich weiß, welches Verhalten ich mir wünsche, desto leichter wird es den Tieren fallen, dieses auch zu zeigen. In diesem Fall: Es ist sicher und lohnend sich den Menschen zu nähern.
Feedback: Die Stachelschweine haben uns die ganze Zeit ihre Vorderseite zugedreht. Die Stacheln waren unterschiedlich aufgestellt. Futter wurde aber nur noch der Person, die am nächsten zum Haus hockte, angenommen. Nach einigen Minuten ist ein Tier mit dem Futter nicht mehr weggelaufen, sondern in der Nähe sitzen geblieben.
Es liegt noch einiges vor uns, aber ich freue mich schon auf Stachel-TTouches…
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10. Januar 2025
Tellington – ein Plädoyer für Zartheit
Blogbeitrag von Bibi Degn (DEU / ESP)
Wenn sich unsere Seelen berühren
In einer Welt, die oft von Hektik, Distanz und emotionaler Distanz geprägt ist, schenken uns Tiere Möglichkeiten: bedingungslose Verbundenheit und heilsame Berührung.
Unsere Verbindung zu Tieren berührt die tiefen Schichten unserer Seele:
- Emotionale Entlastung: In den vertrauensvollen Augen eines Tieres finden wir oft mehr Verständnis als in zahllosen menschlichen Gesprächen. Sie nehmen uns an, ohne zu urteilen.
- Stressreduktion: Wissenschaftliche Studien belegen, dass der Kontakt zu Tieren messbar Stresshormone senkt und unser Nervensystem beruhigt.
- Bedingungslose Akzeptanz: Tiere lehren uns eine Form der Liebe, die keine Bedingungen kennt – eine Liebe, die uns annimmt, wie wir sind.
Wissenschaftliche Erkenntnisse
Forschungen zeigen die erstaunlichen Auswirkungen von Tierkontakt:
- Senkung des Blutdrucks
- Stärkung des Immunsystems
- Linderung von Angstzuständen
- Förderung von Oxytocin – dem Hormon der Verbundenheit
Die Sprache jenseits der Worte
Die Tellington TTouch® Methode öffnet Tore dazu, was Tierkontakt per se bewirken kann. Die sanften, kreisenden Berührungen der TTouch-Methode sind eine Sprache der Zartheit. Sie öffnen Räume tiefer Entspannung und Vertrauensbildung. Bei jedem Kontakt spürt man, wie Anspannung weicht und innere Ruhe einkehrt.
Tiere sind Meister der nonverbalen Kommunikation. Sie spüren unsere Stimmungen, unsere Ängste und unsere Verletzlichkeiten, noch bevor wir sie selbst wahrnehmen, ohne uns zu werten. Im Anwenden der Tellington TTouch Methode üben auch wir uns in Empathie, Wertfreiheit und im Loslassen negativer Glaubenssätze. Diese Kunst der Berührung und Bewegung öffnet uns für tiefe Kommunikationsebenen. So melden Teilnehmende der Intensiv-Seminare oft zurück, dass das Erlernen und Ausüben der Tellington TTouch® Methode ihr Leben, Glaubenssätze und Einstellungen, sowie ihre Erfahrungen mit Tier und Mensch positiv verändert hat.
Tellington vertieft die die Bindung
TTouch ist mehr als eine Streicheltechnik. Es ist eine achtsame, respektvolle Art des Kontakts, die sowohl für Mensch als auch Tier heilsam ist. Jede Bewegung ist ein Dialog, jede Berührung eine Einladung zum Vertrauen – und außerdem zur Heilung.
Plädoyer für Zartheit und Achtsamkeit
Die Tellington TTouch Methode ist eine Philosophie der Begegnung. Sie lehrt uns, achtsam zu sein, zu spüren und zu verstehen. In einer Welt, die oft von Hast und Oberflächlichkeit geprägt ist, erinnern uns Tiere an die tiefen menschlichen Werte der Empathie, des Mitgefühls und bedingungsloser Liebe, aber auch der Klarheit, der Verbindung zu uns selbst und dem Wahren unserer Grenzen und derer des Gegenübers.
Tiere sind nicht nur Begleiter – sie sind unsere Lehrer der Behutsamkeit.
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07. Januar 2025
Linda Tellington-Jones spricht über den Beginn
von Tellington TTouch
In dem kleinen Youtube Beitrag ist Linda Tellington-Jones im Gespräch mit Dr. Daniela Zurr (Tellington Instruktorin aus Deutschland). Linda erzählt von dem Moment, als Moshé Feldenkrais sie lehrte, dass eine einizige Situation bereits ein Lernen möglich macht- es also keine weiteren Wiederholungen braucht.
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06. Januar 2025
Linda Tellington-Jones spricht über Dankbarkeit
Linda im Gespräch mit Dr. Daniela Zurr (D) spricht von ihren Wünschen für das Jubiläumsjahr 2025.
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05. Januar 2025
Mein Tier ist einzigartig!
von Sylvia Haveman (NL)
Jeder Mensch und jedes Tier ist einzigartig und jeder Körper erzählt seine eigene Geschichte…..
Im Laufe eines Lebens passiert viel… Wir stürzen einmal mit dem Fahrrad, stolpern über einen Baumstumpf, stoßen uns den Kopf an, rutschen im Schnee aus….
Unser Tier überschlägt sich, prallt versehentlich gegen einen Baum, springt falsch oder rutscht auf einem rutschigen Untergrund aus…
Alle großen und kleineren Traumata werden im Körper gespeichert. Diese Lebenserfahrungen – körperlich, geistig und emotional – hinterlassen ihre Spuren am und im Körper. Manchmal sind diese Spuren für jeden deutlich sichtbar, in Form einer Amputation, einer Narbe oder eines offensichtlichen Hinkens. Da alles mit allem verbunden ist, kann sich eine ursprüngliche Verletzung schließlich an anderer Stelle im Körper manifestieren. So kann beispielsweise ein Sprunggelenksbruch nach längerer Zeit aufgrund des Kompensationsmechanismus ein Problem im Nacken-/Schulterbereich verursachen. Oft sind die genannten Lebensspuren nur schwer oder gar nicht sichtbar.
Wenn wir als Menschen unter etwas leiden, Schmerzen oder Unwohlsein empfinden, ist das für andere nicht immer deutlich sichtbar. Wir können es jedoch sagen…..
Tiere können es nicht sagen, aber es gibt viele Tiere mit kleineren oder größeren Unbehagen, mit Schmerzen im Körper, Krämpfen oder Verspannungen, ohne es sehr deutlich zu zeigen. Oft entdecken wir es erst, wenn uns die kleinen, scheinbar unwichtigen Details auffallen.
Was schaust du dir dann an? Zum Beispiel die Art und Weise, wie das Tier sein Körpergewicht auf seinen vier Beinen verteilt hat. Ist das Tier „quadratisch“, d.h. alle vier Beine “ordentlich” unter dem Körper, wo sie alle gleich belastet sind? Legt das Tier immer wieder ein Bein zur Seite oder nach hinten? Sehen Sie ein sitzendes Tier, das gerade auf den Hinterbeinen/Gesäß sitzt oder etwas mehr nach links oder rechts hängt? Und er sitzt immer auf der gleichen Seite? Liegt ein liegendes Tier gleich oft auf beiden Seiten oder bei näherer Betrachtung immer auf der gleichen Seite? Wenn sich das Tier bewegt, ist das gleichmäßig und flexibel ? Wechselt das Tier leicht zwischen links und rechts in einer schnelleren Gangart wie Trab oder Galopp?
Der Mantel oder das Haar kann auch Details über den Besitzer preisgeben. Als Detektiv können Sie verschiedene Dinge bemerken, wie z. B. die Lage der Haare, Veränderungen in Farbe und Qualität der Haare oder bemerkenswerte Veränderungen.
Die Ansammlung weniger Details sagt nicht viel aus. Beobachten Sie es vorerst nur und das ohne Werturteil. Es ist ziemlich schwierig, neutral zu sein, auch für Detektive.
Die nächsten Schritte, die Sie bei Ihren Ermittlungen als Detektiv unternehmen können, sind das ruhige Berühren mit den Händen. Aber dazu später mehr.
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Momente des Rückzugs
von Lisa Leicht (CH)
Während dieser Zeit zwischen Wintersonnenwende und Neujahr ziehe ich mich, wie viele andere Menschen auch, gerne bewusst für Augenblicke, Minuten oder Stunden vom hektischen Alltagsgetriebe, den nie weniger werdenden vermeintlichen Pflichten und Verpflichtungen zurück – Auszeit.
Ich begebe mich dafür an einen Ort, wo ich mich sicher und wohl fühle, meinen inneren Seelengarten, oder, im Aussen, in meinem Zimmer auf meinen Lieblingssessel mit meiner Flauschdecke, in die Nähe meines Lieblingsbaums oder an meinen Lieblingsplatz am Meer. Dort, zufrieden und in Sicherheit, fällt es mir leicht, meine Gedanken zu ordnen, meine Atmung bewusst wahrzunehmen, runterzufahren und mich auszuruhen. Beim Einstieg helfen mir z.B. der Hearthug und TTouches um den Mund herum und im stets angespannten Nackenbereich. Dazu summe ich, das hilft beim bewussten Atmen. Dann folgt meist ein Tagtraum im Alphazustand, eine Meditation, oder gar ein Nickerchen.
Oft steigen dann im Übergang ins Tagesbewusstsein Inspirationen auf und ich fühle mich erfrischt, lernbereit, ruhig, klar.
Deshalb habe ich mir fürs neue Jahr vorgenommen, mir solche Auszeiten und Momente des Rückzugs vermehrt bewusst auch während der aktiven Periode zu erlauben, ganz besonders auch vor dem Unterrichten und vor und während meiner Reisen.
In der Tellington-Arbeit versuchen wir Rahmenbedingungen und Lernsituationen so zu gestalten, dass Mensch und Tier erfolgreich lernen können.
Deshalb möchte ich diese ‚Auszeiten‘ auch allen Hundebesitzern sowohl für sich als auch für ihre vierbeinigen Hunde empfehlen, denn das Bedürfnis nach Sicherheit ist für alle fühlenden Wesen zentral. Für unsere Hunde finde ich ‚portable Rückzugsmöglichkeiten‘ besonders interessant, wie zum Beispiel ein Tuch, das über einen Tisch gehängt werden kann, für kleine Hunde ein Iglu, oder eine offene Faltbox ohne Tür, oder ein offenes Hunde-Tipi.
Wenn wir unsere vierbeinigen Freunde sorgfältig und über einen längeren Zeitraum zu Hause daran gewöhnen, bei Bedarf einen sicheren, komfortablen und entspannenden Ort aufzusuchen, wenn das mitnehmbare Zuhause dank sorgfältigem Training ein Ort des sicheren Rückzugs wird, können schwierige Momente, wie zum Beispiel Silvester, Restaurantbesuche, Reisen, Urlaub und natürlich auch Präsenzkurse locker und entspannt angegangen werden.
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29. Dezember 2024
Silvester
Karin Petra Freiling (D)
Die Silvesternacht ist für viele Hunde eine der stressreichsten Zeiten des Jahres. Laute Geräusche, plötzliche Lichter und die allgemein aufgeladene Stimmung können Ängste und Stress auslösen. Doch genau hier kommt die Tellington TTouch®️ Methode ins Spiel! Mit gezielten Berührungen und Techniken können Sie Ihrem Hund (und sich selbst) helfen, diese schwierige Zeit gelassener zu erleben. Zusätzlich dazu liefert die „Natürlich.Aktiv.Berühren.“-Methode von Karin Petra Freiling inspirierende Ergänzungen, um die Wirkung der TTouch®️ Methode zu unterstützen.
Die magischen 3 TTouches beinhalten den
Heart Hug-TTouch den Sie am Besten bei sich selbst und ihrem Hund ausführen. Ebenso
Ohr -TTouch als Erste-Hilfe-TTouch und Mund/Maul-TTouch. Unsere eigene Stimmung ist ansteckend, je ruhiger Sie selbst sind, desto ruhiger wird sich Ihr Hund fühlen.
Zusätzlich zu den magischen 3 TTouches helfen folgende:
Der Ruten-TTouch hilft dem Hund in Balance zu kommen, geschmeidigere Bewegungen auszuführen und Spannungen zu lösen.
Der Bauchheber hilft dabei die Atmung zu vertiefen und
Muschel-TTouches vermitteln, Wärme Sicherheit und Geborgenheit.
Der Ohr-TTouch ist der allerwichtigste Notfall TTouch, den Sie so oft und so lange es Ihr Hund mag ausführen können.
Nehmen Sie das Ohr sanft zwischen Daumen und Zeigefinger und führen sie sanfte streichende Bewegungen von der Ohrenbasis bis zur Ohrspitze Ihres Hundes aus. Diese Technik hilft nachweislich, den Herzschlag zu senken und Stress zu reduzieren – perfekt, um auf Silvesterangst zu reagieren.
Das halbe Körperband hilft durch den Rahmen den es bietet und das Bewusstwerden der Atmung eine nachweislich, wunderbare Mögljchkeit, die Herz- und Atemfrequenz zu regulieren. Ein breites Stirnband, ein Kinderloop oder ein Fönschutz für Hunde kann die empfindlichen Ohren schützen.
Zusätzliche Unterstützung mit der „Natürlich.Aktiv.Berühren.“-Methode
Die Duftmoleküle der therapeutischen Öle sind so klein, dass sie die Bluthirnschranke mühelos überwinden und hier ausgleichend auf das ganze System wirken können. Die Wirkung setzt schon nach ca. 3 Minuten ein.
Bitte verwenden Sie nur naturreine Öle. Bewährt haben sich Lavendel, Baldrian, Sandelholz, Vanille, Orange, Peace and Calming und Stress away ( letzteres sind hochwirksame Mischungen von der Firma Young Living)
Verreiben sie einen Tropfen in Ihren Händen und warten Sie, bis dieser fast eingezogen ist. Danach streichen Sie mit dem Noahs-Marsch-TTouch den Hund ab und genießen gemeinsam den Duft. Im Diffuser oder 1 Tr. auf einen Wattebausch können sie für eine Wohlfühlatmosphäre in Ihrer Wohnung sorgen.
Folgende homöopathische Mittel helfen unseren Hunden Jahr für Jahr.
Arnica C30 gegen Schock und Panik
Opium C30 nach Schreck und Schock Situationen
Passiflora incarnata, Avena sativa, Valeriana Comp Urtinkturen von Ceres
Nervennahrung und Calma von CD Vet.
Leichte und vollwertige Nahrung ist wichtig. Genau wie die Urtinktur Avena sativa ( gemeiner Hafer) helfen Haferflocken nach der TCM für eine gesunde und ausgeglichene Mitte. Etwas mehr gesunde hochwertige Kohlenhydrate als üblich helfen in besonderen Stressituationen sehr das System stabil zu halten.
Die Bach Blüten Rescue Remedy Tropfen, sowie Mimulus bei spezifischen Ängsten, Aspen bei starkem Zittern, Rock Rose bei blanker Panik und Star of Bethlehem als Seelentröster helfen auf ihre sanfte, zuverlässige Art auch nachweislich. Sie sollte regelmäßig und häufig verabreicht werden. Je 2 Tropfen auf ein Wasserglas und davon alle 40 min eine Pipette hat sich sehr bewährt. Sollte es schwer sein die Bach Blüten zu verabreichen können diese auch in den Diffuser gegeben werden oder über die TTouches am Ohr und den Pfotenballen eingearbeitet werden.
Die Rolläden sollten geschlossen sein und entspannende Musik im Tempo Largo hat einen entspannenden Effekt. Through a dogs ear (YouTube ) bietet mehrere Stunden entspannende Musik. Diese darf gerne ab 23:30 etwas lauter abgespielt werden.
Ich wünsche Ihnen und Ihrem Hund eine sanften Rutsch in ein wundervolles, gesundes, liebevolles und ttouchreiches 2025
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Genieße deine Zeit, denn du lebst nur jetzt und heute.
Morgen kannst du gestern nicht nachholen und später kommt früher als du denkst. – A. Einstein
von Katja Krauß (D)
Ich liebe Albert Einsteins Weisheiten, schließlich hat er die Relativitätstheorie aufgestellt und gesagt, dass die Zeit relativ ist. Seitdem ich das mal verstanden hatte, ist Zeit neben Glück für mich das Wichtigste im Leben.
Es gibt viele Menschen, die bewusst oder auch unbewusst nicht nur mit ihrer eigenen Zeit verschwenderisch umgehen, sondern sie auch ihren Mitmenschen nehmen. Zu Terminen zu spät zu kommen, andere mit Aufgaben zu beschäftigen, die derjenige durchaus hätte selbst machen können oder einfach trödelig zu sein, weil man sich über die Zeit der Anderen noch keine Gedanken gemacht hat, ist leider für viele Menschen ganz selbstverständlich.
Ich spreche nicht davon, dass jedes Individuum seine eigene Zeit braucht. Wie es so schön in der Tellington Philosophie heißt: wir respektieren und wertschätzen die eigene Persönlichkeit, wozu auch die Art und Weise des Lernens und sich Entwickelns dazu gehört.
Wenn Miro, mein Kater vor der Tür miaut und ich ihm die Tür öffne, dann braucht er seine Zeit, um sich zu entscheiden, ob er reinkommt oder doch noch draußen bleiben möchte. Wenn Ella, meine 14-jährige Hündin vor ihrem Futternapf steht und nicht genau weiß, ob sie etwas essen möchte oder eben nicht, dann nehme ich mir gern die Zeit, da sie einfach nach ihrem Rhythmus, auch bedingt durch den Lebensabschnitt in dem sie sich gerade befindet, lebt. Doch wenn ich meine jungen Hunde frage, ob sie etwas schneller mitlaufen können, weil ich später noch einen Termin habe, dann kommen sie meinem Wunsch immer gerne nach.
Es gibt den wunderbaren Spruch: “Leben beginnt da, wo die Zeit keine Rolle spielt.”
Doch zu diesen Momenten wird es nur kommen, wenn uns auch die Zeit der Anderen wichtig ist, also dass möglichst jeder seine Zeit so gut es geht selber so nutzen kann, wie er es möchte.
Und da wir uns gerade in der Weihnachtszeit befinden, passt dazu dann auch der Spruch von Ghandi “Sprich nur, wenn du die Stille verbessern kannst”. Sprachfasten, also die bewusste Reduzierung der verbalen Kommunikation über einen bestimmten Zeitraum (heutzutage sollte sich das wohl auch auf alle schriftlichen Kommentare in all den verschiedenen Medien erstrecken), dient nicht nur dem eigenen Stressabbau und der eigenen Herzgesundheit, sondern verschafft unseren Mitmenschen auch mehr Zeit;-)
Darin sind unsere Tiere wahre Meister, die meisten von ihnen “reden” nur, wenn es wirklich sein muss und sind dafür die besten Zuhörer der Welt. Und auch da möchte ich nochmal aus der Tellington Philosophie zitieren: …wir sehen jedes Tier als Lehrer für uns und unser Leben;-)
In diesem Sinne wünsche ich allen eine besinnliche Weihnachtszeit und dass wir unseren Mitmenschen vielleicht ein ganz wunderbares Geschenk machen, wir ihnen Zeit nach ihrem Geschmack schenken, indem wir ihnen z.B. eine Aufgabe abnehmen (denn Zeit hat, wer sich Zeit nimmt) oder gemeinsam mit ihnen etwas unternehmen- ganz so, wie es demjenigen gefällt.
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Aloha,
Sei am Donnerstag, den 19. Dezember um 17:00 PST / 20:00 EST / 01:00 GMT / 02:00 MEZ dabei, wenn Linda einige ihrer Überlegungen zum 50. Jubiläum der Tellington TTouch Methode mit dir teilt!
Linda wird ihre bemerkenswerte Reise teilen und einige der Menschen, Ereignisse und Tiere hervorheben, die eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung dieses bahnbrechenden Ansatzes gespielt haben. Die weltweit verbreitete Tellington-Methode hat die Art und Weise, wie wir mit Pferden, Hunden und anderen Tieren zusammenarbeiten, verändert – sie fördert Kooperation, Sicherheit und ein tiefes Gefühl der Verbundenheit.
Linda wird auch über die tiefgreifende Wirkung von Ho’oponopono, der hawaiianischen Praxis der Dankbarkeit und Vergebung, nachdenken, die ein Leitprinzip in ihrer Arbeit mit Tieren und deren Betreuern ist.
Um sich für den Vortrag anzumelden, bitte den Link verwenden:
https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZctde6rrD0qGNEIYjJW8wLeB38bR36MDuhM
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15. Dezember 2024
Der Python-TTouch – Warum ich ihn wichtig finde
von Wanda Oosterhuis (NL)
Alle kennen den Python-TTouch und er ist oft einer von den ersten TTouches, die wir lernen. Er ist ziemlich einfach zu lernen, obwohl er nur wirkt, wenn man ihn ganz ruhig und genau macht: ganz ruhig heben, halten, durchatmen und mit dem gleichen Druck langsam wieder nach unten, dabei ausatmen, zum nächsten Platz gleiten und dann so weiter -sehr entspannend und erdend. Meistens wird er langsam oder ganz langsam gemacht, aber z.B. bei einem Pferd, das das spannend findet, schneller, aber immer mit der gleichen Aufmerksamkeit, gerade beim herunter lassen.
Oft wird erst ein TTouch Kreis gemacht, bevor angehoben wird, dann ist es eine “Eingerollte Python”.
Warum ich der Python-TTouch so wichtig finde, ist weil etwas pythonisches in vielen TTouches ist.
Wenn ich z.B. Schweif-TTouch mache und ganz leicht ziehe oder drücke ist das wie der Python: leicht ziehen oder drücken, festhalten und ganz langsam zurück.
Bauchheber mit Körperband oder Handtuch (oder dem Gurt bei ängstlichen Pferden), Mähne ausstreichen und dann leicht daran ziehen um langsam zurück, Regenwurm-TTouch, Becken kippen: alles Pythonartig!
Auch anderswo ist der Python mit drin, so wie bei den Presses von Connected Riding, wo man leicht drückt und dann ganz ruhig loslässt.
Deswegen, außer dass es ein toller TTouch ist, den ich gern mag und gern benutze, finde ich ihn wichtig, weil er mir hilft andere TTouches besser zu machen.
Ich hoffe irgendwann Python-TTouches auch mal an einer Python machen zu dürfen!
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12. Dezember 2024
Auszeit vom Alltag
von Doris Prinstinger (A)
Ich weiß nicht wie es euch geht, aber bei mir ist die Vor-Weihnachtszeit keine so besinnliche Zeit. Mir kommt vor, alle wollen noch möglichst viel vor Weihnachten erledigen.
Warum weiß ich eigentlich gar nicht, weil nach Weihnachten sich die Welt noch genau so dreht.
Beruflich muss ich da durch. Aber auch privat kommen Einladungen aus allen Richtungen. Noch VORHER gemeinsam Essen, Punsch, Wellness, Treffen, Kino………jedes einzelne Ereignis freut mich sehr, aber so geballt. Ich bekomme Stress. Das macht mich oft ungemütlich.
Und dann kommt meine Tellington Seele durch.
Was würde ich mit einem Hund machen der akuten Stress hat?
Reduzieren, inne halten, Ruhephasen planen, natürlich TTouches und mehr Achtsamkeit auf seine Bedürfnisse legen.
Genau das mache ich jetzt.
Ich gönne mir ein gemeinsames Mittagsschläfchen auf der Couch das auch mein Hund sehr zu genießen scheint.
Wenn ich ihn ttouche komme ich in die Ruhe, die Erdung tut mir gut.
Wie das mit der Herzkohärenz und so ist erfährst du bestimmt noch in dem ein oder anderen Bogbeitrag.
Den Heart Hug (die Herzumarmung) lieben wir beide.
Bei unseren Spaziergängen können wir die Seele baumeln lassen und zwischendurch bin ich immer wieder besonders achtsam. Spüre wie unsere Verbindung über die Leine ist. Wie oft Fin mir kurze Blicke zuwirft. Seine Anspannung wenn der Duft von Wild in der Luft liegt und seine Freude wenn ich ihm Leckerlis verstecke.
Hin und wieder gehe ich mit Fin ein Stück mit der Balance-Leine. Slalom durch Bäume, oder ein gedachtes Labyrinth.
Und so komme ich doch durch diese Zeit und bin voller Dankbarkeit dass Tiere mein Leben bereichern.
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08. Dezember 2024
Und wenn sie dann einfach machen, was sie wollen?
von Lily Merklin (D)
Viele Menschen setzen ihren Tieren mehr oder weniger enge Grenzen, haben mehr oder weniger konkrete Vorstellungen davon, wie sich ihr Tier zu verhalten hat. Vor lauter Bestreben, ihr Tier dazu zu bringen, das zu tun, was sie von ihm erwarten, werden sie manchmal hart und ungerecht. Sie hören ihrem Tier dann nicht mehr zu, merken nicht, wie es versucht, mit ihnen zu kommunizieren, ihnen vielleicht mitzuteilen, dass es Angst hat oder Schmerzen oder einfach nicht versteht, was sie von ihm wollen. Linda ist eine großartige Lehrerin in Sachen Tierkommunikation und im Beachten kleinster Signale. So legen wir in der Tellington-Methode großen Wert darauf, unseren Tieren genau zuzuhören, sie zu beobachten, ihr Flüstern zu verstehen, bevor sie schreien müssen.Wenn ich Teilnehmer in Kursen auf diese feinen Signale hinweise, sie bitte, ihren Tieren mehr Zeit zu geben, um sich etwas anzuschauen oder zu überlegen, reagieren sie manchmal mit Erstaunen. „Aber ich kann mein Pferd / meinen Hund doch nicht einfach machen lassen, was er will?!?!?“ oder so ähnlich lauten dann die Kommentare, aus denen sich oft spannende Diskussionen ergeben. Was dürfen / wollen / können wir unsere Tiere machen lassen? Je nach Mensch und Tier(art) gelten hier doch sehr unterschiedliche Maßstäbe.Ich versuche dann jeweils zu vermitteln, dass es durchaus Sinn macht, eine möglichst konkrete Vorstellung von dem zu haben, was ich möchte (anstatt vor Augen zu haben, was ich nicht möchte), dem Tier das so klar wie möglich zu kommunizieren und gleichzeitig gut zuzuhören und hinzuschauen, ob das Tier dem folgen kann. Ich kann mein Tier durch einiges „durchprügeln“, aber weder hilft das unserer Beziehung, noch macht es den Umgang mit ihm sicherer. Und nur weil ich seine Angst ernst nehme und ihm Zeit gebe, heißt das nicht, dass ich mein Ziel aus den Augen verlieren werde. Oder wie Linda auf einer Messe, als ein Pferd nicht unter einer Plane hindurchgehen wollte, die aufkommende Diskussion, ob man das dem Pferd durchgehen lassen könne, dass es verweigere, ihrem Kommando zu folgen, seelenruhig mit den Worten kommentiere: „Ich bin die, die die Regeln macht. Und meine Regel lautet, dass er mir Bescheid geben darf, wenn er Angst hat.“Sie stieg dann übrigens seelenruhig ab, ging ein paar Meter zurück, ttouchte das Pferd und bat eine Kollegin mit Hund, doch vor ihnen herzulaufen. Woraufhin das Pferd am langen Zügel mit gesenktem Kopf und höchst entspannt das Hindernis bewältigte – erst mit Linda an seiner Seite, dann am Halsring und mit ihr auf seinem Rücken…Möchtest du auch eine vertrauensvollere Beziehung zu deinem Tier und mehr Klarheit in dem, was du von ihm verlangst? Dann schaue nach einem Practitioner oder Kurs in deiner Nähe.
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05. Dezember 2024
Spazieren gehen mit Pferden:
Eine wertvolle Erfahrung für Mensch und Tier
von Susanne Salzmann (D)
Das Spazierengehen mit Pferden bietet eine wundervolle Möglichkeit, die Bindung zwischen Mensch und Tier zu stärken, abseits vom Reitplatz oder der Reithalle. Es fördert das gegenseitige Vertrauen und die Kommunikation auf Augenhöhe, während beide Partner die Natur genießen und gemeinsam entspannen.
Warum ist Spazierengehen mit Pferden so wertvoll?
Pferde sind Herdentiere, die soziale Interaktion und Bewegung lieben. Beim Spazierengehen können sie ihrer natürlichen Neugier nachgehen, während sie durch ungewohnte Umgebungen geführt werden. Dies fördert nicht nur ihre körperliche Gesundheit, sondern auch ihr geistiges Wohlbefinden. Sie lernen, sich in neuen Situationen zu entspannen und Vertrauen zu ihrem Menschen aufzubauen.
Für uns Menschen bietet das Spazierengehen die Gelegenheit, Stress abzubauen und die Natur gemeinsam mit dem Pferd zu erleben. Ohne Sattel und Zaumzeug, ganz auf Augenhöhe, entwickelt sich eine tiefere Verbindung und ein neues Verständnis für das Verhalten des Pferdes.
Tipps für ein erfolgreiches Pferde-Spaziergang-Erlebnis
- Sicherheit zuerst: Wähle immer sichere Wege, auf denen das Pferd nicht durch plötzliche Geräusche oder Verkehr erschreckt werden kann.
- Ausrüstung: Verwende ein gut sitzendes Halfter,ein Tellington Führleine, um deinem Pferd genügend Freiraum zu geben, ohne die Kontrolle zu verlieren. Die Tellington Gerte um Dein Pferd ab zu streichen, den Weg zu weisen für eine feine Kommunikation zwischen Euch.
- Aufmerksamkeit: Achte auf die Körpersprache deines Pferdes. So erkennst du frühzeitig, wenn es unsicher wird oder etwas seine Aufmerksamkeit erregt. Senke den Kopf deines Pferdes, wenn es mit hohem Kopf in eine Richtung starrt. Das Senken des Kopfes hilft ihm dabei, sich zu beruhigen.
- Abwechslung: Wechsle regelmäßig die Strecken, um das Pferd geistig zu fordern und Langeweile zu vermeiden.
Der Tellington TTouch® Ansatz beim Spazierengehen
Mit der Tellington TTouch® Methode kannst du das Spazierengehen noch bewusster gestalten. Durch achtsame Berührungen und eine ruhige, respektvolle Führung förderst du das Wohlbefinden deines Pferdes. So wird jeder Spaziergang zu einer kleinen Trainingseinheit für Vertrauen, Entspannung und Harmonie.
Fazit
Spazierengehen mit Pferden ist weit mehr als nur ein Spaziergang. Es ist eine wertvolle Erfahrung, die Mensch und Tier näher zusammenbringt, das Vertrauen stärkt und die Kommunikation verbessert. Probiere es aus und erlebe die Vorteile selbst!
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01. Dezember 2024
„Sorge dafür, dass Dein Pferd (Tier) erfolgreich ist!“
von Ingrid Wild (D)
Ich liebe dieses Zitat von Linda und für mich verbirgt sich dahinter die Magie des Tellington-Trainings. Dieses einfache, aber zugleich tiefgründige Zitat fasst die Essenz der Tellington TTouch® Methode perfekt zusammen.Es lenkt den Blick auf unsere Verantwortung als Menschen, das Training so zu gestalten, dass es für das Pferd sicher, sinnvoll, verständlich und motivierend ist. Wenn ich als Mensch für das Fluchttier im Zusammensein und im Training die Verantwortung übernehme, bedeutet das, dass ich bei der Gestaltung die Bedürfnisse meines Trainingspartners kenne und wahrnehme und eine Struktur und Lernatmosphäre schaffe, die dem Pferd Sicherheit und Freude verspricht.Das Zitat von Linda setzt Verantwortung und Partnerschaft in den FokusDie Tellington TTouch Methode geht weit über klassische Trainingsansätze hinaus. Sie fordert uns heraus, den traditionellen Gedanken der Dominanz zu hinterfragen. Es geht nicht darum, das Pferd zu beherrschen, sondern eine respektvolle Partnerschaft aufzubauen. Dabei geben wir dem Tier zwar klare Grenzen, verzichten jedoch auf Druck und Strafe. Stattdessen setzen wir auf positive Kommunikation, Vertrauen und das Schaffen von Erfolgserlebnissen.Ein zentraler Aspekt ist, dass Pferde aktiv zum Mitdenken angeregt werden. Im Gegensatz zu reinen Wiederholungen oder Training durch Druck lernen sie durch Neugierde und eigene Überlegungen. Dies stärkt nicht nur das Verständnis zwischen Mensch und Tier, sondern fördert auch die Sicherheit im Umgang miteinander. Ein Pferd, das mitdenkt, wird souveräner – ein Gewinn für beide Seiten.Der Einstieg in die Tellington TTouch Methode ist einfach und für jeden machbar. Wichtig ist, mit kleinen Schritten zu beginnen und die Übungen klar zu strukturieren. Hier ein paar Tipps für den Anfang:
- Schaffe Vertrauen: Beginne mit dem TTouch, um Deinem Pferd Sicherheit zu geben und es körperlich sowie mental auf das Training vorzubereiten.Plane abwechslungsreiche Aufgaben: Integriere ungewöhnliche Elemente wie Stangen, Planen oder Hindernisse, um das Pferd neugierig zu machen.Bleibe geduldig: Arbeite in kleinen Schritten und achte darauf, dass Dein Pferd nicht überfordert wird. Erfolgserlebnisse stehen im Vordergrund.Achte auf den Zustand Deines Pferdes: Wie Feldenkrais es beschrieb, lernen wir – Menschen wie Pferde – besser, wenn wir nicht müde sind. Passe Dein Training entsprechend an.
Fazit: Erfolg beginnt mit Verständnis und ZuhörenDie Tellington TTouch Methode ist weit mehr als ein Trainingsansatz. Sie ist eine Philosophie, die auf Respekt, Vertrauen und einer tiefen Verbindung zwischen Mensch und Tier basiert. Mit ihrem Fokus darauf, das Pferd erfolgreich zu machen, eröffnet sie neue Wege für ein harmonisches Miteinander und sinnvolles Training – ohne Druck, ohne Strafe, aber mit viel Geduld und Achtsamkeit.
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28. November 2024
Von anderen Tieren lernen
von Dr. Daniela Zurr (D)
Vor kurzem habe ich ein Seminar in einem Wildpark unterrichtet. Was haben Menschen, Hunde, Pferde, Katzen, Ziegen, Stachelschweine und Schafe gemeinsam?
Alle möchten als Individuum gesehen werden! Lebewesen, die eng im Herdenverband leben, werden oft eher als Gruppe wahrgenommen und ihnen wird manchmal auch die Fähigkeit für individuelle Entscheidungen abgesprochen. Dass Schafe ihre Artgenossen sehr wohl als Individuen wahrnehmen, kann man unter anderem daran erkennen, dass sie bis zu 50 Artgenossen sicher am Gesicht erkennen können. Auch menschliche Gesichter können sie zuordnen.
Wie können wir mit uns wenig bekannten Tierarten auf faire Art und Weise trainieren? Hier können die Säulen der Tellington TTouch Methode hilfreich sein.
Die erste Säule ist die Beobachtung. Damit ich beobachten kann, muss ich zunächst wissen, worauf ich alles achten kann. Daher gab es, bevor wir uns den Tieren genähert haben, eine Einführung in die Körpersprache und die Mimik von Schafen. Denn nur wenn wir auch subtile Zeichen wahrnehmen, können wir die Situation so anpassen, dass sich die Schafe sicher fühlen.
Sicherheit und das Gefühl, Einfluss auf die Situation nehmen zu können, ist für alle Lebewesen wichtig, besonders bedeutsam für Tiere, die in der Natur häufig Opfer von Beutegreifern werden oder schon schlechte Erfahrungen gemacht haben. Die Tellington TTouches mit der Außenseite der Hand, wie z.B. der Lama-TTouch, bieten die Möglichkeit einer angenehmen Kontaktaufnahme, bei der das Schaf gleichzeitig bemerkt, dass es nicht festgehalten werden kann. Bewegt man sich gemeinsam im Auslauf, macht die eigene Körpersprache und Atmung einen großen Unterschied für das Tier. Die Tellington-Philosophie besagt, dass wir auf die individuelle Art zu lernen Rücksicht nehmen. Dies bedeutete in diesem Fall zu bemerken, dass eine der Heidschnucken aller Herdentheorie zum Trotz einen größeren Abstand zu ihren Artgenossen benötigte, um entspannt beim Training mitmachen zu können.
Viel Spaß beim Lernen mit vielen unterschiedlichen Individuen!
PS Mehr zu den Stachelschweinen beim nächsten Mal
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13. Oktober 2024
Der Einfluss der Tellington TTouch® Methode
auf die Mensch-Tier-Beziehung
von Bibi Degn (D)
Bald ist diese von Linda Tellington-Jones und Robyn Hood geschaffene Methode 50 Jahre alt. Das Netz der Kolleginnen umspannt alle Kontinente der Erde. Linda, wie Robyn, begegneten dem Tier stets in Augenhöhe, auch schon vor 50 Jahren. Noch zu einer Zeit vor nur 30 Jahren sagte der bekannte Verhaltsforscher Frans de Waal, „Emotionen bei Tieren – das war etwas für Romantiker“. Linda war eine dieser „Romantiker“ und sie scheute sich nie, über ihre Liebe und Achtung zu den Tieren als gleichwerte Wesen zu sprechen.
Heute, Aktuelles über achtsamen Umgang mit Hunde oder Pferden lesend, begegnen mir Einstellungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Techniken, die wir in der Tellington TTouch® Methode all diese Jahre bereits erkannt, erprobt und gelehrt hatten. Der Name der Tellington TTouch® Methode in den 70-er Jahren zum Beispiel war TTEAM® – Das „A“ stand für ‚Awareness‘, Bewusstheit. “Bewusstheit mit Tieren”, “Präsenz” boomt heute, 50 Jahre später erkannt als Schlüssel für das Gründen einer funktionierenden Mensch-Tier-Beziehung.
Es gibt einige Beispiele, wie Equipment, das von den Tellington Vorreiterinnen entdeckt, erprobt und für gut befunden wurde, schließlich den Weg ins Allgemeingut gefunden haben: Stangengassen, der Halsring, die kurzen Geschirre mit Zweipunktführung für Hunde, Balance-Zügel und Balance-Leine, Körperbänder und Shirts. Die Liste kann lang fortgesetzt werden. Die Tellington TTouch® Methode ist alt, sie ist und war dabei all die 50 Jahre immer wieder bahnbrechend neu. Und sie ist Modell für viele junge Methoden.
Über Techniken hinaus können wir nur ahnen, wie tiefgehend das Wirken von Linda und Robyn und die Tellington TTouch® Methode weltweit das Denken zur Mensch-Tier-Beziehung beeinflusst hat. Wir können es nur ahnen – aber es gab in dieser Zeit und gibt heute kaum eine vergleichbare Fürsprecherin für das Verständnis für Tiere und keine Schule, die so sehr bewirkt, dass du dein Tier in und nach jedem Seminar wärmer in dein Herz schließt.
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Hundeerziehung – mit Herz und Verstand
In unserem Mehrfamilienhaus gibt es viele Kinder, Katzen und zwei Hunde. Der eine, von dem ich euch heute erzählen will, heisst Riva, und ist eine einjährige Berger Picardhündin, die gerade ihre erste Läufigkeit hinter sich hat. Riva lebt mit ihrer Hauptbezugsperson C, deren Mann M und zwei erwachsenen Töchtern in einer Parterrewohnung. C nimmt sich sehr viel Zeit für Riva, sie hat grosse Erfahrung mit verschiedenen Hunderassen, kennt sich aus im Hundesport, und hat bei mir auch einmal ein Tellington TTouch-Wochenendseminar besucht.
Was mir beim Beobachten der beiden so gefällt, ist die grosse Achtsamkeit, mit der C ihre Hündin erzieht, sozialisiert, trainiert und wie aufmerksam, vertrauensvoll und lernfreudig die Hündin darauf reagiert. Liebevoll, achtsam, klar und ohne Druck wägt C in jeder Situation ab, ob, wie und wann was zu tun ist, schöpft aus ihrer Erfahrung und bestärkt positiv. Ich finde es super, dass sie gängige Trends und alt erprobte Methoden der Hundeerziehung hinter fragt um den richtigen Weg zu finden – ruhig, bewusst, respektvoll und immer darauf bedacht, das Bestmögliche für beide zu realisieren.
Für mich sind das ideale Voraussetzungen für einen interessanten, stressarmen Alltag, eine Basis für viele sportliche Aktivitäten und ein langes gesundes Leben.
Ich finde, dass sich die Tellington Methode hervorragend dafür eignet, Vertrauen, Achtsamkeit, Flexibilität, Klarheit, und respektvolles miteinander Arbeiten zu üben, einen TTouch nach dem anderen.
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Sonntag, 29. September
Tellington Ausbildung für Jeden, der bereits mit Hunden oder/und mit Katzen arbeitet oder arbeiten möchte

von Katja Krauß
Als ich mich vor ein paar Tagen mit einer Freundin unterhielt, sagte diese, sie fände es gut, wenn es eine Tellington Zusatzausbildung für Menschen gäbe, die bereits mit Tieren und oder dessen Haltern beruflich zu tun haben.
„Genau das ist der Tellington TTouch® Associate“, antwortete ich ihr daraufhin.
Egal ob Tierärzte, Tierarzthelfer, Tiertrainer, Verhaltensexperten, Tiersitter, Tierpfleger, Tierfriseure oder jegliche andere Berufe, die mit Tieren arbeiten, können mit der ttouch-n-click Ausbildung ihren TTouch Associate Status erwerben, um anerkannt Tellington TTouch in ihre berufliche Tätigkeit mit einfließen zu lassen.
Da wir auch die Möglichkeit bieten, dass eine Paragraf 11 Tierschutzgesetz Prüfung an die bestandene ttouch-n-click Prüfung angeschlossen werden kann, ist es ebenfalls möglich die ttouch-n-click Ausbildung zu buchen, wenn jemand als Hundetrainer tätig werden möchte und bisher keine andere Ausbildung abgeschlossen hat.
Ich selber bilde seit 36 Jahren Hund-Halter-Teams aus und seit 28 Jahren professionell in meiner eigenen Hundeschule in Berlin. Für mich ist Familienhundetraining 80% Tellington TTouch, vielleicht 15% Positives Bestärken und 5% Führen in Balance.
Es geht darum, alle fünf Säulen der Tellington Methode in Kombination anzuwenden (Beobachtung, Tellington TTouch, Tellington-Lernparcours, Tellington-Lernhilfen, Tellington-Philosophie).
Wie Lily bereits in ihrem Blogbeitrag am Donnerstag geschrieben hat, fußt die Tellington Methode auf so vielen Naturgesetzen (was allerdings erst in den letzten Jahren mehr und mehr zu Tage tritt, da erst jetzt Studien in den verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen einiges zum Vorschein bringen) und beinhaltet einen unglaublichen Wissenspool, der es erlaubt mit Tieren auf diese ganz besondere Weise zu kommunizieren.
Es macht einfach Spaß, den Tieren bei ihrer Entwicklung zuzusehen und sie unterstützen zu dürfen, wo sie es gerade brauchen. So dass alle ganz gelassen gemeinsam durch den jeweiligen Alltag gehen können.
Donnerstag, 26. September
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Sonntag, 22. September
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Donnerstag, 20. September
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Sonntag, 15. September
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Donnerstag 12. September 2024
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Sonntag, 8. September 2024
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Donnerstag, 3. September 2024
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Sonntag, 1. September 2024
Tellington TTouch Blog von Katja Kraus
Vor Jahren passierte etwas für mich völlig unerwartetes- Linda Tellington-Jones berief mich zur Tellington TTouch® Instruktorin.
Wer es nicht weiß, bis heute gibt es nur ca. 30 Instruktor*innen und das obwohl die Methode im nächsten Jahr bereits ihr 50-jähriges Jubiläum feiert und weltweit unterrichtet wird. Instruktor*innen sind die Lehrer*innen, denen Linda vertraut ihre Methode in mehrtägigen Seminaren und Ausbildungskursen in ihrem Sinne weiterzutragen.
Linda handelt aus Intuition. Auch bei der Ernennung der Instruktor*innen, spielt ihre Intuition eine Rolle. Für mich bedeutete es, dass ihr Bauchgefühl mehr über mich wusste, als ich es bis dahin tat.
Was ich allerdings weiß ist, dass Einer gut, doch Viele immer besser sind, daher kam mir die Idee für diesen Blog.
Alle Tellington TTouch Instruktori*nnen sind einfallsreiche und kreative Lehrer*innen, die verstanden haben, dass Tellington TTouch uns in allen Lebenssituationen unterstützt und das Leben einfach viel lebenswerter macht.
Allein die Beziehung, die durch die Anwendung der Methode, zu anderen Lebewesen entsteht, ist um so vieles schöner, als wir es uns vorher vorstellen konnten.
Wie einfach ist es, dass Pferde wieder vertrauensvoll mitarbeiten, Hunde es genießen an lockerer Leine mitzugehen, Katzen sich genussvoll bürsten lassen oder Kinder sich leichter konzentrieren lernen. Wer mehr zur Vielfalt und Einzigartigkeit der Methode erfahren möchte kann hier nachlesen.
Ich denke, ich spreche im Namen aller Instruktor*innen, wenn ich sage, dass wir so Vieles gelernt haben und je mehr wir lernen, desto mehr verstehen wir, wie wenig wir wissen.
Das ist ein weiterer Grund, weshalb ich diesen Blog ins Leben gerufen habe- um an den Gedanken, Ideen, Erfahrungen und Weisheiten der 11 anderen deutschsprechenden Tellington-Instruktor*innen teilhaben zu dürfen.
Es werden jeweils sonntags und donnerstags ganz bewusst kurze Texte sein, die vielleicht nachdenklich machen oder einfach auch nur dabei helfen glücklich zu sein.
Viel Spaß dabei, Einblicke in eine Methode zu erlangen, die für mich die Zukunft des Miteinanders für alle Lebewesen auf diesem Erdball ist.
Katja Krauß (Tellington-TTouch-Instruktorin, ttouch-n-click Organisatorin und Erste Vorsitzende des Tellington Berufsverbandes (www.tellington-methode.de))